Inhalt:
Mia „Rabbit“ Hayes ist Tochter,
Mutter, Schwester, Freundin und Geliebte und liegt im Sterben. Wir erleben ihre
letzten Tage in einem Hospiz in Irland. Lange Abschiede, aber auch die
Erinnerung an eine längst vergangene Liebe.
Meinung:
Bei diesem Roman habe ich so viel
geheult wie schon lange nicht mehr. Auch wenn wir bei anderen Büchern hin und
wieder mal eine Tränen raus rutscht, war schon lange nicht mehr so wie ich es
als Jugendliche mal erlebt hab, als ich tatsächlich bei einem Buch von Berte
Bratt fürchterlich in Tränen aus brach. So war es hier auch.
Natürlich ist die ganze Zeit
klar, wie die Geschichte enden wird, dennoch ist es niemals langweilig. Die
Spannung bildet sich einerseits aus den Beziehungen der Familienmitglieder
untereinander, andererseits aber auch aus den Erinnerungen Rabbits Liebe zu
Johnny.
Das Buch ist liebevoll
geschrieben und geht einfühlsam auf das schwierige Thema, Tod, ein. Mein
einziger Kritikpunkt liegt vielleicht daran, dass die Personen alle wieder viel
zu perfekt sind. Moralisch einwandfreie Charaktere, die sich am Ende wortlos
verstehen. Niemand, der sich vor der Verantwortung des Abschieds drückt, alle
handeln perfekt. Etwas unrealistisch, meiner Meinung nach.
Tatsächlich habe ich, während ich
die letzten 50 Seiten gelesen hab auch immer wieder über mein eigenes Leben
nachgedacht und Fehler, die ich vielleicht in der Vergangenheit begangen hab. Mittlerweile
weiß ich die Zeit mit den Lieben mehr zu schätzen als noch vor 20 Jahren. In
meiner jugendlichen Dummheit habe ich auch meine eigene Großmutter nicht so oft
besucht, wie ich es mir im Nachhinein gewünscht hätte. Zeit kann man nicht
zurückdrehen. Mir bleibt nur der Trost, dass meine Omi mir bestimmt vergeben
hat.
Vielleicht hilft einem das Buch
sogar sich mit seinem eigenen Tod, der hoffentlich in einer fernen Zukunft
liegt, auseinanderzusetzen. Ich habe mir automatisch die Frage gestellt, ob ich
glücklich bin und ob ich jetzt so aus dem Leben gehen könnte, ohne viel zu
bereuen. Also kann ich insgesamt schon sagen, dass es zumindest für mich ein
wichtiges Buch war.
Das klingt jetzt alles sehr
theatralisch, was garantiert daran liegt, dass ich das Buch eben erst zu Ende
gelesen hat. Ich werde noch eine Weile darüber nachdenken.
Aus meiner Sicht eine sehr
empfehlenswerte Lektüre für Alle.
Zitat:
«Habe ich dir eigentlich jemals
erzählt, dass der Tag, an dem du geboren wurdest, der schönste Tag meines
Lebens war?» Eine Million Mal, Dad. «Du bist mit einem großen Knall auf
dieser Welt gelandet. Das würde deine Ma zwar nie zugeben, aber sie wäre vor Angst
fast gestorben. Aber ich hab dich gehalten. Es konnte gar nichts schiefgehen,
weil dein Daddy dich hatte.»
Danke, Dad. Dad, ich liebe
dich.
(Kapitel 16, Seite 446)
ISBN 978-3-499-26922-6
Rowohlt, 2015 (c.2014)
462 Seiten