Freitag, 26. Dezember 2025

„Christmas in My Heart - 24 Geschichten zum Verlieben“ von div. Autoren

Inhalt und Meinung:

Ein wunderschönes Adventskalender-Buch mit 24 angenehmen liebevollen Geschichten rund um oder an Weihnachten. Die Besonderheit hier liegt dabei, dass jede Geschichte in einem anderen Land spielt und man auf diese Weise auch ein paar Rituale und Traditionen aus anderen Nationen kennen lernt, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Autoren und Autorinnen haben liebevolle Geschichten geschrieben, die teilweise auch mal traurig waren, aber insgesamt ein sehr positiven Vibe hinterlassen.

In meiner Ausgabe habe ich einige signierte Geschichten, weil ich mir das Buch an einem Autoren Event gekauft habe. Das macht es natürlich zu einem besonderen Buch für mich, was einen Einzug in mein Bücherregal finden wird (was heutzutage selten ist bei mir).


Zitat:

Über die Jahre ist aus der Bewunderung für Lula etwas Tieferes geworden. Es wäre vermessen, von Liebe zu sprechen, weil wir noch nie miteinander gesprochen haben, aber die Distanz nährt die Sehnsucht. Und Sehnsucht ist das eine Gefühl, das ich mir gestatte. Mehr nicht.

(Seite 117, aus Kap. „8 USA - Love is Mad“ v. Kathinka Engel)

 

ISBN 978-3-492-06550-4

Piper (everlove), 2024

370 Seiten

Sonntag, 21. Dezember 2025

„Alle Jahre wieder - Liebeschaos zur Weihnachtszeit“ von div. Autoren

Inhalt:

Hierbei handelt es sich um ein klassisches Adventskalender Buch mit 24 weihnachtlichen Geschichten.

 

Meinung:

Bei dem anderen Buch, dass ich diese Woche fertig gelesen habe, wurden für diesen Adventskalender keine neuen Geschichten geschrieben, sondern alte Geschichten aus „freche Mädchen – frecher Adventskalender“ verwendet. Das ist sehr schade. Ich finde heutzutage kann man schon erwarten, dass die Autorinnen für so eine Zusammenstellung neue Geschichten schreiben.

Dafür war es ganz lustig, dass ich einige Charaktere schon aus dem anderen Buch kannte.

Auch dieses Werk richtet sich wieder an jüngere Mädchen, wobei die Geschichten etwas interessanter als bei dem Buch aus 2015 sind. Ich würde sagen, das perfekte Lesealter wäre 14 Jahre.

Dieses Buch wurde noch ergänzt durch die DIY Ideen, wobei hier manche etwas herzlos da herkommen. So gibt es direkt am dritten Tag bei der Liste „ Dinge, für die man weihnachtliches Masking Tape verwenden kann“ einen Wiederholungsfehler mit zwei gleichen Ideen.

Insgesamt hat mir das Buch aber Spaß gemacht, auch wenn es nicht für mein Alter vorgesehen ist. Es versetzt auf jeden Fall in weihnachtliche Stimmung und es geht die ganze Zeit um Liebe, mit Happy-End-Versprechen.

Vielleicht probiere ich sogar mal das Rezept für den Schokokuchen aus Geschichte 21 aus (Seite 252/253):

ZUTATEN:

250 g Schokolade

150g Butter

30 g Kakao

4 Eier

400g Mehl

1 Packung Backpulver

150 g Zucker

1 Glas Kirschen

Puderzucker (zum Verzieren)

REZEPT:

  1. Den Weihnachtsmann in einem Topf mit der Butter schmelzen.
  2. Das Mehl, das Backpulver und den Kakao in eine Schüssel geben und verrühren.
  3. Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen.
  4. Das Eigelb wird mit der flüssigen Schokolade und dem Zucker gut umgerührt. Ganz zum Schluss den Eischnee hinzugeben.
  5. Die Kirschen abtropfen lassen und unter den Teig rühren.
  6. Eine Handvoll Kirschen in eine extra Schale geben, um sie nachher als Deko auf dem Kuchen zu verwenden.
  7. Die Masse auf einem Backblech verteilen (das Backpapier darunter nicht vergessen).
  8. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 20 Minuten backen.
  9. Wenn der Kuchen abgekühlt ist, könnt ihr ihn mit Puderzucker und den restlichen Kirschen verzieren.

 

ISBN 978-3-522-50569

Thielemann, 2017

300 Seiten

Mittwoch, 17. Dezember 2025

„Oh du fröhliche - 30 Liebesgeschichten für die Weihnachtszeit“ von div. Autoren

Inhalt:

30 weihnachtliche Geschichten - vorwiegend für freche Mädchen.

 

Meinung:

Tatsächlich fand ich es gar nicht so schön, im Anhang zu lesen, dass alle Geschichten aus bereits erschienen, Adventskalender mitgenommen worden. Das bedeutet für dieses Buch wurde keine einzige Geschichte neu geschrieben, was ich schon schade finde.

Mir war auch nicht bewusst, dass dies eher ein Buch für jüngere Mädchen ist, vielleicht für zwölf bis 14-jährige Mädchen. Ich hatte eher erwartet, dass es sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet.

Dennoch hat mir das Lesen Spaß gemacht. Es war auch mal wieder schön zig so jung zu fühlen – in vielen der Geschichten sind die Mädchen schnell verliebt und teilweise auch hintereinander in mehrere Jungs. Lustig.

Hierbei handelt es sich um ein sehr kurzweiliges Buch, was ich Jugendlichen Mädchen in der Weihnachtszeit empfehlen würde.

Zitat:

[..] Ich nicke. Es ist komisch, aber schlagartig weiß ich, dass Jonas Vergangenheit ist. Und dass hier meine Zukunft vor mir steht. »Wenn du willst, kannst du mein Lächeln auch noch öfter bekommen«, sage ich ganz mutig.

Da lächelt er zurück. »Ich heiße Micha. Und du?« Noch bevor ich ihm meinen Namen sage, weiß ich: Dieses

Jahr wird Weihnachten wunderschön werden!

(Aus „Last-Minute-Weihnachten“, S. 232)

 

ISBN 978-3-522-50480-5

Thielemann, 2015

320 Seiten

Samstag, 29. November 2025

„Asterix (41) - Asterix in Lusitanien“ (Comic) von Didier Conrad

Text/Szenario von Fabcaro (Fabrice Caro)

Inhalt:

Asterix und Obelix erleben ein Abenteuer im heutigen Portugal.

 

Meinung:

Diese Asterix Band war in vielerlei Hinsicht anders als die meisten Vorgänger, die ich bisher gelesen hab beziehungsweise anders als alle Vorgänge, soweit ich mich erinnern kann. Asterix und Obelix treten hier eine regelrechte Charade an. Sie verkleiden sich als Portugiesen, um geschickt an ihr Ziel zu kommen. Das ist auf jeden Fall mal was anderes.

