Montag, 31. Dezember 2018

„Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen - Das Originaldrehbuch“ von J. K. Rowling


Inhalt:

Alle sind auf der Suche nach Credence Barbone, den Obscurus, der den Auroren in New York entkommen ist. Außerdem muss der gefährliche Zauberer Gellert Grindelwald nach England überführt werden. Doch er entkommt und versucht die magische Gemeinschaft tief zu spalten. Was können Newt Scamander und seine Freunde dagegen schon ausrichten?

 

Meinung:

Dieses Mal habe ich das Drehbuch gelesen nachdem ich den Film gesehen hatte. Das hat mir sogar besser gefallen als andersrum, wie beim ersten Teil der Pentalogie.

Dieser zweite Teil gefällt mir viel besser als der Erste. Die Geschichte ist spannender und auch wesentlich düsterer.

So erinnert der Film / das Drehbuch eher an die letzten Harry Potter Filme.

Man merkt, dass sich die Geschichte ganz langsam schließen wird und ahnt schon einige Wendungen. Es wird ein deutlicher, großer Bogen gespannt zu der „alten Geschichte“ rund um Voldemort, Dumbledore und Harry Potter.

So warte ich jetzt schon gespannt darauf, wie sich alles entwickeln wird und welche Personen noch vorkommen werden, von denen man vielleicht schon gehört hat.

In diesem Zusammenhang bin ich auch gespannt auf die Nebengeschichte rund im Nagini. Wir wissen ja, wie ihre Geschichte endet. Nach diesem Buch habe ich aber großes Mitleid mit ihr. Sowas mag ich.

Hoffentlich wird der nächste Teil wieder so gut wie dieser hier...

 

ISBN 978-3-551-55709-4

Carlsen, 2018

302 Seiten

Sonntag, 30. Dezember 2018

„Kein Wort zu Mami“ von Toni Maguire


Inhalt:

Toni sitzt im Hospiz und wartet darauf, dass ihre Mutter stirbt. Nun endlich lässt sie die 40 Jahre alte Erinnerung zu, über ihre Kindheit - sie hat die kleine Antoinette verdrängt...

Als sie sieben Jahre alt ist beginnt ihr Vater sie zu vergewaltigen. Bis sie mit 14 von ihm schwanger wird und zur Abtreibung genötigt wird. Doch auch nachdem ihre Geschichte aufgedeckt ist, findet sie keinen Frieden. Für die Gesellschaft ist sie genau so schuldig wie ihr Vater.

 

Meinung:

In dem Buch geht es weniger um die vielen Straftaten des Vaters, als um die Enttäuschung dass ihre Mutter ihr nie geholfen hat und dass sie auch sonst von der Gesellschaft ausgegrenzt wird - eigentlich von Allen die davon erfahren.

Diese psychische Ebene beschreibt Maguire sehr gut. Vermutlich um die Ereignisse überhaupt schildern zu können, wird hierbei ein recht kühler Ton angeschlagen.

Ich merke deutlich wie große Probleme die Autorin damit hat Emotionen zu zeigen. Das macht die Geschichte nur noch trauriger.

Am Ende gibt es auch kein großes Glück. Man kann nicht sagen, dass sie alles überwunden hat.

Dadurch wirkt die Geschichte noch krasser. Die Hoffnungslosigkeit greift richtig auf mich über. Das schockiert.

Ich habe bereits andere Bücher zu diesem Thema gelesen und kann sagen, dass hier die psychische Schwäche von Toni sehr zum denken anstößt. In den meisten Büchern dieser Art findet die Hauptperson durch ihre innere Stärke irgendeinen Weg ins eigene Glück. Nicht aber Toni.

Umso erstaunlicher, dass sie das Buch trotzdem geschrieben hat.

Das lässt vermuten, dass es noch viel mehr Fälle familiären Missbrauchs gibt, als irgendeine Dunkelziffer erraten könnte.

