Inhalt:
Nora ist in den Dreißigern und tief traurig. Da bringt sie sich um und landet in der Mitternachtsbibliothek, wo sie die Möglichkeit in eins ihrer anderen Leben einzusteigen. Das heißt: was wäre gewesen, hätte sie als Jugendliche nicht mit dem Schwimmen aufgehört und so weiter. So lernt sie sich ganz neu kennen.
Meinung:
Die erste Hälfte des Romans ist mir sichtlich schwer gefallen. Nicht, weil die Story nicht spannend ist oder der Stil schlecht. Ich konnte mich nur zu gut selbst mit Nora identifizieren und war dann auch sehr melancholisch und traurig.
Mir war schon schnell klar, worauf das ganze hinauslaufen wird, dennoch gefällt mir das nur halb gut. So wirkt doch alles zwar sehr lehrreich und weise, aber auch sehr zusammengestellt und teilweise künstlich.
Natürlich war mir klar, was der Autor mit der Geschichte ausdrücken möchte. Und das ist ihm auch gut gelungen. Zum Glück ist besonders das Ende nicht zu kitschig. Auch die Einarbeitung der Philosophie von Thoreau ist Haig außerstand gut gelungen. So dass ich hier sogar Lust bekomme mal wieder was in der Richtung zu lesen (was ich als Teenager/junger Twen) das letzte Mal gemacht habe. Also in dieser Richtung echt Topp.
Der Stil und die kurzen Kapitel haben mir sehr gut gefallen. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich besonders vom Ende mehr erwartet habe. Hier verspüre ich eine kleine Enttäuschung. Naja. Das ist jammern auf hohem Niveau, denn das Buch ist gut aus meiner Sicht.
Zitat:
Nora schloss das Buch, bevor irgendetwas Negatives passieren konnte.
„Siehst du? Manche Reuegefühle basieren überhaupt nicht auf Fakten. Manchmal sind Reuegefühle nur…“ Mrs Elm suchte nach dem richtigen begriff und fand ihn schließlich, „…ein Haufen Scheiße.“
[…] „Aber ich verstehe immer noch nicht, warum Sie mich in dieses Leben gehen ließen […]“
„Weil man, Nora, manchmal nur lernt, wenn man lebt.“
„Klingt schwer.“
(Seite 82)
ISBN 978-3-426-28256-4
Droemer, 2021 (c.2020)
304 Seiten
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