Donnerstag, 15. September 2022

„Die Geschichte der Kinder Húrins“ von J. R. R. Tolkien

Herausgegeben posthum von Christopher Tolkien.

Es handelt sich um die chronologisch erste Geschichte Tolkiens über Mittelerde. Wir bewegen uns im ersten Zeitalter, als es das Reich Beleriand noch gibt (nordwestlich des uns bekannten Mittelerde zu Zeiten den HDR), das später überflutet wird.

 

Inhalt:

Húrin wurde vom Bösen Herrscher Morgoth gefangen genommen. Was passiert mit seinen Kindern, als Morgoths Kreaturen, die Orks, ihre Heimat überrennen…?

 

Meinung:

In diesem Werk, das Tolkien ursprünglich als Lied geschrieben hat (?), geht es hauptsächlich um das Leben von Húrins Sohn Túrin und später um Húrins zweite Tochter Nienor (die erste Tochter wurde jung von den Orks erschlagen).

Túrin lebt bei den Elben, unter Geächteten, als einsamer Wanderer und bei den Waldmenschen. Er erlebt viele Abenteuer und trifft auch nicht immer die besten Entscheidungen. Das macht die Geschichte sehr spannend und realistischer. Man merkt auf jeden Fall, dass er seinen eigenen Kopf hat. Das finde ich sehr gut.

Die Sprache ist nicht immer einfach. Besonders kompliziert fand ich beim Lesen, dass man teilweise ganze Passagen im Anhang zwischendurch lesen muss und es auch immer wieder Bezug auf das Silmarillion genommen wird, was man dann eigentlich direkt dazu lesen sollte.

Dieses Buch gibt es wohl nicht als Zusammenhängenden Band, inklusive der Passagen aus dem Silmarillion.

Am Ende war ich doch von der hohen Dramatik der Geschichte überrascht. Damit hab ich nicht gerechnet, was mich letztlich nochmal sehr bewegt hat.

Zu Beginn war ich mir nicht mal sicher, ob ich es überhaupt zu Ende lesen soll, weil es wie ein Geschichtsbuch daher kam. Im Nachhinein bin ich aber sehr, sehr froh durchgehalten zu haben! Topp

 

Zitat:

Schließlich machten sie am Flußufer halt, und Dorlas, Anführer der Waldmenschen, sagte: »Du jagst sehr schnell, Herr, doch deine Männer lassen sich Zeit, dir zu folgen.«

»Nein«, erwiderte Túrin. » Wir handeln alle zusammen wie ein Mann, und so werden wir nicht voneinander getrennt.«

Da lachten die Männer aus Brethil und sagten: »Nun, ein solcher Mann wiegt viele Männer auf. Wir schulden dir großen Dank. Aber wer bist du, und was tust du hier?«

»Ich tue nichts, außer daß ich meinem Handwerk nach-gehe, Orks zu erschlagen«, sagte Túrin. »Und ich wohne dort, wohin mein Handwerk mich führt. Ich bin der Wilde Mann aus den Wäldern.«

(Seite 89)

 

ISBN 3-423-59061-0

dtv, 2003 (c.1980, herausgegeben vom Sohn)

172 Seiten
 

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