Samstag, 26. Juni 2021

„Disney Villains (7) – Cruella, die Teufelin“ von Serena Valentino

Inhalt:

Die Lebensgeschichte von Cruella de Vil, bekannt aus „101 Dalmatiner“…

 

Meinung:

Hierbei handelt es sich um einen deutlich von den anderen Büchern der Reihe abgesetzten Roman.

Erzählt wird im Gegensatz zu den Vorgängern aus der Ich-Perspektive. Zuletzt erklärt die Autorin, sie habe Cruella lange interviewt um ihre Geschichte zu erfahren. Das gibt mir ein besonders realistisches Gefühl.

Die Ich-Perspektive wird sehr gut umgesetzt. Man versteht wie Cruella denkt und handelt, obwohl man sehr wohl weiß wie sie auf ihr Umfeld wirken muss.

Ihre geistige Entwicklung bis hin zum Wahnsinn ist sehr gut beschrieben. Es ist nicht einfach ein ganzes Leben (oder hier besser gesagt ein halbes Leben) in einen unterhaltsamen Roman zu packen. Ich bin positiv davon überrascht.

Obwohl ich immer noch sauer bin, dass die Geschichte der verdrehten Schwestern im letzten Buch so abrupt geendet hat, setzt dieser Band die Reihe außerordentlich gut weiter und bringt die Handlung in die Moderne.

 

Zitat:

[…] Meine Mama war mir so böse, ich konnte mich nicht dazu durchringen, ihr zu gestehen, dass wir unten mit der Dienerschaft Weihnachten gefeiert hatten.

„Cruella, antworte mir! Wessen Idee war das?“

Anita war es, die die Stimme erhob. „Es war meine Idee, Lady De Vil“, erklärte sie mit ihrer sanften, lieblichen Stimme. Anita war schon immer mutige gewesen, als ich gedacht hatte.

Es sind die Stillen, die man im Auge behalten muss. Denkt an meine Worte. Die stillen, aufmerksamen Mädchen sind die tödlichsten.

(Seite 158)

 

ISBN 978-3-551-28045-9

Carlsen, 2021 (c.2020)

350 Seiten


Mittwoch, 23. Juni 2021

„Es war einmal… Das Leben (1) – Das Herz“ (Comic) von Minte

Text/Autor: Jean-Charles Gaudin

Inhalt:

Wir begleiten die roten Blutkörperchen auf ihrem Weg durch den kleinen und den großen Kreislauf…

 

Meinung:

Es lebe die Nostalgie. Ach, was habe ich diese Zeichentrick Reihe als Kind geliebt. Davon hätte ich gern mehr gesehen, nur wusste ich nie, wann das kommt…

Der zugehörige Comic ist aber deutlich schwieriger zu verstehen.

Hier habe ich einige Kritikpunkte anzubringen…

Sogar als Erwachsener habe ich Probleme der „Handlung“ zu folgen. Wenn ich den Titel nicht gekannt hätte, hätte sich mir anfangs nicht mal erschlossen, um welches Organ / welchen Bereich es sich hier überhaupt handelt.

Ein kleines Bild des Körpers oder sowas wäre am Anfang auch hilfreich gewesen. Immerhin ist das der Comic und nicht die Fernsehserie. Konzeptionell wären unterstützende Bilder hier angebracht gewesen.

Insgesamt muss ich auch leider sagen, dass es für mich ziemlich langweilig zu lesen war - immer wieder das gleiche, immer wieder irgendwelche Tunnel lang ohne dass viel anderes beschrieben wird. Und weil es keine Bilder gibt wo man sich gerade befindet, kann man sich den Weg der roten Blutkörperchen echt schwer vorstellen.

Für Kinder muss es noch langweiliger sein…

Dass es auch quasi „Hauptcharaktere“ gibt ist mir erst gar nicht aufgefallen - die sehen halt logischerweise alle ähnlich aus. Aber dann am Schluss wurde so getan, als das doch klar war und man sich jetzt dafür interessieren müssen was mit ihm geschieht. Etwas konstruiert.

