Samstag, 10. Oktober 2026

„Gebrochenes Herz“ von Serena Valentino

Inhalt:

Als die Herzkönigin und das Weiße Kaninchen im Wunderland auftauchen, ist das Wunderland gerade neu entstanden - alle erleben ihren ersten Tag. Doch die Herzkönigin kommt mit der Verrücktheit ihrer Untertanen einfach nicht klar und wird immer wütender. 


Meinung:

Wie erwartet ist es schwierig eine Geschichte rund um das Wunderland zu spinnen. Ich hatte mir auch extra vorher nochmal den alten Disneyfilm angeschaut, um mich besser an die Charaktere zu erinnern (das Alice im Wunderland hatte ich auch vor einigen Jahren gelesen, davon ist mir leider aber auch wenig in Erinnerung geblieben). 

Ich muss sagen, dass es mir so vorkommt als ob die Figuren des Buches nacheinander abgehandelt werden müssen. Es kommt mir alles doch ziemlich konstruiert vor. So nach dem Motto, wie packe ich jetzt alles was man aus dem Film kennt in dieses Buch? Das war dann wohl nur noch mit Hilfe der Nebenhandlung rund um Circe und die verdrehten Schwestern möglich. Hierzu muss ich aber leider sagen, dass ich mir mit diesen Entwicklungen immer schwerer tue - es wird zwar immer nochmal alles was vorher war kurz wiederholt, trotzdem ich aber alle Bücher der Reihe gelesen hab, bin ich diesmal verständnismäßig nicht ganz mitgekommen. Schade. 

Vielleicht ist das ein Zeichen und ich sollt die Reihe jetzt ad Acta legen. Es war für mich doch alles zu versponnen und hat mir daher auch keinen großen Spaß gemacht. Mal sehen. I nächsten angekündigten Band soll es um Sleepy Hollow, bzw. den Kopflosen Reiter gehen, was in der Geschichte der Herzkönigin auch schon eingeleitet wurde. Dabei hätte ich viel mehr Lust auf für mich bekannter Disney-Bösewichte (mir war auch gar nicht bekannt, dass Disney 1949 diese Geschichte bereits adaptiert hatte). Ich weiß also noch nicht, ob ich das nächste Buch lesen werde. 


Zitat:

Das Weiße Kaninchen fand es ziemlich seltsam, dass es sich an nichts erinnern konnte. Es war, als wäre es aufgewacht und dies sein erster Tag hier - wo auch immer hier war. Aber wie konnte das sein? Es nahm an, dass es keine Rolle spielte, ob es schon immer in diesem fremden Land gelebt hatte oder nur zufällig an diesem Tag aufgetaucht war - oder ob es irgendwann an einem anderen Ort landen würde. Was zählte, war dieser Moment. Ja, dies war der einzige Moment, der zählte. Zu viel über das Wie und Warum nachzuden-ken, würde das Kaninchen nur verrückt machen.

(Seite 36/37)


ISBN 978-3-551-28093-0

Carlsen, 2025

318 Seiten




Sonntag, 4. Oktober 2026

„Verstand und Gefühl“ von Jane Austen


Sense and Sensibility

Inhalt:

England, im 18. Jahrhundert. Elinor und Marianne sind im heiratsfähigen Alter. Durch den Verlust ihres Vaters sind sie jedoch in ärmliche Verhältnisse geraten und abhängig davon, sich gesellschaftlich zu engagieren. Können vor diesem Hintergrund aus Verliebtheit auch Ehen entstehen?


Meinung:

Dieses erste Werk von Jane Austen hat mir sehr gut gefallen. Die Sprache ist erfrischend, auch wenn man sich erst einmal an den Stil gewöhnen muss. Es ist nicht schwer zu lesen.


In der Mitte des Romans war ich ein bisschen gelangweilt, weil es ja doch die ganze Zeit nur darum geht, wer mit wem zusammen kommt.

Gegen Ende wurde es dann aber wieder interessant, es gab auch ein bisschen Drama und eine überraschende Wendung blieb auch nicht aus. 


Am meisten Spaß haben mir die Beschreibung der Umstände der damaligen Zeit gemacht. Ich finde es sehr interessant zu hören, wie die Damen damals gelebt haben. Obwohl mir klar ist, dass es sich hierbei nicht um Frauen aus unteren Schichten handelt. So richtig arbeiten muss in diesem Buch niemand. So bleibt es doch insgesamt ein Unterhaltungsroman, der für mich wenig Bezug auf die Realität der damaligen Bevölkerung hat.


Ich möchte innerhalb der nächsten zwölf Monate auch gern die anderen Austen-Werke lesen und freue mich schon auf den nächsten Roman.


