Sonntag, 19. September 2021

„Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens

Inhalt:

Kya ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter und nach und nach alle Geschwister die kleine Hütte in der Marsch und den gewalttätigen Vater verlassen. Keiner nimmt Kya mit, die immer mehr vereinsamt.

17 Jahre später wird der Leichnam von einem verehrten jungen Mann am alten Leichtturm gefunden. War es ein Unfall oder versucht jemand einen Mord zu vertuschen?

 

Meinung:

Die Verbindung zur Natur wird in diesem Roman eindrucksvoll erzählt. Kya steh für alles Wilde und Echte in dieser besonderen Szenerie.

Die Autorin versteht es ausnahmslos gut den Leser ganz auf die Einsamkeit der Protagonistin einzustellen und ihre charakterliche Entwicklung darzustellen. Am Ende fühlt man ihre Verbundenheit zur Natur und man wünscht Tisch selbst da zu sein „wo die Flusskrebse singen“.

Themen des Romans sind Naturverbundenheit, Liebe und Vorurteile, aber auch Hingabe, Vertrauen und Psychologie.

Auch wenn die Handlung nach außen einfach gestrickt wirkt, erzeugt die Autorin eine solche Atmosphäre, dass es mir vorkommt Kya schon immer zu kennen und an ihrer Seite gewesen zu sein. Mit ihr in ihrer kleinen Bucht, in der Marsch und in ihrem kleinen Boot auf dem Weg zu den Muscheln und allen anderen Marschbewohnern.

Das Buch ist sehr bewegend und melancholisch. Man erwartet manchmal vielleicht noch schrecklicher Dinge die Kya passieren könnten. Aber auch wenn das große Drama ausbleibt, fühlt man doch die Geschichte mit. Ich zumindest.

Ein verdienter Bestseller Titel der sehr lesenswert ist. Vor Allem, wenn man sich nach Natur und Ruhe sehnt.

 

Zitat:

Kya kehrte zurück zu den verlässlichen Phasen der Kaulquappen und dem Ballett der Leuchtkäfer, vergrub sich noch tiefer in der wortlosen Wildnis. Die Natur schien der einzige Stein zu sein, der ihr nicht mitten im Fluss unter den Füßen wegglitt.

(Seite 270, Kapitel 30)

 

ISBN 978-3-446-26419-9

Carl Hanser, 2019 (c.2018)

464 Seiten

Freitag, 10. September 2021

„Dune Saga (3) - Der Prophet (inkl. Anhang)“ von Frank Herbert


(Drittes Buch aus einem Sammelband, der die ersten drei Bände der Reihe umfasst.)

Inhalt (Achtung: Spoileralarm):

Jahre sind vergangen. Paul und seine Mutter gehören jetzt zu den Fremen. Er führt sein Volk in einen großen Befreiungskrieg.

 

Meinung:

Paul hat sich vollständig zum Herrscher entwickelt. Die Religion nimmt in diesem dritten Band einen noch höheren Stellenwert ein als in den beiden Vorgängern. Ich bin mir unschlüssig ob ich das gut oder schlecht finde. Die Entwicklung passt zu dem Roman, aber es wird nicht mehr in die Tiefe gegangen. Auch bei der großen „Erleuchtung“ des Muad‘dib findet keine wirkliche Besprechung seiner Veränderung statt. Wirklich schade, davon hätte ich mehr erwartet.

Auf lange Sicht stören mich die religiösen Aspekte sogar ein wenig. Auch manche Begrifflichkeiten führen bei mir zu Verwirrung. So hat Paul immer Angst vor einem unausweichlichen „Dschihad“, welcher einen heiligen Krieg bezeichnet, sich in meinem Verständnis aber eher auf die muslimische Religion bezieht. Naja. Ich verstehe trotzdem was gemeint ist.

Was ich wirklich loben muss ist die tolle Atmosphäre die geschaffen wird. Viele Erklärungen sind sehr detailliert, ohne langatmig zu sein.

Und natürlich hat bei mir die ganze Geschichte rund um den Wüstenplanet sowieso schon Kultstatus erreicht durch den alten Film und das zahlreiche Erscheinen in der heutigen Popkultur.

Ein gutes Buch für jeden SciFi Fan.

 

ISBN 3-453-30523-X (Sammelband mit drei Bänden)

Heyne, 1980 (c.1965)

215 Seiten