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Sonntag, 26. Oktober 2025

“Soontown” von Florian Clever (Alias Clark C. Clever)

Über den Autor:

Florian Clever studierte Ökonomie, lehrte Windsurfen, fuhr als Maat in der Charterschifffahrt, trug die Post aus und wurde Werbetexter, ehe er sich ganz der fantastischen Prosa verschrieb. Anfang der Achtzigerjahre infizierte er sich mit dem Fantasy-Virus. Drei Jahrzehnte war er in Fantasy-Rollenspielgruppen aktiv.

Als Clark C. Clever veröffentlicht er außerdem Science Fiction & Thriller. Wenn er nicht gerade an seinem nächsten Buch arbeitet, kocht er gerne, macht Nordic Walking oder versucht sich an Gitarre, Klavier und Gesang.

(Quelle: https://www.florianclever.de/)

Hierbei handelt es sich um die Gesamtausgabe, die sich über drei Bücher erstreckt.

 

Inhalt:

Der erste künstlich geschaffene Mensch, ein Bastler aus dem ein Cyborg wird und eine Alien Invasion. Mittendrin die 15-jährige Ellen und ihr Freund Ricco, ihre Eltern, eine Stammtischrunde mit einem Wissenschaftler, einem Rentner, einem Imbissverkäufer, einem Highschool Lehrer und einem Taxifahrer. Dazu kommen ein FBI Agent und ihr Partner. Alle drei Geschichten passieren rund um diese Personen.

 

Meinung:

Über die drei Bücher lernen wir die Charaktere auf liebevolle Weise kennen und fiebern zum Ende hin immer mehr. Die Geschichten bewegen sich alle im Science-Fiction Bereich und leben von wissenschaftlichen Fragen rund um die Bereiche Genetik, Robotik und Astronomie im weitesten Sinne (wegen Aliens).

Der Autor schafft es, dass keines der Abenteuer langweilig wird. Man kann sich gut in die einzelnen Situation hineinversetzen.

Dafür, dass der Roman 2068 spielt, ist mir das Ganze nicht futuristisch genug. Das wäre mein einziger negativer Kritikpunkt.

Das Buch hat wirklich großen Spaß gemacht. Da ich bisher wenig Science-Fiction in dieser Richtung gelesen habe, kann ich schon behaupten, dass ich dieses Buch für SciFy Anfänger gut eignet.

Empfehlenswert.


Zitat:

Dann geriet die Menschenmenge in Bewegung, stolperte rückwärts, eine erste, erschrockene Welle, als seien die versammelten Leute ein Teich, in dessen Mitte jemand einen Stein geworfen hatte.

Das war definitiv keine Show mehr. Das war ernst. Und die Lage wurde von Sekunde zu Sekunde heikler. Es brannte der Baum - im wahrsten Sinne des Wortes. Der größte Weihnachtsbaum im Central Valley war dabei, sich in eine gigantische Fackel zu verwandeln.

(Seite 353 aus Buch 2 „Täglich grüßt der Cyborg“)

 

ISBN 978-3-910536-02-9

Florian Clever Verlag, 2023

626 Seiten

Dienstag, 23. September 2025

„Frankenstein“ von Mary Wollstonecraft Shelley

Ungekürzte Ausgabe mit Nachworten u. Kritiken mehrerer Autoren.

Inhalt:

Ein junger Abenteurer startet eine Expedition zum Nordpol und 40 mit seiner Schiff Mannschaft im Eis fest. Diese sieht hier zunächst ein schattenhafte Monster vom Schiff weglaufen und kurz darauf. Gabeln Sie den halb toten Doktor Frankenstein auf. Er erzählt die Geschichte eines Mannes und eines Monsters.

 

Meinung:

Die Erzählung über Frankenstein Monster scheint einerseits jeder zu kennen, doch andererseits kratzen alle Filme nur an der Oberfläche. Ich war überrascht von der Tiefe des Werkes von den mannigfaltigen Aussagen.

