Donnerstag, 7. März 2019

„Ruf der Wildnis“ von Jack London

Bild-Quelle: amazon.de

Inhalt:

Buck ist ein Mischlingshund, halb Bernhardiner, halb Deutscher Schäferhund und lebt ein sorgenfreies Leben auf einer Farm. Eines Tages wird er vom Gärtner an einen Hundehändler verkauft und landet im Schnee und Eis des Nordwestens von USA und Kanada. Das Goldfieber ist im Yukon-Gebiet ausgebrochen und er muss als Schlittenhund so manches erleiden.

Am Ende hört er den Ruf der Wildnis.


Meinung:

Mich hat es schon seit längerem gereizt ein Buch von Jack London zu lesen. Ich bin ein großer Fan von dem Film „Into the Wild“ und dieses Buch gehört zur Pflichtlektüre des Protagonisten.

Es geht um den Weg zur Freiheit. Nachdem alle Ketten gesprengt sind, auch noch die eigenen Fesseln zu überwinden und sich gänzlich von der Welt loszulösen.

Auch im Roman trauert Buck seiner Vergangenheit nicht nach. Sein Blick ist meistens auf das Hier und Jetzt gerichtet.

Jedoch manchmal nimmt der Hund die Verbindung zu längst vergangenen Zeiten auf und hat Visionen von der Zeit als Mensch und Hund sich aneinander gewöhnt haben.

Diese Szenen sind erstaunlich gut hineingearbeitet und wirken weder verklärt, noch esoterisch. Dafür ist die Darstellung der gesamten Geschehnisse viel zu realistisch und zu hart. Gefällt mir sehr gut.

Aus meiner Sicht handelt es sich bei diesem Werk um einen Klassiker der Literatur. Für seine Zeit hat London einen modernen Abenteuerroman geschrieben in ganz neuem Stil.

Das Buch ist kurzweilig und mitreißend. Man fühlt die Entbehrungen und Ungerechtigkeiten, die Buck in seinem Leben erfahren muss. Am Ende freue ich mich über seine Flucht aus einer Welt der Beschränkungen, Misshandlungen und Grenzen. Er ist frei und ich fühle mit ihm.

 

ISBN 978-3-4733-9171-4

Ravensburger, 1991 (c.1903)

96 Seiten

Montag, 4. März 2019

„You go me on the cookie” von Dana Newman

Inhalt:

Dana Newman berichtet von ihrem abenteuerlichen Weg zur deutschen Sprache. Wie sie über Jahre hinweg immer wieder über deutsche Ausdrücke gegrübelt hat und welchen Fällen und Fettnäpfchen sie erlegen ist.

 

Meinung:

Das kleine Büchlein ist sehr unterhaltsam geschrieben, so dass ich es in kurzer Zeit gelesen habe. Erst am Ende ist mir aufgefallen, dass sie das Buch erst in Englisch geschrieben hat und es übersetzen lies. Schade. Ich würde ihr zutrauen, dass sie auch auf Deutsch schreiben könnte. Sie ist ja mittlerweile eine richtige Deutsch-Expertin...

Ich mag ihre liebevolle und positive Art. Deswegen war ich mir auch direkt sicher, dass ich das Buch kaufen muss wenn es erscheint. Und ich würde nicht enttäuscht.

Das Buch hilft mir auch mein Englisch zu verbessern, weil manche Redewendungen und Ausdrücke so eingehend beschrieben sind, dass mir ihr Unterschied jetzt auch verinnerlicht wurde. Zumindest habe ich das Gefühl. Ob ich es anwenden könnte sei dahingestellt. (Über das „sei“ hat sie sich auch ausgelassen...)

Am schönsten finde ich immer die Stellen wo sie von Situationen mit ihrem Ehemann, Stefan, schreibt. Die Beiden sind so ein süßes Paar.

Ich schaue mir Danas Blog immer sehr gerne an und bin danach immer ein kleines bisschen erheitert. Oder sogar glücklicher?

Das Buch hat mich öfters zum Schmunzeln gebracht, oder sogar auch mal zum Lachen.

Vielleicht würde es mir nicht so gut gefallen, wenn ich die Autorin nicht schon seit Jahren auf YouTube verfolge, aber ich bin von dem Buch begeistert.

 

Zitat:

Englisch: Million

Deutsch: Million

Yay, passt!

 

Englisch: Billion

Deutsch: Billion

Uaaahhh!

