Samstag, 22. Dezember 2018

„Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ von Walter Moers

Inhalt:

Eine mythenmetzsche Abschweifung in Form eines Briefes. Hildegunst von Mythenmetz lässt sich über seine Abneigung gegenüber dem dreitägigen Fest „Hamoulimepp“ aus, was unserem Weihnachten äußerst ähnlich ist.

 

Meinung:

Der Briefroman soll wohl eine satirische Sicht auf unser Weihnachtsfest darstellen. Zum Beispiel werden weihnachtliche Bräuche und Mythen auf die Schippe genommen. Außerdem wird kritisiert, dass den Kindern alle Märchen als wahr „verkauft“ werden und dann wiederum eine Desillusionierung stattfindet, wenn die Kinder erfahren, dass alles erstunken und erlogen ist.

Bereits von schlechten Kritiken beeinflusst, hätte ich keine hohen Erwartungen an das Buch. Dadurch wurden diese auch nicht enttäuscht. Denn, obwohl es sich nicht um einen Roman handelt und man auch nicht von tiefgreifender Lyrik sprechen kann, so sind die kleinen Ausschweifungen doch unterhaltsam, wenn man sich darauf einlässt.

Ich denke es sollte genau das sein was es ist, ein kleines Weihnachtsbuch das hübsch aufgemacht ist und besonders Fans von Walter Moers und Zamonien gefallen soll. Das hat es zumindest bei mir geschafft.

Die Illustrationen von Lydia Rode finde ich sehr ansprechend. Hier stört mich nur, dass man zu den zugehörigen Bildern immer ans Ende des „Briefes“ Blättern muss und quasi den Anhang studieren soll. Das hätte man genauso gut nach jedem Kapitel/Absatz entsprechend platzieren können. So musste ich immer mit meinem Finger im Schlussteil hängend weiterlesen...

Der Brief an sich kommt dann auch je auf 51 Seiten, was natürlich etwas kurz ist für ein Werk von Walter Moers und den Verdacht anregt, es handelt sich nur um Geldmacherei. Aber wenn man den Anhang, die „Taxonomischen Tafeln“, als Comic oder Kunstwerke betrachtet, finde ich, so kommt man auch auf seine Kosten. Immerhin zählt man für eine Graphic Novel auch gut und gerne mal 15€ und mehr.

Worüber ich mich etwas ärgere, ist die Leseprobe am Ende des Buches. Hier bekommt man einen Vorgeschmack auf einen neuen Roman von Walter Moers (erzählt von Hildegunst von Mythenmetz), „Der Bücherdrache“.

Ich kann nicht verstehen, dass Moers nicht endlich seinen lang angekündigten Roman (seit 2011), „Das Schloss der träumenden Bücher“, rausbringt. Ich finde es unmöglich, dass der Vorgänger mit einem Cliffhanger endet und die Geschichte nicht zu Ende geschrieben wird. Etwas schwach von Moers. So sinkt er leider mit jedem weiteren Buch das er rausbringt in meinem Ansehen...

Insgesamt finde ich den Briefroman einigermaßen unterhaltsam, aber nur aus zwei Gründen.

Erstens, ich bin schon ein großer Fan von allen Moers-Romanen (mit den Comic kann ich weniger anfangen).

Zweitens habe ich mir bei lesen immer wieder vorgestellt Dirk Bach würde das Buch vorlesend. Er hat aus meiner Sicht eine begnadete Vorstellung bei „Ensel und Krete“ abgegeben. Wenn also Hildegunst von Mythenmetz erzählt, höre ich in meinem inneren immer Dirk Bachs Stimme und muss einfach lächeln...

 

ISBN 978-3-328-60071-8

Penguin, 2018

106 Seiten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen