Inhalt:
Orpheus schwört Rache an Staubfinger und all seinen Lieben. Und diese Rache bekommt er, mit Hilfe der Schattenleserin.
Meinung:
Die Geschichte gefällt mir von Aufbau und Spannungsbogen eigentlich ganz gut. Aber wer sich erhofft auf ein neues Abenteuer mit allen alten Bekannten wird ein wenig enttäuscht. Die Hauptcharaktere sind Staubfinger und der Schwarze Prinz. Meine alten Lieblingsfiguren, Meggie und Mortimer, spielen nur eine kurze Nebenrolle. Das finde ich sehr schade. Ich hätte es toll gefunden wieder Meggie in der Hauptrolle zu sehen.
Insgesamt wirkt das Buch auch noch melancholischer als sein Vorgänger. Überhaupt wird eine düstere Stimmung vermittelt, was hier aber durchaus stimmig auf mich wirkt. Funke glänzt ernährt durch einen fantastischen, intensiven Erzählstil und leider ist das Buch wieder viel zu schnell zu Ende.
Ein Muss für jeden Fan der Tintenwelt.
Ich kann mir aber beim besten Willen jetzt nicht mehr vorstellen, dass die Reihe nochmal fortgesetzt wird. Ich finde Gutes sollte dann auch irgendwann mal abgeschlossen bleiben.
Zitat:
Niemand wusste besser als er, dass die Flammen all das spenden konnten. Nun aber sah er erneut nur Ruß und Dunkelheit, wenn er hineinstarrte, wie damals, als er in einer anderen Welt verloren gegangen war.
Du wirst sie finden, Staubfinger! Er bat das Feuer, die Finsternis zu vertreiben, die ihm das Herz füllte, bevor sie ihm alle Kraft nahm, aber Orpheus hatte seine Rache gut gewählt. Er hatte es wohl damals schon begriffen, als er ihn von einer Welt in die andere gelesen hatte: dass der Feuertänzer nur ein Schatten war ohne die, die er liebte.
(S. 141, Kap. „Feuer frisst Bücher“)
ISBN 978-3-7513-0007-0
Dressler, 2023
350 Seiten