Montag, 19. Dezember 2022

„Wolkenschloss“ von Kerstin Gier

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Inhalt:

Fanny ist eine Praktikantin in einem altehrwürdigen Hotel in den Alpen. Die Arbeit macht ihr auch total Spaß. Als es in die Weihnachtsferien geht, treffen allerhand interessante Gäste ein. Außerdem lernt sie den netten Sohn vom grantigen Hotelbesitzer kennen. Dass Rabin den kommenden Wochen aber noch so richtig spannend werden wird, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

Meinung:

Zufällig habe ich das Buch auch in der kalten Jahreszeit kurz vor Weihnachten gelesen. Das passt wie die Faust aufs Auge. Es fühlt sich an wie ein entspannter Weihnachtsfilm von Netflix. Am Anfang geht es hauptsächlich um unsere Protagonisten und ihre kleinen persönlichen Probleme. Später entwickeln sich auch die Nebendarsteller mäßig weiter, wobei alles bei einer angenehmen Leichtigkeit bleibt. So ist der Roman gut zu lesen und, durch einfache Sprache und eine schöne, bildliche Darstellung der „Szenen“.

Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um eine sehr leichte Lektüre, bestens geeignet für einen kurzweiligen Spaß am Abend in der Weihnachtszeit und ist eindeutig ein Jugendroman. Da es aber eine Liebesgeschichte gibt, die offensichtlich im Vordergrund steht, siedle ich dieses Buch unter dem Genre Liebesroman an.

Etwas irritiert war ich, weil ich das Buch in der Abteilung „Mystic & Magie“ in der Bücherei gefunden hab – davon ist reichlich wenig zu spüren. Erst am Ende entwickelt sich ein kleiner Zauber, auf den man die ganze Zeit gewartet hat. Das bleibt aber sehr wenig, so dass meine Erwartungshaltung nicht richtig erfüllt wurde. Schade.

Weiterhin gefallen mir die Bücher von Kerstin Gier ausgenommen gut. Ich mag ihren Stil und wurde was das angeht nicht enttäuscht. Ich finde den Roman auf jeden Fall lesenswert.

 

ISBN 978- 3-596-52309-2

Fischer, 2020

496 Seit

Dienstag, 22. November 2022

„Götterfunke (3) - Verlasse mich nicht“ von Marah Woolf

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Inhalt:

Jess versteckt immer noch den Stab vor Agrios und Gaia. Cayden ist jetzt sterblich. Wie können Sie Zeus das Zepter bringen? Und wie kann Jess ihre Liebe zu Prometheus zulassen?

 

Meinung:

Der dritte Band bildet den Höhepunkt der Trilogie. Aus meiner Sicht handelt es sich um das Beste der drei Bücher. Dieser letzte Teil ist äußerst spannend und lebt von dramatischen Ereignissen, die uns in ihren Bann ziehen. Besonders am Ende gab es einige Stellen, an denen sogar ich angefangen habe zu schluchzen. Das ist sehr selten. Nur wenige Büchervermögen aus mich zu Tränen zu rühren.

Auch wenn mir klar ist, dass die griechische Götter Geschichte hier stark abgewandelt ist, finde ich den Umgang mit diesem Mythologie dennoch sehr überzeugend. Diese Trilogie macht Lust auf mehr mythologische Bücher.

Am Ende ist der Umgang der Menschen mit der Erde ein vorherrschendes Thema, was vielleicht manche Leser abschrecken könnte. Auch wenn es teilweise schmutzig wird, finde ich es nicht zu viel, gerade so erträglich und insgesamt wird die Message aus meiner Sicht gut rüber getragen.

Ich weiß, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, es sich vermutlich an Jugendliche, Mädchen oder Frauen richtet aber ich kann nur wiederholen, dass ich dieses schon liebe und auch wieder mal nicht bereut habe, eine Trilogie aus diesem Bereich zu lesen.

Ich muss wirklich sagen, dass ich bisher alle Bücher von Marah Woolf liebe.