Und viel gelernt hab ich leider auch nicht. In der Geschichte wird nicht gerade mit Erklärungen oder interessanten Begriffen um sich geworfen. Alles total linear und einschläfernd, muss ich meinen Söhnen echt mal abends im Bett vorlesen 😉

Schade, ich hab irgendwie mehr erwartet.

Werde dem zweiten Band noch eine Chance geben, aber die Finger davon lassen, wenn der nicht etwas interessanter ist.

 

ISBN 978-3-95839-980-8

Splitter (toonfish), 2019 (c.2017)

46 Seiten 

Donnerstag, 17. Juni 2021

„Disney Villains (6) – Das Geheimnis der Schwester“ von Serena Valentino


Inhalt:

Die verdrehten Schwestern wollen aus der Zwischenwelt entkommen und Circe um jeden Preis für sich zurück haben. Während sie ihre Flucht planen finden Schneewittchen und Circe langsam heraus wie die drei Schwestern so böse geworden sind und woher sie eigentlich kommen…

 

Meinung:

Zunächst muss ich sagen, dass das für mich der spannendste Teil der Reihe ist. Dabei muss ich aber gleichzeitig loswerden, dass ich von dem Ende mehr als enttäuscht bin.

Die fünf Vorgänger waren trotz dem sie letztendlich irgendwie miteinander verstrickt sind, eigenständige Geschichten die auch in gewisser Hinsicht abgeschlossen waren. Dieser sechste Band endet sehr abrupt. Eben hab ich noch erwartet, dass die Geschichte jetzt (endlich) aufgelöst wird und plötzlich ist Schluss. Sehr frustrierend und schade. Denn eigentlich fand ich dieses Band ja am besten. Das hinterlässt einen miesen Beigeschmack.

Auch wenn sich die Geschichte erwartungsgemäß entwickelt, lebt das Buch davon dass nicht alle Handlungen vorhergesagt werden können.

Ich finde es einfach schön geschrieben. Natürlich muss ich gestehen, dass ich von Anfang an eine emotionale Bindung zu den Charakteren habe, weil ich einfach ein riesengroßer Disney- und Märchenfan bin.

Trotzdem hab ich mir einen Abschluss des Handlungsstrangs der verdrehten Schwestern sehnlichst erwünscht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das im nächsten Buch (Cruella) wieder aufgegriffen werden soll, spielt sich bei Cruella doch alles in der Moderne ab und ohne mittelalterliches Setting. Mal sehen.

Wollte eigentlich mal wieder was anderes lesen, jetzt bin ich „gezwungen“ da weiterzumachen. Also los!

Nachtrag (kurze Zeit später):

Nachdem ich jetzt die ersten beiden Kapitel von „Cruella, die Teufelin“ verschlungen habe steht eins fest: die Geschichte von Circe und den verdrehten Schwestern wird nicht weitererzählt. Sollte das wirklich das Ende sein? Hab ich seinen Sinn irgendwie falsch verstanden?

Scheinbar wollte die Autorin es nur geheimnisvoll umschreiben/fertigstellen. Schade. Ok. Bin immer noch etwas enttäuscht davon. Leider.

 

Zitat:

Circe schnappte nach Luft. Sie sah aus, als ob ihr ein unsichtbares Wesen jegliches Leben ausgesaugt hätte. Die junge Hexe wirkte wie ein Geist, ihre Augen waren vor Entsetzen weit aufgerissen.

„Meine liebe Circe, habt ihr die Geschichte gelesen?“, fragte Schneewittchen. Circe nickte stumm,  unfähig zu sprechen, während sie mit der Erkenntnis kämpfte.

