Nacherzählung des Drehbuches zu Pans Labyrinth von Guillermo del Toro
Inhalt:
Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges herrscht in Spanien (Galizien) ein Guerilla-/Bürgerkrieg gegen die spanischen Faschisten. Die kleine Ofelia zieht mit Ihrer hochschwangeren Mutter zu deren neuen Ehemann in eine alte Mühle im Wald. Ihr Stiefvater ist der Capitán Vidal, der die Truppen gegen die Rebellen befehligt. Ofelia flüchtet sich vor den Grausamkeiten in Pans Labyrinth. Dort erfährt sie, dass sie eine verzauberte Prinzessin der Unterwelt ist…
Meinung:
In dem Roman verschmelzen auf zauberhafte Weise Fantasie und Realität immer mehr miteinander.
Da ich auch den Film kenne, Pans Labyrinth, habe ich gleichzeitig immer das Titellied im Ohr, das eine sanfte Traurigkeit mit sich trägt und sehr gut zu dem Buch passt.
Funke ist es meiner Meinung nach gelungen, einen grandiosen Roman nach dem Film zu schreiben. Das Buch fühlt sich so an als wäre es vor dem Film da gewesen.
Ihr fantastischer Stil ist wieder herausragend, ich liebe ihre Bücher.
Auch wenn Funke für ihre Jugendliteratur bekannt ist, muss ich bei diesem Buch dennoch sagen, dass es eher von Erwachsenen gelesen werden sollte. Die Grausamkeiten die hier stattfinden sind enorm. Hierbei geht es nicht nur um körperliche Gewalt, sondern auch psychische, beziehungsweise seelische.
Da alles mit der fantastischen Welt des Faun verwoben ist, kommt einem alles immer unwirklich vor. Das lenkt aber immer noch nicht von der Realität ab, die einfach schrecklich ist.
Da am Ende (Achtung Spoiler-Alarm) auch die Hauptfigur stirbt, kann man nicht unbedingt von einem Happy End sprechen. Das ist ein weiterer Grund, warum ich dieses Buch nicht als Jugendroman einstufen würde.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und war auch nicht langweilig, obwohl ich den Film schon kannte. Ich kann das Lesen sehr weiterempfehlen.
Zitat:
Dann verschmolz sein Körper mit der Nacht, als hätte Ofelias Ungehorsam ihn und die Fee in bloße Schatten verwandelt, die der Schein des zunehmenden Mondes auflöste. Und Ofelia saß auf ihrem Bett und füllte die Stille, die sie zurückließen, mit ihrem verzweifelten Schluchzen.
(S. 217, Kap. „Bloß zwei Trauben“)
ISBN 978-3-7373-5666-4
Fischer, 2019
320 Seiten
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