Inhalt:
Toni sitzt im Hospiz und wartet darauf, dass ihre Mutter stirbt. Nun endlich lässt sie die 40 Jahre alte Erinnerung zu, über ihre Kindheit - sie hat die kleine Antoinette verdrängt...
Als sie sieben Jahre alt ist beginnt ihr Vater sie zu vergewaltigen. Bis sie mit 14 von ihm schwanger wird und zur Abtreibung genötigt wird. Doch auch nachdem ihre Geschichte aufgedeckt ist, findet sie keinen Frieden. Für die Gesellschaft ist sie genau so schuldig wie ihr Vater.
Meinung:
In dem Buch geht es weniger um die vielen Straftaten des Vaters, als um die Enttäuschung dass ihre Mutter ihr nie geholfen hat und dass sie auch sonst von der Gesellschaft ausgegrenzt wird - eigentlich von Allen die davon erfahren.
Diese psychische Ebene beschreibt Maguire sehr gut. Vermutlich um die Ereignisse überhaupt schildern zu können, wird hierbei ein recht kühler Ton angeschlagen.
Ich merke deutlich wie große Probleme die Autorin damit hat Emotionen zu zeigen. Das macht die Geschichte nur noch trauriger.
Am Ende gibt es auch kein großes Glück. Man kann nicht sagen, dass sie alles überwunden hat.
Dadurch wirkt die Geschichte noch krasser. Die Hoffnungslosigkeit greift richtig auf mich über. Das schockiert.
Ich habe bereits andere Bücher zu diesem Thema gelesen und kann sagen, dass hier die psychische Schwäche von Toni sehr zum denken anstößt. In den meisten Büchern dieser Art findet die Hauptperson durch ihre innere Stärke irgendeinen Weg ins eigene Glück. Nicht aber Toni.
Umso erstaunlicher, dass sie das Buch trotzdem geschrieben hat.
Das lässt vermuten, dass es noch viel mehr Fälle familiären Missbrauchs gibt, als irgendeine Dunkelziffer erraten könnte.
Bis zum Tod ihrer Mutter spielt Toni selbst weiter mit bei dem Spiel „heile Familie“. Erschreckend.
ISBN 978-3-8289-2988-3
Weltbild (RM), 2007 (c.2006)
300 Seiten
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