 

ISBN 978- 3-791-50042-3

Dressler, 2018

480 Seiten

Montag, 14. November 2022

„Götterfunke (2) - Hasse mich nicht“ von Marah Woolf

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Inhalt:

Jess kann es kaum glauben, als Cayden und die anderen Götter plötzlich ihre Klassenkameraden sind. Stimmt es, dass sie nur so schnell wieder aufgetaucht sind, weil sie Jess vor Agrios beschützen wollen? Cayden ist wieder zuckersüß zu ihr, aber dass er einfach mit Robyn geschlafen hat, obwohl er ihr Hoffnungen gemacht hat, kann sie ihm nicht verzeihen. Welches Spiel spielt er?

 

Meinung:

Die Leserschaft ist über Prometheus Spiel natürlich bestens informiert. Stellt sich nur die Frage, ob er diesen zweiten „Durchgang“ erfolgreich abschließen wird oder nicht? Anfangs dachte ich, dass das doch nicht spannend werden kann. Aber nach um nach hat sich für mich eine Klever eingefädelte Spannung entwickelt, mit der ich nicht gerechnet habe.

Auch wenn mich diese Reihe bisher nicht so überzeugt wie die anderen Bücher von Woolf, macht mir die Liebesgeschichte von Jess und Cayden doch großen Spaß. Ich würde sogar fast behaupten, dass ich etwas über die griechischen Götter gelernt habe.

Zum Glück schafft es der Hauptcharakter immer wieder, dass die Handlung nicht langweilig wird. Jess überrascht mit teilweise unvorhersehbaren Reaktionen. Was mich aber besonders überzeugt sind die Gedankensprünge, die die Autoren versteht äußerst realistisch rüber zu bringen. Jess Gedanken wechseln oft hin und her, genauso wie es einen verliebten Jugendlichen entsprechen würde. Daher gefällt mir der Stil dieses Buches wieder sehr gut.

Die zweite Hälfte des zweiten Bandes, fand es insgesamt besser als den ersten Teil. Besonders das Ende hat mich sehr bewegt und ich erwarte mit Spannung wie die Geschichte weitergeht. Eine abschließende Meinung werde ich mir erst nach dem dritten Band erlauben.

 

ISBN 978- 3-791-50041-6

Dressler, 2017

480 Seiten

Dienstag, 1. November 2022

„Götterfunke (1) - Liebe mich nicht“ von Marah Woolf

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Inhalt:

Jess ist mit ihrer besten Freundin Robyn auf dem Weg in ein Sommercamp in den Rocky Mountains. Als sie einen Autounfall haben hört sie eine Unterhaltung und plötzlich sitzen sie unversehrt wieder im Auto. Nur Robyn kann sich an nichts erinnern. Wer hat die Beiden gerettet? Und wir sind diese irre attraktiven Typen die ins Camp eingezogen sind. Besonders von Cayden kann sie nicht den Blick abwenden. Aber sein Verhalten ist manchmal nicht gerade charmant. Dass er ein Göttersohn ist, ahnt sie noch nicht…

 

Meinung:

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Jess erzählt, einzig unterbrochen von den Berichten des Hermes. Durch diese kurzen Einschübe erfährt der Leser warum die Götter/Titanen sich unter die Menschen gemischt haben und warum besonders Cayden sich so verhält wie er es tut.

Diese Technik lässt einen innerlich dauernd den Kopf schütteln, weil Jess ja keinen blassen Schimmer hat über seine wahren Beweggründe. Ich bin mir nicht sichern ob ich das mag. Aber insgesamt finde ich Woolfs Schreiberin wieder sehr gut. Ich liebe ihre Bücher.

Der Roman ist spannend und voller Liebeskitsch, was einem bei den Titeln der Reihe schon vorher klar sein müsste. Genau das worauf ich zurzeit Lust habe.

Die ganzen Infos über die griechische Götterwelt konnte ich anfangs nicht gut einordnen (obwohl mich die griechische Mythologie schon immer interessiert hat). Später war ich aber froh über diese Exkurse, weil ich die Figuren dann auch anders betrachtet habe.

Ich freue mich auf die nächsten zwei Bände. Wobei ich schon schlucken muss und ich hoffe, dass der Titel „Hasse mich nicht“ (Band 2 der Trilogie) nicht ausschließlich Programm ist. Das wäre nicht schön. Mals sehen.

