Dienstag, 30. März 2021

„Disney Villains (3) – Die Einsame im Meer“ von Serena Valentino

Inhalt:

Ursula, die Seehexe, schwört Rache an ihrem Bruder Triton. Ihr fehlt nur noch einer Seele um die Macht über ihn zu erlangen: Arielles Seele. Um ihren Plan zu verwirklichen bittet sie die drei verdrehten Schwestern um Hilfe.

 

Meinung:

Bei diesem dritten Band fiel es mir etwas schwerer der Story zu folgen. Es wirkt alles etwas chaotisch. Ich finde man merkt, dass Valentino hier langsam die umspannende Geschichte einführen will, die alle Bände abrunden soll.

Daher stehen auch oft die drei Schwestern im Mittelpunkt. Insgesamt würde ich sogar fast behaupten, dass die Geschichte der anderen Hexe intensiver dargestellt wird als Ursulas Geschichte.

Ich frage mich, wie jemand der den Film „Arielle die kleine Meerjungfrau“ nicht kennt, das Buch wohl findet? Ich vermute, dass derjenige enorme Probleme hätte der Handlung überhaupt zu folgen.

Ok, mir ist klar, dass es sich hier um ein Werk für Fans handelt. Also ist das für mich vollkommen in Ordnung.

Auch wenn die Zusammenhänge nicht sonderlich gut ausgearbeitet sind, finde ich das Buch gut geschrieben. Ich mag den angenehmen Stil der Autorin. Passt hervorragend zu der leichten Lektüre.

Für Fans auf jeden Fall ein Muss :-)

 

Zitat:

[…] Nur höchst selten hatte Ursula bisher ihre wahre Gestalt enthüllt, solange sie an Land weilte. Es war schmerzhaft und erschwerte ihr das Atmen, und in der falschen Gesellschaft konnte es ihrem Wohlbefinden unermesslichen Schaden zufügen. Doch für den Bruchteil einer Sekunde ließ sie nun ihr wahres Selbst hervorblitzen. Es war, als ob der Zorn in ihrem Inneren sich mit aller Gewalt einen Weg ins Freie bahnte, endlich frei von seinen menschlichen Fesseln.

(Seite 36/37)

 

ISBN 978-3-551-28034-3

Carlsen, 2019 (c.2016)

200 Seiten



Samstag, 6. März 2021

„Disney Villains (2) – Das Biest in ihm“ von Serena Valentino

Inhalt:

Wie wurde der Prinz zum Biest? Was hat seinen Charakter ausgemacht? Hier wird die Geschichte ein bisschen anders dargestellt...

 

Meinung:

Es gibt doch einige Unterschiede zum Disney Film. Der Prinz wird hier nicht plötzlich in ein Biest verwandelt. Seine Verwandlung zieht sich über mehrere Monate, vielleicht sogar Jahre.

Und dann scheint schon ganz schnell Belle auf der „Bühne“ zu erscheinen. Also scheint mir insgesamt der Zeitraum der Handlung etwas strammer als im Film.

Ich denken mal, dass das auch der Logik geschuldet ist. Immerhin darf der Prinz am Ende ja auch nicht zu alt sein und die Bediensteten dürfen ihre Verwandten ja auch nicht einfach überleben. Schwierig darzustellen. Vielleicht hat Valentino deswegen die Geschichte dahingehend abgewandelt, dass die eigentliche Verwandlung länger dauert als die Zeit in der er ein Biest ist. So wirkt es zumindest auf mich.

Es gibt eine Szene die für mich nicht befriedigend aufgelöst wird. Denn scheinbar scheint Belle ihm schon vor seiner vollständigen Verwandlung aufgefallen zu sein. Auf einem Ball wo er ein Mädchen in gelbem Kleid bemerkt, sie aber nicht kennenlernt.

Leider wird darauf später gar nicht mehr eingegangen, worauf man sich immer fragt, ob das jetzt Belle war oder nicht? Schade.

Die eigentliche Liebesgeschichte fehlt mir leider auch ein bisschen. Und seien wir mal ehrlich, das ist doch das was man hier lesen möchte. Meiner Erwartung wurde hier nicht so ganz erfüllt.

Naja. Es soll ja auch Wiegendrucke ein Buch über einen Disney Bösewicht sein. Vielleicht würde ich sogar eher sagen, dass der Prinz hier gar nicht reinpasst, weil er im eigentlichen Sinne kein Bösewicht ist. Eher Ist Gaston der Bösewicht der Geschichte. Seine Rolle kommt hier dann eventuell etwas zu kurz, bzw. eigentlich hätte das Buch von ihm handeln müssen, aber wer will das schon lesen ;-)

Insgesamt gefällt mir das Buch trotzdem sehr gut. Ich bin halt ein eingefleischter Fan.

 

Zitat:

Der Prinz kam sich unglaublich töricht vor, weil er glaubte, tatsächlich verflucht zu sein. Er sah aus dem Fenster auf die Bäume, deren Wipfel heftig schwankten, als tanzten sie zu einem wilden Lied, das nur sie hören könnten.