Wie bei den letzten Wänden der Reihe fehlt mir hier auch Wortwitz und Bezug auf aktuelle Geschehnisse, Politik, bekannte Persönlichkeiten und weitere Anspielungen, die das Ganze etwas lustiger gestalten.

Auch wenn ich dieses Buch besser als den Vorgänger fand, muss ich doch sagen, dass die Reihe in keinster Weise mehr so gut ist wie früher.

 

ISBN 978-3-770-42441-2

Egmont, 2025

48 Seiten

Dienstag, 11. November 2025

„Asterix (40) - Die weiße Iris“ (Comic) von Didier Conrad

Text von Fabcaro (Fabrice Caro)

Inhalt:

Als Visusversus in unserem kleinen gallischen Dorf auftaucht, kommen bald alle Streitigkeiten zum erlegen. Er um schmeichelt die Gallier mit Kalendersprüchen, die in jeglichen Kampfgeist nehmen. Werden Asterix und seine Freunde ein gefundenes fressen für die römischen Truppen?

 

Meinung:

Für diesen Band habe ich ehrlich gesagt, recht lange gebraucht. Mehrmals habe ich versucht, einen guten Einstieg das Buch zu finden, was wir lange Zeit nicht gelungen ist.

Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um einen der schwächeren Wände aus der Asterix Reihe. Besonders witzig ist keine Situation und die Geschichte selbst ist doch sehr voraussehbare und nicht besonders tiefgründig. Ich erkenne auch nur wenige Anspielungen auf die heutige Zeit und muss insgesamt sagen, dass mir hier der Biss fehlt.

Ich warte schon lange darauf, dass es mal wieder einen besseren Band der Asterix Reihe gibt. Um diesen hier zu lesen, habe ich über ein halbes Jahr benötigt – in der Zwischenzeit ist sogar schon der neue Band rausgekommen. Vielleicht wird’s ja besser.

 

ISBN 978-3-7704-2440-5

Egmont, 2023

50 Seiten

Sonntag, 26. Oktober 2025

“Soontown” von Florian Clever (Alias Clark C. Clever)

Über den Autor:

Florian Clever studierte Ökonomie, lehrte Windsurfen, fuhr als Maat in der Charterschifffahrt, trug die Post aus und wurde Werbetexter, ehe er sich ganz der fantastischen Prosa verschrieb. Anfang der Achtzigerjahre infizierte er sich mit dem Fantasy-Virus. Drei Jahrzehnte war er in Fantasy-Rollenspielgruppen aktiv.

Als Clark C. Clever veröffentlicht er außerdem Science Fiction & Thriller. Wenn er nicht gerade an seinem nächsten Buch arbeitet, kocht er gerne, macht Nordic Walking oder versucht sich an Gitarre, Klavier und Gesang.

(Quelle: https://www.florianclever.de/)

Hierbei handelt es sich um die Gesamtausgabe, die sich über drei Bücher erstreckt.

 

Inhalt:

Der erste künstlich geschaffene Mensch, ein Bastler aus dem ein Cyborg wird und eine Alien Invasion. Mittendrin die 15-jährige Ellen und ihr Freund Ricco, ihre Eltern, eine Stammtischrunde mit einem Wissenschaftler, einem Rentner, einem Imbissverkäufer, einem Highschool Lehrer und einem Taxifahrer. Dazu kommen ein FBI Agent und ihr Partner. Alle drei Geschichten passieren rund um diese Personen.

 

Meinung:

Über die drei Bücher lernen wir die Charaktere auf liebevolle Weise kennen und fiebern zum Ende hin immer mehr. Die Geschichten bewegen sich alle im Science-Fiction Bereich und leben von wissenschaftlichen Fragen rund um die Bereiche Genetik, Robotik und Astronomie im weitesten Sinne (wegen Aliens).

Der Autor schafft es, dass keines der Abenteuer langweilig wird. Man kann sich gut in die einzelnen Situation hineinversetzen.

Dafür, dass der Roman 2068 spielt, ist mir das Ganze nicht futuristisch genug. Das wäre mein einziger negativer Kritikpunkt.

Das Buch hat wirklich großen Spaß gemacht. Da ich bisher wenig Science-Fiction in dieser Richtung gelesen habe, kann ich schon behaupten, dass ich dieses Buch für SciFy Anfänger gut eignet.

Empfehlenswert.


Zitat:

Dann geriet die Menschenmenge in Bewegung, stolperte rückwärts, eine erste, erschrockene Welle, als seien die versammelten Leute ein Teich, in dessen Mitte jemand einen Stein geworfen hatte.

Das war definitiv keine Show mehr. Das war ernst. Und die Lage wurde von Sekunde zu Sekunde heikler. Es brannte der Baum - im wahrsten Sinne des Wortes. Der größte Weihnachtsbaum im Central Valley war dabei, sich in eine gigantische Fackel zu verwandeln.

(Seite 353 aus Buch 2 „Täglich grüßt der Cyborg“)

 

ISBN 978-3-910536-02-9

Florian Clever Verlag, 2023

626 Seiten

Dienstag, 7. Oktober 2025

„Siddhartha“ von Hermann Hesse

Inhalt:

Die fiktive Lebensgeschichte des Buddhas Siddhartha.

 

Meinung:

Die Hauptfigur durchlebt verschiedene Lebensphasen, die immer das Ziel verfolgen, eine allgemeine Weisheit zu finden.

Hier werden die buddhistischen und taoistischen Lehrern auf gut verständliche Weise, einfach dargestellt.

Hesse schafft es, ein Gefühl für diese allgemeingültige Lehre so zu vermitteln, dass man sich allein durch das Lesen bereichert fühlt.

Diese Erzählung geht einem unter die Haut und mitten ins Herz. Ich hatte sogar das Gefühl, dass sie mich ruhiger gemacht hat. Das muss dieser Tage schon etwas bedeuten.

Vermutlich werde ich dieses Buch in ein paar Jahren noch mal lesen und wieder Neues daran finden.

Nach dem Lesen habe ich mich schlauer, irgendwie „weiser“ gefühlt. Und wieder mehr ich selbst.

Nicht umsonst hat Hesse die Literaturnobelpreis erhalten. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in jeder Schule werden.


Zitat:

[..]keine Lehre konnte ein wahrhaft Suchender annehmen, einer, der wahrhaft finden wollte. Der aber, der gefunden hat, der konnte jede, jede Lehre gutheißen, jeden Weg, jedes Ziel, ihn trennte nichts mehr von all den tausend anderen, welche im Ewigen lebten, welche das Göttliche atmeten.

(Seite 90)

 

ISBN 3-518-36682-3

Suhrkamp, 1974 (c.1922)

130 Seiten

Dienstag, 23. September 2025

„Frankenstein“ von Mary Wollstonecraft Shelley

Ungekürzte Ausgabe mit Nachworten u. Kritiken mehrerer Autoren.