 

ISBN 978- 3-791-50029-4

Dressler, 2017

464 Seiten 

Montag, 3. Oktober 2022

„Tausend Mal schon“ von Marah Woolf

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Inhalt:

Sasha ist eine junge Seelenmagierin die nach einer Tragödie versucht ihre Magie zu verschließen. Doch als sie Cedric kennenlernt will sie immer dringender wissen, was ihre Seele in den letzten Jahrhunderten erlebt hat. Ist sie ihm auch in ihren Vergangenen Leben begegnet? Leider wird sie unbarmherzig von dem Seelenjäger Lazarus gejagt. Kann sie ihn besiegen ohne ihre Magie?

 

Meinung:

Ja, ich gebe zu, dass der Roman an vielen Stellen sehr kitschig ist. Es geht um Liebe und viele Küsse und so weiter. Aber Sasha bleibt sich immer treu. Der Charakter strahlt viel Selbstbewusstsein aus, was Woolf gut umgesetzt hat.

Ich bin sehr froh, dass der Roman nicht als Trilogie veröffentlicht wurde. Das hätte ein echter Killer sein können. So kann man die Geschichte schön am Stück genießen.

Und unglaublich: am Ende musste ich Heulen wie ein Schlosshund. Vielleicht liegt es daran, dass ich zurzeit eh nah am Wasser gebaut bin, aber ich war dann doch sehr ergriffen von der Geschichte. Das passiert nur äußerst selten, bin ich doch mittlerweile recht abgestumpft bei Herzgeschichten und Herzeleid.

Ist der Roman wirklich für die Jugend geeignet? Es handelt sich offensichtlich um eine Jugendroman: Jugendlicher Hauptcharakter (aber schon 18, also junge Erwachsene), Coming of Age, Selbstbewusstsein und Frauenpower…

Und überraschender weise auch XXX. Zwar nicht ausführlich aber vorhanden. Eher ungewöhnlich für ein Jugendbuch*. Finde ich aber hier gut und ist auf jeden Fall ehrlicher und moderner. Also meiner Meinung nach Topp. Und insgeheim genau was ich mir dann auch gewünscht hab ;-)

Besonders die zweite Hälfte des Romans hat mir Spaß gemacht. Hier wurde es auch deutlich spannender. Der Anfang hat aus meiner Sicht etwas geschwächelt.

Insgesamt ein gelungenes Gesamtwerk und endlich mal wieder ein Stand-Alone.


* Nachtrag von meinem Zukunfts-Ich aus 2026: heutzutage sind explizite Szenen im Bereich Young Adult überhaupt nicht mehr ungewöhnlich, aber damals war es noch nicht so üblich für mich, sowas in einem (meiner Meinung nach) Jugendroman zu lesen.


ISBN 978-3-791-50130-7

Dressler, 2019

448 Seiten

Donnerstag, 15. September 2022

„Die Geschichte der Kinder Húrins“ von J. R. R. Tolkien

Herausgegeben posthum von Christopher Tolkien.

Es handelt sich um die chronologisch erste Geschichte Tolkiens über Mittelerde. Wir bewegen uns im ersten Zeitalter, als es das Reich Beleriand noch gibt (nordwestlich des uns bekannten Mittelerde zu Zeiten den HDR), das später überflutet wird.

 

Inhalt:

Húrin wurde vom Bösen Herrscher Morgoth gefangen genommen. Was passiert mit seinen Kindern, als Morgoths Kreaturen, die Orks, ihre Heimat überrennen…?

 

Meinung:

In diesem Werk, das Tolkien ursprünglich als Lied geschrieben hat (?), geht es hauptsächlich um das Leben von Húrins Sohn Túrin und später um Húrins zweite Tochter Nienor (die erste Tochter wurde jung von den Orks erschlagen).

Túrin lebt bei den Elben, unter Geächteten, als einsamer Wanderer und bei den Waldmenschen. Er erlebt viele Abenteuer und trifft auch nicht immer die besten Entscheidungen. Das macht die Geschichte sehr spannend und realistischer. Man merkt auf jeden Fall, dass er seinen eigenen Kopf hat. Das finde ich sehr gut.

Die Sprache ist nicht immer einfach. Besonders kompliziert fand ich beim Lesen, dass man teilweise ganze Passagen im Anhang zwischendurch lesen muss und es auch immer wieder Bezug auf das Silmarillion genommen wird, was man dann eigentlich direkt dazu lesen sollte.