Die deutsche Billion ist nämlich nicht dieselbe wie die amerikanische. Eine deutsche Billion ist eine amerikanische trillion, und eine amerikanische billion wiederum ist im Deutschen eine Milliarde. Wer braucht Feinde, wenn man solche falschen Freunde hat?

(Seite 52)

 

ISBN 978-3-442-17775-2

Goldmann, 2019

210 Seiten

Sonntag, 3. März 2019

„Pavel Pock und die Wunderschreibmaschine“ von Hermann Multhaupt

Bild-Quelle: booklooker.de

Inhalt:

Pavel muss mit seiner Frau die geliebte Heimatstadt Pockkretzliberg verlassen, weil er als Dichter und Geschichtenschreiber nicht mehr genug verdienen kann. Eine Fee hilft ihm und schenkt ihm eine Wunderschreibmaschine...

 

Meinung:

Die Erzählung ist von einem traurigen Unterton getragen und wirkt dadurch sehr einfühlsam.

Es handelt sich um ein Bild gegen die schnelllebige Welt in der wir alle Leben. Das Streben nach Reichtum und Ruhm wird kritisiert und Glück als gesamtes Bild hinterfragt.

Die Geschichte ist kurz und prägnant. Sie regt zum Nachdenken an, was mir sehr gefällt.

Ich muss nur leider kritisieren, dass durch die kleine Erzählung alles moderne und Wünsche nach Wohlstand etwas verteufelte werden. Hier gibt es keinen Mittelweg und alles fühlt sich für mich nach Schwarz oder Weiß an. Das mag ich eigentlich nicht so. Aber weil ich mir natürlich darüber bewusst bin, dass es extra so zugespitzt dargestellt wird, um eine gewisse Verständlichkeit zu garantieren, kann ich das gut für mich ertragen.

Das Buch liest sich wie ein Märchen der Neuzeit und ist aus meiner Sicht auch gut geschrieben. Davon könnte ich auch gerne mehr lesen.

 

Paderborn, Bonifatiuswerk der Kinder ca. 1985

32 Seiten

Freitag, 1. März 2019

„Mörder ohne Gesicht“ von Henning Mankell

Inhalt:

Kommissar Wallander ermittelt in einem Doppelmord. Ein altes Ehepaar wird in einer kalten Januarnacht bestialisch ermordet. Die Frau konnte vor ihrem Tod noch den Hinweis auf Ausländer geben. Als die Presse davon erfährt geht eine ganz andere Jagd los und schließlich wird auch Wallander bedroht.

 

Meinung:

Der Roman stellt sich gleichzeitig als Charakterstudie zu der Person des Kommissar Wallander heraus.

Kurt Wallander wurde vor kurzem von seiner Frau verlassen. Er ist traurig und muss aufpassen nicht zum Alkoholiker zu werden.

Der Leser begleitet ihn auch durch seinen kompletten Alltag. Doch neben seinem Beruf bleibt ihm kaum Freizeit und man kann seine Ermattung nachfühlen.

Das Buch glänzt dadurch, dass Wallander alles andere als perfekt dargestellt wird. Er hat Macken und Kanten und trifft auch immer wieder schlechte Entscheidungen. Das gefällt mir sehr gut.

Die Kriminalgeschichte finde ich weniger interessant. Klar möchte man wissen wer der Mörder ist, aber wirkliche Spannung kommt nur an wenigen Stellen auf.

Umso erstaunter bin ich, dass es sich um einen Thriller handeln soll. Wallander erlebt zwar ein oder zwei gefährliche Situationen, in diese hat er sich aber selbst hinein manövriert. Er wird weder von den Bösewichten verfolgt, noch wird er psychisch fertig gemacht (zumindest nicht wirklich, bzw. er ist selbst nicht ängstlich deswegen).

Daher kann ich das Buch nicht als Thriller einstufen, sondern „nur“ als Krimi. Was nicht heißt, dass ich das schlechter finde.

Ich wollte unbedingt mal ein Buch von Mankell lesen, da er ja ein viel gefeierter Autor der Neuzeit ist. Insgesamt muss ich aber sagen, dass meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Habe mir irgendwie doch mehr von dem Buch versprochen. Vor allem hat es mir an Spannung gefehlt. Das ist aber auch sehr schwierig umzusetzen, bei einem Roman der gerade mal etwas mehr als 330 Seiten dick ist...

 

ISBN 978-3-423-20232-9

dtv, 1999

334 Seiten