Freitag, 1. März 2019

„Mörder ohne Gesicht“ von Henning Mankell

Inhalt:

Kommissar Wallander ermittelt in einem Doppelmord. Ein altes Ehepaar wird in einer kalten Januarnacht bestialisch ermordet. Die Frau konnte vor ihrem Tod noch den Hinweis auf Ausländer geben. Als die Presse davon erfährt geht eine ganz andere Jagd los und schließlich wird auch Wallander bedroht.

 

Meinung:

Der Roman stellt sich gleichzeitig als Charakterstudie zu der Person des Kommissar Wallander heraus.

Kurt Wallander wurde vor kurzem von seiner Frau verlassen. Er ist traurig und muss aufpassen nicht zum Alkoholiker zu werden.

Der Leser begleitet ihn auch durch seinen kompletten Alltag. Doch neben seinem Beruf bleibt ihm kaum Freizeit und man kann seine Ermattung nachfühlen.

Das Buch glänzt dadurch, dass Wallander alles andere als perfekt dargestellt wird. Er hat Macken und Kanten und trifft auch immer wieder schlechte Entscheidungen. Das gefällt mir sehr gut.

Die Kriminalgeschichte finde ich weniger interessant. Klar möchte man wissen wer der Mörder ist, aber wirkliche Spannung kommt nur an wenigen Stellen auf.

Umso erstaunter bin ich, dass es sich um einen Thriller handeln soll. Wallander erlebt zwar ein oder zwei gefährliche Situationen, in diese hat er sich aber selbst hinein manövriert. Er wird weder von den Bösewichten verfolgt, noch wird er psychisch fertig gemacht (zumindest nicht wirklich, bzw. er ist selbst nicht ängstlich deswegen).

Daher kann ich das Buch nicht als Thriller einstufen, sondern „nur“ als Krimi. Was nicht heißt, dass ich das schlechter finde.

Ich wollte unbedingt mal ein Buch von Mankell lesen, da er ja ein viel gefeierter Autor der Neuzeit ist. Insgesamt muss ich aber sagen, dass meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Habe mir irgendwie doch mehr von dem Buch versprochen. Vor allem hat es mir an Spannung gefehlt. Das ist aber auch sehr schwierig umzusetzen, bei einem Roman der gerade mal etwas mehr als 330 Seiten dick ist...

 

ISBN 978-3-423-20232-9

dtv, 1999

334 Seiten

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