Bis zum Tod ihrer Mutter spielt Toni selbst weiter mit bei dem Spiel „heile Familie“. Erschreckend.

 

ISBN 978-3-8289-2988-3

Weltbild (RM), 2007 (c.2006)

300 Seiten

Donnerstag, 27. Dezember 2018

„Daddy, warum hast du mir das angetan?“ von Tracy Black (Pseudonym)

Inhalt:

Tracy wird sieben Jahre lang von ihrem Vater missbraucht, vergewaltigt, geschlagen und dann auch noch an andere Männer weitergegeben. Der ganze Horror fängt an als sie fünf Jahre alt ist und ihre Mutter (wie später oft) für einige Wochen ins Krankenhaus muss.

 

Meinung:

Es handelt sich bei diesem Buch um einen Erfahrungsbericht.

Schonungslos schildert die Autorin die Jahre des Missbrauchs. Der Roman geht wirklich unter die Haut.

Zwischendurch wird deutlich, dass sie ihre Erinnerung lange Jahre der Prüfung unterzogen hat. Sie reflektiert und kommentiert oft, dass sie Vermutungen über die genauen Hintergründe anstellt. So bemerkt Sie des häufigeren, dass die Ereignisse auf sie als kleines Kind anders gewirkt haben und ihr natürlich erst im Nachhinein alle Gräuel und wahrscheinlichen Umstände klar wurden.

Ich hege keinerlei Zweifel an all ihren Schilderungen. Die gleichförmige Erzählstruktur lässt durchscheinen, dass sie einfach nur die Ereignisse schildert.

Warum kommt überhaupt die Frage auf, ob alles wahr ist...? Tracy schreibt selbst davon, dass es in der Gesellschaft noch nicht verankert ist, offen über Missbrauch zu sprechen und den Opfern zu glauben. Das finde ich auch sehr tragisch. Es nimmt mich mit, wenn sie berichtet wie weder ihre Sozialbetreuerin (nach ein paar Jahren wird sie ein sehr rebellisches Kind), noch ihre Mutter ihr glauben als sie vom jahrelangen Missbrauch durch ihren Vater erzählt.

Sie erzählt ihre Geschichte sehr spannend und klar, was die Grausamkeit der Ereignisse nicht runter spielt.

Besonders die erste Hälfte des Buches fesselt den Leser - danach beginnt man die Abgestumpftheit von Tracy, die sie sich nach ein paar Jahren eingestehen muss, nachzuvollziehen. Ihr Horror scheint endlos.

Es handelt sich meiner Meinung nach um ein wichtiges Buch über Missbrauch, weil deutlich wird wie schlecht die Opfer sich auch Jahre später noch fühlen und sich auch immer wieder mit ihren Erinnerungen quälen müssen.

Meiner Meinung nach wird außerdem noch deutlich, wie einfach es sein kann hilflose Personen zu terrorisieren und ihre Gedanken zu manipulieren.

Der Roman geht wirklich unter die Haut und hat mir fast eine ganze schlaflose Nacht beschert, in der ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.

Als nächstes muss ich mir erst mal wieder leichtere „Kost“ zu Gemüte führen...

 

ISBN 978-3-8289-5588-2

Weltbild (RM), 2017

302 Seiten

Samstag, 22. Dezember 2018

„Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ von Walter Moers

Inhalt:

Eine mythenmetzsche Abschweifung in Form eines Briefes. Hildegunst von Mythenmetz lässt sich über seine Abneigung gegenüber dem dreitägigen Fest „Hamoulimepp“ aus, was unserem Weihnachten äußerst ähnlich ist.

 

Meinung:

Der Briefroman soll wohl eine satirische Sicht auf unser Weihnachtsfest darstellen. Zum Beispiel werden weihnachtliche Bräuche und Mythen auf die Schippe genommen. Außerdem wird kritisiert, dass den Kindern alle Märchen als wahr „verkauft“ werden und dann wiederum eine Desillusionierung stattfindet, wenn die Kinder erfahren, dass alles erstunken und erlogen ist.