Schneewittchen ließ sich an ihrer Seite nieder und legte den Arm um ihre Cousine. „Sollen wir den Rest gemeinsam lesen, liebste Cousine? Habt keine Angst. Ich bin bei Euch.“

(Seite 176/177 – Immer Lucinda)

 

ISBN 978-3-551-28044-2

Carlsen, 2020 (c.2019)

280 Seiten

Samstag, 5. Juni 2021

„Disney Villains (5) – Das verzauberte Haar“ von Serena Valentino

Inhalt:

Gothel lebt mit ihrer Mutter und ihren Eiden Schwestern im Wald der Toten. Sie liebt Ihre Schwestern abgöttisch, aber alle drei haben Angst vor ihrer Mutter. Die Königin der Toten bleibt ewig jung mit Hilfe der verzauberten Rapunzeln. Alles ändert sich als Gothel auch etwas von der Magie erlernen will. Die wahre Grausamkeit der Mutter kommt plötzlich zum Vorschein. Wird Gothel später auch so eine Mutter sein…?

 

Meinung:

Insgesamt gefällt mir dieser Band sehr gut. Zumal es wieder stärker rum den Hauptcharakter, Gothel, geht. Die Geschichte ist mitreißend und flüssig erzählt.

Die Charakterausarbeitung lässt aus meiner Sicht trotzdem etwas zu wünschen übrig. Man kann denen Gedankensprüngen vom Gothel manchmal nur schwer folgend. Ihre Entscheidungen wirken mach mal nicht gut vorbereitet. Auf tiefe Melancholie folgt zum Beispiel plötzliche Gelassenheit/Träumerei. Schwierig zu benennen. Das findet eher auf der Gefühlsebene statt, wird aber nicht gut eingeleitet.

 

Zitat:

Gothel war geblendet von dem Glanz der Blumen und zu sehr von Ehrfurcht ergriffen, um ihrer Mutter zu antworten. […]

Das Licht, das die Rapunzeln verströmten, schien heller als der Schein der unzähligen Laternen, die ihre Mutter an großen eisernen Haken entlang der Wände aufgehängt hatte. Der Anblick raubte Gothel den Atem.

„Das ist dein wahres Erbe, Gothel. Das ist unser Vermächtnis“

(Seite 45)

 

ISBN 978-3-551-28042-8

Carlsen, 2020 (c.2018)

380 Seiten

 

Montag, 3. Mai 2021

„Disney Villains (4) – Das Geheimnis der dunklen Fee“ von Serena Valentino

Inhalt:

Maleficent (Male) will Ursula die letzte Ehre erweisen. Oder ist das nur ein Vorwand? Kommt sie vielleicht um endlich zu erfahren, ob sie doch noch gut werden kann? Wie kann die Eine der Legenden ihr helfen? Und wo sind die drei verdrehten Schwestern?

 

Meinung:

Immer mehr Figuren der unterschiedlichen Bände treffen nach und nach aufeinander. Man hat das Gefühl, dass sich der Knoten immer mehr zusammenzieht.

Umso weniger wichtig erscheint die eigentliche Hauptgeschichte des Romans. Maleficent tritt erst spät auf. Es geht oft um alle anderen Personen. Klar, es steht offenbar alles irgendwie miteinander in Verbindung, aber meine Erwartung, dass es sich hauptsächlich um Maleficent und ihren Charakter dreht, wurde nicht erfüllt.

Dennoch muss ich sagen, dass dieser Band bisher am spannendsten ist. Trotzdem erhoffe ich mir vom nächsten Buch der Reihe, dass die Geschichte der Hauptfigur nicht nur am Rande erzählt wird. Mals sehen.

Jetzt muss ich die Reihe auf jeden Fall fertig lesen...

