Samstag, 30. Dezember 2023

„Tintenwelt (4) - Die Farbe der Rache“ von Cornelia Funke

Inhalt:

Orpheus schwört Rache an Staubfinger und all seinen Lieben. Und diese Rache bekommt er, mit Hilfe der Schattenleserin.

 

Meinung:

Die Geschichte gefällt mir von Aufbau und Spannungsbogen eigentlich ganz gut. Aber wer sich erhofft auf ein neues Abenteuer mit allen alten Bekannten wird ein wenig enttäuscht. Die Hauptcharaktere sind Staubfinger und der Schwarze Prinz. Meine alten Lieblingsfiguren, Meggie und Mortimer, spielen nur eine kurze Nebenrolle. Das finde ich sehr schade. Ich hätte es toll gefunden wieder Meggie in der Hauptrolle zu sehen.

Insgesamt wirkt das Buch auch noch melancholischer als sein Vorgänger. Überhaupt wird eine düstere Stimmung vermittelt, was hier aber durchaus stimmig auf mich wirkt. Funke glänzt ernährt durch einen fantastischen, intensiven Erzählstil und leider ist das Buch wieder viel zu schnell zu Ende.

Ein Muss für jeden Fan der Tintenwelt.

Ich kann mir aber beim besten Willen jetzt nicht mehr vorstellen, dass die Reihe nochmal fortgesetzt wird. Ich finde Gutes sollte dann auch irgendwann mal abgeschlossen bleiben.


Zitat:

Niemand wusste besser als er, dass die Flammen all das spenden konnten. Nun aber sah er erneut nur Ruß und Dunkelheit, wenn er hineinstarrte, wie damals, als er in einer anderen Welt verloren gegangen war.

Du wirst sie finden, Staubfinger! Er bat das Feuer, die Finsternis zu vertreiben, die ihm das Herz füllte, bevor sie ihm alle Kraft nahm, aber Orpheus hatte seine Rache gut gewählt. Er hatte es wohl damals schon begriffen, als er ihn von einer Welt in die andere gelesen hatte: dass der Feuertänzer nur ein Schatten war ohne die, die er liebte.

(S. 141, Kap. „Feuer frisst Bücher“)

ISBN 978-3-7513-0007-0

Dressler, 2023

350 Seiten 

Sonntag, 10. Dezember 2023

„Disney Villains (10) - Empor aus der Unterwelt“ von Serena Valentino

Bild-Quelle: amazon.de

Inhalt:

Hades war anfangs ein echt netter Kerl, bis ihn Zeus für immer in die Unterwelt verbannt hat - zwar als Chef, doch dazu verurteilt zu vereinsamen und zu verbittern. Als Hades Die Vielen Königreich kennenlernt, fängt für ihn ein zweites Leben an. Buchstäblich.

 

Meinung:

Eine nette, kurzweilige Geschichte aus der Reihe der Disney-Bösewichte. Tatsächlich ist unsere Hauptfigur hier deutlich netter, als alle anderen davor. So wirkt die Story insgesamt auf mich eher durchschnittlich und wenig spannend. Das heißt nicht, dass ich das Buch nicht mag. Ich muss sogar sagen, ich fand es mal ganz schön nicht alles so superkompliziert und chaotisch zu haben.

Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Zumal die Reihe meiner Meinung nach immer verrückter wurde und man schon kaum noch dem durchgehenden Strang / dem roten Faden folgend konnte. Dieser Roman hat aus meiner Sicht wieder etwas Ruhe in die gesamte Geschichte gebracht. Das finde ich sehr angenehm.

Jetzt freue ich mich auch wieder mehr auf die neuen Bände. Aber darauf muss ich wohl noch eine ganze Weile warten.

Zitat:

Hades wusste, dass Hexen im Allgemeinen ziemlich verwirrend sein konnten - sie sprachen in Rätseln und machten einen mit ihren Halbwahrheiten, Vorhersagen und der ständigen Zurschaustellung ihrer Kräfte verrückt. Zumindest waren diese Hexen erträglicher und viel mächtiger, auch wenn sie es jetzt noch nicht wussten.

(S. 68/69)

 

ISBN 978-3-551-28095-4

Carlsen, 2023

200 Seiten

 

Dienstag, 5. Dezember 2023

„Die Insel der tausend Leuchttürme“ von Walter Moers

Inhalt:

Hildegunst von Mythenmetz macht Kur auf der Insel Eydernorn. Die Insel ist besonders bekannt für die 111 Leuchttürme und die gute Luft, die bei den Bewohnern offensichtlich zu einem längeren Leben führt. Der erste Kontakt zu den Leuchtturmwärtern fällt Hildegunst schwer, später sieht er sich aber verstrickt in eine abenteuerliche Geschichte, die zu einem überraschenden Ende führt.

 

Meinung:

Der Roman ist im Briefform aus der Sicht von Hildegunst geschrieben. Das ermöglicht dem Autor die ständige Erzählung aus der Ich-Perspektive. leider gibt es erneut stellenweise zu ausschweifende und ermüdende Beschreibungen von fantastischen Kreaturen, die zwar zur zamonischen Welt passen, aber auf mich als Leser einfach nur ermüdend wirken. Ziemlich anstrengend sowas über mehrere hundert Seiten zu lesen.

Mir ist schon klar, dass man am Ende froh ist, wenn man die ein oder andere fantastische Kreatur von vorher kennt, aber das hätte bestimmt auch etwas einfacher funktionieren können.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass mich das Buch nicht über weite Strecken nicht so gefesselt hat wie erhofft. Nur die ersten 100 und die letzten 150 Seiten finde ich im Nachhinein einigermaßen spannend. Echt schade.

Mich nerven auch die dauernden Anspielungen auf „Die Stadt der träumenden Bücher“ - dann denke ich immer daran, dass ich eigentlich noch auf ein Buch aus dieser Reihe warte, das wohl nie mehr erscheinen wird. Das war damals schon eine große Enttäuschung.

Und überhaupt muss ich sagen, dass ich die andauernde Erzählung aus Hildegunst Sicht doch wenig abwechslungsreich finde. Hier könnte der Autor meiner Meinung nach auch mal wieder einen anderen Helden präsentieren.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir nochmal einen Zamonien-Roman zulegen werde (der Preis von diesem hier war auch ganz schön happig). Mal sehen.

Zitat:

Am Fuße des Leuchtturms herrscht die Finsternis, aber darüber strahlt das Licht der Weisheit in die Ferne.



(S. 607)

 

ISBN 978-3-328-60006-0

Penguin, 2023

636 Seiten