Freitag, 16. Februar 2024

„Liebes Kind“ von Romy Hausmann

Inhalt:

Lena ist der Gefangenschaft entflohen. Die Grauen die sie in der Hütte erlebt hat, sind beinahe unaussprechlich. Sie liegt im Krankenhaus und muss den Polizisten unbedingt noch etwas sagen. Sie heißt gar nicht Lena…

 

Meinung:

Bei diesem Thriller erlebt man die schlimmen Dinge, als wäre man selbst das gedemütigte Opfer. Wobei bei den Details nicht übertrieben wird. Aber der Leser merkt, beziehungsweise kann sich denken, was hier noch alles geschehen ist.

Dazu kommt die feine Ausarbeitung der psychischen Probleme aller Charaktere. Auch merkt man nach und nach, was stimmt und was falsche Wahrnehmung ist. Sehr Klever gemacht.

Obwohl Thriller nicht mein präferiertes Genre sind, hat mir dieser Roman doch insgesamt gut gefallen.

Nachdem ich Raum gelesen hatte, war mein Interesse für dieses Buch besonders groß, wird es doch im Internet in einem Zug damit genannt.

Große Ähnlichkeiten (außer den offensichtlichen) zu Raum kann ich nicht erkennen, liegt der Fokus hier doch mehr im Grauen und der Psyche, als in Hoffnung und Lebensmut.

Trotzdem wird es für einige Zeit der letzte Thriller auf meiner Leseliste sein.

Zitat (Seite 48, Hannah):

„Welches Geräusch?“

„Na, woher, glauben Sie, kommen die schlimmen Flecken auf dem Teppich überhaupt?“

Schwester Ruth sieht aus, als würde sie überlegen, aber ich weiß ja inzwischen, dass sie darin nicht besonders gut ist.

„Wie wenn man eine Wassermelone auf den Boden fallen lässt“, erkläre ich also, um ihr eine. Weitere Peinlichkeit zu ersparen. „So hört es sich an, wenn man jemandem etwas auf den Schädel haut. „Pamm!“, sage ich mit meiner Löwenstimme, und dann wieder normal: „Und danach ist es erst mal ganz still.“

 

ISBN 978-3-423-26229-3

dtv, 2019

428 Seiten

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