Dienstag, 18. März 2025

„Idefix (1) - Römer müssen draußen bleiben“ (Comic) von J. Bastide

P. Fenech (2. Illustrator)

Text: M. Choquet, Y. Coulon, J. Erbin

Inhalt:

Ein weiterer Band (drei Geschichten)rund um Geschichten des kleinen Hundes, Idefix, aber nicht in einem wehrhaften Dorf in Gallien, sondern in der „Großstadt“ Lutetia.

 

Meinung:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Comic, der offensichtlich an Kinder gerichtet ist, angesiedelt in der Asterix Welt.

Abgesehen von Idefix tauchen auch immer wieder Gutemine und Majestix auf, sehr zur Freude von alten Asterix Fans.

Was macht Spaß den Comic zu lesen und die vertretenen Tiersprüche finde ich auch ganz süß.

Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bände der Reihe lesen.

 

ISBN: 978-3-7704-0704-0

Egmont, 2022

70 Seiten

„Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez

Inhalt:

Über hundert Jahre im Leben der kolumbianischen Familie Buendias, die im 19. Jahrhundert schon manchen Krieg und viele Affären erleiden musste. Dennoch sind sich alle Familienmitglieder in ihrer teilweise selbst auferlegten Einsamkeit sehr ähnlich.

 

Meinung:

Der Roman von 1967 hat mich schwer bewegt, womit ich tatsächlich nicht gerechnet habe. Es ist eines von diesen Werken, was einen im Inneren berührt. Man kann förmlich die feuchte Luft spüren und die Kalk gegen Wände sehen, sowie das Alter und die Einsamkeit der leeren Räume hören. Das klingt nicht nur melancholisch, sondern das Buch stimmt nicht melancholisch.

Was habe ich von dem Roman erwartet? Bestimmt nicht dieses Familienepos, bei dem mich zunächst verwunderte, dass die Hälfte der Familienmitglieder den gleichen Vornamen haben. Wenn man weiter liest, merkt man aber, dass alles ein Zusammenhang hat, tief miteinander verwoben ist.

Einzig hätte ich mir gewünscht, etwas mehr geographischen und geschichtlichen Zusammenhang über dieses nordkolumbianische Gebiet zu haben, nahe der Sierra und unweit einer Küste.

Mir war außerdem lange nicht klar, zu welcher Zeit der Roman spielt. Wenn ich es recht bedenke, hätte die Geschichte aber auch genauso gut heute spielen können. Wobei einem bei einem solchen Plot doch wieder klar wird, gut man es in seinem Leben hat.

Verwunderlich, dass, obwohl die Familienmitglieder so eng miteinander leben, scheint die Familienbande doch sehr schlecht zu sein in diesem Werk. Lässt sich das auf unser heutiges Leben übertragen? Leben wir nur nebeneinander her und hören einander gar nicht recht zu? Haben wir tiefe Gefühle für einander? Ich denke schon.

Umso dramatischer wirkt der Roman und das Leben der Familie Buendias.

Ich glaub, ich werde noch einen Stammbaum der Familie im Internet suchen, um mir alles noch mal in Erinnerung zu rufen.

Dieses Buch gesellt sich meiner Meinung nach zu Recht ein in die Liste der 100 wichtigsten Bücher der Neuzeit.


Zitat:

In der Tat, sie litten an der Krankheit der Schlaflosigkeit. Ursula, die von ihrer Mutter in die Heilkraft der Pflanzen eingeführt worden war, bereitete ein Gebräu aus Eisenhutblättern, das sie allen zu trinken gab, doch sie schliefen nicht ein, hatten stattdessen den ganzen Tag über Wachträume. In diesem Zustand überspannter Hellsicht sahen sie nicht nur eigene Traumbilder, sondern auch die aus den Träumen der anderen. Es war, als habe sich das Haus mit Gästen gefüllt.

(Seite 60)

 

ISBN 978-3-462-05021-9

Kiepenheuer & Witch, 2017 (c.1967)

520 Seiten 

Montag, 10. März 2025

„Was ist was - Im Orbit des Neptun“ (Comic) von Carlos Arroyo

Skript von Falk Holzapfel

Inhalt:

Hierbei handelt es sich um einen Comic für Kinder rund um das Thema Planeten und Raumfahrt. Die Jugendlichen und der Professor fliegen mit einem kleinen Raumschiff durch unser Sonnensystem, während der Leser einige wenige interessante wissenschaftliche, Details erfährt.