 

Zitat:

Ich kann nicht zulassen, dass er sie aufweckt. Man könnte meinen, dass die Feen sich etwas Originelleres ausgedacht hätten. Praktisch jede Prinzessin in Gefahr wurde durch den ersten Kuss wahrer Liebe gerettet! Bei allen Göttern, können wir uns zwischen Hexen und Feen nicht etwas Kreativeres einfallen lassen? Ich bin es so leid. Warum kann eine Prinzessin nicht um ihr eigenes Leben kämpfen und ihren Fluch selbst brechen? Warum muss es immer ein Prinz sein? […]

(Seite 152)

 

ISBN 978-3-551-28036-7

Carlsen, 2020 (c.2017)

310 Seiten

 

Dienstag, 30. März 2021

„Disney Villains (3) – Die Einsame im Meer“ von Serena Valentino

Inhalt:

Ursula, die Seehexe, schwört Rache an ihrem Bruder Triton. Ihr fehlt nur noch einer Seele um die Macht über ihn zu erlangen: Arielles Seele. Um ihren Plan zu verwirklichen bittet sie die drei verdrehten Schwestern um Hilfe.

 

Meinung:

Bei diesem dritten Band fiel es mir etwas schwerer der Story zu folgen. Es wirkt alles etwas chaotisch. Ich finde man merkt, dass Valentino hier langsam die umspannende Geschichte einführen will, die alle Bände abrunden soll.

Daher stehen auch oft die drei Schwestern im Mittelpunkt. Insgesamt würde ich sogar fast behaupten, dass die Geschichte der anderen Hexe intensiver dargestellt wird als Ursulas Geschichte.

Ich frage mich, wie jemand der den Film „Arielle die kleine Meerjungfrau“ nicht kennt, das Buch wohl findet? Ich vermute, dass derjenige enorme Probleme hätte der Handlung überhaupt zu folgen.

Ok, mir ist klar, dass es sich hier um ein Werk für Fans handelt. Also ist das für mich vollkommen in Ordnung.

Auch wenn die Zusammenhänge nicht sonderlich gut ausgearbeitet sind, finde ich das Buch gut geschrieben. Ich mag den angenehmen Stil der Autorin. Passt hervorragend zu der leichten Lektüre.

Für Fans auf jeden Fall ein Muss :-)

 

Zitat:

[…] Nur höchst selten hatte Ursula bisher ihre wahre Gestalt enthüllt, solange sie an Land weilte. Es war schmerzhaft und erschwerte ihr das Atmen, und in der falschen Gesellschaft konnte es ihrem Wohlbefinden unermesslichen Schaden zufügen. Doch für den Bruchteil einer Sekunde ließ sie nun ihr wahres Selbst hervorblitzen. Es war, als ob der Zorn in ihrem Inneren sich mit aller Gewalt einen Weg ins Freie bahnte, endlich frei von seinen menschlichen Fesseln.

(Seite 36/37)

 

ISBN 978-3-551-28034-3

Carlsen, 2019 (c.2016)

200 Seiten



Samstag, 6. März 2021

„Disney Villains (2) – Das Biest in ihm“ von Serena Valentino

Inhalt:

Wie wurde der Prinz zum Biest? Was hat seinen Charakter ausgemacht? Hier wird die Geschichte ein bisschen anders dargestellt...

 

Meinung:

Es gibt doch einige Unterschiede zum Disney Film. Der Prinz wird hier nicht plötzlich in ein Biest verwandelt. Seine Verwandlung zieht sich über mehrere Monate, vielleicht sogar Jahre.

Und dann scheint schon ganz schnell Belle auf der „Bühne“ zu erscheinen. Also scheint mir insgesamt der Zeitraum der Handlung etwas strammer als im Film.

Ich denken mal, dass das auch der Logik geschuldet ist. Immerhin darf der Prinz am Ende ja auch nicht zu alt sein und die Bediensteten dürfen ihre Verwandten ja auch nicht einfach überleben. Schwierig darzustellen. Vielleicht hat Valentino deswegen die Geschichte dahingehend abgewandelt, dass die eigentliche Verwandlung länger dauert als die Zeit in der er ein Biest ist. So wirkt es zumindest auf mich.

Es gibt eine Szene die für mich nicht befriedigend aufgelöst wird. Denn scheinbar scheint Belle ihm schon vor seiner vollständigen Verwandlung aufgefallen zu sein. Auf einem Ball wo er ein Mädchen in gelbem Kleid bemerkt, sie aber nicht kennenlernt.

