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Inhalt:
Ein abgelegenes, irisches Tal,
1825/1826. Nóras Leben ist aus den Fugen geraten. Vor wenigen Wochen ist ihr
Schwiegersohn gekommen, hat verkündet dass ihre Tochter gestorben ist und lässt
den vierjährigen Micheál bei Nóra und ihrem Mann zurück. Jetzt ist ihr Mann
plötzlich tot umgefallen und andere. Das ganze Dorf scheint verflucht zu sein.
Liegt es am kleinen Micheál? Der Junge war früher gesund, aber jetzt kann er
nicht mehr laufen und sprechen. Er ist verkrüppelt und heult nur rum. Nóra holt
sich die Magd Mary an den Hof, weil sie allein nicht mehr klar kommt. Aber
zunehmend ist sie davon überzeugt, dass das nicht ihr Enkel ist, sondern ein
Feenwesen, das sich bei ihr eingenistet hat. Kann die Kräuterfrau, Nance, ihr
noch helfen? Sie hat die Gabe.
Meinung:
Zunächst habe ich gedacht es
handelt sich um einen historischen Roman mit Fantasyinhalten. Bis ich begriff,
dass die Feen Geschichten alle Aberglauben sind und damit die Aussage des
Buches sich komplett ändert.
Am Ende ist es erschreckend wie
die Menschen handeln, wenn sie durch Aberglaube und Unwissen gelenkt werden.
Die Geschichte ist äußerst
spannend geschrieben und kommt einem wie ein Thriller vor.
Die alten Bräuche und das Leben
der Zeit wirken authentisch. Und scheinbar hat die Autorin auch viel Zeit in
die Recherche investiert, wenn man ihren Beschreibungen und Dankesbekundungen
am Ende trauen darf. Sie schreibt, dass sie inspiriert wurde von einem echten
Fall aus dieser Zeit. Ich finde man merkt, dass sich alles so zugetragen haben
könnte. Das macht alles noch intensiver und stimmt mich nachdenklich.
Wenn ich bisher an Feen der
irischen Sagenwelt, an Kräuterfrauen und alte Bräche gedacht habe, so muss ich
zugeben, dass mein Blick darauf romantisch verklärt war. Hier wird eine ganz
andere Seite präsentiert. Ein Realismus über die schrecklichen Auswirkungen die
Aberglauben haben kann.
Trotzdem ist nicht alles „böse“
in dem Buch. Im Dorf gibt es sowohl Hetzer, als auch gute Menschen, die
einander helfen und beistehen. Das wirkt äußerst beruhigend. Ohne diese Figuren
hätte ich den Schluss wohl als zu krass empfunden. So wirkt das Buch sehr
ausgeglichen und hat mich wirklich überzeugt.
Der Roman hat es geschafft mich
zu überraschen. Das kam schon lange nicht mehr vor und freut mich riesig.
ISBN 978-3-4263-0660-4
Droemer, 2019
432 Seiten