Montag, 20. Mai 2024

„Die Analphabetin die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson

Inhalt:

Nombeko kommt aus einem Slum in Südafrika, wobei sie aber auffällig schlau ist und eine echte Rechenkünstlerin von klein auf. Als Jugendliche schafft sie es aus dem Slum raus (in der Zwischenzeit hat sie auch lesen gelernt), als sie dann ungerechteres auf einer geheimen Militärbasis landet, wo sie dem blöden Ingenieur über viele Jahre hinweg Tipps rund um den Bau von Atombomben und Politik hilft. Wie sie später in Schweden landet, an der Seite eines offiziell nicht existierenden Holger (?), ist auch eine aufregende Geschichte.

 

Meinung:

Wie bereits „Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand“ glänzt dieser Roman von der unterhaltsamen Verknüpfung von Geschichte, Politik und teilweise einfachen Leuten, die alles irgendwie nebenbei stark beeinflussen.

Klar gibt es hier und da einige Wendungen die äußerst unrealistisch wirken, aber insgesamt fühlt man sich doch nach dem Lesen etwas gebildeter. Und das tut auch mal gut. Zumal die Geschichte gut geschrieben ist und auch am Ende nochmal ein bisschen spannend wird.

Das Lesen hat mir großen Spaß gemacht. Obwohl ich doch bestätigen muss, dass das Buch dem Vorgänger äußerst ähnlich ist in Handlung/Aufbau und Auflösung.

Auf jeden Fall ist der Roman sehr lehrreich und es lohnt sich für mich auch mehr über die schwedische Mentalität zu lernen, sowie über geschichtliche Ereignisse ins Grübeln zu geraten.

Eine klare Empfehlung.

Zitat:

„Das macht also achtzig Rand Netto im Monat. Bis ich alles zurückgezahlt habe, muss ich sieben Jahre, drei Monate und zwanzig Tage beim Herrn Ingenieur arbeiten. Finden euer Ehren nicht, dass das eine etwas strengen Strafe ist für ein, die auf dem Gehweg von jemand überfahren wurde, der aufgrund seines Alkoholkonsums überhaupt nicht hätte fahren dürfen?“

Der Richter war völlig verblüfft. Nicht genug damit, dass das Mädchen sich äußerte. Und sich gut ausdrücken konnte. Und die unter Eid abgegebene Aussage des Ingenieurs anzweifelte. Sie hatte außerdem den Umfang der Strafe ausgerechnet, bevor irgendjemand anders im Saal auch nur annähernd dasselbe hätte tun können.

(S. 50, 1. Teil., 3. Kapitel)

 

ISBN 978-3-570-58512-2

carl's books, 2013

444 Seiten 

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