Bereits von schlechten Kritiken beeinflusst, hätte ich keine hohen Erwartungen an das Buch. Dadurch wurden diese auch nicht enttäuscht. Denn, obwohl es sich nicht um einen Roman handelt und man auch nicht von tiefgreifender Lyrik sprechen kann, so sind die kleinen Ausschweifungen doch unterhaltsam, wenn man sich darauf einlässt.

Ich denke es sollte genau das sein was es ist, ein kleines Weihnachtsbuch das hübsch aufgemacht ist und besonders Fans von Walter Moers und Zamonien gefallen soll. Das hat es zumindest bei mir geschafft.

Die Illustrationen von Lydia Rode finde ich sehr ansprechend. Hier stört mich nur, dass man zu den zugehörigen Bildern immer ans Ende des „Briefes“ Blättern muss und quasi den Anhang studieren soll. Das hätte man genauso gut nach jedem Kapitel/Absatz entsprechend platzieren können. So musste ich immer mit meinem Finger im Schlussteil hängend weiterlesen...

Der Brief an sich kommt dann auch je auf 51 Seiten, was natürlich etwas kurz ist für ein Werk von Walter Moers und den Verdacht anregt, es handelt sich nur um Geldmacherei. Aber wenn man den Anhang, die „Taxonomischen Tafeln“, als Comic oder Kunstwerke betrachtet, finde ich, so kommt man auch auf seine Kosten. Immerhin zählt man für eine Graphic Novel auch gut und gerne mal 15€ und mehr.

Worüber ich mich etwas ärgere, ist die Leseprobe am Ende des Buches. Hier bekommt man einen Vorgeschmack auf einen neuen Roman von Walter Moers (erzählt von Hildegunst von Mythenmetz), „Der Bücherdrache“.

Ich kann nicht verstehen, dass Moers nicht endlich seinen lang angekündigten Roman (seit 2011), „Das Schloss der träumenden Bücher“, rausbringt. Ich finde es unmöglich, dass der Vorgänger mit einem Cliffhanger endet und die Geschichte nicht zu Ende geschrieben wird. Etwas schwach von Moers. So sinkt er leider mit jedem weiteren Buch das er rausbringt in meinem Ansehen...

Insgesamt finde ich den Briefroman einigermaßen unterhaltsam, aber nur aus zwei Gründen.

Erstens, ich bin schon ein großer Fan von allen Moers-Romanen (mit den Comic kann ich weniger anfangen).

Zweitens habe ich mir bei lesen immer wieder vorgestellt Dirk Bach würde das Buch vorlesend. Er hat aus meiner Sicht eine begnadete Vorstellung bei „Ensel und Krete“ abgegeben. Wenn also Hildegunst von Mythenmetz erzählt, höre ich in meinem inneren immer Dirk Bachs Stimme und muss einfach lächeln...

 

ISBN 978-3-328-60071-8

Penguin, 2018

106 Seiten

Freitag, 21. Dezember 2018

„Tarzan bei den Affen“ von Edgar Rice Burroughs


Inhalt:

Tarzan ist der Sohn eines englischen Lords und wird im Dschungel geboren, nachdem seine Eltern von Meuterern dort ausgesetzt wurden. Als Vater und Mutter umkommen nimmt sich die Affenmutter, Kala, seiner an. Tarzan wächst im Dschungel auf, ist dem Rätsel seiner Herkunft aber auf der Spur...

 

Meinung:

Ich muss sagen, jetzt bin ich ein richtiger Tarzan Fan. Niemals hätte ich erwartet, dass mich die Geschichte so in ihren Bann ziehen wird. Ich bin überrascht von der Intensität der Erzählung und der Wirkung auf mich.

