Sonntag, 4. Februar 2024

„Das Lied des Gaukelspielers“ von Ann-Kathrin Wasle

Inhalt:

Balthasar erwacht ohne Erinnerung und sieht sich bald als Suchender mitten in den Grauen des Dreißigjährigen Kriegs und den Schrecken der Pest.

 

Meinung:

In diesem Buch sind Namen nicht einfach nur Schall und Rauch.

Hinter mir liegt ein düsterer Historienroman nach und nach immer mehr Fantasy-Inhalte ausweist (bzw. Magie).

Der Roman verbindet offensichtlich auch Erfahrungen unserer modernen Pandemie (COVID-19) mit mystischen Geschichten wie Krabat (Otfried Preußler).

Überraschenderweise baut sich die Stimmung und Dramatik immer mehr auf. Für mich war die Intensität der Charaktere und Handlungen gegen Ende immer spannender. Es ist selten, dass ich von einem Roman so starke Gefühle vermittelt bekommen.

Das Buch ist spannend und regt gleichzeitig zum Nachdenken an.

Der Plot-Twist ist erstaunlich intelligent gemacht. Ich war richtig begeistert von der interessanten Verarbeitung der unterschiedlichen Abschnitte. Was ich sonst so gut wie nie mache, habe ich hier ausgiebig vorgenommen: ich hab zwischendurch und am Ende nochmal N den Anfang geblättert um nochmal nachzulesen, wie alles zusammenpasst. Sehr schlau gemacht.

Das Buch hat mich rundherum begeistert. Da bekommenden richtig Lust wieder historische Romane zu lesen.

Dieses Buch habe ich auf der Frankfurter Buchmesse 2023 direkt bei der Autorin gekauft und ihr Mann und Kleinkind waren auch dabei.

 

Zitat:

Schwer hing der Geruch des Todes in der ungelüfteten Kammer. Die Fenster waren von außen verbarrikadiert und den beiden Männern war es nur mit Mühe gelungen, einen der Fensterläden wieder zu öffnen. Das Surren der Fliegen klang träge durch die stickige Luft, so als wüssten die Tiere, dass sie noch einige Stunden auf ihr Festmahl warten mussten. Von draußen drang das Schellengeläut des Karnevals herein.

(„Der Zauberer 1630-1631, S. 264, „Das Epiphanienfest“)

 

ISBN 978-3-949198-00-7

Tintenschwan, 2020

590 Seiten

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