Sonntag, 11. August 2019

„Keine Angst“ (Kurzgeschichten) von Frank Schätzing

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Inhalt:

Es handelt sich um eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten und einem Gedicht. Eingeleitet von einem Vorwort und einem Prolog.

Vorwort

Prolog

Wollust

Der Puppenspieler

Keine Angst

Ein Zeichen der Liebe

Schulfreundinnen

Der Teppich

Dampf

Bistecca Mafia

Kricks Bilder

Stühle, hochgestellt nach Mitternacht

Ertappt!

Vrooommm!

Moritat

 

Meinung:

Die Kurzgeschichten spielen im Köln der 90er Jahre, oder handeln von Kölner Charakteren, auf die im Vorwort noch ganz kurz erklärend eingegangen wird (für nicht-Kölner).

Die Geschichten aufzuzählen die mir besonders gefallen haben, erweist sich schnell als schwierig.

Tatsächlich finde ich fast alle Kurzgeschichten dieses Buches sehr gut. Manche sind überraschend, Andere sind spannend und blutig, oder sie sind einfach nur gut und klug geschrieben.

Ich bin richtig begeistert von dieser Sammlung.

Wie so oft bei Kurzgeschichten, finde ich die Kürzeren meist etwas besser. Die sind auch hier etwas interessanter. Die Längeren waren manchmal zwar etwas voraussehbar, aber immer noch toll geschrieben.

Der Stil ist sehr gut und das Buch ist spannend bis zur letzten Seite. Topp!

 

ISBN 978-3-442-45923-0

Goldmann, 2007

304 Seiten

Dienstag, 6. August 2019

„Venezianisches Finale - Commissario Brunettis erster Fall“ von Donna Leon

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Inhalt:

Brunetti ist Kommissar in Venedig und lebt dort mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Er wird in die Oper beordert. Der weltberühmte Dirigent Wellauer wurde tot in seiner Kabine gefunden. Vergiftet mit Zyankali. Bald sieht sich Brunetti mehreren Verdächtigen gegenüber. War es Wellauers junge Ehefrau, oder vielleicht sogar die Operndiva, die eine heimliche Geliebte hat, oder...?

 

Meinung:

Es handelt sich bei diesem Roman um einen klassischen Krimi. Brunetti geht verschiedenen Spuren nach, die ihn in unterschiedliche Richtungen führen. Als Leser hat man gute Möglichkeit ein bisschen mit zu Rätsel. Auf dieser Ebene sehr gut geschrieben und auch für mich (die nicht so gern Krimis und Thriller liest) angenehm und interessant.

Die Charakterausarbeitung von Brunetti gefällt mir auch ausgesprochen gut. Im Laufe der Geschichte lernen wir den Commissario immer besser kennen. Mir wurde er immer sympathischer.

Überhaupt finde ich die einzelnen Szenen sehr gut geschrieben und ausgewogen auf einander abgestimmt.

Natürlich liebe ich die Beschreibungen von Venedig - ich war selbst schon zweimal in dieser wunderschönen Stadt. Wobei Touristen/ der Tourismus in dem Roman eigentlich nicht so gut bewertet wird (aus weitläufig bekannten Gründen). Man wünscht sich beim Lesen fast ein bisschen, dass die Venezianer endlich wieder unter sich bleiben könnten.

Das Buch gefällt mir insgesamt wirklich ganz gut. Dennoch werde ich wohl keinen weiteren Brunetti Fall lesen. Ich war neugierig, weil die Reihe mittlerweile so bekannt ist und ich würde auch nicht enttäuscht. Mehr davon brauche ich jetzt allerdings auch nicht mehr.

 

ISBN 978-3-257-22780-2

Diogenes, 1995

350 Seiten

Donnerstag, 1. August 2019

„Martin Benner 2 – Bruderlüge“ von Kristina Ohlsson

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Inhalt:

Martin Benners Überlebenskampf geht in die zweite Runde. Um Belle und Lucy zu beschützen muss er herausfinden wer ihm die Morde anhängen will und wo Mio ist. Oder Lucifer wird seine kleine Belle umbringen lassen...

