Dienstag, 8. September 2026

„Für Eile fehlt mir die Zeit“ von Horst Evers


Inhalt:

50 komische Alltagsgeschichten von Horst Evers, nach eigenem Zitat mit mehr Wahrem dran, als man denkt. 


Meinung:

Es handelt sich hierbei um ein äußerst kurzweiliges und interessantes Buch mit vielen komischen Geschichten. Die Erzählungen gehen sogar teilweise wieder aufeinander ein, was zwischendurch für einen extra Schmunzler sorgt.


Der Stil war äußerst angenehm, auch wenn ich die Darstellung von wörtliche Rede nur mit – am Zeilenanfang etwas gewöhnungsbedürftig finde. Horst Evers Sprache hat mich durchgehend überzeugt. 

Da das Werk jetzt schon 15 Jahre alt ist, sind einige Stellen natürlich nicht mehr ganz aktuell. Gerade der Bezug auf neue Medien ist etwas veraltet, was mich aber nicht gestört hat. Vielleicht auch mal ganz schön darüber nachzudenken, was ich in den letzten 15 Jahren noch mal verändert hat.


Das es sich bei vielen Geschichten auch um Szenen aus seinem eigenen Leben handelt, merkt man daran, dass viel während seiner Reisen passiert oder Ereignisse auch immer wieder in Berlin stattfinden.


Ich kannte den Autor vorher nicht, glaube aber auch nicht, dass ich alsbald wieder etwas von ihm lesen werde, obwohl ich das Buch wirklich gut finde. Es war einfach eine schöne Lektüre zwischendurch. 


Eine sehr lustige Geschichtensammlung für zwischendurch. 


Zitat:

Wie nebenbei findet auch ein nicht zu unterschätzender Imagetransfer vom Titel oder Autor des Buches auf den Leser statt.

[..]

Dabei kommt es selbstverständlich sehr auf das jeweilige Buch an. Das richtige Buch in der Hand kann einen Menschen komplett verändern, mehr als es jedes Kleidungsstück oder jede Frisur jemals könnte. Wer zum Beispiel schon einmal einen Hells-Angel-Rocker mit Fontanes «Effi Briest» gesehen hat, der wird das sofort verstehen.

[..]

Wie wichtig das richtige Buch in der Hand ist, weiß ich schon länger, jedenfalls seitdem ich mir einen Tolstoi-«Krieg und Frieden»-Schutzumschlag besorgt habe, um darin die Har-ry-Potter-Bände zu lesen.

Allerdings verliert man auch wieder viel vom Imagegewinn, wenn man den Schutzumschlag dann verkehrt herum um das andere Buch legt. Also eigentlich verliert man sogar alles.

(Seite 105/106, Kapitel „Gutenberg 2.0“


ISBN: 978-3-499-25498-7

Rowohlt, 2011

226 Seiten

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