Inhalt:

Ein junger Abenteurer startet eine Expedition zum Nordpol und 40 mit seiner Schiff Mannschaft im Eis fest. Diese sieht hier zunächst ein schattenhafte Monster vom Schiff weglaufen und kurz darauf. Gabeln Sie den halb toten Doktor Frankenstein auf. Er erzählt die Geschichte eines Mannes und eines Monsters.

 

Meinung:

Die Erzählung über Frankenstein Monster scheint einerseits jeder zu kennen, doch andererseits kratzen alle Filme nur an der Oberfläche. Ich war überrascht von der Tiefe des Werkes von den mannigfaltigen Aussagen.

Auch wenn die Sprache zunächst etwas schwierig zu lesen war, habe ich mich schnell damit zurecht gefunden. Dies sollte ein geübten Leser nicht von der Geschichte abschrecken.

Es handelt sich hierbei wirklich um ein Klassiker der Weltliteratur und hätte mich in der Mittelstufe mehr begeistert als „Das Fräulein von Scudery“.

In diesem Buch wird tief in die menschliche Psyche geblickt. Man fühlt sich sowohl Frankenstein als auch seine Monstern nah. Die Autorin schafft es, beide Seiten zu beleuchten und stimmt, einem nachdenklich über sein eigenes Inneres selbst.

Was macht jemanden zum Menschen? Wo hört das Tier auf und fängt der Mensch an wann ist man ein Monster? Wie wird man zu einem Monster? Kann man eine Monster verzeihen?


Zitat:

Saite um Saite ward angeschlagen, mehr und mehr erfüllte nur noch ein Gedanke, ein Begriff, ein Wille meinen Sinn. So vieles also ist schon errungen worden, rief Frankensteins Seele - ich aber will noch mehr, noch weit mehr erreichen: Voranschreitend auf dem schon vorgezeichneten Pfade will ich der Menschheit bislang unbekannte Wege erschließen, will auch noch unentdeckte Kräfte entdecken und der Welt das tiefste Geheimnis der Schöpfung offenbaren!

(Seite 58)

 

ISBN 3-423-62031-5

dtv, 1993 (c.1818)

350 Seiten

Montag, 15. September 2025

„Piranesi“ von Susanna Clarke

Inhalt:

Piranesi lebt in einem Haus von Vestibülen, großen Hallen und teilweise riesigen Statuen. Täglich rauscht das Meer durch die unteren Hallen. Die Gänge und Hallen erstrecken sich weit in alle vier Himmelsrichtung. Es gibt nur einen anderen Bewohner, Der Andere. Piranesi führt Tagebuch und erfährt nach und nach mehr über seine eigene Vergangenheit.

 

Meinung:

Ich hatte hohe Erwartungen an diesen Roman, welche auch nicht enttäuscht wurden. Tatsächlich hat mich die Intensität des Buches überrascht, da die Meinungen im Internet doch stark auseinandergehen. Entgegen anderer Meinungen fand ich das Buch überhaupt nicht schwer zu lesen.

Dass es sich hierbei um ein philosophisches Werk handelt, wusste ich zu Beginn nicht. Die Erzähldichte der Autorin ist überragend. Obwohl augenscheinlich nicht viel passiert, schafft sie es, den Leser in diese sonderbare Welt zu entführen, in der auch Piranesi „gefangen“ ist.

Wie in einem Krimi erfahren wir nach und nach, was hinter Piranesi Aufenthalt im Haus steckt. Durch den äußerst fantastischen Beginn habe ich überhaupt nicht mit einer Auflösung gerechnet und wurde daher angenehm überrascht.

Das Buch passt für mich erstaunlich gut in die aktuelle Gegenwart. Am Ende kann man Piranesi gut verstehen, ich möchte hier aber nichts spoilern, daher möchte ich hier nicht näher auf das Ende eingehen.

Ich bin überrascht, welchen Nachhall das Buch in mir ausübt. So hat mich ein Roman schon lange nicht mehr bewegt.

Eine absolute Empfehlung.


Zitat:

Meine Überzeugung ist, dass Das Haus selbst alles, was es schuf, in gleichem Maße liebt und segnet. Sollte ich dasselbe versuchen? Doch ich stelle auch fest, dass es in der Natur des Menschen liegt, eines einem anderen vorzuziehen, eines als bedeutungsvoller als ein anderes zu empfinden.

(Seite 27, Kapitel „Statuen“)

 

ISBN 978-3-453-32198-4

Heyne 2022 (c. 2020)

270 Seiten

Dienstag, 9. September 2025

„Badger Books (3) - Chapters unfinished“ von Kathinka Engel

Inhalt:

Evie und Coulter. Hier ist alles chaotisch, und trotzdem entwickelt sich daraus ein Liebespaar, was in den ersten beiden Bänden schon absehbar war.

 

Meinung:

Wir lernen die Charaktere besser kennen und verstehen langsam, wie ihre Verhaltensweisen entstanden sind. Zum Glück kreiert die Autorin hier keine heilsame Genesung. Damit meine ich, dass sie keine plötzliche 180° Wandlung der Hauptcharaktere produziert. Das wäre unrealistisch.

Wir lernen diese beiden Charaktere lieben. Daher fällt mir der Abschied der Bachelor Buchreihe insgesamt noch schwerer.

Die Bücher haben mir großen Spaß gemacht.

Obwohl ich sagen muss, dass ich am Ende schon noch gerne erfahren hätte, ob die Beziehung der beiden auch in Zukunft bestehen bleibt. Das scheint aber vielversprechend zu sein.

Sehr entspannte Reihe und empfehlenswert für ruhige Abende zu Hause im Bett oder auf der Couch.

 

ISBN 978-3-492-06593-1

Piper (everlove), 2025

386 Seiten

Donnerstag, 4. September 2025

„Badger Books (2) - Pages unwritten“ von Kathinka Engel

Inhalt:

Cy und Louise. Die beiden sind schon Freunde seit Kindertagen und er ist seitdem auch in sie verliebt, daraus macht er heute ein Buch.

 

Meinung:

Wie diese Geschichte enden wird, war natürlich absehbar. Das stört hier überhaupt nicht, da man diese „alte“ Liebe so überaus mitfühlt.

Besonders gut, finde ich auch, dass auch körperliche Veränderung angesprochen werden, die die Schwangerschaft mit sich bringen. Dass dieses Thema nicht einfach übergangen wird, gefällt mir.

Dieses Buch handelt nicht von plötzlich auf blitzende Verliebtheit. Hier hat niemand einen Crush auf jemand anderen. Vielmehr geht es um die Wärme und Vertrautheit eine langsam wachsenden und sich verändernden Beziehung.

Leider. Oft stört mich etwas das finanzielle Unterschiede, obwohl vorhanden, kaum Problem darstellen. Natürlich verstehe ich das Autoren, denen es in diesem Moment nicht darum geht, Armut darzustellen, dieses Thema etwas unter den Tisch fallen lassen.

Aber ist die Gesellschaft heutzutage wirklich so offen, dass finanzielle Unterschiede, oder Unterschiede des Standes, immer einfach so akzeptiert werden?