Leider wird darauf später gar nicht mehr eingegangen, worauf man sich immer fragt, ob das jetzt Belle war oder nicht? Schade.

Die eigentliche Liebesgeschichte fehlt mir leider auch ein bisschen. Und seien wir mal ehrlich, das ist doch das was man hier lesen möchte. Meiner Erwartung wurde hier nicht so ganz erfüllt.

Naja. Es soll ja auch Wiegendrucke ein Buch über einen Disney Bösewicht sein. Vielleicht würde ich sogar eher sagen, dass der Prinz hier gar nicht reinpasst, weil er im eigentlichen Sinne kein Bösewicht ist. Eher Ist Gaston der Bösewicht der Geschichte. Seine Rolle kommt hier dann eventuell etwas zu kurz, bzw. eigentlich hätte das Buch von ihm handeln müssen, aber wer will das schon lesen ;-)

Insgesamt gefällt mir das Buch trotzdem sehr gut. Ich bin halt ein eingefleischter Fan.

 

Zitat:

Der Prinz kam sich unglaublich töricht vor, weil er glaubte, tatsächlich verflucht zu sein. Er sah aus dem Fenster auf die Bäume, deren Wipfel heftig schwankten, als tanzten sie zu einem wilden Lied, das nur sie hören könnten.

(Seite 59)

 

ISBN 978-3-551-28021-3

Carlsen, 2019 (c.2016)

216 Seiten

 

Freitag, 19. Februar 2021

„Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler

Inhalt:

Das kleine Gespenst wohnt in einer Truhe hoch oben in einer Burg. Jede Nacht um Mitternacht spuckt es für eine Stunde durchs Schloss, bis es eines Tages entscheidet weiterzuschlafen und erst um zwölf Uhr mittags aufzuwachen, doch dann kann es plötzlich nicht mehr nachts aufwachen…

 

Meinung:

Dieses Buch habe ich an den letzten Abenden meinen Kindern vorgelesen, wollte es aber schon lange mal lesen. Die Kinder lieben die Geschichte und bevor wir eine Verfilmung davon schauen, wollte ich ihnen erst mal die Originalgeschichte näherbringen (und mir auch).

Es handelt sich hierbei um einen Klassiker der Kinderbücher und ich muss auch sagen, es ist wunderschön. Typisch für Preußler wirkt alles sehr magisch und fantasievoll. Man fiebert mit dem Hauptcharakter mit und möchte das kleine Gespenst am liebsten an die Hand nehmen und ihm helfen.

Die liebevolle Geschichte geht unter die Haut und auch die Kinder haben gebannt gelauscht. Ich liebe alle Bücher des Autors und finde es richtig schade, dass er schon gestorben ist. Seine Werke bezaubern uns schon seit Generationen.

Große Empfehlung meinerseits.

 

Zitat:

Manchmal bekam das kleine Gespenst Heimweh nach seinem Dachboden und der Truhe aus Eichenholz.

Manchmal wurde es traurig bei dem Gedanken, daß es in Zukunft womöglich immer bei Tageslicht geistern sollte und nie mehr um Mitternacht.

„Bei Vollmond“, dachte es seufzend, „war es sehr schön auf dem Eulenstein…“

(Seite 60)

 

ISBN 3-522-11080-3

Thienemann, 1996 (c.1966)

136 Seiten



Samstag, 23. Januar 2021

„James und der Riesenpfirsich“ von Roald Dahl


Mit Illustrationen von Quentin Blake

Inhalt:

Dahls erstes Kinderbuch ist eine spannende, kurzweilige Geschichte voller Abenteuer: James muss bei seinen gemeinen Tanten aufwachsen. Er wird den ganzen Tag nur drangsaliert und muss alles für die Beiden machen. Als er eines Tages einen Pakt abschließt und durch ein kleines Missgeschick nur ein Riesenpfirsich entsteht, stellt er aber fest, dass dieser Pfirsich bewohnt ist. Bald flieht er mit dem Pfirsich und seinen Bewohnern von den Tanten. Eine Reise beginnt.

