Samstag, 26. Februar 2022

„Es war doch nur Regen!? - Protokoll einer Katastrophe“ von Andy Neumann

Inhalt:

Andy Neumann ist zum Glück noch wach, als das Wasser immer höher und höher steigt. Er hätte niemals erwartet in solche Gefahr zu kommen. Niemals erwartet, dass seine Familie auf diese Weise in Gefahr kommt. Zum Glück schlafen die Kinder, kriegen nichts mit von der Katastrophe. Aber die kommenden Wochen werden nicht einfach.

 

Meinung:

Neumann berichtet in dieser Zeit regelmäßig auf Facebook von seinen Erfahrungen und seinem Umgang mit der Katastrophe.

Im Buch wechselt der Autor chronologisch zwischen seinen Facebook Feeds und Erinnerungen, sowie Bemerkungen, die er im Nachhinein zusammenfasst.

Auf diese Weise ist der Bericht äußerst lebensnah und ergreifend.

Tatsächlich habe ich das Buch nur „zufällig“ auf dem Regal der Neuerwerbungen der Bibliothek gefunden. Ich wollte nur mal kurz reinlesen und habe mich dabei erwischt wie ich zwanzig Minuten später immer noch da stand, mit Tränen in den Augen (die anderen Besucher haben mich schon komisch angeguckt).

Das Buch hat mich sehr bewegt. Ich kann es nicht anders sagen. Vielleicht weil es Tatsachen (wenn auch subjektiv) und keine Fiktion war. Alles was da passierte ist quasi „vor unserer Haustür“ passiert. Freunde waren auch betroffen. Alle die konnten sind zum Helfen hingefahren. Und das ist alles erst ein paar Monate her.

Außerdem war ich auch so betroffen, weil Neumann auch zwei kleine Kinder hat.

Seit ich selbst Mutter bin, nimmt mich alles mehr mit wenn es Familien und Kinder betrifft.

So standen mir während des Lesens ab und zu die Tränen in den Augen.

Dabei ist Neumanns Stil an vielen Stellen eher erheiternd, er versteht es die Ironie der Situation herauszuarbeiten. Echt topp.

Vielleicht lese ich auch mal seinen Thriller „Zehn“, den er schon vorher veröffentlich hat.

Das Buch ist äußerst kurzweilig und macht Spaß, auch wenn das Thema sehr ernst ist. Eigentlich schade, dass ich es „nur“ aus der Bibliothek habe, denn der komplette Erlös wird gespendet.

Wir haben auch gespendet und aktuell können wir uns da auch nicht mehr leisten. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Leute im Ahrtal immer noch viel Geld brauchen…

 

Zitat:

Ich gehe über die Sebastianstraße. Einem Freund habe ich damals geraten, sich das Haus dort nicht zu kaufen, weil mir die Straße zu stark befahren ist. Heute Morgen: Grabesstille. Ich sehe Menschen, Anwohner, stumm, die Gesichter bleich und von der Mischung aus Trauer, Mattigkeit und grimmigem Durchhaltewillen geprägt, die auch mir entgegenschlägt, wenn ich in den Spiegel blicke.

(Seite 43)

 

ISBN 978-3-8392-2946-0

Gmeiner, 2021

156 Seiten

Montag, 14. Februar 2022

„Harry Potter (2) und die Kammer des Schreckens“ von J. K. Rowling (REREAD)

mal wieder gelesen :-)

Inhalt:

Harry Potter und seine Freunde sind jetzt in der zweiten Klasse in Hogwarts. Plötzlich die Nachricht, dass die Kammer des Schreckens geöffnet wurde und das Monster freigelassen wurde, dass alle Muggel auslöschen will…

 

Meinung:

Natürlich viel was im Film fehlt, aber insgesamt wird sich ganz gut ans Buch gehalten.

Was im Film nicht so deutlich wird ist, dass Harry über viele Monate von den anderen Schülern verdächtigt wird und ein Außenseiter ist.

Außerdem kommt im Film das Schulische und die Unterrichtsstunden fast gar nicht mehr vor.

Aber auch, wenn es sich hierbei nicht gerade um meinen Lieblingsband der Reihe handelt, ich liebe die Bücher alle. Sie befinden sich für mich außerhalb jeder Bewertung J

 

Zitat:

„Er hat mich nach Gryffindor gesteckt“, sagte Harry mit gedrückter Stimme, „weil ich nicht nach Slytherin wollte…“

„genau“, sagte Dumbledore und strahlte abermals. „Und das heißt, du bist ganz anders als Tom Riddle, Harry. Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, Harry, die zeigen, wer wir wirklich sind.“

(Seite 343)

 

ISBN 3-551-55168-5

Carlsen, 2000 (c.1998)

352 Seiten
 

Samstag, 5. Februar 2022

„Der Ickabog“ von J. K. Rowling

Inhalt:

Die Tragödie beginnt mit dem Tod von Lilli Lerchensporns Mutter. Danach verändert sich schnell das Leben von allen Bewohnern des kleinen Königreiches Schlaraffien. Leider merkt der gutmütige König Fred nichts von den üblen Machenschaften seines Berater Spuckelwert, der im ganzen Land die Geschichte des bösartigen Ickabogs verbreitet…

Wie immer stellt sich hier die Frage, wer das eigentliche Monster ist?

 

Meinung:

Mit dem Anfang der Geschichte habe ich mir sehr schwer getan. Nach einer Weile wird es aber interessanter und später war es sogar recht kurzweilig. Dennoch bleibt der Gesamteindruck für mich etwas getrübt von dem faden Einstieg.

Insgesamt finde ich das Märchen aber schön erzählt. Das Buch ist voll schöner Einfälle. Jedoch manchmal kommt einem das ein oder andere Detail etwas klischeehaft rüber. So gibt es letztendlich auch keinen Charakter, der verschiedene Interessen oder Wesenszüge aufweist. Alles ist sehr linear aufgebaut. Das passten allerdings aber auch sehr gut zu einem modernen Märchen. Archetypen, die geradlinig denken und handeln.

Daher finde ich den eigentlichen Ickabog Teil am besten, der als Idee aus den anderen Klischees deutlich heraussticht.

Alles in allem finde ich, man hätte mehr aus der Geschichte machen können. Die Idee ist sehr gut, die Umsetzung hätte noch spannender sein können. So bleibt es ein Märchen, das doch am besten für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Empfehlenswert für jeden J. K. Rowling Fan, ansonsten leider nur durchschnittlich aus meiner Sicht.

 

Zitat:

In den Schenken und auf den Märkten von Chouxville entspannen sich hitzige Debatten, Skeptiker lachten über die unsinnige Behauptung, der Ickabog existiere wirklich. Andere hielten entgegen, dass Leute, die nie einen Fuß ins ferne Marschland gesetzt hatten, sich besser nicht als Fachleute aufspielen sollten.

(Seite 89, Kapitel 15)

 

ISBN 978-3-551-55920-3

Carlsen, 2020

350 Seiten