Die Charakterentwicklung gefällt mir sehr gut und der Stil ist mal wieder perfekt. Ich freue mich auf den dritten Abschluss Band der Reihe.

 

ISBN 978-3-492-06592-4

Piper (everlove), 2024

400 Seiten

Dienstag, 26. August 2025

„Rocky Beach – Eine Interpretation“ (Comic) von Hanna Wenzel

Text von Christopher Tauber

Die erste von C. Taubers Weitererzählungen der Drei Fragezeichen (Nachfolger vgl. Post v.19.04.2025).

 

Inhalt:

Die Drei Fragezeichen, Justus, Peter und Bob, 20 Jahre nach ihrem letzten Jugendabenteuer, das leider tragisch geendet hat.

 

Meinung:

Leider insgesamt eine Enttäuschung für mich, wenn auch nicht so extrem wie der zweite Band „Justus Jonas“, den ich versehentlich zuerst gelesen habe.

Alles ist dunkel, überall herrscht Kriminalität und schlechte Stimmung – es passt alles so rein gar nicht zu den Drei Fragezeichen Geschichten. Wer bei diesen Comics eine klassische Detektivgeschichte unserer gefeierten Jugendhelden erwartet, wird bitterlich enttäuscht.

Das Thema dieser Geschichte fand ich aber durchaus wichtig: es handelt unter Anderem von Misshandlung Minderjähriger. Sehr dunkel.

 

ISBN 978-3-440-16562-1

KOSMOS, 2020

200 Seiten

Montag, 25. August 2025

„Badger Books (1) - Words unspoken“ von Kathinka Engel

Inhalt:

Die Agentin Camille verrät dem Lektor Bash unbeabsichtigt, dass sie den bekannten Street Poet Jethro vertritt. Dieser lässt sich darauf ein, seine Gedicht bei Badger Books rausbringen zu lassen. Auch Camille und Bash kommen sich immer näher. Aber als Bash den mysteriösen Jethro persönlich kennenlernt, änder sich alles.

 

Meinung:

Es handelt sich hierbei ums ein sehr gefühlvolles Buch. Die Protagonistin ist geprägt von Selbstzweifel und macht sich innerlich ständig fertig. Damit können sich bestimmt viele, vor allem junge Mädchen identifizieren. Mir persönlich war die Geschichte etwas zu voraussehbare, trotzdem bin ich gespannt auf die weiteren zwei Bücher der Reihe. Ich hab hier schon eine Vermutung, worum es gehen wird und hoffe, dass es da noch ein besonderen Kniff gibt. Ich mache lieber eine größere Rezension am Ende.

 

ISBN 978-3-492-06591-7

Piper (everlove), 2024

400 Seiten

Samstag, 21. Juni 2025

„Babel“ von R. F. Kuang

Inhalt:

Robin ist ein kantonesischer Junge, der mit erleben muss, für seine Mutter an der Cholera stirbt. Kurz darauf erscheint ein englischer Professor, der ihn ins London des 19. Jahrhunderts mit nimmt und ihn dort weiter in Sprachen unterrichten lässt. Später studiert Robin an der Universität von Oxford Sprachen am Institut Babel.

 

Meinung:

Hier wird auch mit Silberwerken gearbeitet, die mit den richtigen Wortarten versehen, mächtige Verstärkung oder Zauber bewirken können.

Aber wer wird dafür ausgebeutet?

Wir erleben nahezu Robins ganzes Leben. Seit innerer Konflikt wird zum Ende immer stärker: soll er sich dem englischen Reichtum ergeben oder gegen Ausbeutung und Krieg ankämpfen?

Das Thema Ausbeutung und Revolution ist in diesem Roman all gegenwärtig. Die Autorin versteht es auf geschickte Weise, die Entstehung einer Bürgerrevolte darzustellen.

Die Charaktere sind spannend und vielschichtig. Als Leser hätte ich mir gewünscht, manchmal mehr über sie zu erfahren.

Geschrieben ist das Buch aus Robins Sicht.

Besonders schön finde ich alles, was man über Sprache und Literatur erfährt. Insgesamt ist der Roman ein Muss für jeden Buchliebhaber. Am liebsten möchte man bei den Diskussionen der Charaktere teilnehmen und selbst in Babel studieren. Umso dramatischer ist der Wandel, der in Robin vorgeht und alles, was daraus entsteht.

Einfahrt zieht der Geschichte ist das am Ende nur mit Gewalt eine Lösung gefunden werden konnte. Diese Aussage ist bestimmt vielen Kritikern so krass und eventuell nicht mehr zeitgemäß. Hier wird kein Pazifismus gepredigt.

Aber man muss auch nicht mit der Hauptfigur über einstimmen. Das bleibt dem Leser selbst überlassen.

Andere Themen sind Rassismus und Familie, sowie Freundschaft und Aufopferung. Das Rassismus-Thema ist allgegenwärtig und wird von verschiedenen Sichtpunkten beleuchtet.

Der Kolonialismus spielt eine große Rolle und wird von der Autorin bis ins Detail auseinandergenommen. Das passt aus meiner Sicht gut zu diesem Dark Academia Roman.

Natürlich handelt es sich hierbei um einen Fantasy Roman, aber der Wahrheitsgehalt der Geschichte klingt immer mit.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es jedem Viel-Leser ans Herz legen.

Ich verstehe aber nicht, warum sich scheinbar viele Leser mit diesem Werk äußerst schwertun. Ich fand es zu keiner Zeit langweilig, und der Stil hat mir auch sehr gut gefallen.

Empfehlenswert.


Zitate:

„[..] Reisen klingt schön, bis dir auffällt, dass du eigentlich nur mit einer Tasse Tee und einem Stapel Bücher daheim vor dem Kamin sitzen willst.“

Seite 114

„[..] Ich ertrinke. Und ich ertrinke schon so lange, und ich wollte einen Ausweg, aber ich habe keinen gefunden, der sich nicht – nicht völlig verantwortungslos anfühlt. „

Seite 704

 

ISBN 978-3-8479-0143-3

Bastei Lübbe von 2023 (c.2022)

740 Seiten

Montag, 26. Mai 2025

„Idefix (3) - Lutetia, du bist so wunderbar!“ (Comic) von P. Fenech und D. Etien

Text: M. Lachenaud, O. Serrano

Inhalt:

Das Schwert des Camulogenos

Das geräucherte Lutetia

Der Wecker Lutetias

 

Meinung:

Das vierte Buch dieser Reihe, das ich gelesen habe. Die Comics sind unterhaltsam, könnten aber noch mehr mit dem ursprünglichen Asterix-Werken in Verbindung treten. Anspielen darauf würde ich durchaus begrüßen.

Weiterhin machen die kleinen einfachen Wortspiele Spaß und der Stil gefällt mir auch sehr gut.

Das die Reihe sich an jüngere Leser richtet, sind die Geschichten nicht sonderlich spannend. Das stört mich aber nicht.

Dennoch werde ich jetzt erst mal eine Pause mit dieser Reihe machen.