Dieses Buch gibt es wohl nicht als Zusammenhängenden Band, inklusive der Passagen aus dem Silmarillion.

Am Ende war ich doch von der hohen Dramatik der Geschichte überrascht. Damit hab ich nicht gerechnet, was mich letztlich nochmal sehr bewegt hat.

Zu Beginn war ich mir nicht mal sicher, ob ich es überhaupt zu Ende lesen soll, weil es wie ein Geschichtsbuch daher kam. Im Nachhinein bin ich aber sehr, sehr froh durchgehalten zu haben! Topp

 

Zitat:

Schließlich machten sie am Flußufer halt, und Dorlas, Anführer der Waldmenschen, sagte: »Du jagst sehr schnell, Herr, doch deine Männer lassen sich Zeit, dir zu folgen.«

»Nein«, erwiderte Túrin. » Wir handeln alle zusammen wie ein Mann, und so werden wir nicht voneinander getrennt.«

Da lachten die Männer aus Brethil und sagten: »Nun, ein solcher Mann wiegt viele Männer auf. Wir schulden dir großen Dank. Aber wer bist du, und was tust du hier?«

»Ich tue nichts, außer daß ich meinem Handwerk nach-gehe, Orks zu erschlagen«, sagte Túrin. »Und ich wohne dort, wohin mein Handwerk mich führt. Ich bin der Wilde Mann aus den Wäldern.«

(Seite 89)

 

ISBN 3-423-59061-0

dtv, 2003 (c.1980, herausgegeben vom Sohn)

172 Seiten
 

Donnerstag, 8. September 2022

„Firelight (3) - Leuchtendes Herz“ von Sophie Jordan

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Inhalt:

Jacinda, Will und Cassian haben einen Entschluss gefasst - sie wollen Miram aus den Fängen der Enkros retten. Und sie glauben auch, dass sie es gemeinsam schaffen können in das Geheimlabor einzudringen um vielleicht nicht nur einen Draki zu befreien…

 

Meinung:

Eine spannendes Final für diese Liebes-Fantasy-Geschichte. Auch wenn das Ende doch einfach vorherzusagen ist, gibt es ein paar Wendungen und Geschehnisse die überraschen und mich damit in den Bann gerissen haben.

Im dritten Teil passiert wieder mehr und die Handlung geht voran. Der zweite Teil hatte hier im Vergleich zu den anderen Beiden einige Defizite.

Der Stil überzeugt durch gut eingesetzte Dialoge, fast schon erotisches Liebesgeplänkel und spannende Action die nicht zu aufgesetzt wirkt.

Ich bin von der kleinen Fantasyreihe begeistert. Schade nur, dass diese Romane wieder als Trilogie herausgegeben wurden. Früher hätte es hier einfach einen schönen 700-900 Seiten Wälzer gegeben. Perfekt und abgeschlossen.

Ist leider viel Geldmacherei dahinter. Stört Nichtfachfrau eher wenig, da ich Band zwei und drei aus der Bibliothek ausgeliehen habe.

Die Bücher sind auf jeden Fall für die Jugend gedacht. Aber Hungerlöhnen Erwachsene wie mich kann man hiermit auch gut in den Bann ziehen. Topp.

 

ISBN 978-3-785-785-57925-1

Loewe, 2015

320 Seiten

Freitag, 2. September 2022

„Firelight (2) - Flammende Träne“ von Sophie Jordan

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Inhalt:

Es bleibt dabei - Jacinda kann im Rudel nicht glücklich werden. Nicht ohne Will. Obwohl Cassian ihr beweist, dass er sein Versprechen hält und alles für ihre Sicherheit tut, reichen ihre Gefühle für ihn nicht aus. Aber das Rudel lässt sie auch nicht einfach gehen…

 

Meinung:

Weiterhin handelt es sich um eine spannende Teenie-Geschichte voller Liebe und Leidenschaft. Auch wenn in diesem zweiten Band weniger geschieht als im ersten, wird es nicht langweilig. Aber man muss sich schon auf die Liebesschnulze einlassen. Das Buch ist nichts für jemanden, der auf der Suche ist nach einem actiongeladenem Fantasy-Kracher. Es bleibt eine Romanze. Für mich aber aktuell genau das Richtige ;-)