Tarzan besticht durch seine animalische Männlichkeit. Er wirkt auf mich wie ein mächtiger Halbgott. Ich kann gut verstehen, dass das Buch bereits nach dem Erscheinen ein totaler Erfolg war. Hier wird eine starke und intelligente Persönlichkeit beschrieben, die am Ende sogar echte Weisheit verkörpert.

Natürlich muss ich sagen, dass die Darstellung der Menschenaffen aus heutiger Sicht nicht mehr zu unterstützen ist - werden diese doch als relativ blutrünstige Biester dargestellt, die mit Vorliebe rohes Fleisch essen und des Öfteren wie wildgeworden aufeinander losgehen...

Die Liebesgeschichte wird äußerst dramatisch eingebaut und das erwartete happy end bleibt leider aus. Das ist zwar einerseits schade, andererseits merke ich aber jetzt schon, dass genau diese Wendung noch bei mir nachhallen wird und ich noch ab und zu daran denken werde.

Ich bin überaus beeindruckt von diesem Abenteuer Roman. Ein unerwartetes Lesevergnügen.

 

Zitat:

Als er zu Boden gefallen war, setzte Tarzan von den Affen seinem Todfeind, der ihn sein Leben lang verfolgt hatte, den Fuß ins Genick, blickte zum Vollmond empor, warf ungestüm sein junges Haupt zurück und stieß den wilden und furchteinflößenden Ruf seines Volkes aus.

Nacheinander ließen sich die Stammesmitglieder von ihrer Zuflucht in den Baumwipfeln  herunterfallen und bildeten einen Kreis um Tarzan und seinen besiegten Feind. Als alle beisammen waren, wandte er sich zu ihnen.

„Ich bin Tarzan“, rief er.

(Seite 82)

 

ISBN 978-3-453-41045-9

Heyne, 2013 (c.1912)

332 Seiten

Freitag, 14. Dezember 2018

“Ready Player One” von Ernest Cline

Inhalt:

2045: die Welt befindet sich in einer absoluten Energiekrise. Die Menschheit flüchtet sich in eine virtuelle Realität. Hier entflammt ein Wettbewerb der besonderen Art, es geht um Alles.

Kann unser Held Wade, Alias Parzival, gewinnen...?

 

Meinung:

Das Buch ist mega cool. Ein Muss für alle Nerds und solche, die es gerne wären.

Es richtig sich meiner Meinung nach hauptsächlich an Leute, die in den Siebzigern und Achtzigern geboren wurden. So versteht man fast alle Anspielungen auf die Popkultur der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Das Buch „lebt“ davon, dass man viel wiedererkennt.

Die Geschichte ist gut geschrieben und der Protagonist wirkt vertrauensvoll und ausgeglichen. Vielleicht etwas zu ausgeglichen für die äußeren Umstände und seinen eigenen Hintergrund.

Malwieder haben wir hier einen Helden der niemals verzagt und dem alles gelingt. Das ist vielleicht der einzige Kritikpunkt, der mir auf die Schnelle einfällt.

Es wirkt auch etwas unrealistisch auf mich, dass er die genannten Filme und Spiele schon zigmal durch haben soll. Und das, obwohl er noch täglich acht Stunden zur Schule „geht“. Aus meiner Sicht: unmöglich. Naja. Sagen wir: künstlerische Freiheit.

Natürlich ist das Ende voraussehbar. Dennoch wird es beim Lesen nicht langweilig. Ich habe mich total in dem Buch verloren und war irgendwie voll in der Geschichte.

Für mich handelt es sich hierbei um eine Pflichtlektüre für alle Freunde von alten Sitcoms und Videospielen. Aber auch für Alle die auf jeglichen anderen Nerdy Stuff stehen - so wie ich.