Empfehlenswert vor allem für jüngere Leser.

 

ISBN 978-3-7704-0723-1

Egmont, 2022

70 Seiten

Samstag, 3. Mai 2025

„kidz4kids - WorldWideWords“ von div. Autoren

Inhalt:

Es handelt sich hierbei um 35 Erzählungen/Texten von Kindern und Jugendlichen aus aller Welt, die über ihre Flucht oder ihr aktuelles Leben erzählen.

 

Meinung:

Die meisten Texte sind von Flüchtlingen aus Syrien, die meist zwischen elf und 20 Jahre alt sind, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Einige Kinder haben schlechte Erfahrungen auch in Deutschland gemacht. Die meisten sind aber froh in Deutschland angekommen. Zu seinen fühlen sich hier wohl, schreiben Sie zumindest. Ich denke, alle haben hier auch Diskriminierung und das Rassismus erfahren. Ich hoffe sehr, dass die positiven Erfahrungen jedoch überwiegen.

Wer hier ein Schreckensbericht von Gewalt, Terror und Tod erwartet, liegt falsch. Ich denke, dass viele Kinder dies auch erlebt haben aber darüber zu schreiben wären noch mal eine ganz andere Sache.

Gemäß der Herausgeberin sind die Texte im Buch zufällig angeordnet. Abgeschlossen wird der Erzählband mit zwei Bildern von Kindern, die vermutlich noch nicht schreiben können, oder wollen. Das letzte Bild wirkt verstörend auf den Leser. Das Kind hat gemalt, wie Leute erschossen werden und zwar eine ganze Menschengruppe.

Die meisten Flüchtlinge sind übers Mittelmeer im kleinen Booten gekommen, die überbesetzt waren. Anlaufstelle Griechenland und von dort aus nach Deutschland.

Bei den Texten wird deutlich, dass alle die schöne Zeit in ihrem Heimatland vermissen. Die Flucht hat die Kinder entwurzelt. Die Sprachbarriere in Deutschland hat oft zu Problemen geführt. Ich hoffe, sie können hier trotzdem glücklich werden.

 

ISBN 978-3-9814244-9-2

Anuschka Weyand Buchverlag, 2016

114 Seiten

Montag, 28. April 2025

„Normale Menschen“ von Sally Rooney

Inhalt:

Connell und Marianne kennen sich seit der Schule und begegnen sich über die Jahre immer wieder - sowohl freundschaftlich als auch sexuell. Finden sie auch zusammen?

 

Meinung:

Das Buch ist auf einer besonders interessante Weise geschrieben. Die Sicht wechselt immer vom einen zum anderen Charakter und beleuchtet damit die aktuellen Ereignisse ganz unterschiedlich.

Eigentlich kann man die Beziehung als tragisch bezeichnen. Missverständnisse sorgen oft dazu, dass sich die beiden wieder voneinander entfernen. Der Leser leidet mit.

Das rührt meiner Meinung nach auch daher, dass sich die Tragik im Laufe des Romans immer mehr verdichtet. Zu Beginn scheinen die jugendlichen Sorgen noch weitaus weniger schlimm, als die Situationen der späteren Jahre. Zugleich lernt man die Charaktere aber auch immer besser kennen.

Die Autorin versteht es auch immer wieder Kleinigkeiten einzubauen, die uns die Hauptpersonen besser verstehen lassen. Dennoch stagnieren diese auch nicht, sondern haben auch Höhen und Tiefen.

Sehr gut geschrieben, aber ich frage mich doch, ob man diesen Roman tatsächlich als modernen Klassiker bezeichnen kann. So habe ich es schon von Influencern bereits gehört.

Für mich hat das Buch auf jeden Fall einen Alleinstellungscharakter, da ich kein vergleichbares Werk kenne.

Insgesamt hat mir das Lesen großen Spaß gemacht. Es ist nicht langweilig und wurde sich auch gut an 1-2 Tagen lesen lassen.

Empfehlenswert.


Zitat:

Sie drückte seine Hand, und er drückte ihre so fest, dass es fast weh tat, und diese kleine Geste der Verzweiflung seinerseits ließ sie lächeln.

Ich vergebe dir, sagte sie.

Danke. Ich glaube, ich habe daraus gelernt. Und hoffentlich habe ich mich geändert, du weißt schon, als Mensch. Aber ganz ehrlich, wenn ich mich geändert habe, dann wegen dir.

Sie hielten unter der Decke weiter ihre Hände, sogar nachdem sie eingeschlafen waren.

(Seite 113, Februar 2012)

 

ISBN 978-3-630-87542-2

Random House, 2020 (c.2018)

320 Seiten

Donnerstag, 24. April 2025

„Anna Karenina“ von Lew Tolstoi

Inhalt:

Die russische Oberschicht in den Jahren 1875-1878 ist entsetzt: die unglücklich verheiratete Anna Karenina betrügt ihren Mann mit dem charismatischen Graphen Wronski.

Parallel versucht der Gutsbesitzer, Lewin, eine Familie zu gründen.

 

Meinung:

Die beiden Hauptcharaktere des Romans, Anna und Lewin, kennen sich kaum und begegnen sich nur einmal. Da sie aber den gleichen Bekanntenkreis haben, erfahren wir die Geschichte auf mehreren Ebenen.

Beiden Charakteren wie fährt eine starke Veränderung innerhalb der wenigen Jahre, in der dieser Roman spielt. Wir lernen Annas Gefühlswelt genauso kennen wie die Lewins. Dennoch unterscheiden sich beide Charaktere enorm.

Der Autor versteht es außerordentlich, die Gefühlslage von Personen und deren Gedanken zu verdeutlichen. Tolstoi arbeitet nicht nur mit inneren Monologen, sondern schafft es auch die innere Zerrissenheit der Figuren darzustellen.

Hier kommt es auch oft vor, wie man es auch von sich selbst kennt, dass man Entschlüsse, die man gefasst hat, vielleicht nicht immer in die Tat umsetzen kann. Auch wenn sich ein Charakter noch so sehr Gedanken über seinen zukünftiges Handeln gemacht hat, fehlt ihm dann vielleicht doch der Mut oder alles kommt anders, als er es sich vorgenommen hat.

Diesen Stil in einem Roman umgesetzt, habe ich bisher erst selten erlebt.

Der Wechsel ins Innere einer Figur kommt manchmal fließend und ist äußerst gut gelungen. Als Beispiel möchte ich hier die Jagdzähne aus der Sicht der Hündin anbringen, die mich diesbezüglich sehr beeindruckt hat.

Entgegen anderer Kritiken aus dem Internet haben mich die landwirtschaftlichen Stellen überhaupt nicht gelangweilt. Wir lernen Lewin hier auf eine bestimmte Art kennen, die seine eigene Reise später noch mal ganz anders beleuchtet. Daher finde ich diese Szenen enorm wichtig. Wenn man sich bei anderen Romanen vielleicht beschweren mag, dass die Charakterentwicklung zu kurz kommt, muss man hier auch das gesamte erkennen. Für Lewins Charakter sind die Erfahrungen mit den Bauern wichtig.