Zu diesem zweiten Band ist ansonsten wenig zu sagen. Man merkt deutlich, dass es der Mittelteil der Geschichte ist. Hier werden Gefühle sortiert, Seiten klargestellt und Pläne für das vielversprechend Ende entwickelt. Ich bin gespannt und habe jetzt hohe Erwartungen an den letzten Band der Reihe. Hoffentlich werden diese nicht enttäuscht…

 

ISBN 978-3-785-57046-3

Loewe, 2012

330 Seiten

Donnerstag, 25. August 2022

„Firelight (1) - Brennender Kuss“ von Sophie Jordan

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Inhalt:

Jacinda ist eine Draki, doch die Jäger wissen nicht, dass sich die Drachen in Menschen verwandeln können. Nachdem sie mit Mutter und Zwillingsschwester vor ihrem eigenen Rudel flieht, verliebt sie sich in einen Jungen von dem sie weiß, dass er ein Jäger ist. Doch nur mit ihm kann sie ihren inneren Draki noch erwecken…

 

Meinung:

Der dramatische Anfang ist etwas einfach eingefädelt und sehr voraussehbar. Trotzdem gibt es ein paar kleine Wendungen die überraschend fahr kommen. Besonders die Dialoge überzeugen mich von mehr Einfallsreichtum als sie in anderen Roman vorkommen.

Insgesamt gefällt mir das Buch sehr gut. Obwohl ich es Schongänge hab, fand ich es doch etwas schade dass es sich wieder nur um den ersten Teil einer Reihe handelt. Das hätte ruhig auf dem Einband / im Klappentext irgendwo ersichtlich sein können.

Gibt es keine abgeschlossenen Bücher mehr??

Natürlich wächst einem die Heldin direkt ans Herz. Das kommt schon allein durch die Erzählung in der Ich-Perspektive zustande.

Ein oder zwei Mal war der Tempus unstetig, was mich kurz irritiert hat, aber im großen Ganzen gefällt mir der Stil. Vielleicht wäre es manchmal schön gewesen Eigennamen direkt zu erfahren und nicht erst Seiten später. Aber naja.

Dafür glänzt die Teenie-Story mit viel Leidenschaft. So hab ich das Buch auch regelrecht verschlungen und mich an meine eigene Teenie-Zeit zurück erinnert.

Ich weiß, dass es ein Jugendbuch ist und ich lange keine Jugendliche mehr bin. Aber mittlerweile will ich nur noch lesen worauf ich Lust hab. Sollte jeder so machen.

 

ISBN 978-3-785-57045-6

Loewe, 2011

376 Seiten 

Sonntag, 3. Juli 2022

„Mistborn (1) - Kinder des Nebels“ von Brandon Sanderson

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Reihe: Die Nebelgeborenen

Inhalt:

Vin ist eine Allomantin. Nachdem sie jahrelang nicht wusste welche Kräfte sie aktivieren kann, wird sie jetzt von einer Diebesbande „rekrutiert“. Die geheime Mission: sie wollen das letzte Reich und den tyrannischen Herrscher zu Fall bringen und damit alles Sklaven, die Skaa, befreien. Aber was tun gegen den gottgleichen Obersten Herrscher und seine unbezwingbaren Schergen den Inquisitoren?

 

Meinung:

Rückblickend kann ich für mich nicht sagen, dass das Buch durchgehend spannend ist. Aber die Atmosphäre die beschrieben wird ist sehr intensiv und damit berührt mich der Roman enorm.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Buch vor einigen Jahren schon mal gelesen habe, aber mich an keine Einzelheiten daraus erinnern konnte. Ich weiß nur noch, dass ich es gut fand. Und wage konnte ich mich an das Bild von der Allomantin Vin in meinem Kopf erinnern, die irgendwie von HUs zu Haus springt.

Ein Problem was solche „Superhelden“ leider immer haben ist, dass ihnen ständig alles zu gelingen scheint und ihnen nur selten wahres Elend oder Pech widerfährt. Leider wirkt das immer etwas unrealistisch.

Mir stellt sich außerdem die Frage wie Vin so gut werden konnte? Obwohl sie immer schlecht behandelt wurde und im Dreck unter Dieben gelebt hat, ist ihr Charakter (natürlich) ausgezeichnet und ihr Mut überragend. Naja…

Als nächstes werde ich den zweiten Band lesen. Bin gespannt, ob die Geschichte so fesselnd weitergeht.

