Mittwoch, 29. Mai 2019

„Die Frau aus Tausendundeiner Nacht“ von Denise Zintgraff

Bild-Quelle: ebay.de

Inhalt:

Die Autorin beschreibt ihren zweijährigen Aufenthalt in einem saudi-arabischen Harem. Als Gast einer Prinzessin ist sie angestellt deren Sohn (6-7 Jahre alt) in Französisch zu unterrichten und ihm die westliche Welt näher zu bringen.

Zintgraff wird von der „Haremsfamilie“ liebevoll aufgenommen und hält sich, aus Angst vor schlimmer Bestrafung, auch gern an die Regeln der Scharia. Sie ist überrascht als sie entdeckt welch friedliches, familiäres Leben sie in diesem sehr wohlhabenden Harem führt...

 

Meinung:

Die kurze Geschichte der Autorin ist gekennzeichnet von Höhen und Tiefen. Voller Abenteuerlust bricht sie nah Riad auf. Zwischendurch erlebt sie melancholische, aber friedliche Zeiten. Am Ende befürchtet sie sich selbst zu verlieren und „flieht“ aus der Sicherheit, die der Harem ihr bietet.

All dies ist mit einer akzeptablen Sensibilität geschrieben. Da es aber gleichzeitig recht knapp geschildert ist, fühlt man sich als Leser vielleicht doch manchmal überrumpelt. Ich hätte gerne mehr erfahren. Meine Neugier ist nicht gestillt worden. Mir verbleiben leider zu viele Fragezeichen über meinem Kopf.

 

ISBN 978-3-5477-9957-6

München Schröder, 1999

290 Seiten

Mittwoch, 8. Mai 2019

„Der Bücherdrache“ von Walter Moers

Inhalt:

Wieder eine Erzählung (Kusntmärchen) aus der Sicht des fiktiven zamonischen Autors Hildegunst von Mythenmetz, rund um Ereignisse um und in den Katakomben Buchhaims.

Der „Buchling Hildegunst“ lernt den Bücherdrachen im Untergrund kennen und stellt sich hauptsächlich philosophischen Fragen an sich und seine Umgebung.

 

Meinung:

Endlich wieder ein etwas umfangreicher Zamonien-Roman, worauf ich mich sehr gefreut habe.

Leider war die Erzählung manchmal etwas langatmig und daher für mich an vielen Stellen einfach nur ermüdend. Und wieder fühlt es sich so an, als soll das Buch nur wieder als Platzhalter für weitere Geschichten dienen, was für mich etwas enttäuschend war. Ich finde, Moers sollte wieder Einzelwerke schreiben – mehrteilige Geschichten scheinen in künstlerisch eher zu überfordern (was ich gut nachvollziehen kann).

An dieser Stelle kann ich gar nicht mehr viel über den Roman sagen. Es war halt ein typisches Werk des Autors. Wieder wunderschön in der Gestaltung und Aufmachung. Die Zeichnungen des Autors sind ein Kaufgrund für mich.

Insgesamt hat mir das Buch trotz der Inhaltlichen Schwächen Spaß gemacht, aber nur weil ich die Fantasie und das Künstlerische Moers Werke so sehr mag.

 

ISBN 978-3-328-60064-0

Penguin, 2019

190 Seiten