Über den Inhalt möchte ich hier gar nicht spoilern. Ich kann aber sagen, dass ich die Handlung höchst interessant fand. Da ich so wenig Bezug zu russischen Geschichte habe, habe ich alles, was ich erfahren hab gern gelesen.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt.

Zitat 1:

“Mag sein. Trotzdem ist das für mich befremdlich, wie es jetzt auch für mich befremdlich ist, dass wir Menschen vom Land versuchen, möglichst rasch satt zu werden, um wieder ans Werk gehen zu können, während wir beide jetzt versuchen, möglichst lang nicht satt zu werden, und dazu essen wir Austern...“

“Versteht sich“, bestätigte Stepan Arkadjitsch. „Aber dies ist doch das Ziel der Bildung: alles zum Genuss werden zu lassen.“

“Na, wenn dies das Ziel ist, bleibe ich lieber unzivilisiert.“

“Bist du sowieso. Ihr Lewins seid alle unzivilisiert.“

(Seite 60)

Zitat 2:

Stepan Arkadjitsch musste lächeln. Nur zu gut kannte er dieses Gefühl Lewins, wusste, dass sich für ihn alle Mädchen dieser Welt in zwei Kategorien unterteilten: die einen, das waren alle Mädchen dieser Welt außer ihr, und die hatten alle menschlichen Schwächen und waren sehr gewöhnliche Mädchen; die anderen, das war sie allein, sie hatte keine Schwächen und stand hoch über der gesamten Menschheit.

(Seite 62)

Zitat 3:

Einer Dame von Welt oder der Mutter eines achtjährigen Sohnes glich Anna überhaupt nicht, eher einem zwanzigjährigen Mädchen dank der Geschmeidigkeit ihrer Bewegungen, ihrer Frische und der auf ihrem Gesicht stets zu findenden Lebhaftigkeit, die bald im Lächeln, bald im Blick aufbrechen wollte, wäre nicht der ernste, manchmal traurige Ausdruck ihrer Augen gewesen, der Kitty verwunderte und anzog. Kitty spürte, dass Anna vollkommen schlicht war und nichts verbarg, aber dass sie eine andere, höhere Welt in sich trug, komplizierte und poetische Interessen, zu denen Kitty keinen Zugang hatte.

(Seite 113)

 

ISBN 978-3-446-23409-3

Hanser, 2009 (c.1878)

1.286 Seiten (inkl. Anhang und Nachwort)

Samstag, 19. April 2025

„Justus Jonas - Eine Interpretation“ (Comic) von Marius Pawitzla

 (Nachfolger von Rocky Beach  - Eine Interpretation)

Text von Christoph Tauber

Inhalt:

Die Geschichte die von unserem Lieblingsdetektiv, Justus Jonas, aufgedeckt wird, zieht sich über mehrere Jahrzehnte und spielt hauptsächlich in den Jahren 1962, 1975 und 1993.

 

Meinung:

Was aus den Drei Fragezeichen, Justus, Peter und Bob, wurde, will ich hier nicht verraten. Natürlich war das erste Mal die Frage, die mich am brennend interessiert hat, was der Autor aus ihren Lebensgeschichten entwickelt hat.

Insgesamt stellt sich die ganze Szenerie äußerst düster da, was noch durch den besonderen schwarz-weiß Stil des Comics betont wird. Nachdem man die erst mal verwirrenden Zeitsprünge verdaut hat, merkt man sehr schnell, dass dieser Zeichenstil genau richtig gewählt wurde.

Wir befinden uns in einer Welt voller Kriminalität, Gewalt und Drogen. Eine sehr düstere Darstellung Hollywoods über die Jahrzehnte hinweg.

Die Graphic Novel richtet sich an Erwachsene (auf dem Cover steht extra, dass sie erst ab 16 Jahren geeignet ist). Somit hat sie wenig mit der fiktiven Welt der Drei Fragezeichen zu tun. Wenn man damit klarkommt, findet man hier eine sehr spannende Geschichte, die äußerst interessant erzählt wird.

Wer hier eine heile Welt erwartet hat, wird enttäuscht. Für mich hätten die Autoren aber dennoch mehr auf die anderen Charaktere eingehen können. Teilweise sind die unterschiedlichen Figuren verwirrend, weil sie sich mitunter sehr ähnlich sehen. Insgesamt kann man der Geschichte aber gut folgen.

Zum Schluss gibt es noch einen oder zwei Ungereimtheiten. An dieser Stelle muss ich auch sagen, dass am Ende steht „Fortsetzung folgt“, was mich eher frustriert hat. Ich habe hier eindeutig eine abgeschlossen und in sich runde Geschichte erwartet. Dem ist nicht so, schade.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Folgeband unbedingt lesen will.

 

ISBN 978-3-440-17752-5

KOSMOS, 2025

162 Seiten

Freitag, 18. April 2025

„Idefix (2) - Ins Fressnäpfchen getreten“ (Comic) von Jean Bastide und Philippe Fenech

Text: Hervé Benedetti, Michel Coulon, Simon Lecocq und Nicolas Robin

Inhalt:

Das Ei des Labienus

Die Halsband-Affäre

Die Statue des Labienus

 

Meinung:

Wie beim ersten Band der Reihe, handelt es sich hier um eine sehr nette Comicreihe für zwischendurch.

Es macht Spaß, die Geschichten rund um Idefix und seine Hundebande zu lesen und erinnert ein immer an die geliebten Asterix Bände.

Ich werde auch noch die anderen Bücher der Reihe lesen und am Ende ein Gesamteindruck schreiben.

 

ISBN: 978-3-7704-0712-5

Egmont, 2022

70 Seiten

Freitag, 4. April 2025

„Mythen der Antike - Die Odyssee“ (Comic) von Giuseppe Baiguera und Giovanni Lorusso

Text/Layout: Luc Ferry

Inhalt:

Diese Graphic Novel über die Irrfahrten des Odysseus (bekannte griechische Sage) ist in vier Kapitel plus Nachwort, welches Erläuterungen und kurze Erklärung des philosophischen Ansatzes enthält, eingeteilt.

 

Meinung:

Die Zeichnungen sind eher einfach, unterstreichen in ihrer Klarheit, aber den Charakter des gesamten Werkes.

Dieser Comic hat mir auf wunderbare Weise das Werk näher gebracht, so dass ich jetzt Lust habe, den Originaltext (natürlich in der Übersetzung) zu studieren.

Es hat mir großen Spaß gemacht.

Das Nachwort des Herausgebers hat erstaunlich viele Informationen gegeben und kurze Erläuterung über den Hintergrund des Werkes vermittelt.

Interessant fand ich hierbei auch, dass nicht das ganze Werk einfach nur wiedergekäut wurde, sondern eher auf die philosophischen Aspekte eingegangen wird.