 

Zitat:

[…] Oder spielen sie mir nur etwas vor? Die beiden Männer schienen ihr so fähig zu sein. Doch – das Letzte Reich stürzen? Eher konnte man die treibenen Nebel oder den Lauf der Sonne anhalten.

(Pos. 1619)

 

ISBN 978-3-492-99086-8

Piper ebook, 2018 (c.2006)

898 Seiten

Donnerstag, 19. Mai 2022

„Oliver Twist“ von Charles Dickens

Inhalt:

Die berühmte Geschichte des armen Waisenjungen Oliver, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts in London quasi ums Überleben kämpft. Er gerät dabei an eine Diebesbande und versucht mehrfach sich dem Elend zu entziehen. Doch welches große Geheimnis um seine Herkunft liegt im Verborgenen?

 

Meinung:

Auf meinem Weg die großen und bekannten Klassiker der Weltliteratur zu lesen, kam ich um „Oliver Twist“ nicht drum rum. Das Buch erwies sich dann aber zum Glück als sehr leicht zu lesen und auch äußerst spannend.

Im ersten Teil geht es um Olivers Elend und viel Unglück was ihm immer wieder zustößt. Als Leser wird man schockiert von den Missständen und der Brutalität in seinem jungen Leben. Ich habe wirklich mit ihm mit gelitten. Die Geschichte ist sehr bewegend.

Dann kommt ein für mich sehr plötzlicher Wechsel, als quasi Olivers Glückssträhne beginnt. Dies kam etwas abrupt und hat meinen Lesefluss etwas gehemmt. So, als habe ich mich erst mal gewehrt zu glauben, dass Oliver jetzt sicher ist…

Leider muss ich mit anderen Kritiken mitgehen und empfinde Oliver ebenso als äußerst unrealistischen Hauptcharakter. So vereint er alle möglichen klischeehaften Postbotinnen Eigenschaften in seiner Person - er ist gottesfürchtig, edelmütig, sittsam, clever, friedlich und liebenswürdig. Zu gut insgesamt, wenn man bedenkt, dass er weder so erzogen wurde, noch beispielhafte Personen zum Nacheifern vor sich hatte..?!

Naja. Ich könnte mir vorstellen, dass Dickens damit auch einen großen Kontrast abbilden wollte. Olivers Wesen wirkt in riesigem Gegensatz und den Beschreibungen der Missstände.

Soll das außerdem bedeuten, dass jeder sich dazu entscheiden kann „gut“ zu sein, egal welche äußeren Einflüsse auf einen einwirken?

Können Menschen aus sich heraus so sein wie Oliver? Ich weiß es nicht.

Ich bin froh, dass im Abschluss noch geschildert wird was aus allen Beteiligten wird. Das bildet einen schönen Abschluss für den Roman. Es bleibt kein „bitterer Geschmack“ mehr zurück. Vielleicht ist das ein Grund für den Erfolg der Geschichte, bereits als sie erstmals (damals als kleine Fortsetzungsfolge in einer Zeitschrift) erschienen ist.

Mir hat es wirklich gut gefallen.

 

Zitat (AUCHTUNG SPOILER):

„Mein lieber Oliver, wo bist du gewesen? Warum siehst du so traurig aus?“ fragte Mrs. Maylie. „Was fehlt dir?“

Wir leben in einer Welt der Täuschung, wie oft sehen wir unsere liebsten Hoffnungen vereitelt!

Der arme, kleine Dick war tot.

(Seite 236, Kapitel 34)

 

ISBN 3-8000-4607-5

Ueberreuter, 1976 (c.1838)

246 Seiten

Samstag, 26. Februar 2022

„Es war doch nur Regen!? - Protokoll einer Katastrophe“ von Andy Neumann

Inhalt:

Andy Neumann ist zum Glück noch wach, als das Wasser immer höher und höher steigt. Er hätte niemals erwartet in solche Gefahr zu kommen. Niemals erwartet, dass seine Familie auf diese Weise in Gefahr kommt. Zum Glück schlafen die Kinder, kriegen nichts mit von der Katastrophe. Aber die kommenden Wochen werden nicht einfach.

