Freitag, 24. Mai 2024

„Bastards“ von J. S. Wonda

Inhalt:

Jade hasst ihre Mutter, die ihr nie Liebe entgegengebracht hat. Wenigstens ist sie eine reiche Upper East Side Göre. Aus Langeweile vertickt sie auch Drogen. Bis sie eines Tages dem FBI Agent Landon Malverey vorgestellt wird. Aber wer ist der mysteriöse Gil-Boy, mit dem Landon dauernd textet?

 

Meinung:

Pluspunkt für das Buch ist, das es gut geschrieben ist und sich daher äußerst geschmeidig lesen lässt.

Manko ist meines Erachtens aber die Story, die kaum vorhanden ist und ab einem bestimmten Punkt auch äußerst vorhersehbar auftritt.

Die Handlung ist wirklich sehr dürftig und ließe sich in wenigen Sätzen komplett beschreiben, weshalb mir sogar die kurz Einleitung oben schwer gefallen ist.

Was dafür aber sehr viel interessanter und aufregender daherkommt sind die Sexszenen, die regelmäßig die Handlung unterbrechen. Diese fügen sich erstaunlich gut ins Geschehen ein und wirken nicht komplett fehlplatziert.

Auch wenn es hier Praktiken gibt, die ich nicht selbst mag, hat es immer Spaß gemacht die Stellen zu lesen.

Ich kann sogar guten Gewissens behaupten, dass mir dieses Buch auf dieser Ebene deutlich besser gefallen hat als „Fifty Shades of Grey“. Wobei ich aber auch sagen muss, dass ich mit Romanen aus diesem Genre (Erotik Thriller für New Adults) sonst keine Erfahrung habe.

Es gibt noch einen Folgeband („Sisters“), den ich aber nicht mehr lesen werde. Ich brauche nicht noch mehr von dieser Dreiecksbeziehung der besonderen Art zu lesen. Liebt was anderes. Der Abschluss hat mir auch absolut ausgereicht.

Fazit: gut lesbarer Erotikroman, mit wenig Handlung.

Mich würde jetzt noch interessieren, ob andere Reihen von J. S. Wonda in Thema Handlung mehr zu bieten haben? Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich z. B. die „Very Bad…“-Reihe mal anfangen möchte. Keine Ahnung.

Zitat:

Er eroberte mich und beherrschte nicht nur meinen Körper, der ihm längst willenlos ausgeliefert war. Durch seinen intensiven Blick, seine ungestüme, aber nicht gewaltsame Art, berührte er mich tiefer, als seine List jemals dringen könnte.

(S. 183)

 

ISBN 978-3-98595-662-3

WondaVersum, 2019

532 Seiten

Montag, 20. Mai 2024

„Die Analphabetin die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson

Inhalt:

Nombeko kommt aus einem Slum in Südafrika, wobei sie aber auffällig schlau ist und eine echte Rechenkünstlerin von klein auf. Als Jugendliche schafft sie es aus dem Slum raus (in der Zwischenzeit hat sie auch lesen gelernt), als sie dann ungerechteres auf einer geheimen Militärbasis landet, wo sie dem blöden Ingenieur über viele Jahre hinweg Tipps rund um den Bau von Atombomben und Politik hilft. Wie sie später in Schweden landet, an der Seite eines offiziell nicht existierenden Holger (?), ist auch eine aufregende Geschichte.

 

Meinung:

Wie bereits „Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand“ glänzt dieser Roman von der unterhaltsamen Verknüpfung von Geschichte, Politik und teilweise einfachen Leuten, die alles irgendwie nebenbei stark beeinflussen.

Klar gibt es hier und da einige Wendungen die äußerst unrealistisch wirken, aber insgesamt fühlt man sich doch nach dem Lesen etwas gebildeter. Und das tut auch mal gut. Zumal die Geschichte gut geschrieben ist und auch am Ende nochmal ein bisschen spannend wird.

Das Lesen hat mir großen Spaß gemacht. Obwohl ich doch bestätigen muss, dass das Buch dem Vorgänger äußerst ähnlich ist in Handlung/Aufbau und Auflösung.

Auf jeden Fall ist der Roman sehr lehrreich und es lohnt sich für mich auch mehr über die schwedische Mentalität zu lernen, sowie über geschichtliche Ereignisse ins Grübeln zu geraten.

Eine klare Empfehlung.

