Inhalt:
Flavia ist die Tochter einer altehrwürdigen englischen (Adels?)Familie, die mit ihrem Briefmarken sammelnden Vater, ihren beiden Schwestern (Ophelia und Daphne) und dem alten Gärtner, Dogger, auf dem Herrensitz Buckshaw lebt. Sie ist Spezialistin auf dem Fachgebiet der Chemie, was ihr hilft bei der Aufklärung eines seltsamen Mordes. Im Gurkenbeet von Buckshaw findet sie früh morgen den sterbenden Bekannten ihres Vaters, der noch in der Nacht einen Streit mit eben diesem hatte. Doch was steckt dahinter?
Meinung:
Man muss Flavia einfach gern haben. Sie ist überaus schlau, aber dennoch sehr bodenständig. Die logischen Schlussfolgerungen die sie trifft wirken äußerst natürlich und machen beim Lesen richtig Spaß.
Ich bin ehrlich überrascht, wie gut mir das Buch gefallen hat, da ich ja kein Liebhaber von Krimis bin. Wobei die Geschichte am Ende eher Thriller-Elemente annimmt. Immerhin gerät Flavia selbst in große Gefahr und durchlebt auch deutlichen psychischen Stress.
Da sich die Geschichte in den 1950er Jahren abspielt, sind technische Errungenschaften wie Mobiltelefone oder das Internet noch kein Thema. So gelingt es dem Autor klassische Detektivarbeit anzuwenden, die sehr fein und ausgewogen eingesetzt wird.
Der Roman hat sich für mich nach Urlaub in England angefühlt und mir auf gewisse Weise einen freien Kopf beschert. Hat mir sehr gut gefallen.
Zitat:
Ich rief mir den Anblick des Fremden ins Gedächtnis zurück, wie er im Morgengrauen im Gurken lag: das stoppelige Kinn, die roten Haarsträhnen, die leise hin und her wehten, die die bleichen Wangen, das ausgestreckte Bein, die bebenden Finger, der letzte, röchelnde Atemzug. Und das Wort, das er mir zuhauchte… „Vale.“
Hach, was für ein Nervenkitzel!
(Kapitel 6, S. 85)
ISBN 978-3-442-37624-7
Blanvalet, 2010
384 Seiten
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