 

Meinung:

Normalerweise finde ich Comic Umsetzung von Sachbüchern immer recht gut, hier wurde ich aber etwas enttäuscht. Für mein Verständnis ist die Geschichte zu abgehakt. Ich hatte teilweise Probleme der Handlung zu folgen. Zum Beispiel sagt der Professor, dass ihnen jetzt „nur noch eins zu tun“ bleibt - und dann wird gar nicht gesagt, was das ist. Sehr irritierend.

Auch die wissenschaftlichen Infos finde ich teilweise verwirrend. An einer Stelle erfährt man, dass der Durchmesser des Mondes ein Viertel so groß ist wie der Durchmesser der Erde. Aber die Erklärung, dass das nicht bedeutet, die Erde wäre viermal so groß wie der Mond, bleibt jedoch aus. Das kann besonders für Kinder ein falsches Bild geben.

Die Charaktere werden vor der eigentlichen Geschichte auf einer Innenseite des Klappentextes vorgestellt. Während der Geschichte erfährt man eigentlich nichts mehr über die Hauptfiguren. Das ist sehr schade, denn so entwickelt man kein richtiges Gefühl für die Figuren.

Der Running Gag mit der Begonie, die eigentlich eine Geranie war, hat mich am Ende eigentlich nur noch genervt.

Die Zeichnung hingegen gefallen mir sehr gut und der Comic bietet genug Action, um für Kinder interessant zu sein.

Ich würde mir noch ein Buch aus der Reihe ausleihen, um es zu lesen. Eine Kaufempfehlung, besonders für Kinder, würde ich aber nicht geben.

 

ISBN 978-3-7704-0863-4

egmont, 2024

50 Seiten

Samstag, 8. März 2025

„Das Einhörnchen das rückwärts leben wollte“ von Walter Moers

Inhalt:

Zwanzig „Flabeln“ die in unterschiedlichen Gebieten Zamoniens spielen.

 

Meinung:

Diese kleine Geschichten Sammlung von Walter Moers hat mir sehr Spaß gemacht. Die Geschichten waren einfallsreich und interessanter, als ich zuerst erwartet hatte.

Teilweise sind sie politisch angehaucht, teilweise philosophisch. Viele haben ein blutiges Ende, aber das passt gut zum gesamten Stil dieses Buches. Ganz nach dem Motto, dass Fabeln oder Märchen ruhig auch mal erschrecken dürfen.

Besonders die Wortspiele, die der Autor sich überlegt hat, haben mich erfreut. Hier schlägt mein literaturbegeistertes Herz höher.

Zum Glück konnte mich dieses Werk von Moers wieder überzeugen. Wenn es mir nicht gefallen hätte, hätte ich wahrscheinlich überlegt, kein Buch mehr von ihm zu kaufen.

Aus meiner Sicht lassen seine Werke immer mehr nach.

Dieses Buch war kurzweilig und hat mir Spaß gemacht.


Zitat:

„ Moment mal? Heißt es tatsächlich kofussieren?“, fragte er sich halblaut. „ Nein, es heißt fokussieren, oder? Herrje, ich rede ja schon wieder mit mir selbst! Ich bin total durch den Wind.“

Der Zyklop begab sich in die Vorratskammer der Insel, um ein paar Gefangene bei lebendigem Leib zu verspeisen, denn das macht er immer, wenn er seine Nerven beruhigen wollte.

(S. 48, „Das Monokel des Zyklopen“)

 

ISBN 978-4-328-60342-9

Penguin Verlag, 2024

166 Seiten

Mittwoch, 5. März 2025

„Die geheime Geschichte“ von Donna Tartt

Inhalt:

Richard ist neu am College, kann griechisch und möchte Teil der geheimnisvollen Gruppe junger Studenten werden, die alte Sprachen studieren.

 

Meinung:

Diese Gesellschaftsstudie behandelt viele unterschiedliche Themen. Was anfängt wie ein Roman rund ums erwachsen werden, endet in einem Psychothriller der besonderen Art und begründet ein neues Sub-Genre: Dark Academia.

