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Mittwoch, 12. Juni 2024

„Das Labyrinth des Faun“ von Cornelia Funke

Nacherzählung des Drehbuches zu Pans Labyrinth von Guillermo del Toro

Inhalt:

Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges herrscht in Spanien (Galizien) ein Guerilla-/Bürgerkrieg gegen die spanischen Faschisten. Die kleine Ofelia zieht mit Ihrer hochschwangeren Mutter zu deren neuen Ehemann in eine alte Mühle im Wald. Ihr Stiefvater ist der Capitán Vidal, der die Truppen gegen die Rebellen befehligt. Ofelia flüchtet sich vor den Grausamkeiten in Pans Labyrinth. Dort erfährt sie, dass sie eine verzauberte Prinzessin der Unterwelt ist…

 

Meinung:

In dem Roman verschmelzen auf zauberhafte Weise Fantasie und Realität immer mehr miteinander.

Da ich auch den Film kenne, Pans Labyrinth, habe ich gleichzeitig immer das Titellied im Ohr, das eine sanfte Traurigkeit mit sich trägt und sehr gut zu dem Buch passt.

Funke ist es meiner Meinung nach gelungen, einen grandiosen Roman nach dem Film zu schreiben. Das Buch fühlt sich so an als wäre es vor dem Film da gewesen.

Ihr fantastischer Stil ist wieder herausragend, ich liebe ihre Bücher.

Auch wenn Funke für ihre Jugendliteratur bekannt ist, muss ich bei diesem Buch dennoch sagen, dass es eher von Erwachsenen gelesen werden sollte. Die Grausamkeiten die hier stattfinden sind enorm. Hierbei geht es nicht nur um körperliche Gewalt, sondern auch psychische, beziehungsweise seelische.

Da alles mit der fantastischen Welt des Faun verwoben ist, kommt einem alles immer unwirklich vor. Das lenkt aber immer noch nicht von der Realität ab, die einfach schrecklich ist.

Da am Ende (Achtung Spoiler-Alarm) auch die Hauptfigur stirbt, kann man nicht unbedingt von einem Happy End sprechen. Das ist ein weiterer Grund, warum ich dieses Buch nicht als Jugendroman einstufen würde.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und war auch nicht langweilig, obwohl ich den Film schon kannte. Ich kann das Lesen sehr weiterempfehlen.

Zitat:

Dann verschmolz sein Körper mit der Nacht, als hätte Ofelias Ungehorsam ihn und die Fee in bloße Schatten verwandelt, die der Schein des zunehmenden Mondes auflöste. Und Ofelia saß auf ihrem Bett und füllte die Stille, die sie zurückließen, mit ihrem verzweifelten Schluchzen.

(S. 217, Kap. „Bloß zwei Trauben“)

 

ISBN 978-3-7373-5666-4

Fischer, 2019

320 Seiten

Samstag, 30. Dezember 2023

„Tintenwelt (4) - Die Farbe der Rache“ von Cornelia Funke

Inhalt:

Orpheus schwört Rache an Staubfinger und all seinen Lieben. Und diese Rache bekommt er, mit Hilfe der Schattenleserin.

 

Meinung:

Die Geschichte gefällt mir von Aufbau und Spannungsbogen eigentlich ganz gut. Aber wer sich erhofft auf ein neues Abenteuer mit allen alten Bekannten wird ein wenig enttäuscht. Die Hauptcharaktere sind Staubfinger und der Schwarze Prinz. Meine alten Lieblingsfiguren, Meggie und Mortimer, spielen nur eine kurze Nebenrolle. Das finde ich sehr schade. Ich hätte es toll gefunden wieder Meggie in der Hauptrolle zu sehen.

Insgesamt wirkt das Buch auch noch melancholischer als sein Vorgänger. Überhaupt wird eine düstere Stimmung vermittelt, was hier aber durchaus stimmig auf mich wirkt. Funke glänzt ernährt durch einen fantastischen, intensiven Erzählstil und leider ist das Buch wieder viel zu schnell zu Ende.

Ein Muss für jeden Fan der Tintenwelt.

Ich kann mir aber beim besten Willen jetzt nicht mehr vorstellen, dass die Reihe nochmal fortgesetzt wird. Ich finde Gutes sollte dann auch irgendwann mal abgeschlossen bleiben.


Zitat:

Niemand wusste besser als er, dass die Flammen all das spenden konnten. Nun aber sah er erneut nur Ruß und Dunkelheit, wenn er hineinstarrte, wie damals, als er in einer anderen Welt verloren gegangen war.

Du wirst sie finden, Staubfinger! Er bat das Feuer, die Finsternis zu vertreiben, die ihm das Herz füllte, bevor sie ihm alle Kraft nahm, aber Orpheus hatte seine Rache gut gewählt. Er hatte es wohl damals schon begriffen, als er ihn von einer Welt in die andere gelesen hatte: dass der Feuertänzer nur ein Schatten war ohne die, die er liebte.