Nachtrag, 15.12.2018, 22:50h:

Natürlich wollte ich es mir nicht entgehen lassen und auch den Film „Ready Player One“ (2018, Regie: Steven Spielberg) anschauen. Davon bin ich total enttäuscht. Ich glaube nicht, dass meine Erwartungen zu hoch gesteckt waren. Leider muss ich feststellen, dass der Film sich fast gar nicht an die Romanvorlage hält. Ich kann mir irgendwie gar n ihr vorstellen, dass der Autor damit einverstanden war... abgesehen von der virtuellen Realität, der Oasis, und den drei Schlüsseln, gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Unglaublich. Und für mich auch, unglaublich schlecht gemacht. So birgt der Film auch viele unlogische und unwahrscheinliche Momente. Schade, weil das Buch so intelligent und gut durchdacht ist. Der ganze Spaß den ich beim Lesen hatte, ging im Film total flöten. Im Buch habe ich mich fast wie in einem alten Dungeon Crawler gefühlt, im Film ist eine der ersten Szenen ein simuliertes Autorennen... echt schlecht. Sorry.

 

Zitat:

Die OASIS war vom ersten Tag an ein Riesenerfolg. Sie war etwas, wovon die Menschen seit Jahrzehnten geträumt hatten. Die „Virtuelle Realität“, die ihnen schon so lange versprochen worden war, was endlich da, und sie übertraf all ihre Vorstellungen. Die OASIS war eine Online-Utopie, ein Holodeck für zuhause. Und das überzeugendste Verkaufsargument? Sie war kostenlos.

(Seite 20)

 

ISBN 978-3-596-29659-0

Fischer, 2018 (c.2015)

540 Seiten

Mittwoch, 28. November 2018

„Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben


(NACHTRAG)

Leider habe ich diesen Post in 2018 vergessen zu bloggen und trage ihn per 2026 nach, kann deswegen auch nicht mehr viel dazu sagen. Aber an dieser Stelle möchte ich gern erwähnen, dass ich zu diesem Buch in der Zwischenzeit auch die Graphic Novel (ausdrückliche Empfehlung von mir) und als Bildband (mit Originaltext) gelesen habe.

 

Ich kann dieses Sachbuch nur wärmstens weiterempfehlen – JEDEM. Ein absolutes Muss in dem Sektor. Sollte meiner Meinung nach jeder mal gelesen haben – danach geht man mit anderen Gedanken durch den Wald und immer mit offenen Augen. Topp.

 

Zitat:

Wasser ist einer der Schlüsselfaktoren für das Wachstum der Wälder, hier können Buchen perfekt punkten. Um ein Kilogramm Holz zu produzieren, verbrauchen sie 180 Liter Wasser. Das klingt viel? Die meisten anderen Baumarten benötigen mit bis zu 300 Litern knapp doppelt so viel, und das ist entscheidend für die Fähigkeit, schnell nach oben zu wachsen und andere Arten zu verdrängen.

(Seite 175)

 

ISBN 978-3-453-28067-0

Ludwig Verlag, 2015

225 Seiten

Donnerstag, 22. November 2018

„Eine Handvoll Worte“ von Jojo Moyes


Inhalt:

Ellie findet im Archiv der Zeitung für die sie arbeitet einen 40 Jahre alten Liebesbrief, der von einer verbotenen Liebe zeugt. Doch was wurde aus den beiden Verliebten von damals? Und wie kommt Ellie mit ihrer eigenen Affäre mit einem verheirateten Mann klar? Jennifer wacht nach einem schweren Autounfall mit Gedächtnisverlust auf. Kann sie sich an ihren verbotenen geliebten überhaupt erinnern?

 

Meinung:

Der Roman hatte aus meiner Sicht Höhen und Tiefen. Teilweise habe ich mich beim Lesen etwas gelangweilt und auf eine andere Sicht der Dinge gewartet.

Gegen Ende wurde es dann zwar wieder deutlich besser, aber ich hatte ziemlich schnell erraten worauf alles hinausläuft.

Daher kann ich für die Schlussszene nicht so viel Leidenschaft aufbringen, wie man wohl hoffen konnte. Mit anderen Worten: der Roman hat mich wenig überrascht.

