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Freitag, 30. August 2024

„Maktub“ von Paulo Coelho

Inhalt:

Ausgewählte Texte die der Autor zwischen Jun 1993 und Jun 1994 verfasst und publiziert hatte.

 

Meinung:

Diese Aneinanderreihung von einfachen und schlechten Texten wirkt für mich wenig liebevoll kombiniert und auch nicht besonders aussagekräftig.

Leider enttäuscht mich dieses Werk von Coelho am meisten.

Texte wirken weder originell noch zeitgemäß. Wer hier ein Ratgeber sucht, ist verkehrt. Auch werden immer wieder die gleichen Themen behandelt. Insgesamt wirkt das Buch noch religiöser als die anderen Werke von Coelho.

Wahrscheinlich war es das letzte Buch, was ich von ihm gelesen habe. Schade.

Zitat:

„Alles um uns herum verändert sich ständig. Jeden Tag bescheint die Sonne eine neue Welt. Was wir als Routine empfinden, steckt voller neuer Möglichkeiten und Gelegenheiten. Wir machen uns nicht bewusst, dass jeder Tag anders ist als der vorangegangen. jeder Augenblick kann einen Schatz bergen, egal ob ein kleines Lächeln ist oder eine große Errungenschaft. Das Leben besteht aus kleinen und großen Wundern, wir müssen sie nur erkennen. Das Leben ist nie eintönig, wenn wir offen sind für seine Wunder.“

(Aus dem letzten Text: „Offen sein für Wunder“, S. 205)

 

ISBN 978-3-257-07300-3

Diogenes, 2024

206 Seiten

Montag, 12. Dezember 2011

Paulo Coelho - "Elf Minuten"


Über den Autor:
Paulo Coelho wird 1947 in Brasilien geboren. Im Alter von sieben Jahren besucht er eine Jesuitenschule in Rio de Janeiro und erfährt bereits eine religiöse Prägung.
Sein Leben als "Hippie", Ende der 1960er, wird von den Eltern scharf kritisiert, die ihn für geisteskrank erklären und in eine Psychiatrische Anstalt einweisen lassen, wo er auch mit Elektrokrampftherapie behandelt wird.
1970 unterbricht er sein aufgezwungenes Studium der Rechtswissenschaften und bereist Südamerika, Nordafrika und Europa. Er ist politisch aktiv und arbeitet an der Verwirklichung seines Traumes: Schriftsteller zu werden.
Sein weltweiter Durchbruch gelingt ihm mit dem Werk Der Alchimist von 1988.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
In dem Roman verarbeitet Coelho die wahre Geschichte einer brasilianischen Prostituierten in der Schweiz:
Maria ist eine junge Brasilianerin die von der Liebe enttäuscht ist und die Gelegenheit ergreift, nach Europa zu reisen um dort zu modeln und im etwas zu erleben. Zunächst arbeitet sie als Samba-Tänzerin, bevor sie anfängt sich zu prostituieren.

Meinung:
Die Hauptthemen des Buches sind Liebe und Sex. Coelho versucht den Leser aufgeschlossen und unvoreingenommen an diese Themen heranzuführen. Er beleuchtet eben Geschehenes intensiver mit den folgenden Tagebucheinträgen des Hauptcharakters und schafft dadurch einen Perspektivwechsel zwischen einem personalen Erzählstil und einer Ich-Erzählung. So gelingt es dem Autor, das schwierige Thema der Sexualität zunächst neutral darzustellen und es dann auf eine Gefühlsebene zu erhöhen.

Die Erfahrungen der Prostituierten werden nicht gewertet dargestellt, so dass dem Leser die Bildung der eigenen Meinung offen bleibt.

Es handelt sich hierbei um den vierten Roman von Paulo Coelho, den ich lese. Wieder merke ich an vielen Stellen die lehrhafte Ebene, auf die der Autor während des Erzählens wechselt. Jedoch fühlt man sich beim Lesen dieses Buches davon nicht gestört, da ehrlich an das Thema herangegangen wird.

Leider muss ich wieder feststellen, dass die Hauptperson am Ende inkonsequent handelt und damit ein "Happy End" geschaffen wird, das nicht zu der Gesamtstimmung des Romans passt. Doch will ich an dieser Stelle nicht zu viel über die Handlung verraten.

Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Der Leser beginnt sich Fragen über die eigene Sexualität zu stellen und sich an seine Liebes- und Lebenserfahrungen zu erinnern. Auch taucht immer wieder der Begriff der "Seele" auf, so dass der Leser sich mit Grundfragen seiner Existenz beschäftigt.

Ich kann mir vorstellen, dass das Buch in der Öffentlichkeit unter starker Kritik steht, könnte man doch behaupten, dass die Prostitution verschönert und als mögliche Berufswahl dargestellt wird. Maria macht in diesem Beruf kaum negative Erfahrungen. Sie gerät nicht "auf die schiefe Bahn". Meiner Meinung nach stellt Coelho aber heraus, dass das einzig an ihrem starken Willen liegt. Daher kann man den Roman auch nicht als "Werbung" für die Prostitution verstehen und sollte sich auf die Auseinandersetzung mit den Themen Liebe und Sex beschränken. Dazu gehört, wie in der Gesellschaft mit diesen Themen umgegangen wird, was die Wahl der Prostituierten als Hauptcharakter wieder verständlicher macht.

Das Buch regt zum Nachdenken an.
Der Versuch vor allem das Thema Sex und dessen Zusammenhang zur Liebe zu diskutieren, ohne sich auf eine Sichtweise zu beschränken, ist aus meiner Sicht gelungen.

Fazit:
Ein einfühlsamer Roman, der ohne unverständliche Bewertung die Themen Sex, Liebe, Prostitution und innerer Frieden bespricht.
Eine Empfehlung für Leser, die sich gerne wieder mit der Suche nach Antworten zu grundlegenden Fragen des Lebens beschäftigen wollen.

Zitat:
[...] Wer liebt, braucht den Sex nicht, um sich gut zu fühlen. Zwei Menschen, die sich liebhaben, müssen ihre Zeiger geduldig und beharrlich in vielfältigen Rollenspielen aufeinander abstimmen, bis sie begreifen, daß Liebe sehr viel mehr ist als eine Begegnung zweier Körper; es ist eine >>Umarmung<< von Körper und Seele zugleich.
[S. 186]
Autor:Paulo Coelho
Kategorie:Gesellschaftsroman
Erstveröffentl.:2003
Ausgabe von:2003
Seiten:292
Verlag:Bertelsmann
ISBN:Club Nr. 007321

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:3
Charaktere:3
Spannung:2
Humor:2
Fantasie:3
Gesamteindruck:3+