Auch wenn die Sprache zunächst etwas schwierig zu lesen war, habe ich mich schnell damit zurecht gefunden. Dies sollte ein geübten Leser nicht von der Geschichte abschrecken.

Es handelt sich hierbei wirklich um ein Klassiker der Weltliteratur und hätte mich in der Mittelstufe mehr begeistert als „Das Fräulein von Scudery“.

In diesem Buch wird tief in die menschliche Psyche geblickt. Man fühlt sich sowohl Frankenstein als auch seine Monstern nah. Die Autorin schafft es, beide Seiten zu beleuchten und stimmt, einem nachdenklich über sein eigenes Inneres selbst.

Was macht jemanden zum Menschen? Wo hört das Tier auf und fängt der Mensch an wann ist man ein Monster? Wie wird man zu einem Monster? Kann man eine Monster verzeihen?


Zitat:

Saite um Saite ward angeschlagen, mehr und mehr erfüllte nur noch ein Gedanke, ein Begriff, ein Wille meinen Sinn. So vieles also ist schon errungen worden, rief Frankensteins Seele - ich aber will noch mehr, noch weit mehr erreichen: Voranschreitend auf dem schon vorgezeichneten Pfade will ich der Menschheit bislang unbekannte Wege erschließen, will auch noch unentdeckte Kräfte entdecken und der Welt das tiefste Geheimnis der Schöpfung offenbaren!

(Seite 58)

 

ISBN 3-423-62031-5

dtv, 1993 (c.1818)

350 Seiten

Samstag, 16. September 2023

„Ringwelt“ von Larry Niven

Inhalt:

Die Zukunft - in einigen Hundert Jahren. Louis ist erfahren, schon um die 200 Jahre alt und ein Vagabund. An seinem Geburtstag taucht plötzlich dieser (außerirdische) Puppenspieler, Nessus, auf. Dieser heuert ihn zu einer speziellen Mission an. Es geht darum die sogenannte Ringwelt zu suchen. Denn vielleicht ist diese Welt die einzige Rettung, ein Fluchtort für all die Spezies die in einigen Hundert Jahren alle durch eine Katastrophe vernichtet werden. Weitere Reisebegleiter werden Der-zu-den-Tieren-spricht, von der kriegerischen Rasse der Kzin und Teela Brown, ein eingefleischter Glückspilz und Louis aktuelle (sehr junge) Freundin. Gemeinsam machen sie sich auf zu einem Weltraumabenteuer der besonderen Art.

 

Meinung:

Auf dieses Buch bin ich durch einen Podcast gestoßen - „Das Universum“. Es steckt voller Physik und Weltraum-Wissen. Ich konnte nicht allen Theorien gänzlich folgen, hab aber schon meistens den Kern der Überlegung verstanden. Auf jeden Fall wirkt die Welt mit diesen Erklärungen doch sehr realistisch, oder zumindest irgendwie nachvollziehbar bzw. authentisch für eine vorstellbare Zukunft.

Man merkt der Geschichte an, dass

 

ISBN 978-3-961-88178-9

Mantikore, 2023 (c.1970)

320 Seiten

Freitag, 10. September 2021

„Dune Saga (3) - Der Prophet (inkl. Anhang)“ von Frank Herbert


(Drittes Buch aus einem Sammelband, der die ersten drei Bände der Reihe umfasst.)

Inhalt (Achtung: Spoileralarm):

Jahre sind vergangen. Paul und seine Mutter gehören jetzt zu den Fremen. Er führt sein Volk in einen großen Befreiungskrieg.

 

Meinung:

Paul hat sich vollständig zum Herrscher entwickelt. Die Religion nimmt in diesem dritten Band einen noch höheren Stellenwert ein als in den beiden Vorgängern. Ich bin mir unschlüssig ob ich das gut oder schlecht finde. Die Entwicklung passt zu dem Roman, aber es wird nicht mehr in die Tiefe gegangen. Auch bei der großen „Erleuchtung“ des Muad‘dib findet keine wirkliche Besprechung seiner Veränderung statt. Wirklich schade, davon hätte ich mehr erwartet.