(Seite 59)

 

ISBN 978-3-551-28021-3

Carlsen, 2019 (c.2016)

216 Seiten

 

Freitag, 19. Februar 2021

„Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler

Inhalt:

Das kleine Gespenst wohnt in einer Truhe hoch oben in einer Burg. Jede Nacht um Mitternacht spuckt es für eine Stunde durchs Schloss, bis es eines Tages entscheidet weiterzuschlafen und erst um zwölf Uhr mittags aufzuwachen, doch dann kann es plötzlich nicht mehr nachts aufwachen…

 

Meinung:

Dieses Buch habe ich an den letzten Abenden meinen Kindern vorgelesen, wollte es aber schon lange mal lesen. Die Kinder lieben die Geschichte und bevor wir eine Verfilmung davon schauen, wollte ich ihnen erst mal die Originalgeschichte näherbringen (und mir auch).

Es handelt sich hierbei um einen Klassiker der Kinderbücher und ich muss auch sagen, es ist wunderschön. Typisch für Preußler wirkt alles sehr magisch und fantasievoll. Man fiebert mit dem Hauptcharakter mit und möchte das kleine Gespenst am liebsten an die Hand nehmen und ihm helfen.

Die liebevolle Geschichte geht unter die Haut und auch die Kinder haben gebannt gelauscht. Ich liebe alle Bücher des Autors und finde es richtig schade, dass er schon gestorben ist. Seine Werke bezaubern uns schon seit Generationen.

Große Empfehlung meinerseits.

 

Zitat:

Manchmal bekam das kleine Gespenst Heimweh nach seinem Dachboden und der Truhe aus Eichenholz.

Manchmal wurde es traurig bei dem Gedanken, daß es in Zukunft womöglich immer bei Tageslicht geistern sollte und nie mehr um Mitternacht.

„Bei Vollmond“, dachte es seufzend, „war es sehr schön auf dem Eulenstein…“

(Seite 60)

 

ISBN 3-522-11080-3

Thienemann, 1996 (c.1966)

136 Seiten



Samstag, 23. Januar 2021

„James und der Riesenpfirsich“ von Roald Dahl


Mit Illustrationen von Quentin Blake

Inhalt:

Dahls erstes Kinderbuch ist eine spannende, kurzweilige Geschichte voller Abenteuer: James muss bei seinen gemeinen Tanten aufwachsen. Er wird den ganzen Tag nur drangsaliert und muss alles für die Beiden machen. Als er eines Tages einen Pakt abschließt und durch ein kleines Missgeschick nur ein Riesenpfirsich entsteht, stellt er aber fest, dass dieser Pfirsich bewohnt ist. Bald flieht er mit dem Pfirsich und seinen Bewohnern von den Tanten. Eine Reise beginnt.

 

Meinung:

Die Tiere des Pfirsichs sind durch den Zauber auch groß geworden, sind aber sehr vermenschlicht, wie in einer Fabel.

James versteht sich mit seinen neuen Freunden besser als mit seinen Tanten. Hier kann er zeigen, was er tolles leisten kann. Die Tiere sind besser Freunde für ihn, als er in der echten Welt je hatte. Denn alles scheint sehr phantastisch.

Dadurch fließt immer etwas Traurigkeit in die Geschichte ein. James hat mir von Anfang an leidgetan. Da gleiche habe ich auch schon bei anderen Kinderbüchern von Roald Dahl erlebt.

Die Erwachsenen sind auch hier die Bösen. James flüchtet sich in ein phantastisches Abenteuer.

Die Reise endet in einer neuen Stadt. So wird ein hoffnungsvoller Abschluss gefunden.

 

Zitat:

Der Tausendfüßler gefiel James. Er machte sich offensichtlich gern über seine Gefährten lustig, aber er war wirklich witzig, und es tat gut, mal jemanden lachen zu hören. In all den langen Jahren bei Tante Schwamm und Tante Zinke hatte James niemals irgendjemanden lachen hören. Und er selbst hatte auch niemals Grund zum Lachen gehabt.

(Seite 45, Kapitel 12)

 

ISBN 978-3-499-21183-6

Rowohlt, 2012 (c.1961)

160 Seiten

Sonntag, 17. Januar 2021

„Disney Villains (1) – Die Schönste im ganzen Land“ von Serena Valentino

Inhalt:

Die (zukünftige) Königin ist die die Tochter des bekannten Spiegelmachers. Kurz nachdem sie dem König auffällt Tatort ihr Vater. Der König nimmt sie zur Frau und sie nimmt sich liebevoll ihrer Stieftochter, Schneechen, an. Als der König immer öfter auf Feldzug geht, beginnt langsam ihre Veränderung. Was trägt der große Spiegel aus ihrem Schlafgemach dazu bei?

 

Meinung:

Das Buch zeigt die zunehmende Psychose der Königin, die allmählich ihren Wahnvorstellungen erliegt.

Das wird dadurch erreicht, dass die Charakterentwicklung relativ schnell vorangetrieben wird. Hier hätte ich mir eine tiefere Ausarbeitung gewünscht.

Etwas irritierst bin ich davon, dass man den Namen der Königin nicht erfährt. Sie wird von Anfang an einfach nur „die Königin“ genannt, auch sogar bei der Handlung vor der Hochzeit mit dem König.