 

Meinung:

Natürlich musste ich das Buch lesen, nachdem ich am Ende von „Schwesterherz“ erfahren habe, dass es ein Zweiteiler ist... so eine Überraschung mag ich ja gar nicht.

Leider muss ich auch sagen, dass mir schon während des ersten Bandes schwante, wie die Geschichte ausgehen wird, bzw. wer der mysteriöse Lucifer wohl sein mag. Und genau so ist es dann auch gekommen. Schade.

An sich ist das Buch wirklich gut und spannend geschrieben. Besser als sein Vorgänger.

Es gibt kein Happy End auf allen Ebenen und auch hier finde ich nicht alles logisch. Um das näher zu erläutern, müsste ich jetzt aber zu viel vom Inhalt preisgeben. Darauf hab ich echt keine Lust. Ich kann also nur dazu sagen, dass ich vom Ende etwas enttäuscht bin.

Außerdem wird dann auch zu viel in den letzten Seiten abgeschlossen, was vorher lange aufgebaut wurde. Zu abrupt, zu wenig erklärt und nicht mehr atmosphärisch. Sehr schade, da mir der Stil insgesamt so gut gefällt.

 

ISBN 978-3-7341-0695-8

Blanvalet, 2019

448 Seiten

Sonntag, 14. Juli 2019

„Simpel“ von Marie-Aude Murail

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Inhalt:

Simpel ist 22 Jahre alt, geistig zurückgeblieben und zieht mit seinem 17-Jährigen Bruder, Colbert, in eine Studenten WG. Colbert versucht alles zu schaffen und Simpel davor zu bewahren vom gemeinsamen Vater, der von Simpel die Nase voll hat, wieder in die Anstalt geschickt zu werden.

 

Meinung:

Das Buch ist einfach geschrieben und kommt daher auch äußerst warmherzig daher. Die Einfachheit spiegelt auch Simpel wieder, der geistig auf dem Niveau eines Dreijährigen denkt. Gerade als junge Mutter finde ich das sehr berührend und einprägsam.

Natürlich beeinflusst Simpel die Sichtweise der Menschen um ihn herum und dadurch auch die des Lesers. Man merkt, wie sich manche Menschen allein dadurch verbessern, dass Simpel ihnen ihre Beschränktheit vor Augen führt.

Leider ist das Buch sehr kurzweilig und der Prozess den die Leute um ihn herum durchleben wird viel zu schnell abgespult. Hier fehlt etwas Tiefe und Entwicklung, oder die Ausarbeitung zu den Veränderungen.

Die Charaktere sind alle recht einfach und durchschaubar gehalten, es handelt sich ja auch um ein kurzes, aber eindringliches Jugendbuch. Ganz gut gelungen.

Meiner Meinung nach, bedarf das Thema noch viel umfassendere Werke und mehr Ausarbeitung. Ein umfassender Roman wäre meiner Meinung nach immer noch genauso spannend, weil jede Lebenssituation so interessant wird.

Mir gefällt das Buch ganz gut, es ist mir nur ein wenig zu kurz gehalten.

 

ISBN 978-3-596-80649-2

Fischer, 2009 (c. 2004)

304 Seiten

Donnerstag, 11. Juli 2019

„Martin Benner 1 – Schwesterherz“ von Kristina Ohlsson

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Inhalt:

Martin Benner ist ein schwedischer Anwalt der gerne Frauen aufreißt, sich aber auch um seine vierjährige Nichte kümmert, seit ihre Eltern umgekommen sind. Eines Tages wird er auf einen Fall angesetzt, bei dem es um eine vermeintliche Serienmörderin geht (Sarah „Texas“ Tell), die fünf Morde gestanden hat, bevor sie sich ungebraucht hat. Benner interessiert sich für den Fall und verstrickt sich immer mehr in eine ausweglose Lage, bei der um sein Leben und dass seiner Nichte und seiner Freundin (Lucy) fürchten muss...

 

Meinung:

Lange Rede, kurzer Sinn: es ist das erste von zwei Büchern zu dem Fall Sarah Texas. Ich wusste malwieder nicht, dass es sich um einen Mehrteiler handelt, als ich angefangen hab das Buch zu lesen.