Zunächst einmal werde ich aber auch noch mal einen Verfilmung von diesem Werk anschauen. Ich hatte schon vor einigen Jahren eine Bekannte Verfilmung dazu gesehen, konnte mich aber überhaupt nicht mehr an die Handlung erinnern.


Zitat:

»Das ist ein Ausdruck, Sir John«, sagte Marianne heftig, »den ich ganz besonders geschmacklos finde. Ich kann keine abgedroschenen Phrasen ausstehen, die witzig sein sollen, und sich einen Mann angeln oder eine Eroberung machen sind mir die verhasstesten von allen. Sie haben eine vulgäre und rohe Färbung, und selbst wenn man ihre bildhafte Formulierung als geistreich bezeichnen könnte, so hat ihnen doch die Zeit längst alles Originelle genommen.«

(Seite 58, Erstes Buch - Kapitel 9)


ISBN 978-3-7306-1648-2

Anaconda, 2026 (c. 1811)

450 Seiten

Donnerstag, 24. September 2026

„kidz4kids 3.0 - Kurzgeschichten junger Schreibtalente“ von div. Autoren

Inhalt:

49 Gedichte und Kurzgeschichten von Autoren zwischen 11-19 Jahren


Meinung:

Die Geschichten der Jugendlichen in teilweise ganz schön unter die Haut. Es werden verschiedene Themen wie Flucht, Einsamkeit, Tod und und viele andere angesprochen.

In einer für Jugendliche typischen Dramatisierung werden diese Inhalte oft sehr extrem und ergreifend dargestellt - besonders wenn man das Alter einiger Autoren und Autorinnen beachtet.


Das ist bereits das dritte Buch der Reihe, das ich gelesen habe, ich glaube aber nicht, dass ich damit weitermache. Insgesamt muss ich leider sagen, dass sich die Themen wiederholen und ich deswegen die Zusammenstellung der Geschichten nicht mehr besonders ansprechend finde - zumindest für mich, also ganz subjektiv. Dass die Jugendlichen Geschichten veröffentlichen und diese vornehmlich von anderen Jugendlichen gelesen werden, finde ich äußerst wichtig.


Andererseits kann ich auch sagen, dass mich die Geschichten wieder in meiner eigene Jugend und meine damalige Gefühlsverfassung hinein versetzt haben. Ich kann die Texte schon nachvollziehen.


Alles in allem handelt es sich bei dieser Veröffentlichung um eine starke Leistung der Jugendlichen und soll auch unbedingt gelesen werden, weshalb ich das Buch und die anderen die noch in meinem Besitz sind, gerne weitergebe.


ISBN 978-3-9814244-8-5

Anuschka Weyand Buchverlag, 2016

240 Seiten

Mittwoch, 9. September 2026

„Der Sandmann“ von E. T. A. Hoffmann

Mit einem Nachwort des Herausgebers: Rudolf Drux


Inhalt:

Nathanael beobachtet als Kind wie sein Vater alchemistische Versuche mit dem mysteriösen Coppelius unternimmt, den er lange für den gruseligen Sandmann gehalten hat.

Als Erwachsener steigert er sich immer mehr in seine Ängste und Fantasiewelt hinein und kann irgendwann Realität und Einbildung nicht mehr voneinander trennen.


Meinung:

Hierbei handelt es sich bekanntermaßen um eines der herausragendsten Werke der deutschen Romantik. Ich habe die Erzählung bereits in der Schulzeit gelesen, bin aber jetzt wieder sehr gerne und mit einem ganz anderen Blick in die Geschichte hinein getaucht.


Der Mystizismus und die Psychologie der Erzählung lassen mich am Ende erschauern. Das Werk ist auch heute noch spannend und regt zum nachdenken an.


Auch das Nachwort, welches noch mal stark auf Bedeutung und Strukturen des Textes eingeht, hat mich sehr überzeugt und mir alles noch mal viel näher gebracht.


Auf die ganzen Stilmittel möchte ich jetzt gar nicht eingehen, da diese bereits von gescheiteren Leuten zur Genüge dargelegt wurden. Eines kann ich aber sagen - die Bildsprache und das Hin- und Herspiel zwischen dem Hauptcharakter und den anderen Figuren finde ich herausragend.


Zu erleben, wie Nathanael nach gleichen Mustern immer mehr dem Wahnsinn verfällt und wie leichtgläubig er sich vom Mythos überzeugen lässt, stimmt mich wirklich nachdenklich. Clara stellt klar, dass das alles nur in Nathanaels Kopf passiert wovor er sich fürchtet, aber er hört ihr nicht richtig zu, bzw.  Versteht sie nicht. Wahrscheinlich kann er es auch gar nicht. 

Das dramatische Ende unterstreicht das tiefer Grauen der Geschichte.