(S. 141, Kap. „Feuer frisst Bücher“)

ISBN 978-3-7513-0007-0

Dressler, 2023

350 Seiten 

Montag, 15. Oktober 2012

Cornelia Funke - "Reckless - Lebendige Schatten"


(Band 2 der "Reckless"-Reihe)

Über den Autor:
Cornelia Funke wird 1958 in NRW, Deutschland, geboren und absolviert in Hamburg später eine Ausbildung zur Diplompädagogin. Als sie parallel ein Studium der Buchillustration vollendet, merkt sie, dass ihr die Bücher die sie gestalten soll, nicht immer gefallen. So kommt sie selbst zum Schreiben, (erst) mit Mitte 30.
Heute ist sie eine hochgelobte Kinder- und Jugendbuchautoren, die mit Werken wie "Herr der Diebe" und den Tintenwelt-Romanen.
(Quelle: Wikipedia, corneliafunke.com)

Inhalt/Über das Buch:
Jacob steckt in der Klemme. Er konnte seinen Bruder zwar retten, jetzt soll er aber sterben - die Motte der Fee frisst sein Herz auf. Allein Fuchs ist immer an seiner Seite, um ihn immer wieder zu beschützen bei dem bevorstehenden Abenteuer.

Meinung:
Die Geschichte schließt direkt an den ersten Band der Reihe an. Durch den intensiven Erzählstil hat der Leser keine Probleme anzuschließen. Die Sätze werden oft abgebrochen, um wie Gedankenfetzen zu wirken. Dies passt sehr stimmig zu der gesamten Atmosphäre. Außerdem verbindet dieser Stil zunehmend mit den Hauptcharakteren, Jacob und Fuchs.

Die Romanze ist dieses Mal noch vorsichtiger "verpackt" als im ersten Werk. Man hat hier nicht das Gefühl, dass die Liebesgeschichte alle anderen Handlungen erdrückt. Sie ist immer spürbar, drängt sich aber nicht in den Vordergrund.
Das könnte auch daran liegen, dass das Buch von einer melancholischen Grundhaltung getragen wird, in der auch die Liebe "verschluckt" wird. Auf diese Weise fühlt sich der Leser von dieser Stimmung so getragen, dass man das gesamte Buch als wiegende, ruhige und traurige Geschichte wahrnimmt.
Was hier vielleicht negativ klingt, wird von mir durchaus positiv bemerkt. Dies alles sind Beispiele für die Intensität des Romans, die ich sehr schätze.

Einzig die andauernde Aneinanderreihung von Elementen aus bekannten Märchen, fängt doch an mich nach kurzer Zeit etwas zu stören. Hier wirkt es manchmal zu konstruiert, als würde Funke unbedingt viele Märchenfiguren/-dinge einbauen wollen. Trotzdem wirkt dies nicht der Erzählfluss entgegen.
Auch die Geographie der Welt hinter dem Spiegel lässt ganz klar Europa erkennen. Auf Leser mit Geschichtskenntnis könnten die Städte und Regionen im Buch manchmal befremdlich wirken, gerade wenn es um die politischen Probleme geht, die im Roman besprochen werden. Es stellt sich mir die Frage, ob Funke hier Anspielungen an die reale Geschichte Europas machen will. Wenn ja, finde ich diesen Part weniger gelungen, weil die Spannungen der Völker in dem Roman nicht genug ausgearbeitet sind. Hier fehlen dem Leser Hintergrundinformationen.

Insgesamt handelt es sich meiner Meinung nach um ein sehr gelungenes Abenteuer-Märchen. Die Figuren sind stimmig und die Handlung phantastisch.

Cornelia Funke hat hier eine klasse Erzählleistung gebracht!

Fazit:
Ein fantasivolles Märchen-Abenteuer, ganz nach meinem Geschmack. Außerdem eine gelungene Fortsetzung des ersten Erfolgromans. Auch weitere Bände werden sofort von mir gekauft.

Zitat:
[...]
Die Dunkle Fee wich zurück. Jacob Reckless. Sie wollte sein Gesicht nicht mehr sehen. All die Angst darauf, den Schmerz ... Sie spürte den Tod, den ihr Name ihm brachte, wie eine Wunde auf der weißen Haut.
[S. 45]
Autor:Cornelia Funke
Kategorie:Fantasy-Märchen
Erstveröffentl.:2012
Ausgabe von:2012
Seiten:420
Verlag:Dressler
ISBN:3-7915-0489-6

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:3
Humor:2
Fantasie:4
Gesamteindruck:4

Sonntag, 5. Juni 2011

Cornelia Funke - "Reckless - Steinernes Fleisch"

Bild-Quelle: www.schmitzjunior.de


Eigentlich ein Jugendbuch, bietet es aber auch für Erwachsene ein schönes Fantasy-Abenteuer.

An manchen Stellen kommt das Buch sehr kitschig rüber, was der Geschichte aber nicht schadet. Die kleinen Liebesgeschichten stehen nicht im Mittelpunkt. Es geht um Familie und Zusammengehörigkeit. Aber auch um Freundschaft und Flucht vor der Realität.

In der Handlung sind die Grimmschen Märchen verarbeitet. Alles Böse der Geschichten greift in den Kapitel um sich und macht den Roman zu einem spannenden, düsteren Erlebnis. Ganz mein Geschmack.


Zitate:

[S. 129]
Brüder.
Es war, als stünden sie wieder in der Wohnung. Auf dem weiten Flur mit leeren Zimmern und dem dunklen Fleck auf der Tapete, wo das Foto ihres Vaters gehangen hatte.


[S. 206]
„Ich will nicht bei ihr bleiben."
„Bitte, Fuchs."
„Du wirst nicht zurückkommen. Diesmal nicht."
Sie entblößte die Zähne, aber sie biss nicht zu. In ihren Bissen war immer Liebe zu spüren gewesen.



Autor:Cornelia Funke
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2010
Ausgabe von:2010
Seiten:356
Verlag:Dressler

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:3
Humor:1
Fantasie:4
Gesamteindruck:4