Inhalt:
Die Lebensgeschichte von Cruella de Vil, bekannt aus „101 Dalmatiner“…
Meinung:
Hierbei handelt es sich um einen deutlich von den anderen Büchern der Reihe abgesetzten Roman.
Erzählt wird im Gegensatz zu den Vorgängern aus der Ich-Perspektive. Zuletzt erklärt die Autorin, sie habe Cruella lange interviewt um ihre Geschichte zu erfahren. Das gibt mir ein besonders realistisches Gefühl.
Die Ich-Perspektive wird sehr gut umgesetzt. Man versteht wie Cruella denkt und handelt, obwohl man sehr wohl weiß wie sie auf ihr Umfeld wirken muss.
Ihre geistige Entwicklung bis hin zum Wahnsinn ist sehr gut beschrieben. Es ist nicht einfach ein ganzes Leben (oder hier besser gesagt ein halbes Leben) in einen unterhaltsamen Roman zu packen. Ich bin positiv davon überrascht.
Obwohl ich immer noch sauer bin, dass die Geschichte der verdrehten Schwestern im letzten Buch so abrupt geendet hat, setzt dieser Band die Reihe außerordentlich gut weiter und bringt die Handlung in die Moderne.
Zitat:
[…] Meine Mama war mir so böse, ich konnte mich nicht dazu durchringen, ihr zu gestehen, dass wir unten mit der Dienerschaft Weihnachten gefeiert hatten.
„Cruella, antworte mir! Wessen Idee war das?“
Anita war es, die die Stimme erhob. „Es war meine Idee, Lady De Vil“, erklärte sie mit ihrer sanften, lieblichen Stimme. Anita war schon immer mutige gewesen, als ich gedacht hatte.
Es sind die Stillen, die man im Auge behalten muss. Denkt an meine Worte. Die stillen, aufmerksamen Mädchen sind die tödlichsten.
(Seite 158)
ISBN 978-3-551-28045-9
Carlsen, 2021 (c.2020)
350 Seiten