Samstag, 22. Februar 2020

„Drei Frauen“ von Robert Musil

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Inhalt:

Eine Erzählung, oder besser gesagt drei Erzählungen, über drei Geliebte, die eher Gespielinnen von Männern sind und keine Chance auf persönliches Glück haben durch diese Männer.

 

Meinung:

Die Geschichten sind äußerst stimmungsvoll geschrieben. Die Erzählungen leben von einer starken Bildmalerei mit einer Sprache, die authentisch sein soll. Denn nicht nur die Charaktere reden in Dialekten, sondern auch der Erzähler verwendet entsprechende Stile. So wirkt es oft so, als man sich im Kopf der Handelnden befindet und ihre Gedanken und Gedankensprünge miterlebt. Das ist schon eine schriftstellerische Meisterleistung.

Dennoch muss man sich erst mal an diesen Stil gewöhnen. Wobei mit aber die überraschende Grausamkeit der ersten Geschichte dann doch so in den Bann gezogen hat, dass ich weiterlesen musste (vorher war ich mir noch nicht sicher, ob ich das Buch zünde lesen will...).

Die Thematik der drei Geschichten ähnelt sich stark. Die Frauen leiden alle unter „ihren“ Männern. Wobei ich kritisieren muss, dass sie es alle scheinbar als selbstverständlich hinnehmen. Das scheint mir auch für diese frühere deutsche Zeit nicht ganz realistisch.

Auf gewisse Weise werden die Frauen auch als recht einfältig dargestellt. Das stört mein stark emanzipiertes Ich doch sehr.

Sex und Körperlichkeit ist ein hervorstechendes Thema hier. Stellt sich mir die Frage, ob der Autor (oder Dichter, wie er sich selbst sieht) alles auf die grundlegendsten menschlichen Triebe reduzieren wollte? Wohl eher kaum. Denn alles wirkt sehr kühl, manchmal auch etwas distanziert. Dies scheint ein Widerspruch meiner Aussagen zu sein, da ich das Buch eigentlich als emotional beschrieben habe. Vielleicht kann man das Werk als rationale emotionale Erzählung bezeichnen? (These ohne Belege meinerseits).

Insgesamt finde ich die Erzählungen gelungen, aber für die heutige Zeit nicht mehr passend. Aber gut geschrieben, also überzeugend.

 

ISBN 978-3-866-47894-7

Anaconda, 2013 (c.1924)

160 Seiten

Mittwoch, 19. Februar 2020

„Dancing Jax (3) – Finale“ von Robin Jarvis

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Band 3 von 3

Inhalt:

Die überlebenden Jugendlichen sind bei den Nordkoreanern untergekommen. Alles scheint hoffnungslos - die ganze Welt ist der Dancing Jax Wahnvorstellung erlegen. Der Ismus plant den großen Showdown zu Weihnachten. Doch was genau bedeutet das Spiel „Die Bestie geht um“...?

 

Meinung:

Ein gelungenes Finale für die Trilogie! Ich bin erstaunt, dass ich doch mehr als einmal überrascht werden konnte - die Handlung ist interessant und spannend bis zur letzten Seite.

Leider habe ich einen großen Kritikpunkt, wenn ich die Trilogie als Ganzes betrachte: den zweiten Band hätte man meiner Meinung nach fast weglassen können.

Ich verstehe zwar, dass er wichtig war um eine starke Beziehung zu den Charakteren aufzubauen, aber die Handlung wurde hier nur wenig voran getrieben.

Insgesamt passt aber jedes Buch zu der Geschichte und der Stimmung die aufgebaut wird.

Die drei Bücher sind eindeutige keine Jugendliteratur. Teilweise sind sie äußerst grausam und daher auch nichts für schwache Nerven. Das mag ich sehr!

Die Charaktere werden gut ausgearbeitet und der Stil ist durchgehend solide.

Natürlich kann man sagen, dass sich der Autor an allerlei Sagen, Märchenbund religiösen Inhalten bedient hat, aber die Art und Weise wie er alles miteinander verwoben hat ist mir neu und interessant.

Einzig das Ende kam mir zu kurz und war zu vorhersehbar (für mich eins der häufigsten Probleme bei Fantasyromanen). Schade auch, dass mir das letzte Kapitel die Stimmung dann doch irgendwie vermiest hat. Aber naja. Eigentlich hat es ganz gut zu der Geschichte gepasst. Passt mir nur nicht. Aber ich will hier jetzt auch nicht zu viel verraten.

Insgesamt gefallen mir die drei Bücher sehr gut. Ich werde sie wohl meinem Neffen (15 Jahre alt) bei unserem nächsten Treffen geben. Genau das Richtige für einen viel belesenen Jugendlichen, der schon so manche düstere Geschichte intus hat...

 

ISBN 978-3-839-00136-3

script5, 2014

544 Seiten