Zusätzlich werden Begriffe erklärt die durch dieses Werk (Die Odyssee von Homer) Einzug in unseren Sprachgebrauch erhalten haben.

Darüber hinaus werden in diesem Nachwort einige Gemälde abgebildet, die unterschiedliche Szenen des Werkes darstellen. Das finde ich überaus interessant.

Ich muss unbedingt mehr aus dieser Reihe lesen.


Zitat aus dem Erläuterungsteil über Mythen der Antike:

Sagen wir es einfach und auf den Punkt gebracht: Für Odysseus geht es darum, den Übergang vom Krieg zum Frieden zu bewerkstelligen, von Eris (der Zwietracht) zu Eros, vom Hass zur Liebe, vom Chaos zu Harmonie, vom Exil zur Heimkehr, kurzum, vom schlechten zum guten leben. Das ist der Zweck seiner Reise, die genau genommen eine philosophische ist, eine Suche nach Sinn und Weisheit.

Weiteres Zitat aus dem Anhang (nach André Comte-Sponville):

„Weise der, dem es gelingt, etwas weniger zu bereuen (das heißt, etwas weniger in der Vergangenheit zu leben), etwas weniger zu hoffen (also etwas weniger Zeit in der Zukunft zu leben) und dafür ein wenig mehr zu lieben (mehr in der Gegenwart zu leben).“ (nach Nietzsche: „Nimm dein Schicksal an.“)

 

ISBN 978-3-96219-408-6

227 Seiten inkl. Nachwort/Erläuterungen

Splitter Verlag, 2021 (Original v. 2016)

Dienstag, 18. März 2025

„Idefix (1) - Römer müssen draußen bleiben“ (Comic) von J. Bastide

P. Fenech (2. Illustrator)

Text: M. Choquet, Y. Coulon, J. Erbin

Inhalt:

Ein weiterer Band (drei Geschichten)rund um Geschichten des kleinen Hundes, Idefix, aber nicht in einem wehrhaften Dorf in Gallien, sondern in der „Großstadt“ Lutetia.

 

Meinung:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Comic, der offensichtlich an Kinder gerichtet ist, angesiedelt in der Asterix Welt.

Abgesehen von Idefix tauchen auch immer wieder Gutemine und Majestix auf, sehr zur Freude von alten Asterix Fans.

Was macht Spaß den Comic zu lesen und die vertretenen Tiersprüche finde ich auch ganz süß.

Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bände der Reihe lesen.

 

ISBN: 978-3-7704-0704-0

Egmont, 2022

70 Seiten

„Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez

Inhalt:

Über hundert Jahre im Leben der kolumbianischen Familie Buendias, die im 19. Jahrhundert schon manchen Krieg und viele Affären erleiden musste. Dennoch sind sich alle Familienmitglieder in ihrer teilweise selbst auferlegten Einsamkeit sehr ähnlich.

 

Meinung:

Der Roman von 1967 hat mich schwer bewegt, womit ich tatsächlich nicht gerechnet habe. Es ist eines von diesen Werken, was einen im Inneren berührt. Man kann förmlich die feuchte Luft spüren und die Kalk gegen Wände sehen, sowie das Alter und die Einsamkeit der leeren Räume hören. Das klingt nicht nur melancholisch, sondern das Buch stimmt nicht melancholisch.

Was habe ich von dem Roman erwartet? Bestimmt nicht dieses Familienepos, bei dem mich zunächst verwunderte, dass die Hälfte der Familienmitglieder den gleichen Vornamen haben. Wenn man weiter liest, merkt man aber, dass alles ein Zusammenhang hat, tief miteinander verwoben ist.

Einzig hätte ich mir gewünscht, etwas mehr geographischen und geschichtlichen Zusammenhang über dieses nordkolumbianische Gebiet zu haben, nahe der Sierra und unweit einer Küste.

Mir war außerdem lange nicht klar, zu welcher Zeit der Roman spielt. Wenn ich es recht bedenke, hätte die Geschichte aber auch genauso gut heute spielen können. Wobei einem bei einem solchen Plot doch wieder klar wird, gut man es in seinem Leben hat.

Verwunderlich, dass, obwohl die Familienmitglieder so eng miteinander leben, scheint die Familienbande doch sehr schlecht zu sein in diesem Werk. Lässt sich das auf unser heutiges Leben übertragen? Leben wir nur nebeneinander her und hören einander gar nicht recht zu? Haben wir tiefe Gefühle für einander? Ich denke schon.

Umso dramatischer wirkt der Roman und das Leben der Familie Buendias.

Ich glaub, ich werde noch einen Stammbaum der Familie im Internet suchen, um mir alles noch mal in Erinnerung zu rufen.

Dieses Buch gesellt sich meiner Meinung nach zu Recht ein in die Liste der 100 wichtigsten Bücher der Neuzeit.


Zitat:

In der Tat, sie litten an der Krankheit der Schlaflosigkeit. Ursula, die von ihrer Mutter in die Heilkraft der Pflanzen eingeführt worden war, bereitete ein Gebräu aus Eisenhutblättern, das sie allen zu trinken gab, doch sie schliefen nicht ein, hatten stattdessen den ganzen Tag über Wachträume. In diesem Zustand überspannter Hellsicht sahen sie nicht nur eigene Traumbilder, sondern auch die aus den Träumen der anderen. Es war, als habe sich das Haus mit Gästen gefüllt.

(Seite 60)

 

ISBN 978-3-462-05021-9

Kiepenheuer & Witch, 2017 (c.1967)

520 Seiten 

Montag, 10. März 2025

„Was ist was - Im Orbit des Neptun“ (Comic) von Carlos Arroyo

Skript von Falk Holzapfel

Inhalt:

Hierbei handelt es sich um einen Comic für Kinder rund um das Thema Planeten und Raumfahrt. Die Jugendlichen und der Professor fliegen mit einem kleinen Raumschiff durch unser Sonnensystem, während der Leser einige wenige interessante wissenschaftliche, Details erfährt.

 

Meinung:

Normalerweise finde ich Comic Umsetzung von Sachbüchern immer recht gut, hier wurde ich aber etwas enttäuscht. Für mein Verständnis ist die Geschichte zu abgehakt. Ich hatte teilweise Probleme der Handlung zu folgen. Zum Beispiel sagt der Professor, dass ihnen jetzt „nur noch eins zu tun“ bleibt - und dann wird gar nicht gesagt, was das ist. Sehr irritierend.

Auch die wissenschaftlichen Infos finde ich teilweise verwirrend. An einer Stelle erfährt man, dass der Durchmesser des Mondes ein Viertel so groß ist wie der Durchmesser der Erde. Aber die Erklärung, dass das nicht bedeutet, die Erde wäre viermal so groß wie der Mond, bleibt jedoch aus. Das kann besonders für Kinder ein falsches Bild geben.

Die Charaktere werden vor der eigentlichen Geschichte auf einer Innenseite des Klappentextes vorgestellt. Während der Geschichte erfährt man eigentlich nichts mehr über die Hauptfiguren. Das ist sehr schade, denn so entwickelt man kein richtiges Gefühl für die Figuren.