Wir erleben denn mittellosen Studenten, der einfach nur Teil einer Gruppe werden möchte, sich dabei aber fast verliert, bevor er sich überhaupt selbst findet.

Da er der neue der Gruppe ist, lebt die Geschichte davon aus seiner Art Sicht erzählt zu werden. Sein Abstand zur Gruppe wird aber am Ende immer weniger.

Es geht um Psychologie der tiefsten Art. Das unbewusste und darum, inwieweit man Einfluss auf seine Effekte haben kann. Das lässt sich schwer in Worte fassen.

Die Autorin lässt uns mit dem erzählerischen Ich eine Entwicklung durchmachen, die verschiedene Stadien hat. Zu Beginn möchte Richard einfach irgendwo dazugehören und ist sich nicht mal sicher, ob er sich in die Gruppe überhaupt integrieren kann später erlebt er Freundschaft ist aber immer noch misstrauisch sein Kameraden gegenüber. Am Ende entwickelt sich eine rechte Paranoia, die den Ereignissen geschuldet ist.

Obwohl ich zuletzt nach circa 80 % des Romans dachte, ich weiß genau was passieren wird. War ich vom Ende doch überrascht. Schön zu sehen, dass es immer noch Romane gibt, die dies schaffen.

Es gibt nur einige wenige Stellen, die ich etwas gekürzt hätte. Die vielen Seiten rund um die Beerdigung hätte die Autorin auch deutlich knapper verfassen können, meiner Meinung nach. Hier war ich kurz versucht, das Buch aus der Hand zu legen, bin aber am Ende froh, dass ich es fertig gelesen habe.

Durch die sehr kleine Schrift handelt es sich hierbei schon um einen richtigen Wälzer. Dennoch habe ich es für meine Verhältnisse in sehr kurzer Zeit verschlungen, was für das Buch spricht.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin Bret Easton Ellis in der Widmung nicht erwähnt hätte. So muss ich leider zugeben, dass ich doch etwas vor eingenommen war. Vor kurzem hatte ich sein neuestes Buch, The Shards, gelesen und war nicht so begeistert, wie die allgemeine Kritik aktuell hergibt. Ich muss schon sagen, dass mich Tartts Stil an Ellis erinnert. Eindeutig ein gutes Buch, aber nicht unbedingt mein Geschmack. Teilweise für mich zu ausschweifend in Beschreibung von Belanglosigkeiten. Diese tragen zwar zur Atmosphäre bei, verlängern das Werk für mich jedoch unnötig. Außerdem erscheinen die Charaktere überdurchschnittlich viel zu leiden und die Gesellschaft wird durchweg negativ dargestellt.

Daher habe ich mich entschieden von der Autorin wohl im nächster Zeit kein Buch mehr zu lesen. Ich würde mich erst mal wieder Klassiker und anderen Genres.


Zitat:

„Auf nichts weiter. Nur, dass mein Leben zum überwiegenden Teil ziemlich Schal und farblos geworden ist. Tot, meine ich. Die Welt war für mich immer ein leerer Ort. Ich war außer Stande, mich an den einfachsten Dingen zu freuen. Ich fühlte mich tot bei allem, was ich tat.“ Er streifte sich die Erde von den Händen. „ Aber dann wurde es anders“, sagte er. „ in der Nacht, als ich diesen Mann umbrachte.“

Ich war entsetzt – und auch ein bisschen bestürzt – über die Gans und unverblümt Erwähnung eines Sachverhalts, der eine stillschweigende Übereinkunft, gemäß nahezu ausschließlich mit Codes, Stichwörtern und 100 verschiedenen Euphemismen bezeichnet wurde.

„ Es war die wichtigste Nacht meines Lebens“, sagte er ruhig. „ Sie hat mich befähigt, zu tun, was ich mir immer am meisten gewünscht habe.“

„Und das wäre?“

„ zu leben, ohne zu denken.“

(Kapitel 8, Seite 503/504)

 

ISBN 978-3-442-48057-9

Goldmann Verlag, TB Ausgabe von 2014 (Copyright 1992)

574 Seiten