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Donnerstag, 22. November 2018

„Eine Handvoll Worte“ von Jojo Moyes


Inhalt:

Ellie findet im Archiv der Zeitung für die sie arbeitet einen 40 Jahre alten Liebesbrief, der von einer verbotenen Liebe zeugt. Doch was wurde aus den beiden Verliebten von damals? Und wie kommt Ellie mit ihrer eigenen Affäre mit einem verheirateten Mann klar? Jennifer wacht nach einem schweren Autounfall mit Gedächtnisverlust auf. Kann sie sich an ihren verbotenen geliebten überhaupt erinnern?

 

Meinung:

Der Roman hatte aus meiner Sicht Höhen und Tiefen. Teilweise habe ich mich beim Lesen etwas gelangweilt und auf eine andere Sicht der Dinge gewartet.

Gegen Ende wurde es dann zwar wieder deutlich besser, aber ich hatte ziemlich schnell erraten worauf alles hinausläuft.

Daher kann ich für die Schlussszene nicht so viel Leidenschaft aufbringen, wie man wohl hoffen konnte. Mit anderen Worten: der Roman hat mich wenig überrascht.

Der Inhalt des Buches berührt mich dennoch, da es für mich wirklich h anschaulich Veränderungen der sozialen Gefüge und Anschauungen über Liebe, Partnerschaft, Treue, Ehe und Freundschaft der letzten 40-50 Jahre darstellt. Das Bild was Moyes vermitteln möchte wird sehr deutlich.

Der Erzählstil mit seinen zeitlichen Sprüngen und gleichzeitigem Wechsel von verschiedenen Erzählern, unterstreicht den Kontext über die oben genannte Veränderung. Der Aufbau wirkt während dem lesen nicht künstlich und ist damit für mich sehr gelungen konstruiert.

Insgesamt muss ich aber sagen, dass das Buch wenig spannend für mich war und das Ende leider viel zu voraussehbar.

Zwischendurch h habe ich mich immer malwieder gelangweilt, was ich auch nicht positiv bewerten kann.

Ich mag wie Moyes schreibt und werde auf jeden Fall auch noch den Folgeroman zu „Ein ganzes halbes Jahr“ lesen.

 

Zitat:

Seit Tagen hatte sie kaum geschlafen oder gegessen. In den meisten Nächten lag sie bis in die frühen Morgenstunden wach und wartete darauf, dass irgendetwas geschah.

(Seite 259)

 

ISBN 978-3-499-26776-5

Rowohlt, 2013 (c.2010)

590 Seiten

Freitag, 18. Oktober 2013

Jojo Moyes - "Ein ganzes halbes Jahr"

Quelle: www.amazon.de
Über den Autor:
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.
(Quelle: im Roman abgedruckt)

Inhalt/Über das Buch:
Will ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt und kann nur noch eine Hand und seinen Kopf ein wenig bewegen. Früher war er aktiv und hat das Leben geliebt.
Louisa wird engagiert um ihn sechs Monaten zu unterstützen - das sollen die letzten Monate seines Lebens werden.

Meinung:
Das Buch hat mich sehr bewegt. Es ist mir leicht gefallen, mich in den etwas ziellosen Charakter von Louisa hinein zu versetzten. Sie ist auf eine charmante Weise begeisterungsfähig und wächst innerhalb des Romans über sich hinaus.
Ihr Kontrast ist Will, der sich zunächst in einer depressiven Gedankenwelt verloren hat und erst durch ihre Hilfe wieder langsam auftaut.
Diese Entwicklungen wirken eingehend auf den Leser und verbinden einen zu den Hauptcharakteren. Der sprachlich einwandfreie Stil unterstützt die Eindringlichkeit dieser emotionalen Ebenen. Die Autorin überzeugt durch einen gut lesbaren, eingängigen Stil und einer (scheinbar) gut recherchierten Geschichte.

Die einfach wirkende Handlung lässt zunächst wenig Tiefgang erwarten, was sich aber schnell durch die aufkommenden moralischen Fragen auflöst. Der Leser fiebert bei allen Problemen mit und stellt sich selbst der Fragestellung: Wie reagiert man, wenn sich ein geliebter Mensch das Leben nehmen will? Denkt man anders darüber nach, wenn man weiß, dass derjenige leidet (physisch oder psychisch)? Kann man seinen freien Willen respektieren? Kann man der Person trotzdem beistehen - komme was wolle?
Und immer wieder auch die Frage: Was will ich selbst vom Leben? Nutze ich die Zeit die mir gegeben ist wirklich aus?

Ein wenig schade finde ich jedoch, dass das Thema Freundschaft in dem Roman etwas zu kurz kommt. Vielleicht wären echte Freunde nochmal anders mit dem Thema umgegangen. Außerdem hätten Freunde (oder auch Bekannte) alles noch anders beleuchten können. Eventuell wäre das Buch dann aber auch überladen/überfrachtet worden mit zu vielen Strängen. Schwierig einzuschätzen.

Außerdem frage ich mich, wie die Geschichte abgelaufen wäre, wenn der Tetraplegiker nicht wohlhabend gewesen wäre. Das hätte einiges geändert und noch mehr soziale Aspekte aufgeworfen. Aber auch hierbei wäre der Roman deutlich umfangreicher geworden, zulasten der Liebesgeschichte.

Kritiker könnten bemerken, dass der Roman etwas schnulzig und auch teilweise klischeehaft die Einstellung von Louisa beschreibt. Aber dem Leser sollt klar sein, dass es sich trotz allen moralischen Fragen meiner Meinung nach hauptsächlich um einen Liebesroman handelt. Da sollten Gefühle und Tränen ruhig erlaubt sein.
Tatsächlich musste ich ganz schön weinen am Ende. Ich verrate an dieser Stelle nicht, wie das Buch ausgeht, kann aber sagen, dass ich schon lange nicht mehr so in Tränen ausgebrochen bin beim Lesen. Das spricht für die Qualität des Buches - es bewegt.

Fazit:
Ein bewegender Liebesroman, der ein moralisch schwieriges Thema gekonnt beleuchtet.

Zitat:
In dieser Nacht schlief ich nicht. Ich lag in der kleinen Abstellkammer wach, starrte an die Decke und ließ die vergangenen zwei Monate vor dem Hintergrund dessen Revue passieren, was ich erfahren hatte. Es war, als hätte sich alles verschoben, sei zersplittert und hätte sich zu einem anderen Muster zusammengefügt, das ich kaum wiedererkannte.
[...]

[Kapitel 9, Erster Satz]

Autor:Jojo Moyes
Kategorie:Liebesroman, Gesellschaft, Moral
Erstveröffentl.:2012
Ausgabe von:2013
Seiten:512
Verlag:RoRoRo
ISBN:3-49926703-9

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:4-
Humor:3-
Fantasie:3
Gesamteindruck:4