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Dienstag, 18. Juni 2024

„Der Ozean am Ende der Straße“ von Neil Gaiman

Inhalt:

Als Kind hat er hier ein magisches, gruseliges Abenteuer erlebt, an das er sich nur dann erinnert, wenn er zum Teich zurück kommt um zu erfahren, ob seine Freundin, Lettie, wieder zurück gekommen ist. Jedes Mal verblassen die Erinnerungen wieder. Als er sieben war, hat sie ihn mit über die Grenze in eine andere Welt genommen. Ohne dass er es wollte, hat er ein Wesen von dort mitgebracht. Nichts ist so, wie es zunächst erscheint. Seine Freundin beschützt und rettet ihn.

 

Meinung:

Nach den ersten paar Seiten habe ich noch gedacht. Die Geschichte entwickelt sich nur schleppend. Als sich die Handlung gewendet hat, ist auch die Spannung enorm angestiegen. Später war ich überrascht von der Grausamkeit, die teilweise widergespiegelt wird. Das Buch ist eindeutig nicht für Kinder oder junge Jugendliche geeignet.

Der Stil gefällt mir sehr gut. Der Autor versteht es, die Welt mit Worten malerisch auszuschmücken. Man fühlt sich beim Lesen, als wäre man in einer anderen Realität. Das macht Spaß.

Auch wenn das happy end voraussehbar war, fühle ich doch am Ende eine gewisse Traurigkeit. Es läuft eben nicht immer wie erwünscht.

So beobachten wir den Hauptcharakter dabei, wie er einen entscheidenden Schritt in seiner Entwicklung tut. Genau das ist möglich durch die Herausforderungen und Überwindung der ungewöhnlichen Ereignisse.

Insgesamt muss ich sagen, dass mich das Buch doch sehr überrascht hat an einigen Stellen. Das mag ich gern.

Dieses Werk jedoch als „poetisches Juwel“ zu bezeichnen (laut Umschlag eine Bewertung von Daniel Kehlmann), finde ich dennoch etwas übertrieben. Das Lesen macht Spaß und ich kann es auch empfehlen, aber es ist nicht eins der besten Bücher, das ich jemals gelesen habe.

Lesenswert, aber mehr auch nicht.

Zitat:

Ich sehne mich nicht nach meiner Kindheit, aber ich sehne mich nach der Freude, die ich früher an kleinen Dingen fand, selbst wenn weit wichtigere Dinge im Argen lagen. Ich hatte keine Macht über die Welt, in der ich lebte, ich konnte nicht vor Dingen oder Menschen oder Augenblicken fliehen, die mir wehtaten; aber ich freute mich über die Dinge, die mich glücklich machten.

(Kap. 13, S. 199)

Illustrationen von Jürgen Speh

 

ISBN 978-3-8479-0579-0

Eichborn,  2014

240 Seiten 

Montag, 11. Februar 2019

„Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard“ von Neil Gaiman


Inhalt:

Odd flieht vor seinem verhassten Wikinger Stiefvater, nachdem er sich beim Baumfällen das Bein zertrümmert hat. Nachdem er durch die Kälte gewandert ist und in der alten Jagdhütte seines toten Vaters angekommen ist, trifft er bald auf einen Fuchs, einen Adler und einen Bär. Es handelt sich um die verwandelten Götter Loki, Odin und Thor. Er hilft den Dreien und begibt sich auf eine Reise die sein Leben verändert...

 

Meinung:

Es handelt sich um eine wirklich nette kleine Geschichte rund um die nordischen Götter und ihre Heimat Asgard.

Ein kurzes Märchen über Mut und Selbstfindung.

Das Buch ist schnell gelesen und der Stil überaus klar und gleichzeitig fantasievoll. Es macht Spaß die Geschichte von Odd mitzuverfolgen.

Typisch für Märchen wird der Hauptcharakter nicht tiefgehend beschrieben. Das ist aus meiner Sicht auch nicht nötig hier, da das Buch kurzweilig ist und von der gerafften Erzählung lebt.

Ich denke, ich werde es meinen Jungs mal abends vorlesen wenn sie ein bisschen älter sind. Ist wohl am besten für Kinder geeignet und Träumer wie mich.

Wird erst mal aufgehoben. Hat Spaß gemacht.

 

Zitat:

Darauf erfüllte Stille die kleine Hütte. Nur im Feuer knackte und zischte ein verbrennender Tannenzweig.

»Tja«, sagte Odd, »ob ihr jetzt Götter seid oder nicht, ich kann euch nicht weiter durchfüttern, wenn der Winter noch länger anhält. Ich schätze, ich kann nicht mal mich selber durchfüttern.«

»Wir werden nicht sterben«, sagte der Bär

(Seite 44)

 

ISBN 978-3-401-50692-0

Arena, 2015 (c.2008)

116 Seiten