Ein bisschen enttäuschend, wenn man nur noch zehn Seiten zu lesen hat und realisiert, dass es hier jetzt keinen richtigen Abschluss geben kann...

An sich ist der Roman im Großen und Ganzen recht spannend. Obwohl ich zwischendurch auch mal gedacht habe, dass es andauernd ein Hin und Her gibt, was sich ständig zu wiederholen scheint. Wobei ich mir vorstellen kann wie schwierige es sein muss hier etwas ganz Neues, Kreatives zu entwickeln.

Der Hauptcharakterzug wirkt auf mich äußerst sympathisch. Wobei ich mir am Anfang zugegebenermaßen schwer damit getan habe, ihn mir als großen Schwarzen vorzustellen. Immerhin ist das Buch von einer schwedischen Frau geschrieben worden. Ab ungefähr der Mitte, fiel es mir aber nicht mehr sonderlich schwer.

Insgesamt finde ich die Geschichte ganz gut. Jedoch kann ich im Nachhinein nicht behaupten, dass alles sehr logisch ist. Die Gedankengänge sind mir besonders am Schluss teilweise etwas schwer nachzuvollziehen gewesen.

 

ISBN 978-3-7341-0694-1

Blanvalet, 2019

496 Seiten

Donnerstag, 27. Juni 2019

„Wo drei Flüsse sich kreuzen“ von Hannah Kent

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Inhalt:

Ein abgelegenes, irisches Tal, 1825/1826. Nóras Leben ist aus den Fugen geraten. Vor wenigen Wochen ist ihr Schwiegersohn gekommen, hat verkündet dass ihre Tochter gestorben ist und lässt den vierjährigen Micheál bei Nóra und ihrem Mann zurück. Jetzt ist ihr Mann plötzlich tot umgefallen und andere. Das ganze Dorf scheint verflucht zu sein. Liegt es am kleinen Micheál? Der Junge war früher gesund, aber jetzt kann er nicht mehr laufen und sprechen. Er ist verkrüppelt und heult nur rum. Nóra holt sich die Magd Mary an den Hof, weil sie allein nicht mehr klar kommt. Aber zunehmend ist sie davon überzeugt, dass das nicht ihr Enkel ist, sondern ein Feenwesen, das sich bei ihr eingenistet hat. Kann die Kräuterfrau, Nance, ihr noch helfen? Sie hat die Gabe.

 

Meinung:

Zunächst habe ich gedacht es handelt sich um einen historischen Roman mit Fantasyinhalten. Bis ich begriff, dass die Feen Geschichten alle Aberglauben sind und damit die Aussage des Buches sich komplett ändert.

Am Ende ist es erschreckend wie die Menschen handeln, wenn sie durch Aberglaube und Unwissen gelenkt werden.

Die Geschichte ist äußerst spannend geschrieben und kommt einem wie ein Thriller vor.

Die alten Bräuche und das Leben der Zeit wirken authentisch. Und scheinbar hat die Autorin auch viel Zeit in die Recherche investiert, wenn man ihren Beschreibungen und Dankesbekundungen am Ende trauen darf. Sie schreibt, dass sie inspiriert wurde von einem echten Fall aus dieser Zeit. Ich finde man merkt, dass sich alles so zugetragen haben könnte. Das macht alles noch intensiver und stimmt mich nachdenklich.

Wenn ich bisher an Feen der irischen Sagenwelt, an Kräuterfrauen und alte Bräche gedacht habe, so muss ich zugeben, dass mein Blick darauf romantisch verklärt war. Hier wird eine ganz andere Seite präsentiert. Ein Realismus über die schrecklichen Auswirkungen die Aberglauben haben kann.

Trotzdem ist nicht alles „böse“ in dem Buch. Im Dorf gibt es sowohl Hetzer, als auch gute Menschen, die einander helfen und beistehen. Das wirkt äußerst beruhigend. Ohne diese Figuren hätte ich den Schluss wohl als zu krass empfunden. So wirkt das Buch sehr ausgeglichen und hat mich wirklich überzeugt.