Der Running Gag mit der Begonie, die eigentlich eine Geranie war, hat mich am Ende eigentlich nur noch genervt.

Die Zeichnung hingegen gefallen mir sehr gut und der Comic bietet genug Action, um für Kinder interessant zu sein.

Ich würde mir noch ein Buch aus der Reihe ausleihen, um es zu lesen. Eine Kaufempfehlung, besonders für Kinder, würde ich aber nicht geben.

 

ISBN 978-3-7704-0863-4

egmont, 2024

50 Seiten

Samstag, 8. März 2025

„Das Einhörnchen das rückwärts leben wollte“ von Walter Moers

Inhalt:

Zwanzig „Flabeln“ die in unterschiedlichen Gebieten Zamoniens spielen.

 

Meinung:

Diese kleine Geschichten Sammlung von Walter Moers hat mir sehr Spaß gemacht. Die Geschichten waren einfallsreich und interessanter, als ich zuerst erwartet hatte.

Teilweise sind sie politisch angehaucht, teilweise philosophisch. Viele haben ein blutiges Ende, aber das passt gut zum gesamten Stil dieses Buches. Ganz nach dem Motto, dass Fabeln oder Märchen ruhig auch mal erschrecken dürfen.

Besonders die Wortspiele, die der Autor sich überlegt hat, haben mich erfreut. Hier schlägt mein literaturbegeistertes Herz höher.

Zum Glück konnte mich dieses Werk von Moers wieder überzeugen. Wenn es mir nicht gefallen hätte, hätte ich wahrscheinlich überlegt, kein Buch mehr von ihm zu kaufen.

Aus meiner Sicht lassen seine Werke immer mehr nach.

Dieses Buch war kurzweilig und hat mir Spaß gemacht.


Zitat:

„ Moment mal? Heißt es tatsächlich kofussieren?“, fragte er sich halblaut. „ Nein, es heißt fokussieren, oder? Herrje, ich rede ja schon wieder mit mir selbst! Ich bin total durch den Wind.“

Der Zyklop begab sich in die Vorratskammer der Insel, um ein paar Gefangene bei lebendigem Leib zu verspeisen, denn das macht er immer, wenn er seine Nerven beruhigen wollte.

(S. 48, „Das Monokel des Zyklopen“)

 

ISBN 978-4-328-60342-9

Penguin Verlag, 2024

166 Seiten

Mittwoch, 5. März 2025

„Die geheime Geschichte“ von Donna Tartt

Inhalt:

Richard ist neu am College, kann griechisch und möchte Teil der geheimnisvollen Gruppe junger Studenten werden, die alte Sprachen studieren.

 

Meinung:

Diese Gesellschaftsstudie behandelt viele unterschiedliche Themen. Was anfängt wie ein Roman rund ums erwachsen werden, endet in einem Psychothriller der besonderen Art und begründet ein neues Sub-Genre: Dark Academia.

Wir erleben denn mittellosen Studenten, der einfach nur Teil einer Gruppe werden möchte, sich dabei aber fast verliert, bevor er sich überhaupt selbst findet.

Da er der neue der Gruppe ist, lebt die Geschichte davon aus seiner Art Sicht erzählt zu werden. Sein Abstand zur Gruppe wird aber am Ende immer weniger.

Es geht um Psychologie der tiefsten Art. Das unbewusste und darum, inwieweit man Einfluss auf seine Effekte haben kann. Das lässt sich schwer in Worte fassen.

Die Autorin lässt uns mit dem erzählerischen Ich eine Entwicklung durchmachen, die verschiedene Stadien hat. Zu Beginn möchte Richard einfach irgendwo dazugehören und ist sich nicht mal sicher, ob er sich in die Gruppe überhaupt integrieren kann später erlebt er Freundschaft ist aber immer noch misstrauisch sein Kameraden gegenüber. Am Ende entwickelt sich eine rechte Paranoia, die den Ereignissen geschuldet ist.

Obwohl ich zuletzt nach circa 80 % des Romans dachte, ich weiß genau was passieren wird. War ich vom Ende doch überrascht. Schön zu sehen, dass es immer noch Romane gibt, die dies schaffen.

Es gibt nur einige wenige Stellen, die ich etwas gekürzt hätte. Die vielen Seiten rund um die Beerdigung hätte die Autorin auch deutlich knapper verfassen können, meiner Meinung nach. Hier war ich kurz versucht, das Buch aus der Hand zu legen, bin aber am Ende froh, dass ich es fertig gelesen habe.

Durch die sehr kleine Schrift handelt es sich hierbei schon um einen richtigen Wälzer. Dennoch habe ich es für meine Verhältnisse in sehr kurzer Zeit verschlungen, was für das Buch spricht.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin Bret Easton Ellis in der Widmung nicht erwähnt hätte. So muss ich leider zugeben, dass ich doch etwas vor eingenommen war. Vor kurzem hatte ich sein neuestes Buch, The Shards, gelesen und war nicht so begeistert, wie die allgemeine Kritik aktuell hergibt. Ich muss schon sagen, dass mich Tartts Stil an Ellis erinnert. Eindeutig ein gutes Buch, aber nicht unbedingt mein Geschmack. Teilweise für mich zu ausschweifend in Beschreibung von Belanglosigkeiten. Diese tragen zwar zur Atmosphäre bei, verlängern das Werk für mich jedoch unnötig. Außerdem erscheinen die Charaktere überdurchschnittlich viel zu leiden und die Gesellschaft wird durchweg negativ dargestellt.

Daher habe ich mich entschieden von der Autorin wohl im nächster Zeit kein Buch mehr zu lesen. Ich würde mich erst mal wieder Klassiker und anderen Genres.


Zitat:

„Auf nichts weiter. Nur, dass mein Leben zum überwiegenden Teil ziemlich Schal und farblos geworden ist. Tot, meine ich. Die Welt war für mich immer ein leerer Ort. Ich war außer Stande, mich an den einfachsten Dingen zu freuen. Ich fühlte mich tot bei allem, was ich tat.“ Er streifte sich die Erde von den Händen. „ Aber dann wurde es anders“, sagte er. „ in der Nacht, als ich diesen Mann umbrachte.“

Ich war entsetzt – und auch ein bisschen bestürzt – über die Gans und unverblümt Erwähnung eines Sachverhalts, der eine stillschweigende Übereinkunft, gemäß nahezu ausschließlich mit Codes, Stichwörtern und 100 verschiedenen Euphemismen bezeichnet wurde.

„ Es war die wichtigste Nacht meines Lebens“, sagte er ruhig. „ Sie hat mich befähigt, zu tun, was ich mir immer am meisten gewünscht habe.“

„Und das wäre?“

„ zu leben, ohne zu denken.“

(Kapitel 8, Seite 503/504)

 

ISBN 978-3-442-48057-9

Goldmann Verlag, TB Ausgabe von 2014 (Copyright 1992)

574 Seiten