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Freitag, 17. Februar 2023

„Tausend kleine Lügen“ (Big Little Lies) von Liane Moriarty

Bild-Quelle: amazon.de

Inhalt:

Jane, Madline und Celeste werden sehr gute Freunde als ihre Kleinen eingeschult werden. Jane ist erst vor Kurzem mit ihrem Sohn Ziggy auf die wunderschöne Halbinsel gezogen. Das Drama beginnt als eine Klassenkameradin Ziggy beschuldigt sie gewürgt zu haben. Er streitet alles ab, aber unter den Vorschuleltern bilden sich bald zwei Lager. Die Lügen nehmen ihren Lauf. Am Ende kommen noch viel dunklere Geheimnisse zu Tage.

 

Meinung:

Wieder einmal bin ich sooo froh, dass ich den Klappentext nicht vorher gelesen habe. Sie hat sich für mich eine echte Spannung über das ganze Buch aufbauen können, die mir gegen Ende Richtiges Herzklopfen bereitet hat.

Der Aufbau des Romans ist sehr gut gemacht: „Erzähleinheiten“ wechseln sich immer wieder mit kurzen Zeugenaussagen ab. So werden die Verwirrungen, Verleumdungen und große sowie kleine Lügen noch deutlicher.

So habe ich mir zwischendurch immer wieder die Frage gestellt, wer am Schluss stirbt. Es wurde immer spannender.

Die Charaktere sind wahnsinnig gut gezeichnet. Man fühlt mit ihnen, man leidet mit ihnen und will sie später ungern loslassen. Als wären sie die eigenen Freunde. Sehr gut geschrieben.

Mir hat das Buch mega gut gefallen. Ich bin gespannt, ob die TV-Serie (mit Reese Witherspoon) sich irgendwie an die Handlung des Romans hält…

 

ISBN 978- 3-404-17293-1

Lübbe, 2016

496 Seiten

Montag, 23. März 2020

„Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón

Bild-Quelle: amazon.de

Inhalt:

Daniel ist zehn Jahre alt, als sein Vater ihn zum Friedhof der vergessenen Bücher mitnimmt. Er findet ein Buch von einem rätselhaften Autor, von dem fast alle Bücher verschwunden sind. Erst Jahre später wird er die Geheimnisse um Julian Carax ergründet haben und selbst zur Ruhe kommen.

 

Meinung:

Die erste Hälfte des Romans plätschert dahin wie eine normale, angenehme Erzählung.

Stil ist fleißig und die Charaktere sehr sauber, aber auch ein bisschen langweilig.

In der zweiten Hälfte wird es viel interessanter und am Ende sogar ein bisschen spannend. Wobei ich sagen muss, dass es schon absehbar war, was am Ende geschehen wird.

Besonders gut gefallen mir die vielen kleinen Weisheiten die im Buch untergebracht sind - eine schlaue Lebensphilosophie reiht sich an die andere. Ganz nett.

Zum Schluss wird ein guter Bogen zum Anfang gespannt. Ich habe sogar das Gefühl, hier wird der ewige Kreislauf des Lebens beschrieben. Es wirkt irgendwie groß, obwohl sich alles nur in einer „kleinen Welt“ abspielt.

Das Ende hat auch irgendwie echte Gefühle in mir geweckt und ich musste erstaunt feststellen, dass ich eine kleine Träne verdrückt habe. Das gefällt mir gut.

Trotzdem muss ich insgesamt sagen, dass es mir viel zu lang gedauert hat, bis es endlich interessant wurde. Eine Zeitangabe habe ich sogar überlegt abzubrechen (aber das passt einfach nicht zu mir und das mache ich wirklich nur, wenn ich grottenschlecht finde - also nie).

Alles in allem hat es mir dann doch gut gefallen.

Auf jeden Fall macht es Lust auf eine Reise nach Barcelona :-)

 

ISBN 978-3-518-45800-6

Suhrkamp, 2007 (c.2001)

560 Seiten

Freitag, 28. Mai 2010

Georg Büchner - „Dantons Tod“

Bild-Quelle: www.amazon.de

Wider Erwarten ist Danton nicht der gewichtige Hauptcharakter wie zunächst vermutet. Im Mittelpunkt steht die gesamte Gruppe der zum tode verurteilten "ehemaligen" Revolutionäre. Allein Dantons Auseinandersetzung mit Glaube und Gott hebt sich von den Anderen ab. Jeder der Freunde geht anders mit dem unausweichlichen Schicksal um.

Direkt nach dem Lesen habe ich mir heute seit langer Zeit das erste Mal wieder Gedanken um den Tod gemacht und das Danach. Ich glaube nicht an eine Weiterexistenz des Menschen nach seinem Ableben, aber unsere Moleküle bleiben der Welt erhalten, sie kommen quasi nie zur Ruhe. Das erkennt auch Danton („ ‚etwas kann nicht zu nichts werden’ "). Das hoffnungslose ist nur, dass die Ruhe des Nichts für ihn das Höchste wäre, das aber niemals erreicht werden kann. Traurig.

Mehr erwartet hätte ich von Dantons "Antiheld" Robespierre. Wobei mir scheint, dieser ist sich der Tatsache bewusst, dass er Danton auf gewisse Weise opfert um ein Zeichen zu setzen.

Insgesamt fehlt mir bei den vielen Charakteren der tiefere Einblick in Ihre Gedanken und/oder Ansichten, sie werden oft nur kurz angerissen und gehen im großen Ganzen unter.


Zitate:

[Robespierre]
„ ‚Sie gehen alle von mir - es ist alles wüst und leer - ich bin allein.’"

[Danton]
„ ‚Das Nichts hat sich ermordet, die Schöpfung ist seine Wunde, wir sind seine Blutstropfen, die Welt ist das Grab worin es fault.’ "

[Danton]
„ ‚Die Welt ist das Chaos. Das Nichts ist der zu gebärende Weltgott...’ "

[Philippeau]
„ ‚Gute Nacht meine Freunde, ziehen wir ruhig die große Decke über uns, worunter alle Herzen ausglühen und alle Augen zufallen.’ "

Autor:Georg Büchner
Kategorie:Drama
Erstveröffentl.:1835
Ausgabe von:2005
Seiten:94
Verlag:Anaconda Verlag GmbH

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:3
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:2
Humor:2
Fantasie:0
Gesamteindruck:4