Der Roman hat es geschafft mich zu überraschen. Das kam schon lange nicht mehr vor und freut mich riesig.

 

ISBN 978-3-4263-0660-4

Droemer, 2019

432 Seiten

Montag, 17. Juni 2019

„Der Sommer der schwarzen Schafe“ von Joanna Cannon

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Inhalt:

Mrs. Creasy ist plötzlich spurlos verschwunden - sie hat nicht mal ihre Schuhe mitgenommen. Gracie (10) und Ihr Freundin Tilly versuchen heraus zu finden, ob jemand in ihrer Straße was weiß und ob irgendwo auch Gott zu finden ist.

Der Sommer brennt heiß und nach und nach kommen viele Geheimnisse ans Licht.

 

Meinung:

In dem Roman geht es um Vorurteile und Engstirnigkeit. Die Leute, die am besten in die Gesellschaft integriert sind, haben am Ende am meisten verbrochen.

Die unschuldigen Kinder wirken bei ihrer Suche nach Gott als starker Gegenpol zu den üblen Geschichten der Nachbarn. Das ist ganz gut gemacht. Für mich wirkt die Suche nach Gott jedoch ein bisschen konstruiert. Ich bin mir nicht sicher wie realistisch es ist, dass zwei zehnjährige Mädchen das so ernst nehmen würden...

Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind auch wiederkehrende Themen in dem Buch. Aber auch wenn der Roman zum größten Teil in den siebziger Jahren spielt, könnte man denken die Handlung soll gerade Aktualität haben. Für mich passt es aber nicht mehr zur heutigen Zeit und Denkweise. Für so engstirnig halte ich auch heute nicht die ab gelegenste Kleinstadt Straße.

Konsequenzen für die die Verbrechen könnte es am Ende geben, das bleibt aber offen. Also gibt es für mich nicht mal einen befriedigenden Abschluss. Überhaupt wieder Entwicklung schon bei der Hälfte sehr gut vorhersehbar. Für mich gab es am Ende keine Überraschung mehr. Sehr schade.

Ich fand den Stil sehr gut. Erinnert mich an einen frühen Stephen King - Kleinstädter aus ihrer eigenen Perspektive in wechselnder Erzählweise. Ich hätte noch ewig weiterlesen können, obwohl ich die Handlung wenig überraschend und interessant finde.

 

ISBN 978-3-7341-0597-5

Blanvalet, 2019

416 Seiten

Mittwoch, 29. Mai 2019

„Die Frau aus Tausendundeiner Nacht“ von Denise Zintgraff

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Inhalt:

Die Autorin beschreibt ihren zweijährigen Aufenthalt in einem saudi-arabischen Harem. Als Gast einer Prinzessin ist sie angestellt deren Sohn (6-7 Jahre alt) in Französisch zu unterrichten und ihm die westliche Welt näher zu bringen.

Zintgraff wird von der „Haremsfamilie“ liebevoll aufgenommen und hält sich, aus Angst vor schlimmer Bestrafung, auch gern an die Regeln der Scharia. Sie ist überrascht als sie entdeckt welch friedliches, familiäres Leben sie in diesem sehr wohlhabenden Harem führt...

 

Meinung:

Die kurze Geschichte der Autorin ist gekennzeichnet von Höhen und Tiefen. Voller Abenteuerlust bricht sie nah Riad auf. Zwischendurch erlebt sie melancholische, aber friedliche Zeiten. Am Ende befürchtet sie sich selbst zu verlieren und „flieht“ aus der Sicherheit, die der Harem ihr bietet.

All dies ist mit einer akzeptablen Sensibilität geschrieben. Da es aber gleichzeitig recht knapp geschildert ist, fühlt man sich als Leser vielleicht doch manchmal überrumpelt. Ich hätte gerne mehr erfahren. Meine Neugier ist nicht gestillt worden. Mir verbleiben leider zu viele Fragezeichen über meinem Kopf.