Der Inhalt des Buches berührt mich dennoch, da es für mich wirklich h anschaulich Veränderungen der sozialen Gefüge und Anschauungen über Liebe, Partnerschaft, Treue, Ehe und Freundschaft der letzten 40-50 Jahre darstellt. Das Bild was Moyes vermitteln möchte wird sehr deutlich.

Der Erzählstil mit seinen zeitlichen Sprüngen und gleichzeitigem Wechsel von verschiedenen Erzählern, unterstreicht den Kontext über die oben genannte Veränderung. Der Aufbau wirkt während dem lesen nicht künstlich und ist damit für mich sehr gelungen konstruiert.

Insgesamt muss ich aber sagen, dass das Buch wenig spannend für mich war und das Ende leider viel zu voraussehbar.

Zwischendurch h habe ich mich immer malwieder gelangweilt, was ich auch nicht positiv bewerten kann.

Ich mag wie Moyes schreibt und werde auf jeden Fall auch noch den Folgeroman zu „Ein ganzes halbes Jahr“ lesen.

 

Zitat:

Seit Tagen hatte sie kaum geschlafen oder gegessen. In den meisten Nächten lag sie bis in die frühen Morgenstunden wach und wartete darauf, dass irgendetwas geschah.

(Seite 259)

 

ISBN 978-3-499-26776-5

Rowohlt, 2013 (c.2010)

590 Seiten

Dienstag, 9. Oktober 2018

„Die Rächer (1) - Steelheart“ von Brandon Sanderson

 Bild-Quelle: amazon.de

 

Inhalt:

David ist zehn Jahre alt, als sein Vater von dem mächtigen Epic Steelheart vor seinen Augen umgebracht wird.

Fast ein Jahrzehnt später wird er Mitglied der Widerstandsgruppe „Die Rächer“ und bekommt die Gelegenheit sich an dem übermenschlich stärken und scheinbar unverwundbaren Bösewicht zu rächen...

 

Meinung:

Die Geschichte kommt recht originell daher. Es geht nicht um Superhelden, sondern um Superbösewichte, die die Menschheit kontrollieren. Es wird ein endzeitlich anmutendes Szenario dargestellt, bei dem es nur noch ums überleben geht. Sehr spannend und gut erzählt.

Der Hauptcharakter, David, hat viel durchgemacht und kommt mir dafür leider etwas zu beschwingt vor. Das wirkt nicht sehr realistisch. Aber seine positive Art hätte hier nicht fehlen dürfen, sonst wäre alles doch zu düster geworden.

Dennoch wirkt der Roman auf mich eher wie ein Jugendroman. Da David trotz aller Action und Drama noch sehr jung auf den Leser wirkt.

Das Ende hätte für meinen Geschmack etwas aufregender sein können. Man hatte der Geschichte eine starke Aussage verleihen können, dafür wären aber noch ein paar Seiten zusätzlich notwendig geworden. Es ist doch sehr abrupt aus. Schade.

Die Liebesgeschichte des Buches wirkt etwas konstruiert und die Auflösung ist lediglich halbherzig.

Trotzdem gefällt mir das Buch insgesamt sehr, sehr gut. Die Story ist spannend, es ist gut geschrieben und man fiebert mit dem Hauptcharakter mit.

Eine gelungene Mischung aus Fantasy und Science Fiction.

 

ISBN 978-3453268999

Heyne, 2014 (c.2013)

448 Seiten

Mittwoch, 15. August 2018

„Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ von Thomas Mann

 Inhalt:

Fünf Generationen und alle Familienoberhäupter sterben immer früher. Fast kommt es mir so vor, als erleben wir eine „Benjamin-Button-Geschichte“. Alle werden immer jünger. Aber je jünger die Familienmitglieder werden, desto weniger erfolgreich sind sie im Leben. Wobei die Frauen sehr konstant sind in der Geschichte. Es wird aber deutlich, dass das Schicksal der Frauen als Nebensache betrachtet wird. Dennoch bleiben sie am Ende als einzige übrig. Trotz allem Streben der Männer, überlebt keiner von ihnen Abgesehen von Onkel Christian, der aber in einer Nervenheilanstalt einsitzt.