Auf lange Sicht stören mich die religiösen Aspekte sogar ein wenig. Auch manche Begrifflichkeiten führen bei mir zu Verwirrung. So hat Paul immer Angst vor einem unausweichlichen „Dschihad“, welcher einen heiligen Krieg bezeichnet, sich in meinem Verständnis aber eher auf die muslimische Religion bezieht. Naja. Ich verstehe trotzdem was gemeint ist.

Was ich wirklich loben muss ist die tolle Atmosphäre die geschaffen wird. Viele Erklärungen sind sehr detailliert, ohne langatmig zu sein.

Und natürlich hat bei mir die ganze Geschichte rund um den Wüstenplanet sowieso schon Kultstatus erreicht durch den alten Film und das zahlreiche Erscheinen in der heutigen Popkultur.

Ein gutes Buch für jeden SciFi Fan.

 

ISBN 3-453-30523-X (Sammelband mit drei Bänden)

Heyne, 1980 (c.1965)

215 Seiten

Sonntag, 22. August 2021

„Dune Saga (2) - Der Herr des Wüstenplaneten“ von Frank Herbert


(Zweites Buch aus einem Sammelband, der die ersten drei Bände der Reihe umfasst.)

Inhalt (Achtung: Spoileralarm):

Paul und Jessica sind auf der Flucht. Bis sie in der Wüste einer Gruppe Fremen begegnen. Jetzt beginnt sich ihr Schicksal zu erfüllen. Doch wie geht es mit Arrakis weiter?

 

Meinung:

Augenscheinlich wenig Handlung, dennoch spannender geschrieben als der Vorgänger. Ende kommt recht plötzlich. Lässt vermuten, dass die Handlung ursprünglich direkt weitergehen sollte. Vielleicht wollte der Verlag lieber zwei Bücher aus Band 2-3 machen und der Autor hatte die Geschichte vielleicht schon komplett?

Chani erscheint auf der Bildfläche und plötzlich wird’s auch romantisch.

Paul wirkt aber etwas unsicherer als im ersten Band. Das passt für mich nicht so richtig zusammen. Im ersten Buch wirkt er stets bedächtig, kühl und selbstsicher. Jetzt ist er manchmal unausgeglichen und ängstlich…?! Naja. Mal sehen wie es weitergeht. Den dritten Band werde ich noch lesen und dann malwieder was anderes.

 

Zitat:

In der Art der Bene Gesserit, die seine Mutter ihm beigebracht hatte, reduzierte Paul den hämmernden Schlag seines Herzens. Er fühlte, wie die Ruhe in ihm wieder die Oberhand gewann, wie seine Sinne sich auf Wesentliches konzentrierten und alle Nebensächlichkeiten aus ihm verbannten.

(Seite 61)

 

ISBN 3-453-30523-X (Sammelband mit drei Bänden)

Heyne, 1980 (c.1965)

212 Seiten

Samstag, 14. August 2021

„Dune Saga (1) - Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert


(Erstes Buch aus einem Sammelband, der die ersten drei Bände der Reihe umfasst.)

Inhalt (Achtung Spoileralarm):

Übernahme der Herrschaft auf Arrakis durch die Familie Artreides. Paul wird von Herzog Leto in sein zukünftiges Amt eingeführt und überhaupt hin mitgenommen. Auch bei einem Wurmangriff.

Ein unerwarteter Verräter, was spannend ist und die Handlung vorantreibt. Eine dramatische Szene um den gefangengenommen Leto, der ein Attentat auf Baron Harkonnen unternimmt.