 

ISBN 978-3-5477-9957-6

München Schröder, 1999

290 Seiten

Mittwoch, 8. Mai 2019

„Der Bücherdrache“ von Walter Moers

Inhalt:

Wieder eine Erzählung (Kusntmärchen) aus der Sicht des fiktiven zamonischen Autors Hildegunst von Mythenmetz, rund um Ereignisse um und in den Katakomben Buchhaims.

Der „Buchling Hildegunst“ lernt den Bücherdrachen im Untergrund kennen und stellt sich hauptsächlich philosophischen Fragen an sich und seine Umgebung.

 

Meinung:

Endlich wieder ein etwas umfangreicher Zamonien-Roman, worauf ich mich sehr gefreut habe.

Leider war die Erzählung manchmal etwas langatmig und daher für mich an vielen Stellen einfach nur ermüdend. Und wieder fühlt es sich so an, als soll das Buch nur wieder als Platzhalter für weitere Geschichten dienen, was für mich etwas enttäuschend war. Ich finde, Moers sollte wieder Einzelwerke schreiben – mehrteilige Geschichten scheinen in künstlerisch eher zu überfordern (was ich gut nachvollziehen kann).

An dieser Stelle kann ich gar nicht mehr viel über den Roman sagen. Es war halt ein typisches Werk des Autors. Wieder wunderschön in der Gestaltung und Aufmachung. Die Zeichnungen des Autors sind ein Kaufgrund für mich.

Insgesamt hat mir das Buch trotz der Inhaltlichen Schwächen Spaß gemacht, aber nur weil ich die Fantasie und das Künstlerische Moers Werke so sehr mag.

 

ISBN 978-3-328-60064-0

Penguin, 2019

190 Seiten

Donnerstag, 25. April 2019

„Betty und ihre Schwestern“ (Little Women) von Louisa May Alcott

(Ungekürzte Gesamtausgabe)

Inhalt:

Meg, Jo, Betty und Amy sind Schwestern und leben in Neuengland (USA) zum Ende des amerikanischen Bürgerkriegs. Der Vater ist noch nicht wieder zurück zuhause und die Mutter wartet mit ihren Töchtern sehnsüchtig auf sein Kommen. Derweil freundet Jo sich mit dem Nachbarsjungen, Laurie, an, der mit der Zeit ein Teil der Familie wird.

 

Meinung:

Das Buch steckt voller Liebe. Anders kann ich es nicht sagen. Die Gefühle werden behutsam behandelt, so kommt mir der Schluss auch nicht zu kitschig vor. Trotzdem habe ich am Ende ein paar Tränen verdrückt.

Insgesamt finde ich die Geschichte sehr bewegend.

Wenn man sich erst mal an die etwas altertümliche Sprache der alten Übersetzung gewöhnt hat, lässt sich das Buch auch recht flüssig lesen. Dennoch gibt es viele Wörter bei denen ich mich insgeheim frage, ob die Übersetzung hier überhaupt stimmt. So unbekannte Bezeichnung habe ich selten gelesen. Da bin ich etwas argwöhnisch.

Den deutschen Titel „Betty und ihre Schwestern“ fand ich schon immer irritierend. Es geht um alle vor Mädchen. Der Schwerpunkt liegt vielleicht sogar eher bei der aufgedrehten Jo.

Alcott hat einige autobiographische Szenen verarbeitet und lässt sich wohl am ehesten in Jos Charakter wiederfinden. Darum bekommt Jo verständlicherweise auch etwas mehr „Spielzeit“...

Als Liebhaberin der japanischen Zeichentrickserie „Eine fröhliche Familie“, die auf diesem Roman basiert, hätte ich schon einige Erwartungen an das Buch. Diese Erwartungen wurden übertroffen. Die Charaktere werden liebevoll gezeichnet und ich finde die Ansichten teilweise äußerst emanzipiert für diese Zeit (geschrieben und veröffentlicht in den 1860er Jahren!).

Langweilig ist das Buch an keiner Stelle und einmal musste ich sogar mittendrin weinen.

Es gibt lustige Passagen und einige Abenteuer. Es gibt Romantik, aber auch Schattenseiten.

Ein rund herum gelungener Roman. Ich liebe es.

 

ISBN 978-3-7306-0217-1

Anaconda, 2015 (c.1869)

608 Seiten