 

Meinung:

Wenn ich bedenke, dass es sich um eine erste große Familien Saga handelt, bin ich schon beeindruckt von dem Roman. An die Sprache muss man sich erst mal gewöhnen und nicht alle Worte die verwendet werden sind mir bekannt. Aber insgesamt ist das Buch sehr gut geschrieben. Es gibt keine Verzettelungen in Unwichtigkeiten. Man bekommt immer mehr das Gefühl, dass alles auf einander aufbaut und in Zusammenhang steht. Jede getroffene Entscheidung hat eine Auswirkung. Wie im echten Leben.

Das Buch ist gar so realistisch geschrieben, dass man denken kann, dass alles genau so passiert ist. Man kann sich die Figuren gut vorstellen, aber eine echte Tiefe entsteht nicht. Die Charaktere sind sehr typisch und verändern sich nicht. Auch die vom Leben gebeutelte Toni wird am Ende immer noch so beschrieben, dass sie ihre Jugendlichkeit bewahrt hat. Auch sie entwickelt sich nicht wesentlich, wobei sie eine der Leitfiguren des Romans ist.

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang skeptisch war, ob mir das Buch gefallen wird. Und ich bin positiv überrascht worden. Die Geschichte ist sehr unterhaltsam.

Dennoch hätte ich mir ein paar mehr Umwelteinflüsse und Zeitgeschehen gewünscht. Es gibt zwar Szenen und Ansichten die erläutert werden, aber wenn man bedenkt über wie viel Jahrzehnte das Buch geht, kriegt man doch wenig von den äußeren Umständen mit.

Und weil die Familie keine wirklichen Geldsorgen hat, können sie auch relativ problemlos leben (und sterben). Hier gibt es zu wenig Konfliktpotential.

Alles in Allem gefällt mir das Buch sehr gut. Am Ende war ich auch irgendwie traurig, als alles auseinander gegangen ist und die Familie nicht fortbesteht. Aber der Titel ließ das ja schon durchblicken, also keine große Überraschung.

Ein großes Werk für seine Zeit.

 

Zitat:

[..] Und vierzehn Tage waren vorbei, und Hanno sagte sich und beteuerte es jedem, der es hören wollte, daß jetzt noch eine Zeit komme, so lang wie Michaelisferien. Allein das war ein trügerischer Trost, denn war die Höhe der Ferien erreicht, so ging es abwärts und gegen Ende, schnell, so fürchterlich schnell, daß er sich an jede Stunde hätte klammern mögen, um sie nicht vorüberzulassen, und jeden Seeluftatemzug verlangsamen, um das Glück nicht achtlos zu vergeuden.

Aber die Zeit verging unaufhaltsam [..]

(Seite 634)

 

ISBN 3-10-048243-3

Fischer, 1960/1974  (c.1901)

760 Seiten

Montag, 2. Juli 2018

„Der Große Trip“ von Cheryl Strayed

 Inhalt:

Der Titel ist Programm. Es geht um ihre Wanderung auf dem Pacific Crest Trail, bei der sie über 1000 Kilometer zurücklegt.

 

Meinung:

Cheryl Strayed schildert eindringlich mit welchen Widrigkeiten sie auf ihrer großen Wanderung zu kämpfen hatte. Sie packt ihren Rucksack zu voll, sie hat die falschen Schuhe, sie kann nicht gut mit dem Kompass navigieren, usw.

Man leidet richtig mit. Sie erzählt so oft von ihren schmerzenden, kaputten Füßen, dass ich manchmal nicht glauben konnte, dass sie die Wanderung bis zum Ende durchzieht (bis zu dem Ziel, dass sie sich gesetzt hat).

