Dieser Roman wird 1964
veröffentlicht und erscheint im deutschsprachigen Raum als vorletzter Band der
Tarzan Reihe. In meinem Sammelband kommt dieses Buch nach dem letzten Buch
(Tarzan und die Schiffbrüchigen), was mich eher irritiert.
Inhalt:
Tarzan verfolgt einen Mann der
sich als Tarzan aushiebt und in dessen Namen viel Unheil angerichtet hat unter
Tarzans Freunden und Verbündeten.
Meinung:
In diesem Roman tritt Tarzan
verhältnismäßig selten in den Mittelpunkt der Handlung. Er wirkt auf mich eher
wie ein allgegenwärtiger Nebencharakter.
Die meiste Zeit über geht es um
Sandra, die vom falschen Tarzan verschleppt wird in das versteckte Königreich
Alentejo.
Sie wird immer wieder von
jemandem geraubt oder eingesperrt. Das vermittelt das Bild einer zwar
intelligenten aber hilflosen jungen Frau. Untermauert wird es davon, dass sie
sich zuletzt in ihren Entführer verliebt, was für mich nicht zur Handlung
passt, ist sie doch zum Beispiel so erschrocken von seinen grausamen Taten, die
sie teilweise selbst miterlebt...
In diesem Roman werden die
Eingeborenen Stämme und deren brauche stärker beleuchtet. Das finde ich zwar
interessant, aber ich weiß nicht in wie weit es der Realität entsprochen hat.
In dem Nachwort von Georg Seeßlen
wird mehrfach betont, dass Burroughs niemals den afrikanischen Kontinent
besucht hat. Außerdem wissen wir ja, dass sich die Tarzan Abenteuer auch
teilweise als Science Fiction einstufen lassen.
Dieses Wissen verdirbt den Lesespaß
aber keineswegs. Die Figur des Tarzan bleibt für mich mysteriös und
interessant.
Seeßlen bezeichnet die Geschichte
für mich treffend als „Mythos“. Auf dem Buchrücken meines Sammelbandes heißt es
„Legende“. Ich finde beides richtig.
Schade, dass Seeßlen im letzten
Kapitel die Freude an seinem Nachwort und den Spaß an Tarzan in der Popkultur
etwas verdirbt, wenn er davon schreibt, dass das „Kindergeburtstagsmusical,
diese beliebige Mittelstandsmoral [...]“ kritisiert.
Ich bin begeistert von den Tarzan
Büchern. Ich muss jetzt zwar kein anderes davon mehr lesen (die drei Gelesenen
genügen mir), aber der Mythos bleibt mir bestimmt immer in Erinnerung.
Ein sehr unterhaltsames Abenteuer
das ich als Klassiker empfinde.
ISBN 978-3-453-41045-9
Heyne, 2012 (c.1964)
202 Seiten