Inhalt:
Kya ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter und nach und nach alle Geschwister die kleine Hütte in der Marsch und den gewalttätigen Vater verlassen. Keiner nimmt Kya mit, die immer mehr vereinsamt.
17 Jahre später wird der Leichnam von einem verehrten jungen Mann am alten Leichtturm gefunden. War es ein Unfall oder versucht jemand einen Mord zu vertuschen?
Meinung:
Die Verbindung zur Natur wird in diesem Roman eindrucksvoll erzählt. Kya steh für alles Wilde und Echte in dieser besonderen Szenerie.
Die Autorin versteht es ausnahmslos gut den Leser ganz auf die Einsamkeit der Protagonistin einzustellen und ihre charakterliche Entwicklung darzustellen. Am Ende fühlt man ihre Verbundenheit zur Natur und man wünscht Tisch selbst da zu sein „wo die Flusskrebse singen“.
Themen des Romans sind Naturverbundenheit, Liebe und Vorurteile, aber auch Hingabe, Vertrauen und Psychologie.
Auch wenn die Handlung nach außen einfach gestrickt wirkt, erzeugt die Autorin eine solche Atmosphäre, dass es mir vorkommt Kya schon immer zu kennen und an ihrer Seite gewesen zu sein. Mit ihr in ihrer kleinen Bucht, in der Marsch und in ihrem kleinen Boot auf dem Weg zu den Muscheln und allen anderen Marschbewohnern.
Das Buch ist sehr bewegend und melancholisch. Man erwartet manchmal vielleicht noch schrecklicher Dinge die Kya passieren könnten. Aber auch wenn das große Drama ausbleibt, fühlt man doch die Geschichte mit. Ich zumindest.
Ein verdienter Bestseller Titel der sehr lesenswert ist. Vor Allem, wenn man sich nach Natur und Ruhe sehnt.
Zitat:
Kya kehrte zurück zu den verlässlichen Phasen der Kaulquappen und dem Ballett der Leuchtkäfer, vergrub sich noch tiefer in der wortlosen Wildnis. Die Natur schien der einzige Stein zu sein, der ihr nicht mitten im Fluss unter den Füßen wegglitt.
(Seite 270, Kapitel 30)
ISBN 978-3-446-26419-9
Carl Hanser, 2019 (c.2018)
464 Seiten