 

Meinung:

Neumann berichtet in dieser Zeit regelmäßig auf Facebook von seinen Erfahrungen und seinem Umgang mit der Katastrophe.

Im Buch wechselt der Autor chronologisch zwischen seinen Facebook Feeds und Erinnerungen, sowie Bemerkungen, die er im Nachhinein zusammenfasst.

Auf diese Weise ist der Bericht äußerst lebensnah und ergreifend.

Tatsächlich habe ich das Buch nur „zufällig“ auf dem Regal der Neuerwerbungen der Bibliothek gefunden. Ich wollte nur mal kurz reinlesen und habe mich dabei erwischt wie ich zwanzig Minuten später immer noch da stand, mit Tränen in den Augen (die anderen Besucher haben mich schon komisch angeguckt).

Das Buch hat mich sehr bewegt. Ich kann es nicht anders sagen. Vielleicht weil es Tatsachen (wenn auch subjektiv) und keine Fiktion war. Alles was da passierte ist quasi „vor unserer Haustür“ passiert. Freunde waren auch betroffen. Alle die konnten sind zum Helfen hingefahren. Und das ist alles erst ein paar Monate her.

Außerdem war ich auch so betroffen, weil Neumann auch zwei kleine Kinder hat.

Seit ich selbst Mutter bin, nimmt mich alles mehr mit wenn es Familien und Kinder betrifft.

So standen mir während des Lesens ab und zu die Tränen in den Augen.

Dabei ist Neumanns Stil an vielen Stellen eher erheiternd, er versteht es die Ironie der Situation herauszuarbeiten. Echt topp.

Vielleicht lese ich auch mal seinen Thriller „Zehn“, den er schon vorher veröffentlich hat.

Das Buch ist äußerst kurzweilig und macht Spaß, auch wenn das Thema sehr ernst ist. Eigentlich schade, dass ich es „nur“ aus der Bibliothek habe, denn der komplette Erlös wird gespendet.

Wir haben auch gespendet und aktuell können wir uns da auch nicht mehr leisten. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Leute im Ahrtal immer noch viel Geld brauchen…

 

Zitat:

Ich gehe über die Sebastianstraße. Einem Freund habe ich damals geraten, sich das Haus dort nicht zu kaufen, weil mir die Straße zu stark befahren ist. Heute Morgen: Grabesstille. Ich sehe Menschen, Anwohner, stumm, die Gesichter bleich und von der Mischung aus Trauer, Mattigkeit und grimmigem Durchhaltewillen geprägt, die auch mir entgegenschlägt, wenn ich in den Spiegel blicke.

(Seite 43)

 

ISBN 978-3-8392-2946-0

Gmeiner, 2021

156 Seiten

Montag, 14. Februar 2022

„Harry Potter (2) und die Kammer des Schreckens“ von J. K. Rowling (REREAD)

mal wieder gelesen :-)

Inhalt:

Harry Potter und seine Freunde sind jetzt in der zweiten Klasse in Hogwarts. Plötzlich die Nachricht, dass die Kammer des Schreckens geöffnet wurde und das Monster freigelassen wurde, dass alle Muggel auslöschen will…

 

Meinung:

Natürlich viel was im Film fehlt, aber insgesamt wird sich ganz gut ans Buch gehalten.

Was im Film nicht so deutlich wird ist, dass Harry über viele Monate von den anderen Schülern verdächtigt wird und ein Außenseiter ist.

Außerdem kommt im Film das Schulische und die Unterrichtsstunden fast gar nicht mehr vor.

Aber auch, wenn es sich hierbei nicht gerade um meinen Lieblingsband der Reihe handelt, ich liebe die Bücher alle. Sie befinden sich für mich außerhalb jeder Bewertung J

 

Zitat:

„Er hat mich nach Gryffindor gesteckt“, sagte Harry mit gedrückter Stimme, „weil ich nicht nach Slytherin wollte…“

„genau“, sagte Dumbledore und strahlte abermals. „Und das heißt, du bist ganz anders als Tom Riddle, Harry. Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, Harry, die zeigen, wer wir wirklich sind.“

(Seite 343)

 

ISBN 3-551-55168-5

Carlsen, 2000 (c.1998)

352 Seiten
 

Samstag, 5. Februar 2022

„Der Ickabog“ von J. K. Rowling

Inhalt:

Die Tragödie beginnt mit dem Tod von Lilli Lerchensporns Mutter. Danach verändert sich schnell das Leben von allen Bewohnern des kleinen Königreiches Schlaraffien. Leider merkt der gutmütige König Fred nichts von den üblen Machenschaften seines Berater Spuckelwert, der im ganzen Land die Geschichte des bösartigen Ickabogs verbreitet…

Wie immer stellt sich hier die Frage, wer das eigentliche Monster ist?

