Inhalt:
Unsere Erzählerin ist mit ihrem Freund in das dänische Dorf gezogen, wo er als Lehrer angestellt wurde. Sie sind in einem Haus des Schulheims untergekommen und der gemeinsame Sohn geht bald schon zur Kindertagesstätte. Damit sie was zu tun hat vermittelt die Schulleiterin ihr den Job sich um den Kummerkasten der Tageszeitung zu kümmern und Leserbriefe zu beantworten.
Meinung:
Als Leser leiden und lachen wir mit der etwas melancholischen Protagonistin mit. Sie passt in die heutige Zeit - sie ist nie ganz glücklich findet sich aber mehr und mehr mit dem Leben ab. Ans Dorfleben, wo jeder jeden kennt, muss sie sich erst noch gewöhnen. Trotzdem nimmt sie nie ein Blatt vor den Mund.
Ihre teilweise unüberlegten Äußerungen, ihr Geplapper, machen sie sehr liebenswürdig. Ich habe mich von dieser Stimmung gerne tragen lassen.
Sie betrachtet die Dinge nicht romantisch, sondern wirkt eher abgeklärt. Sie scheint an einem Punkt angekommen an dem sie akzeptiert, dass die Dinge nun mal oft so sind wie sie sind.
Wie sie über ihren Sohn spricht und quasi offen zugibt wann sie unter der Mutterrolle leidet, kann man gut nachempfinden wenn man auch kleine Kinder in der heutigen Zeit großzieht. Sie gibt auch zu, dass sie manchmal zu viel über ihr Kind lästert, aber genau das lässt sie so herrlich real werden.
Es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen.
Auch die Neutextung der Lieder fand ich eine schöne Idee. Es war sicherlich schwierig das (sinn)passend ins Deutsche zu übersetzen/übertragen. Meine Hochachtung davor. Es wirkt auf mich nicht künstlich, sondern gut und stimmungsvoll.
Ich kann sehr gut verstehen, dass das Buch in der Kritik hoch gelobt wird und ein absoluter Renner in Dänemark war.
Danke, liebe Bibliothek, fürs Präsentieren bei den Neuerwerbungen.
ISBN 978- 3-985-68011-5
Fischer, 2022
250 Seiten
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