Ich bin heute mehr denn je von der Erzählung überzeugt und lege es jedem wärmstens ans Herz, dieses kleine große Werk zu lesen.


Zitat:

Es ist das Fantom unseres eigenen Ichs, dessen innige Verwandtschaft und dessen tiefe Einwirkung auf unser Gemüt uns in die Hölle wirft, oder in den Himmel verzückt.

(Seite 14, Zeile 31-34, Clara in einem Brief an Nathanael)


ISBN 3-15-000230-3

Reclam, 1991 (c. 1816)

75 Seiten

Dienstag, 8. September 2026

„Für Eile fehlt mir die Zeit“ von Horst Evers


Inhalt:

50 komische Alltagsgeschichten von Horst Evers, nach eigenem Zitat mit mehr Wahrem dran, als man denkt. 


Meinung:

Es handelt sich hierbei um ein äußerst kurzweiliges und interessantes Buch mit vielen komischen Geschichten. Die Erzählungen gehen sogar teilweise wieder aufeinander ein, was zwischendurch für einen extra Schmunzler sorgt.


Der Stil war äußerst angenehm, auch wenn ich die Darstellung von wörtliche Rede nur mit – am Zeilenanfang etwas gewöhnungsbedürftig finde. Horst Evers Sprache hat mich durchgehend überzeugt. 

Da das Werk jetzt schon 15 Jahre alt ist, sind einige Stellen natürlich nicht mehr ganz aktuell. Gerade der Bezug auf neue Medien ist etwas veraltet, was mich aber nicht gestört hat. Vielleicht auch mal ganz schön darüber nachzudenken, was ich in den letzten 15 Jahren noch mal verändert hat.


Das es sich bei vielen Geschichten auch um Szenen aus seinem eigenen Leben handelt, merkt man daran, dass viel während seiner Reisen passiert oder Ereignisse auch immer wieder in Berlin stattfinden.


Ich kannte den Autor vorher nicht, glaube aber auch nicht, dass ich alsbald wieder etwas von ihm lesen werde, obwohl ich das Buch wirklich gut finde. Es war einfach eine schöne Lektüre zwischendurch. 


Eine sehr lustige Geschichtensammlung für zwischendurch. 


Zitat:

Wie nebenbei findet auch ein nicht zu unterschätzender Imagetransfer vom Titel oder Autor des Buches auf den Leser statt.

[..]

Dabei kommt es selbstverständlich sehr auf das jeweilige Buch an. Das richtige Buch in der Hand kann einen Menschen komplett verändern, mehr als es jedes Kleidungsstück oder jede Frisur jemals könnte. Wer zum Beispiel schon einmal einen Hells-Angel-Rocker mit Fontanes «Effi Briest» gesehen hat, der wird das sofort verstehen.

[..]

Wie wichtig das richtige Buch in der Hand ist, weiß ich schon länger, jedenfalls seitdem ich mir einen Tolstoi-«Krieg und Frieden»-Schutzumschlag besorgt habe, um darin die Har-ry-Potter-Bände zu lesen.

Allerdings verliert man auch wieder viel vom Imagegewinn, wenn man den Schutzumschlag dann verkehrt herum um das andere Buch legt. Also eigentlich verliert man sogar alles.

(Seite 105/106, Kapitel „Gutenberg 2.0“


ISBN: 978-3-499-25498-7

Rowohlt, 2011

226 Seiten

Sonntag, 6. September 2026

„Ein Sommertag mit Jane Austen“ - Ausgewählte Texte von Jane Austen


 Inhalt:

Es handelt sich um eine Zusammenstellung kurzer Text Ausschnitte aus verschiedenen Austen Romanen, die alle zur Sommerzeit spielen beziehungsweise eine besonders sommerliche Atmosphäre haben.


Meinung:

Die Textstellen sind sorgfältig ausgewählt und bereiten eine schöne, sommerliche Atmosphäre. Das kleine Büchlein passt perfekt in die Handtasche und hat mich zwischendurch beim Warten und anderen Gelegenheiten sehr erfreut.


Dabei kann ich wieder sagen, dass die Auszüge aus Stolz und Vorurteil und Emma mir besonders viel geben. Schon an diesen kurzen Textstellen merkt man die hohe Güte der Jane Austen Romane. Sie versteht es, die innere Gefühlswelt mit atmosphärischen Umgebungsbeschreibungen zu verbinden, und erreicht den Leser dadurch noch mal intensiver.


Jetzt hab ich große Lust bekommen, die Jane Austen Romane in ihrer Gesamtheit zu lesen. Bisher habe ich lediglich Auszüge gelesen und teilweise Verfilmungen gesehen. Diese Romane nehme ich mir auf jeden Fall für die nächsten zwölf Monate vor.


