Montag, 28. Oktober 2024

“Night of Shadows and Flames Bd. 1 - Der wilde Wald” von Laura Labas

Inhalt:

Billie steht in Moths Dienst und muss als junge Hexe für ihn Vampire töten. Doch bald ist das Jahr rum und ihr Vertrag ist erfüllt. Doch dann rennt ihr Cousin, Hugh, vor Moth davon und Billie gerät in die Hände von Hexenjägern, die sie an den Vampir Tian verkaufen.

 

Meinung:

Es handelt sich hierbei um den ersten von zwei Bänden einer kurzweiligen Fanatsy Romance.

Die Geschichte der Hexe Billy geht unter die Haut, ist spannend und bietet gelegentlich überraschende Wendungen.

Der Stil ist durchgehend interessant, und die Geschichte ist insgesamt auch nicht zu kitschig. Im Gegenteil, ich hätte mir gerne noch mehr Romantik gewünscht.

Leider war es gegen Ende wieder so, dass die Handlung etwas voraussehbare wurde, was aber den Lesespaß für mich nicht geschmälert hat.

Eine eingehendere Meinung werde ich nach dem zweiten Band schreiben.


Zitat:

Ich hatte es satt. Jahrelang war ich nicht ein einziges Mal in Ohnmacht gefallen, und jetzt fühlte ich mich ständig schwach und unzureichend.

Für den Moment blieb ich auf den Holzdielen liegen und starrte an die stuckverzierte Decke. Ein paar Spinnennetze flirrten im Luftzug, der unter der Tür hereindrang.

Ich sollte nicht aufgeben. Es gab zu viel zu tun.

(Kapitel 7, Seite 103)

 

ISBN 978-3-492-70911-8

Piper, 2024

434 Seiten
 

Samstag, 19. Oktober 2024

„Die Memoiren der Fanny Hill“ von John Cleland

Inhalt:

In diesem Briefroman von 1749 geht es um das Freudenmädchen Fanny Hill, das ursprünglich aus dem Londoner Umland kommt und ihren Lebensunterhalt später als Prostituierte verdienen muss, nachdem ihr Geliebter von seinem Vater gezwungen wird, zu See zu fahren.

 

Meinung:

Bei diesem Klassiker der erotischen Literatur wird keine sexuelle Handlung ausgelassen. Ich gebe zu, dass ich zunächst nicht viel von dem Roman erwartet habe und war dann doch erstaunt über die feine Sprache und angenehme Darstellung der einzelnen Szenen. Ich finde die Handlung zu keiner Zeit geschmacklos, obwohl ich auch sagen muss, Dass ich äußerst unerfahren mit erotischer Literatur bin.

Ich für meinen Teil finde es erstaunlich diese genauen Beschreibungen beim Werk von 1749 zu finden.

Nachhinein überrascht es mich auch, dass der Verfasser ein Mann ist. Die Darstellung werden aus der Sicht der Protagonisten beschrieben und hätte ich nicht gewusst, dass der Autor männlich ist, hätte ich das niemals vermutet.

Das einzige, was ich an dieser Stelle vielleicht kritisieren könnte, ist die Leichtigkeit, mit der Fanny Hill alle Widrigkeiten übersteht und offenbar wenig Kummer über die Vergangenheit hat.

Auf jeden Fall bin ich dem Auto sehr dankbar für das happy end, welches natürlich von Anfang an bekannt ist.

Wie bereits erwähnt, wird hier keine sexuelle Handlung ausgelassen. So kommt es auch an mehreren Stellen zu gleichgeschlechtlichen, um Sex. Hier war ich wenig überrascht, die extreme Haltung gegen Geschlechtsverkehr zwischen Männern vorzufinden. Die Protagonistin will diesen Akt, den sie beobachtet hat, direkt zur Anzeige bringen, was vermutlich der Zeit entspricht.

Insgesamt hat mir das Buch, das in zwei Briefe aufgeteilt ist, sehr gut gefallen.

Ich kann verstehen, dass es sich hierbei um ein Literatur Klassiker handelt und finde das Buch empfehlen- und lesenswert.


Zitat:

Aber allmählich begann die Zeit, die große Trösterin, meine Schmerzen zu lindern und meine Empfindungen abzustumpfen. Meine Gesundheit kehrte zurück, aber Kummer und Leid sah man mir auch weiterhin an, was jedoch nur die Röte meines bäurischen Teints milderte und meinem Gesicht feinere und anziehendere Töne verlieh.