Da bekommt man schon ein wenig Angst vor „richtigem“ Wandern. Das ist gut gemacht. Und alles wirkt noch intensiver, weil man weiß, dass es sich hierbei um einen Erfahrungsbericht handelt.

Ich muss sagen, dass ich froh bin, dass sie bei der Wahrheit geblieben ist. Es wäre einfach gewesen eine Fiktion daraus zu machen und ihre Erfahrungen noch dramatischer und schrecklicher zuzuspitzen, aber auch zu verziehen. An dieser Stelle mein Dank an die Autorin.

Und weil das Buch so herrlich realistisch ist, wirkt es auch nicht als New Age Roman, oder Selbstfindungsklamauk. Tatsächlich bin ich von dem Buch positiv überrascht. Es hat mir besser gefallen als „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling.

Überraschenderweise hat mich das Buch sogar so stark beeinflusst, dass ich mir richtig oft vorgestellt habe, ich wäre selbst auf dieser Wanderung. Dann bin ich aus meinen Tagträumen erwacht und habe mich zurückgesehnt an die Orte in dem Buch, an ihr Erlebnis.

Und nach dem Lesen habe ich „Minimalismus“ gegoogelt. Denn das Buch will auf jeden Fall auch eine Weisheit mitteilen: man braucht eigentlich nicht viel um glücklich zu sein, man findet das Glück oft in den kleinen Dingen, es kann befreiend sein wenig zu haben, denn das bedeutet auch wenig Ballast zu haben

Irgendwie hat es mich doch sehr berührt, obwohl es keine große Geschichte war...

 

ISBN 978-3-641-04602-6

Kailash, 2013 (Copyright 2012)

372 Seiten

Dienstag, 2. Januar 2018

„Whisper“ von Isabel Abedi

 Bild-Quelle: amazon.de

 

Inhalt:

Noa zieht mit ihrer Mutter und deren schwulen Freund für den Sommer in ein Haus im Westerwald. In dem kleinen Dorf kennt jeder jeden. Bei einem harmlosen Séance Spiel nimmt sie Kontakt zu dem Geist von Eliza auf - sie wurde in diesem Haus ermordet...

 

Meinung:

Das ist bereits das zweite Buch von Isabel Abedi, das ich gelesen habe. Es gefällt mir wieder so gut wie das Andere.

Das Buch ist kurzweilig und spannend geschrieben.

Ich mag die Charaktere sehr gerne, obwohl in dem Roman einige stereotypen bedient werden. Alles in Allem werden die Personen ausreichend beschrieben und bekomme mehr Tiefe als ich das von anderen Jugendbüchern gewohnt bin.

Es gibt einige wenige überraschende Wendungen, insgesamt ist es aber recht voraussehbar.

Die Handlung gefällt mir ganz gut, auch wenn es sich um einen Thriller handelt, was mir ja meistens nicht so gefällt.

Man merkt deutlich das Jugendbuch Genre, geht es doch auch um die zerwühlten Gefühle der halbwüchsigen Noa. Sie ist frisch verliebt und denkt oft nur an Küsse usw :)

Das Buch hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Bücher von Abedi zu lesen ist so schön erfrischend - keine nicht enden wollende Mehrteiler, sondern spannende kurze Geschichten...

 

Zitat:

Noa kicherte, stemmte sich gegen die Griffe und nahm Anlauf. Die langen Flure mit den bis zur Decke reichenden Regalen waren menschenleer, sodass der Wagen richtig in Fahrt kam. David pfiff durch die Zähne und Noa lief noch schneller, stellte ein Bein auf das Eisengestell, schob mit dem anderen nach und lachte laut heraus. So leicht. So leicht konnte man sich fühlen, wenn man glücklich war.

(Seite 54, Kapitel 4)

 

ISBN 978-3-401-02999-3

Arena, 2009 (Copyright 2005)

280 Seiten