Zitat:

„Das macht also achtzig Rand Netto im Monat. Bis ich alles zurückgezahlt habe, muss ich sieben Jahre, drei Monate und zwanzig Tage beim Herrn Ingenieur arbeiten. Finden euer Ehren nicht, dass das eine etwas strengen Strafe ist für ein, die auf dem Gehweg von jemand überfahren wurde, der aufgrund seines Alkoholkonsums überhaupt nicht hätte fahren dürfen?“

Der Richter war völlig verblüfft. Nicht genug damit, dass das Mädchen sich äußerte. Und sich gut ausdrücken konnte. Und die unter Eid abgegebene Aussage des Ingenieurs anzweifelte. Sie hatte außerdem den Umfang der Strafe ausgerechnet, bevor irgendjemand anders im Saal auch nur annähernd dasselbe hätte tun können.

(S. 50, 1. Teil., 3. Kapitel)

 

ISBN 978-3-570-58512-2

carl's books, 2013

444 Seiten 

Freitag, 3. Mai 2024

„Die Prinzessin und der Wilderer - Vier Erzählungen“ von Roald Dahl

Vier Erzählungen im reinsten Roald Dahl Stil. Davon zwei Märchen (erschienen unter dem Titel „Two Fables“).

  • Die Prinzessin und der Wilderer
  • Prinzessin Busenschön
  • Der Antiquar
  • Der Chirurg

Meinung:

Die Märchen beinhalten wieder diese skurrile Grausamkeit, die man von Dahls Geschichten auch kennt. Zu Märchen passt das sehr gut.

Die etwas ausschweifenderen zwei modernen Erzählungen befassen sich mit Verbrechen. Wobei einmal die Verbrecher selbst beleuchtet werden und das andere Mal wieder glückliche Umstände zur Auflösung der Tat führen.

Die Geschichten sind eindrucksvoll und intensiv. Spannend und keineswegs zu ausladend.

Ich bleibe ein großer Fan von Dahls Werk.


Zitat:

Das war wirkliche Macht, Macht, wie sie ein so junger Mensch bislang noch nie gekannt hatte. Und die Macht ist eine gestrenge Zuchtmeisterin, das merkte die Prinzessin bald. Es ist unmöglich, Macht zu besitzen und sie nicht auszuüben. [..]

(S. 25 aus „Prinzessin Busenschön“)

 

ISBN 978-3-8052-0456-6

Wunderlich (Rowohlt), 1989

115 Seiten

„Die Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling

Bild-Quelle: amazon.de

Inhalt:

Eines Tages steht ein Känguru vor Marc-Uwes Tür und bittet um Eier. Kurze Zeit später wohnen die Beiden zusammen und er (Marc-Uwe) erlebt mit dem Känguru allerhand seltsame Situationen, wobei sich nie jemand dran stört, dass das Känguru sprechen kann.

 

Meinung:

Es handelt sich um kurze, knackige Kapitel voller satirisch komischer Situationen. Meist aus dem Alltagsleben. Wobei sich die Beiden oft um etwas streiten, was das Känguru verbockt hat. Auch sind politische Themen ein häufiger Diskussionspunkt. Hierbei nimmt der Autor oft eine beinah kommunistische Sichtweise an, bei der ich mir nicht sicher bin, wie ernst er das meint.

Häufig wird der Kapitalismus durch den Kakao gezogen. Aber ab und zu erfährt man auch interessante Kleinigkeiten aus verschiedenen Bereichen.

Insgesamt sind die Kapitel recht amüsant, wirken auf mich aber teilweise etwas künstlich.

Von Anfang an kommt es mir eher so vor, als ob der Autor bei der Erzählung lediglich seine Freundin/Frau durch ein Känguru ersetzt hat, was Allem etwas seltsam Komisches gibt.

Für mich fühlt sich die Beziehung der Beiden an, wie bei einem Pärchen das schon lange zusammenlebt.

Auch wenn ich das Buch nicht schlecht fand, will ich die Folgenden jetzt doch nicht mehr lesen. Ich glaube nicht, dass sich an dem Stil oder der „Handlung“ viel ändert wird.

Meiner Meinung nach sollte man dieses Buch mal gelesen haben um mitreden zu können, aber eigentlich brauche ich es nicht.


Zitat:

„Man ist gezwungen sich kurz zu fassen [..]“

„Was willst du denn schreiben?“, fragt das Känguru.

„Dass die kognitiven Potenzen extraordinäre Relevanz für die Dialektik haben.“

„Ersetz die Fachbegriffe doch einfach durch normale Worte.“

„Das ist aber schwierig. Okay. [..]“

„Was haste jetzt geschrieben?“

„>Denken ist wichtig<“, sage ich. [..]

(Seite 97-98, aus Kap. >Die Essenz des Hegel‘schen Gesamtwerkes<)

 

ISBN 978-3-548-37257-0

Ullstein, 2009

270 Seiten