Montag, 1. Juli 2024

“A Thousand Words Missing” von Linda Schipp

Inhalt:

Leyla kämpft mit ihren inneren Dämonen. Trotzdem kann sie ihre Gedanken nicht von Kolja, dem neuen Praktikanten abwenden. Zu aufregend war sein erster „Auftritt“, zu interessant ist dieser ganze Typ. Aber kann sie sich als Geschäftsführerin einer großen Agentur auf so etwas einlassen? Kolja kämpft mit seinem eigenen Inneren, ist aber sofort vernarrt in seine neue Chefin.

 

Meinung:

Auf dieses Buch bin ich bei einer Buchbesprechung gestoßen, bei der die Autorin und andere Autorinnen ihre aktuellen Bücher vorgestellt haben. Diese ganze Veranstaltung wurde vom Verlag organisiert und war wunderschön. Der Everlove-Verlag (gehört zum Piper Verlag) hatte zu einer kleinen Rheinschifffahrt von Koblenz nach Boppard eingeladen, auf der dieser Event stattfand.

Die Autorin hatte mich von Anfang an mit ihrer selbstbewussten und klaren Art begeistert. Ihre Sprache und Formulierung hat mich direkt davon überzeugt, dass das Buch gut sein muss.

Das wurde mir auch bestätigt. Der Roman ist sehr gut geschrieben. Die Sprache ist klar und die Geschichte kommt weder kitschig noch zu romantisch rüber. Genau richtig für junger Erwachsene oder Junggebliebene wie mich.

Ich wäre vorher auch nicht auf die Idee gekommen, ein Office Romance Buch zu lesen, aber jetzt bin ich dankbar dafür. Ich konnte diese ganzen Situation sehr gut nachvollziehen, da ich selbst im Büro arbeite. Das hat es für mich auf eine andere Art spannend gemacht, als es vielleicht Für jemanden ist, der kein Bürojob hat.

Die Themen, die behandelt wurden, waren deutlich schwieriger, als ich zunächst erwartet hatte. Bitte beziehungsweise deutlich ernster. Der Umgang mit Tod, Trauer und anderen schwierigen Themen wurde gut umgesetzt.

Der Wechsel zwischen der Sichtweise Leila und Kolyas hat zu einer Intensivierung der Dialoge beziehungsweise der Beziehung der beiden geführt. Das hat die Autorin geschafft, ohne aus der ich Perspektive zu erzählen, was mich überrascht hat. Bei einer Erzählung wären vermutlich zu viele innere Monologe entstanden, die sehr schwer zu verarbeiten worden wären bei diesen schwierigen Themen.

Dennoch muss ich sagen, dass ich mit dem Ausgang der Geschichte nicht gänzlich zufrieden bin. Man kann zwar von einem happy end sprechen, aber der hart erarbeitete berufliche Erfolg der Protagonistin, wurde meines Erachtens durch das Ende geschmälert. Irgendwie hat das für mich nicht zu dem Wesen des Romans gepasst.

Die Geschichte war äußerst unterhaltsam und auch nicht zu Sex geladen. Das Buch hat Spaß gemacht. Ich kann es weiter empfehlen.

Interessant wäre noch zu erwähnen, dass es sich hierbei um ein BookTok-Projekt gehandelt hat, bei dem die TikTok-Community der Autorin bei vielen Entscheidungen beigestanden hat und auf diese Weise der Roman entstanden ist. Interessant.


Zitat:

[..] „Ich will nicht, dass du das hier bereust.“

Autsch.

Mit einem Ruck blieb Leyla stehen. Augenblicklich spürte sie, wie der Verstand zurück in ihren Körper sickerte. Und mit ihm alles, was Kolja zuvor aus ihrem Kopf vertrieben hatte: das Chaos. Die Dunkelheit. Der Schmerz.

„Richtig.“

(S. 206)

 

ISBN 978-3-492-06403-3

Piper (everlove), 2024

386 Seiten

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