 

Meinung:

Mit dem Anfang der Geschichte habe ich mir sehr schwer getan. Nach einer Weile wird es aber interessanter und später war es sogar recht kurzweilig. Dennoch bleibt der Gesamteindruck für mich etwas getrübt von dem faden Einstieg.

Insgesamt finde ich das Märchen aber schön erzählt. Das Buch ist voll schöner Einfälle. Jedoch manchmal kommt einem das ein oder andere Detail etwas klischeehaft rüber. So gibt es letztendlich auch keinen Charakter, der verschiedene Interessen oder Wesenszüge aufweist. Alles ist sehr linear aufgebaut. Das passten allerdings aber auch sehr gut zu einem modernen Märchen. Archetypen, die geradlinig denken und handeln.

Daher finde ich den eigentlichen Ickabog Teil am besten, der als Idee aus den anderen Klischees deutlich heraussticht.

Alles in allem finde ich, man hätte mehr aus der Geschichte machen können. Die Idee ist sehr gut, die Umsetzung hätte noch spannender sein können. So bleibt es ein Märchen, das doch am besten für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Empfehlenswert für jeden J. K. Rowling Fan, ansonsten leider nur durchschnittlich aus meiner Sicht.

 

Zitat:

In den Schenken und auf den Märkten von Chouxville entspannen sich hitzige Debatten, Skeptiker lachten über die unsinnige Behauptung, der Ickabog existiere wirklich. Andere hielten entgegen, dass Leute, die nie einen Fuß ins ferne Marschland gesetzt hatten, sich besser nicht als Fachleute aufspielen sollten.

(Seite 89, Kapitel 15)

 

ISBN 978-3-551-55920-3

Carlsen, 2020

350 Seiten

Sonntag, 30. Januar 2022

„Harry Potter (1) und der Stein der Weisen“ von J. K. Rowling (REREAD)

mal wieder gelesen :-) 

Inhalt:

Harry Potter wächst als ungeliebter Neffe in einer britischen Kleinstadt in der Nähe von London auf. Eines Tages erfährt er, dass er ein Zauberer ist und bei der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen wurde, wo er bald neue Freunde findet mit denen er aufregende Abenteuer besteht.

 

Was habe ich wiederentdeckt?

·         Die fliegenden Schlüssel haben niemanden verfolgt.

·         Natürlich gibt es auch eine Prüfung von Snape.

·         Ron ist groß und schlaksig.

·         Harry, Neville und Hermine bekommen Strafarbeit, weil sie nachts im Schloss erwischt werden (so wie auch Draco).

·         Überhaupt spielt Neville häufiger mit.

·         Sie beruhigen Fluffy mit Harrys Flöte, die er von Hagrid bekommen hat.

Und wie immer: der Hauspokal ist wichtiger als in den Filmen dargestellt…

Die Reihe hab ich schon mehrmals gelesen und auch noch Jahren sind die Bücher gut gealtert und machen genau so viel Spaß wie Ende der Neunziger. Ich liebe sie.

 

Zitat:

Rons Ohren färbten sich rosa. Offenbar glaubte ex, er habe jetzt zu viel gesagt, denn er sah jetzt wieder aus dem

Fenster.

Harry fand es überhaupt nicht schlimm, wenn jemand sich keine Eule leisten konnte. Schließlich hatte er bis vor einem Monat keinen Penny gehabt, und er erzählte Ron auch, dass er immer Dudleys alte Klamotten tragen musste und nie ein richtiges Geburtstagsgeschenk bekommen hatte. Das schien Ron ein wenig aufzumuntern.

(Seite 111)

 

ISBN 978-3-551-55167-7

Carlsen, 2000 (c. 1997)

338 Seiten