(70%, Seite unbekannt)

 

ISBN 3-499-26474-9

Rowohlt (eBook), 2004 (originalgetreu übertragen nach der Erstausgabe von 1749)

256 Seiten 

Dienstag, 15. Oktober 2024

“The Shards” von Bret Easton Ellis

Inhalt:

Bret ist im Abschlussjahr an einer Elite-High School in Los Angeles. In seinem privilegierten Leben ist er ständig High oder auf der Suche nach sexueller Befriedigung. Er ist 17 als eine Reihe von Einbrüchen und Morden in der Umgebung startet. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Hat dieser etwas mit seinem neuen Mitschüler Robert zu tun?

 

Meinung:

Ellis beschreibt eine Jugend voller Extreme. Seine Beliebtheit an der Highschool beruht auf seinen Freundschaften zu den coolen Kids. Er ist selbst charismatisch, sieht sich aber eher als Einzelgänger, da er zum Beispiel auch eine andere sexuelle Vorliebe, als seine Klassenkameraden hat. Außerdem steht für ihn schon fest, dass er nach der Schule Schriftsteller werden möchte. Er wartet eigentlich nur darauf, seinen Abschluss hinter sich zu bekommen. Vor seinen Freunden spielt er laut eigener Aussage eine Rolle. Alles ist ein Spiel für ihn.

In dieser Zeit der sexuellen Unsicherheit und des exzessiven Drogenkonsums, lässt er sich schnell von der Idee gefangen nehmen, dass sein neuer Klassenkamerad etwas mit dem Verschwinden der ersten Opfer des Serienmörders zu tun hat.

Der Autor beschreibt ein intensives Bild der High Society Jugend dieser Zeit - Anfang der 1980er. Dafür verwendet er einen regelrechten Soundtrack dieses Jahrzehnts. Offensichtlich wurde Ellis auch von dieser Zeit und dieser Musik, stark geprägt. Durch die intensive und detaillierte Beschreibungen des Autors fühlt man sich als Leser wie in einer Zeitkapsel, 40 Jahren die Vergangenheit zurückversetzt.

Dennoch muss ich kritisieren, dass zumindest der Mittelteil des Romans von häufigen Wiederholungen und immer wieder gleichen Beschreibungen des „Alltags“ gekennzeichnet ist. Dieser ist zwar für mich ungewöhnlich aber die Repetition wirkt zwischendurch etwas langweilig und statisch. Die extremen Sexszenen (vorzugsweise gleichgeschlechtlicher Sex) gleichen sich einander. Man könnte sagen, dass das eigentlich den Charakter der Zeit unterstreicht, auf mich als Leser, in den 2020ern wirkt es eher langweilig.

Jedoch muss ich zugeben, dass ich schon das Gefühl habe, Sex zwischen Männern und auch deren gegenseitige Anziehung jetzt besser verstehen zu können. Auf jeden Fall finde ich, dass dieses Buch zur sexuellen Aufklärung und Gleichberechtigung beiträgt.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Auto auch bezwecken wollte, dazu stellen, was für einen schlechten Stellenwert Schwule in dieser Zeit noch hatten.

Der Autor hat hier ein fiktives autobiografisches Werk herausgebracht. Ich wollte mir die Spannung nicht nehmen und habe erst am Schluss erfahren, ob die Situationen real macht oder nicht. Zumindest die Stimmung und Ängste des Autors entspringen der Wirklichkeit.

Das letzte Drittel war noch mal von enormer Spannung geprägt und hat ein gutes Bild auf die Psyche des Hauptcharakters geworfen.

Ellis ist besonders bekannt für seinen Roman „American Psycho“, den ich bisher noch nicht gelesen habe. Das werde ich sicherlich noch irgendwann nachholen, denn insgesamt hat mir dieses Buch hier sehr gefallen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine Kontroverse über diesen Roman gibt. Ich für meinen Teil kann ihn empfehlen, muss aber auch sagen, dass ich etwas mehr erwartet habe.


Zitat:

Ich bekam es in jener Woche ein wenig mit der Angst zu tun, obwohl im Bekanntwerden des Trwalers etwas mitschwang - eine Bestätigung des Bösen –, was alles vor sanfter Melodramatik vibrieren ließ, und in der sich einstellenden Atmosphäre – zugespitzt, leicht gefährlich, irgendwie sexualisiert – empfand ich beinahe eine Art freudige Erregung.

(S. 255, Kapitel 10)

 

ISBN 978-3-462-00482-3

Kiepenheuer&Witsch, 2023

740 Seiten