Donnerstag, 25. April 2019

„Betty und ihre Schwestern“ (Little Women) von Louisa May Alcott

(Ungekürzte Gesamtausgabe)

Inhalt:

Meg, Jo, Betty und Amy sind Schwestern und leben in Neuengland (USA) zum Ende des amerikanischen Bürgerkriegs. Der Vater ist noch nicht wieder zurück zuhause und die Mutter wartet mit ihren Töchtern sehnsüchtig auf sein Kommen. Derweil freundet Jo sich mit dem Nachbarsjungen, Laurie, an, der mit der Zeit ein Teil der Familie wird.

 

Meinung:

Das Buch steckt voller Liebe. Anders kann ich es nicht sagen. Die Gefühle werden behutsam behandelt, so kommt mir der Schluss auch nicht zu kitschig vor. Trotzdem habe ich am Ende ein paar Tränen verdrückt.

Insgesamt finde ich die Geschichte sehr bewegend.

Wenn man sich erst mal an die etwas altertümliche Sprache der alten Übersetzung gewöhnt hat, lässt sich das Buch auch recht flüssig lesen. Dennoch gibt es viele Wörter bei denen ich mich insgeheim frage, ob die Übersetzung hier überhaupt stimmt. So unbekannte Bezeichnung habe ich selten gelesen. Da bin ich etwas argwöhnisch.

Den deutschen Titel „Betty und ihre Schwestern“ fand ich schon immer irritierend. Es geht um alle vor Mädchen. Der Schwerpunkt liegt vielleicht sogar eher bei der aufgedrehten Jo.

Alcott hat einige autobiographische Szenen verarbeitet und lässt sich wohl am ehesten in Jos Charakter wiederfinden. Darum bekommt Jo verständlicherweise auch etwas mehr „Spielzeit“...

Als Liebhaberin der japanischen Zeichentrickserie „Eine fröhliche Familie“, die auf diesem Roman basiert, hätte ich schon einige Erwartungen an das Buch. Diese Erwartungen wurden übertroffen. Die Charaktere werden liebevoll gezeichnet und ich finde die Ansichten teilweise äußerst emanzipiert für diese Zeit (geschrieben und veröffentlicht in den 1860er Jahren!).

Langweilig ist das Buch an keiner Stelle und einmal musste ich sogar mittendrin weinen.

Es gibt lustige Passagen und einige Abenteuer. Es gibt Romantik, aber auch Schattenseiten.

Ein rund herum gelungener Roman. Ich liebe es.

 

ISBN 978-3-7306-0217-1

Anaconda, 2015 (c.1869)

608 Seiten