Inhalt:
Andy Neumann ist zum Glück noch wach, als das Wasser immer höher und höher steigt. Er hätte niemals erwartet in solche Gefahr zu kommen. Niemals erwartet, dass seine Familie auf diese Weise in Gefahr kommt. Zum Glück schlafen die Kinder, kriegen nichts mit von der Katastrophe. Aber die kommenden Wochen werden nicht einfach.
Meinung:
Neumann berichtet in dieser Zeit regelmäßig auf Facebook von seinen Erfahrungen und seinem Umgang mit der Katastrophe.
Im Buch wechselt der Autor chronologisch zwischen seinen Facebook Feeds und Erinnerungen, sowie Bemerkungen, die er im Nachhinein zusammenfasst.
Auf diese Weise ist der Bericht äußerst lebensnah und ergreifend.
Tatsächlich habe ich das Buch nur „zufällig“ auf dem Regal der Neuerwerbungen der Bibliothek gefunden. Ich wollte nur mal kurz reinlesen und habe mich dabei erwischt wie ich zwanzig Minuten später immer noch da stand, mit Tränen in den Augen (die anderen Besucher haben mich schon komisch angeguckt).
Das Buch hat mich sehr bewegt. Ich kann es nicht anders sagen. Vielleicht weil es Tatsachen (wenn auch subjektiv) und keine Fiktion war. Alles was da passierte ist quasi „vor unserer Haustür“ passiert. Freunde waren auch betroffen. Alle die konnten sind zum Helfen hingefahren. Und das ist alles erst ein paar Monate her.
Außerdem war ich auch so betroffen, weil Neumann auch zwei kleine Kinder hat.
Seit ich selbst Mutter bin, nimmt mich alles mehr mit wenn es Familien und Kinder betrifft.
So standen mir während des Lesens ab und zu die Tränen in den Augen.
Dabei ist Neumanns Stil an vielen Stellen eher erheiternd, er versteht es die Ironie der Situation herauszuarbeiten. Echt topp.
Vielleicht lese ich auch mal seinen Thriller „Zehn“, den er schon vorher veröffentlich hat.
Das Buch ist äußerst kurzweilig und macht Spaß, auch wenn das Thema sehr ernst ist. Eigentlich schade, dass ich es „nur“ aus der Bibliothek habe, denn der komplette Erlös wird gespendet.
Wir haben auch gespendet und aktuell können wir uns da auch nicht mehr leisten. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Leute im Ahrtal immer noch viel Geld brauchen…
Zitat:
Ich gehe über die Sebastianstraße. Einem Freund habe ich damals geraten, sich das Haus dort nicht zu kaufen, weil mir die Straße zu stark befahren ist. Heute Morgen: Grabesstille. Ich sehe Menschen, Anwohner, stumm, die Gesichter bleich und von der Mischung aus Trauer, Mattigkeit und grimmigem Durchhaltewillen geprägt, die auch mir entgegenschlägt, wenn ich in den Spiegel blicke.
(Seite 43)
ISBN 978-3-8392-2946-0
Gmeiner, 2021
156 Seiten
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