Donnerstag, 20. Juni 2024

„Dshamilja“ von Tschingis Aitmatow

Inhalt (Achtung Spoiler):

Kirgisien zu Beginn des zweiten Weltkriegs. Dshamiljas Ehemann ist an der der Front und sie soll mit ihrem jüngeren Schwager und dem Heimkehrer Danijar, einem verwundeten Soldaten, täglich die Getreidesäcke zum Bahnhof fahren. Sie verliebt sich in den melancholischen Danijar.

 

Meinung:

Es handelt sich hierbei um eine schöne Liebesgeschichte. Zunächst bin ich auch nicht von einem Happy End ausgegangen und auch beim zweiten Überlegen finde ich nicht, dass es passt oder auch nur realistisch ist.

Zu dieser Zeit und diesen gesellschaftlichen Beziehungen im Dorf, wäre ein junges Mädchen nicht weggegangen und hätte Ehemann und Hof verlassen.

Besonders schön gefallen mir die Landschaftsbeschreibungen und die Stimmung, die das Buch vermitteln.

Insgesamt empfinde ich die Geschichte eher als poetisch. Hier gefällt es mir sehr gut.

Es ist kurzweilig und schön geschrieben.


Zitat:

[..] und dann ertönte sie [die Stimme] mit neuer Kraft. Er sang von Liebe!

Ich war erschüttert. Die ganze Steppe schien zu erblühen, zu wogen, die Dunkelheit wich, und in der unendlichen Weite sah ich die Liebenden. Sie bemerkten mich nicht, sie hatten alles auf der Welt vergessen und wiegten sich im Takt des Liedes. Ich erkannte sie nicht wieder.

(S. 96)

 

ISBN 3-518-38079-6

Suhrkamp, 1988

124 Seiten 

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