 

Meinung:

Intensive Erzählung mit einigen inneren Monologen. Die Handlung startet anfangs etwas schleppend, am Ende ist die Geschichte aber äußerst spannend.

Pauls Entwicklung ist mir insgesamt zu „ruckhaft“. Zu wenig Handlung aus Sicht Pauls, obwohl man früh weiß, dass es eigentlich seine Geschichte ist.

Das Buch bietet einen guten Einstieg in Politik und Konsequenzen einer möglichen (extremen) Entwicklung der Menschheit, geprägt von Zwist zwischen den Häusern, die sich als andauernde Kontrahenten darstellen.

Die Lehre der Fremen steht dieser Entwicklung entgegen – sie schätzen einfache Dinge und wollen nur für ihren Planeten das Beste.

Ich bin auf weiter Bände der Reihe gespannt.

 

Zitat:

Jessica dachte an die Prophezeiung – an die Shari-A und die anderen Bestandteile der Panoplia Propheticus –, die eine jetzt schon längst nicht mehr lebende Bene Gesserit der Bevölkerung von Arrakis nahegebracht hatte: einzig und allein zu dem Zweck, eine Legendenbildung voranzutreiben, die eines Tages, in ferner Zukunft, eine andere Bene Gesserit dazu benutzen konnte, im Kreise der Fremen Hilfe zu erlangen.

Und jetzt war dieser Tag gekommen.

Mapes steckte das Messer in die Scheide zurück und sagte: „Dieses Messer ist auf keine bestimmte Person fixiert, Mylady. Behalten Sie es in Ihrer Nähe. Wenn es länger als eine Woche von Ihnen entfernt ist, fängt es an sich aufzulösen. Es ist für Sie – gemacht aus dem Zahn eines Shai-Hulud –, solange Sie leben.“

(Pos. 118/1122)

 

ISBN 3-453-30523-X (Sammelband mit drei Bänden)

Heyne, 1980 (c.1965)

272 Seiten

Freitag, 14. Dezember 2018

“Ready Player One” von Ernest Cline

Inhalt:

2045: die Welt befindet sich in einer absoluten Energiekrise. Die Menschheit flüchtet sich in eine virtuelle Realität. Hier entflammt ein Wettbewerb der besonderen Art, es geht um Alles.

Kann unser Held Wade, Alias Parzival, gewinnen...?

 

Meinung:

Das Buch ist mega cool. Ein Muss für alle Nerds und solche, die es gerne wären.

Es richtig sich meiner Meinung nach hauptsächlich an Leute, die in den Siebzigern und Achtzigern geboren wurden. So versteht man fast alle Anspielungen auf die Popkultur der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Das Buch „lebt“ davon, dass man viel wiedererkennt.

Die Geschichte ist gut geschrieben und der Protagonist wirkt vertrauensvoll und ausgeglichen. Vielleicht etwas zu ausgeglichen für die äußeren Umstände und seinen eigenen Hintergrund.

Malwieder haben wir hier einen Helden der niemals verzagt und dem alles gelingt. Das ist vielleicht der einzige Kritikpunkt, der mir auf die Schnelle einfällt.

Es wirkt auch etwas unrealistisch auf mich, dass er die genannten Filme und Spiele schon zigmal durch haben soll. Und das, obwohl er noch täglich acht Stunden zur Schule „geht“. Aus meiner Sicht: unmöglich. Naja. Sagen wir: künstlerische Freiheit.

Natürlich ist das Ende voraussehbar. Dennoch wird es beim Lesen nicht langweilig. Ich habe mich total in dem Buch verloren und war irgendwie voll in der Geschichte.

Für mich handelt es sich hierbei um eine Pflichtlektüre für alle Freunde von alten Sitcoms und Videospielen. Aber auch für Alle die auf jeglichen anderen Nerdy Stuff stehen - so wie ich.