Diese kleine Reklameausgabe war schön gestaltet und hat mir zwischendurch ein richtig gutes Gefühl gegeben.


Zitat:

Selten, sehr selten kommt bei menschlichen Enthüllungen die ganze Wahrheit ans Licht; selten ist etwas nicht ein bisschen verschleiert oder ein bisschen entstellt, aber wenn die Gefühle ehrlich sind, auch wenn das Verhalten falsch verstanden wird, wie in diesem Fall, spielt es wohl keine große Rolle.

(Seite 83/84, Textstelle aus dem Roman Emma)


ISBN: 978-3-15-014646-0

Reclam, 2025 (J. Austin, c. 1811-1817)

90 Seiten

Samstag, 5. September 2026

„Darkest Horizon - Nadzieja“ von der Band Darkest Horizion

Inhalt:

Vier Kämpfer, die sich durch die Jahrhunderte gegen das unaufhaltsame böse schlagen. Eine Zeitreise gegen mysteriöse Mächte.


Meinung:

Dieser Roman wurde von den vier Band Mitgliedern selbst geschrieben. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Textstellen, die verschiedene Stile haben. Vor dem Hintergrund dieses Wissens versteht man die besondere Art des Romans.


Die Band hat hier einen außergewöhnlich interessanten Fantasy Roman geschaffen, der mich ein bisschen an einem Dungeons & Dragons Abenteuer erinnert, was mir sehr gefällt.

In dem Buch geht es darum, dass vier Kämpfer in unterschiedlichen Jahrhunderten immer wieder zusammen kämpfen, quasi als Reinkarnationen ihrer selbst. Diese Vier bestehen wahrscheinlich hierfür eines der Bandmitglieder, das finde ich eine lustige Idee. 

Mir hat die Vorstellung, dass diese in den verschiedenen Jahrhundert immer wieder zusammen finden und zusammen kämpfen gefällt mir sehr - eine super Idee. Hier wird zum Beispiel auch klassischerweise gegen Mönche gekämpft, ähnlich wie Kampf gegen Fanatiker bei diversen (Brett-)Spielen. Das hat mich als großen Brettspiel für schnell abgeholt.


Leider muss ich kritisieren, dass die Wiederholung des Kampfes mir am Ende ein bisschen zu langweilig wurde, wobei die Gefahr des repetitive hier auch sehr groß war. Am Ende hätte ich weniger Schlacht Details gebraucht, aber wirklich gestört hat es mich auch nicht.

Die Rolle der Nadzieja ist mir dahingegen etwas zu kurz gekommen.


Insgesamt finde ich diesen Fantasy Roman äußerst gelungen. Das Thema hat mir gefallen und auch die Umsetzung fand ich gelungen. Ich hab mich gefreut, diese kreative Gruppenarbeit zu lesen. 


Auch die zugehörige CD beziehungsweise das Album hat mir gefallen. Ich höre gern ab und zu mal Metal, vielleicht war’s für meinen Geschmack ein kleines bisschen zu hart, aber dafür kann weder die Band noch das Buch was. Ich finde die Musik äußerst passend zum Buch.


Außerdem habe ich gerne den Verlag unterstützt, indem ich das Buch an einem Messestand der Krönchen Con (Siegen) dieses Jahr direkt beim Verlag gekauft habe. 


Zitate:

[Der Söldner über das Kämpfen in der Schlacht:]

Er starrte zum Horizont.

»In diesen Momenten ist nicht mehr viel übrig von Herr und Land. Keine Ehre, keine Heldengesänge. Nur du und die Dunkelheit.«

»Aber ... wie hast du das ausgehalten? Wie konntest du zurückkehren? Und wieso scheint nie etwas deine Tage zu trüben?«

Der Söldner lächelt ihn schief an. »Weil es keine Wahl gibt. Entweder gehst du durch die Dunkelheit und lebst, oder die Dunkelheit überwältigt und verschluckt dich. Doch ich habe mich entschieden, meine verbleibenden Tage auf dieser Welt nicht von der Dunkelheit überschatten zu lassen.«

(Seite 36, aus Teil 1 Verlassen)


[Der Gelehrte über Angst:]

»Ich weiß. Du bist mutig, du bist stark, du kennst den Horror dieser Welt, aber mein ganzes Leben lang waren die Seiten meiner Bücher meine Welt. Wieder in diese Seiten eintauchen zu können, wenn die Welt im Dunkel versinkt, ist etwas, das mir Halt gibt und mir hilft, mich zu orientieren.«

(Seite 53, aus Teil 1 Verlassen)


ISBN: 978-3-96815-043-7

Edition Roter Drache, 2022

280 Seiten und eine Musik-CD