Mittwoch, 25. Februar 2026

„Haunting Adeline (2)“ von H. D. Carlton

Inhalt:

Adeline wird von Menschenhändlern verschleppt und durchlebt ein grausames Martyrium. Wie kann sie jemals über ihr Schicksal hinwegkommen?

 

Meinung:

Entgegen meiner Erwartung war der zweite Teil vollkommen anders als der erste Teil. Es gab deutlich mehr Action und Spannung, sowie die grausamen Einblicke in den Menschenhandel.

Es ist erschreckend, was Menschen anderen Menschen antun können. Das hat die Autorin meiner Meinung nach krass rübergebracht.

Man fiebert mit den beiden Hauptcharaktere mit und merkt auch eine deutliche Veränderung an ihrem Verhalten. Das gibt es heute nicht mehr in jedem Roman, was ich sehr gut finde an diesem Punkt.

Dafür sind in diesem zweiten Band auch deutlich mehr explizite Szenen enthalten, was mir am Ende ein bisschen zu viel wurde. Das letzte Drittel hat mir nicht so gut gefallen wie die beiden vorangegangenen.

Insgesamt kann ich den Hype um die zwei Bücher sehr gut nachvollziehen. Entspannung sind die Werke kaum zu übertreffen, aber den Kontroversen bezüglich Stalking und nicht einvernehmlichen Sex, kann ich mich nicht entziehen. Diese Punkte werden hier als Obsessionen und intensive Liebe dargestellt, was für mich aber trotzdem eine Verharmlosung dieser Straftaten bedeutet, auch wenn es hier nachvollziehbar erscheint.

Aktuell, während ich die beiden Bücher gelesen habe, gehen die Enthüllung rund um die Epstein Akten um die Welt, was sehr extrem zu diesen Büchern passt. Es fühlt sich fast so an, als ob die Autorin auf Grundlage der damals bekannten Straftaten sich an dieses Werk heran getraut haben könnte. Dieser Menschenhändlerring unter Superreichen wird hier realistisch dargestellt und passt zum aktuellen Enthüllungen.

Auch wenn ich kein Dark Romance Fan bin, wollte ich mich diesbezüglich gerne „weiterbilden“. Was das angeht, kann ich die Bücher sehr empfehlen. Das wird aber vorerst das einzige sein, was ich in dieser Richtung lesen werde.


Zitat:

Heute ist die Auslese und schon jetzt scheint sich das Haus mit Gerede zu füllen.

Zu allem Übel fühlt sich mein Körper nicht annähernd so gebrochen an, wie ich dachte. Meine Seele? Völlig zerrüttet. Aber zumindest kann ich furzen, ohne das Gefühl zu haben, ohnmächtig zu werden, oder?

Falsch. Wenn ich mich kaum noch bewegen könnte, hätte ich vielleicht eine Ausrede gehabt, um nicht an der Auslese teilnehmen zu müssen.

(Seite 184/185, Kapitel 14)

 

ISBN 978-3-98718-226-6

VAJONA, 2024

660 Seiten

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