Nachtrag, 15.12.2018, 22:50h:

Natürlich wollte ich es mir nicht entgehen lassen und auch den Film „Ready Player One“ (2018, Regie: Steven Spielberg) anschauen. Davon bin ich total enttäuscht. Ich glaube nicht, dass meine Erwartungen zu hoch gesteckt waren. Leider muss ich feststellen, dass der Film sich fast gar nicht an die Romanvorlage hält. Ich kann mir irgendwie gar n ihr vorstellen, dass der Autor damit einverstanden war... abgesehen von der virtuellen Realität, der Oasis, und den drei Schlüsseln, gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Unglaublich. Und für mich auch, unglaublich schlecht gemacht. So birgt der Film auch viele unlogische und unwahrscheinliche Momente. Schade, weil das Buch so intelligent und gut durchdacht ist. Der ganze Spaß den ich beim Lesen hatte, ging im Film total flöten. Im Buch habe ich mich fast wie in einem alten Dungeon Crawler gefühlt, im Film ist eine der ersten Szenen ein simuliertes Autorennen... echt schlecht. Sorry.

 

Zitat:

Die OASIS war vom ersten Tag an ein Riesenerfolg. Sie war etwas, wovon die Menschen seit Jahrzehnten geträumt hatten. Die „Virtuelle Realität“, die ihnen schon so lange versprochen worden war, was endlich da, und sie übertraf all ihre Vorstellungen. Die OASIS war eine Online-Utopie, ein Holodeck für zuhause. Und das überzeugendste Verkaufsargument? Sie war kostenlos.

(Seite 20)

 

ISBN 978-3-596-29659-0

Fischer, 2018 (c.2015)

540 Seiten

Dienstag, 9. Oktober 2018

„Die Rächer (1) - Steelheart“ von Brandon Sanderson

 Bild-Quelle: amazon.de

 

Inhalt:

David ist zehn Jahre alt, als sein Vater von dem mächtigen Epic Steelheart vor seinen Augen umgebracht wird.

Fast ein Jahrzehnt später wird er Mitglied der Widerstandsgruppe „Die Rächer“ und bekommt die Gelegenheit sich an dem übermenschlich stärken und scheinbar unverwundbaren Bösewicht zu rächen...

 

Meinung:

Die Geschichte kommt recht originell daher. Es geht nicht um Superhelden, sondern um Superbösewichte, die die Menschheit kontrollieren. Es wird ein endzeitlich anmutendes Szenario dargestellt, bei dem es nur noch ums überleben geht. Sehr spannend und gut erzählt.

Der Hauptcharakter, David, hat viel durchgemacht und kommt mir dafür leider etwas zu beschwingt vor. Das wirkt nicht sehr realistisch. Aber seine positive Art hätte hier nicht fehlen dürfen, sonst wäre alles doch zu düster geworden.

Dennoch wirkt der Roman auf mich eher wie ein Jugendroman. Da David trotz aller Action und Drama noch sehr jung auf den Leser wirkt.

Das Ende hätte für meinen Geschmack etwas aufregender sein können. Man hatte der Geschichte eine starke Aussage verleihen können, dafür wären aber noch ein paar Seiten zusätzlich notwendig geworden. Es ist doch sehr abrupt aus. Schade.

Die Liebesgeschichte des Buches wirkt etwas konstruiert und die Auflösung ist lediglich halbherzig.

Trotzdem gefällt mir das Buch insgesamt sehr, sehr gut. Die Story ist spannend, es ist gut geschrieben und man fiebert mit dem Hauptcharakter mit.

Eine gelungene Mischung aus Fantasy und Science Fiction.

