Inhalt:
Eine mythenmetzsche Abschweifung
in Form eines Briefes. Hildegunst von Mythenmetz lässt sich über seine
Abneigung gegenüber dem dreitägigen Fest „Hamoulimepp“ aus, was unserem
Weihnachten äußerst ähnlich ist.
Meinung:
Der Briefroman soll wohl eine
satirische Sicht auf unser Weihnachtsfest darstellen. Zum Beispiel werden
weihnachtliche Bräuche und Mythen auf die Schippe genommen. Außerdem wird
kritisiert, dass den Kindern alle Märchen als wahr „verkauft“ werden und dann
wiederum eine Desillusionierung stattfindet, wenn die Kinder erfahren, dass
alles erstunken und erlogen ist.
Bereits von schlechten Kritiken
beeinflusst, hätte ich keine hohen Erwartungen an das Buch. Dadurch wurden
diese auch nicht enttäuscht. Denn, obwohl es sich nicht um einen Roman handelt
und man auch nicht von tiefgreifender Lyrik sprechen kann, so sind die kleinen
Ausschweifungen doch unterhaltsam, wenn man sich darauf einlässt.
Ich denke es sollte genau das
sein was es ist, ein kleines Weihnachtsbuch das hübsch aufgemacht ist und
besonders Fans von Walter Moers und Zamonien gefallen soll. Das hat es
zumindest bei mir geschafft.
Die Illustrationen von Lydia Rode
finde ich sehr ansprechend. Hier stört mich nur, dass man zu den zugehörigen
Bildern immer ans Ende des „Briefes“ Blättern muss und quasi den Anhang
studieren soll. Das hätte man genauso gut nach jedem Kapitel/Absatz
entsprechend platzieren können. So musste ich immer mit meinem Finger im
Schlussteil hängend weiterlesen...
Der Brief an sich kommt dann auch
je auf 51 Seiten, was natürlich etwas kurz ist für ein Werk von Walter Moers
und den Verdacht anregt, es handelt sich nur um Geldmacherei. Aber wenn man den
Anhang, die „Taxonomischen Tafeln“, als Comic oder Kunstwerke betrachtet, finde
ich, so kommt man auch auf seine Kosten. Immerhin zählt man für eine Graphic
Novel auch gut und gerne mal 15€ und mehr.
Worüber ich mich etwas ärgere,
ist die Leseprobe am Ende des Buches. Hier bekommt man einen Vorgeschmack auf
einen neuen Roman von Walter Moers (erzählt von Hildegunst von Mythenmetz),
„Der Bücherdrache“.
Ich kann nicht verstehen, dass
Moers nicht endlich seinen lang angekündigten Roman (seit 2011), „Das
Schloss der träumenden Bücher“, rausbringt. Ich finde es unmöglich, dass
der Vorgänger mit einem Cliffhanger endet und die Geschichte nicht zu Ende
geschrieben wird. Etwas schwach von Moers. So sinkt er leider mit jedem
weiteren Buch das er rausbringt in meinem Ansehen...
Insgesamt finde ich den
Briefroman einigermaßen unterhaltsam, aber nur aus zwei Gründen.
Erstens, ich bin schon ein großer
Fan von allen Moers-Romanen (mit den Comic kann ich weniger anfangen).
Zweitens habe ich mir bei lesen
immer wieder vorgestellt Dirk Bach würde das Buch vorlesend. Er hat aus meiner
Sicht eine begnadete Vorstellung bei „Ensel und Krete“ abgegeben. Wenn also
Hildegunst von Mythenmetz erzählt, höre ich in meinem inneren immer Dirk Bachs Stimme
und muss einfach lächeln...
ISBN 978-3-328-60071-8
Penguin, 2018
106 Seiten