Sonntag, 28. Juni 2026

„Die Mütter Mafia“ von Kerstin Gier


Inhalt:

Bei Constanze läuft alles schief. Ihr Mann will unerwartet die Scheidung und ihre 14-jährige Tochter hasst sie deswegen. Nur ihr kleiner Sohn hält zu ihr, ohne es zu merken.

Sie zieht in das ehemalige Elternhaus ihres bald Exmannes und findet sich in einem ganz neuen Krieg wieder: den Vorstadt-Mütter-Kämpfen. Die Damen der Mütter-Society stellen sich als ziemliche Kratzbürste heraus. Doch schon bald findet sie neue Freunde…


Meinung:

Am Anfang möchte man die Protagonistin am liebsten schütteln für ihre Naivität. Sie lässt sich einreden, wie schlecht sie ist und dass sie nichts auf die Reihe bekommt. Einer schafft es, ihr Mann sogar, sie bei der Scheidung über den Tisch zu ziehen. Sie lässt sich einfach alles gefallen.


Wie zu erwarten war, vollzieht der Charakter im Laufe des Romans eine Wendung, fast schon eine Emanzipation. Trotzdem bleibt sie in ihren Strukturen und kümmert sich nicht wirklich selbst um um die nötigen Veränderungen in ihrem Leben. Das wirkt auf mich auch gegen Ende des Buches. Immer noch etwas schwach.

Dazu kommt, dass trotz anfänglichen Geld sorgen, davon eigentlich nicht wirklich etwas zu spüren ist. Das wirkt auf mich etwas unrealistisch.


Das Buch ist kurzweilig und lässt sich gut lesen, was ich von der Autorin ja bereits gewohnt bin. Es war auf jeden Fall sehr unterhaltend.

Ich finde es gut, dass gegen Ende auch noch ernstere Themen aufkommen, obwohl diese etwas wenig behandelt werden und meines Erachtens nach vielleicht nicht einfach so im Raum stehen bleiben könnten. Auf jeden Fall hat es mich überrascht, was gut ist. So hat mir das Buch am Ende noch mal etwas mehr Spaß gemacht.


Es handelt sich hierbei um den ersten Band einer Reihe. Die weiteren Wände werde ich aber nicht lesen.


Der Stil gefällt mir gut, und die Unterhaltung war hoch, dennoch handelt es sich für mich hierbei nur um ein mittelmäßig gutes Buch. Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Buch bei Nicht-Müttern überhaupt gut ankommen würde? 

Leider hatte ich mir etwas mehr davon erwartet.


Zitat:

»Du kannst morgen deinen Rausch ausschlafen, dann eine Aspirin nehmen und zum Friseur gehen. Ich muss morgen früh raus, für alle Frühstück machen, Pausenbrote schmieren und die armen Kinder anschnauzen, dass sie sich gefälligst beeilen sollen. Dann habe ich den ganzen Tag ein schlechtes Gewissen, weil ich mich um hysterische Schwangere kümmere, anstatt um meine Kinder, und wenn ich nach Hause komme, wartet im Keller eine Tonne Schmutzwäsche auf mich.«

(Seite 199)


ISBN 978-3-7857-2713-3

Lübbe, 2005

460 Seiten

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