 

ISBN 978-3453268999

Heyne, 2014 (c.2013)

448 Seiten

Donnerstag, 16. Januar 2014

Orson Scott Card - "Ender's Game 1 - Das große Spiel"

Quelle: www.amazon.de

Über den Autor:
"Orson Scott Card wurde in Washington geboren und wuchs in Arizona, Kalifornien und Utah auf. Neben dem Schreiben seiner viel beachteten Fantasy- und SF-Romane arbeitet Orson Scott Card als Dozent an der Southern Virginia University. Zurzeit lebt er mit seiner Frau und seiner Tochter in North Carolina."
Card war in der Vergangenheit ein aktiver Gläubiger. Er gehört der "Herz Jesu Christi Kirche der Heiligen der letzten Tage an" und ist ein Mormone.
(Quelle: amazon, hatrack.com)

Inhalt/Über das Buch:
Für Ender ist jede Hoffnung verloren, sich jemals wie ein "normales" Kind fühlen zu dürfen. Als dritter Sohn der Familie konnte er ohnehin noch nie glücklich werden. Dazu ständig terrorisiert von seinem älteren Bruder, der genau so intelligent ist wie Ender selbst, entkommt er nur von dessen Einfluss, indem er auf die Militärschule geht. Dort soll er den Kampf gegen die Krabbler lernen, die zwei Generationen vorher beinahe die Menschheit ausgerottet hätten.
Die Schule ist hart, aber Ender ist klug und zeigt innere Stärke. Er ist der geborene Kommandant - und das bereits im Alter von sieben Jahren!

Meinung:
Man fühlt von Anfang an mit. Ender ist nicht nur stark, sondern er ist auch gut und fair. Damit "stiehlt" er sich in das Herz von jedem Leser. Schade, dass solch ein Perfektionismus auf mich recht unrealistisch wirkt.
Dieser Eindruck wird aber teilweise dadurch gemildert, dass man spürt wie Ender innerlich leidet. Die Einsamkeit die er erfährt, lässt sich gut nachvollziehen. Immer der Beste zu kostet ihn beinahe jegliche soziale Kontakte. Das ist sehr gut vom Autor umgesetzt.

Gegen Ende des Romans schlägt Card immer mehr philosophische "Töne" an. Er wendet sich mehr und mehr religiösen Fragen zu, worum er aber zuletzt auch keinen Hehl macht. Ich finde es gut, dass Card diese tiefe Linie beibehält. Auch hier muss ich aber einwenden, dass es auf mich nicht logisch erscheint, dass die Menschheit am Ende "bekehrt" zu sein scheint, obwohl doch eigentlich nie jemand so gedacht oder gehandelt hat wie Ender. Er ist einfach zu gut - das passt nicht unbedingt in die Geschichte. Er ist ja kein Apostel und wird auch sonst nicht als geistlicher Führer dargestellt. Wie soll er also Milliarden Menschen beeinflussen können?

Außerdem stört mich, dass die anderen Charaktere nicht eingehender beleuchtet werden. Die Hauptfiguren sind sich dann doch alle zu ähnlich, für meinen Geschmack. Deswegen musste ich hier einen Punkt abziehen.

Dennoch wirkt die Geschichte auf mich sehr rund. Auch die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten und dass obwohl sich die Auflösung schon recht frühzeitig abzeichnet.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Ich bin sehr froh, dass ich den Roman gelesen habe, bevor ich mir die neue Verfilmung mit Harrison Ford anschaue. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen.

Fazit:
Eindeutig ein guter und wohl durchdachter Science Fiction Roman, der auch ohne Liebesgeschichte wunderbar auskommt und auch nicht oberflächlich ist.

Zitat:
Nicht durch das Mauseloch diesmal, sagte er sich. Der Riese hängt mir zum Halse heraus. Es ist ein blödes Spiel, und ich kann nie gewinnen. Egal, wofür ich mich entscheide, immer ist es falsch. [...]
(Kapitel 6 - Der Trank des Riesen)
Autor:Orson Scott Card
Kategorie:Science Fiction
Erstveröffentl.:1985
Ausgabe von:2012
Seiten:464
Verlag:Heyne
ISBN:3-45-331420-4

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:3
Charaktere:4-
Spannung:4
Humor:2
Fantasie:3
Gesamteindruck:3++