 

Meinung:

Die Tiere des Pfirsichs sind durch den Zauber auch groß geworden, sind aber sehr vermenschlicht, wie in einer Fabel.

James versteht sich mit seinen neuen Freunden besser als mit seinen Tanten. Hier kann er zeigen, was er tolles leisten kann. Die Tiere sind besser Freunde für ihn, als er in der echten Welt je hatte. Denn alles scheint sehr phantastisch.

Dadurch fließt immer etwas Traurigkeit in die Geschichte ein. James hat mir von Anfang an leidgetan. Da gleiche habe ich auch schon bei anderen Kinderbüchern von Roald Dahl erlebt.

Die Erwachsenen sind auch hier die Bösen. James flüchtet sich in ein phantastisches Abenteuer.

Die Reise endet in einer neuen Stadt. So wird ein hoffnungsvoller Abschluss gefunden.

 

Zitat:

Der Tausendfüßler gefiel James. Er machte sich offensichtlich gern über seine Gefährten lustig, aber er war wirklich witzig, und es tat gut, mal jemanden lachen zu hören. In all den langen Jahren bei Tante Schwamm und Tante Zinke hatte James niemals irgendjemanden lachen hören. Und er selbst hatte auch niemals Grund zum Lachen gehabt.

(Seite 45, Kapitel 12)

 

ISBN 978-3-499-21183-6

Rowohlt, 2012 (c.1961)

160 Seiten

Sonntag, 17. Januar 2021

„Disney Villains (1) – Die Schönste im ganzen Land“ von Serena Valentino

Inhalt:

Die (zukünftige) Königin ist die die Tochter des bekannten Spiegelmachers. Kurz nachdem sie dem König auffällt Tatort ihr Vater. Der König nimmt sie zur Frau und sie nimmt sich liebevoll ihrer Stieftochter, Schneechen, an. Als der König immer öfter auf Feldzug geht, beginnt langsam ihre Veränderung. Was trägt der große Spiegel aus ihrem Schlafgemach dazu bei?

 

Meinung:

Das Buch zeigt die zunehmende Psychose der Königin, die allmählich ihren Wahnvorstellungen erliegt.

Das wird dadurch erreicht, dass die Charakterentwicklung relativ schnell vorangetrieben wird. Hier hätte ich mir eine tiefere Ausarbeitung gewünscht.

Etwas irritierst bin ich davon, dass man den Namen der Königin nicht erfährt. Sie wird von Anfang an einfach nur „die Königin“ genannt, auch sogar bei der Handlung vor der Hochzeit mit dem König.

Ich kann mich der Vermutung nicht erwehren, dass das ein Kunstgriff sein sollte. Gestört hat es mich aber nicht.

Besonders gut gefällt mir die zweite Hälfte da Romans. Hier läuft nicht mehr alles so glatt es kommt verstärkt zu Problemen.

Am Ende finde einen Part spannend, wo ich als Leser auch kurz nicht mehr wusste, ob sie es gerade erlebt oder sich nur einbildet. Ganz gut gemacht.

Als großer Disney-Fan kann ich mich insgesamt positiv für das Buch aussprechen.

Es handelt sich hier jedoch um eine sehr kurzweilige Geschichte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es den meisten Lesern zu langweilig sein könnte.

 

Zitat:

Sie beschloss, den Spiegel mit schweren Samtvorhängen zu verhüllen. Denn sie hoffte, ihn aus ihren Gedanken verbannen zu können, wenn sie ihn nicht mehr vor Augen hatte, und ihm damit seine unerklärliche Macht über sie zu nehmen. […]

Und trotzdem: Das Gesicht des Mannes im Spiegel verfolgte sie bis in ihre Träume.

(Seite 62)

 

ISBN 978-3-551-28020-6

Carlsen, 2019 (c.2018)

260 Seiten