Ich kann mich der Vermutung nicht erwehren, dass das ein Kunstgriff sein sollte. Gestört hat es mich aber nicht.

Besonders gut gefällt mir die zweite Hälfte da Romans. Hier läuft nicht mehr alles so glatt es kommt verstärkt zu Problemen.

Am Ende finde einen Part spannend, wo ich als Leser auch kurz nicht mehr wusste, ob sie es gerade erlebt oder sich nur einbildet. Ganz gut gemacht.

Als großer Disney-Fan kann ich mich insgesamt positiv für das Buch aussprechen.

Es handelt sich hier jedoch um eine sehr kurzweilige Geschichte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es den meisten Lesern zu langweilig sein könnte.

 

Zitat:

Sie beschloss, den Spiegel mit schweren Samtvorhängen zu verhüllen. Denn sie hoffte, ihn aus ihren Gedanken verbannen zu können, wenn sie ihn nicht mehr vor Augen hatte, und ihm damit seine unerklärliche Macht über sie zu nehmen. […]

Und trotzdem: Das Gesicht des Mannes im Spiegel verfolgte sie bis in ihre Träume.

(Seite 62)

 

ISBN 978-3-551-28020-6

Carlsen, 2019 (c.2018)

260 Seiten


 

Mittwoch, 6. Januar 2021

„Die geheime Mission des Kardinals“ von Rafik Schami

Inhalt:

Kommissar Barudi steht kurz vor der Pensionierung, als die Leiche eines Kardinals in der italienischen Botschaft in Damaskus abgeliefert wird. Es soll sein letzter Fall sein. Barudi bekommt einen italienischen Kollegen zu Seite gestellt, um herauszufinden wer den Kardinal ermordet hat. Wird er den Fall lösen können, oder wird es so ein Desaster wie sein allererster Fall, bei dem am Ende der syrische Geheimdienst das Sagen hatte...?

 

Meinung:

Zunächst geht in dem Roman alles sehr gemütlich und beschaulich vor. Der leichte Trott wirkt auf mich schon ein wenig einschläfernd.

Im Nachhinein muss ich vermuten, das Schami nur ganz langsam die vielen gesellschaftskritischen Hiebe vorbereiten wollte, die er gegen Ende Zunehmen verbalisiert.

Es geht um den Geheimdienst, Korruption, religiöser Fanatismus, Ungleichbehandlung von Mann und Frau, Aberglaube und Freundschaft.

Kein Thema wird offen gelassen. Eingebettet in einen ruhigen Krimi. Denn obwohl sich Barudi am Ende auch in Gefahr begibt, hab ich als Leser nie Angst um seine Sicherheit verspürt.

Was halte ich jetzt von dem Roman?

Mir fällt es schwer eine Meinung zu bilden, weil ich den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen nicht mal richtig einschätzen kann. Ich habe leider nur wenig Ahnung von der Politik des nahen Ostens. Auch mit der syrischen Geschichte kenne ich mich nicht aus. Beides bräuchte man um seine Geschichte richtig bewerten zu können.

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass es sich bei dem Buch nicht um einen Schocker handelt, aber man dich vielleicht ein Gefühl dafür bekommt, welche Stimmung in der syrischen Gesellschaft vor dem aktuellen Krieg geherrscht haben könnte.

Wie immer gefällt mir Schamis Stil außerordentlich gut. Er ist ein wahrer Erzählkünstler.

Dennoch werde ich das Buch wohl nicht behalten. Ich mag seine Märchen lieber.

Bin ich einfach zu naiv?

 

Zitat:

Barudi wählte Mancinis Nummer. Belegt. Er trank sein Tässchen leer und schenkte sich ein zweites ein, Suleiman winkte ab. Er habe in letzter Zeit zu viel Kaffee getrunken, sagte er. Barudi versuchte es nochmal bei Macini. Belegt.

„Was geht dir durch den Kopf?“, fragte Barudi seinen Chef.

[...]

Barudi hörte aus den Worten seines Chefs den puren Opportunismus heraus. Er suchte vergeblich nach einer starken eigenen Meinung. Und das, nachdem die Kriminalpolizei eine kräftige Ohrfeige hatte einstecken müssen.

(Seite 224)

 

ISBN 978-3-446-26379-6

Hanser, 2019

432 Seiten

Mittwoch, 2. September 2020

„Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange“ von Suzanne Collins

Bild-Quelle: amazon.de

Inhalt:

Die Vorgeschichte zu „Die Tribute von Panem“ gibt uns Einblick in das Leben und die Erfahrungen von zukünftigen Präsidenten Coriolanus Snow. Er ist in der Abschlussklasse, als er zum Hungerspiel-Paten für das Mädchen aus Distrikt 12 ausgewählt wird. Er fasst den Entschluss das zu nutzen, will dass sie gewinnt. Nur so kann er seine Position im Kapitol verbessern.

 

Meinung:

Das Buch ist so ganz anders als andere Bücher. Wir wissen genau, dass wir den Bösewicht vor uns haben. Aber am Anfang ist er das noch gar nicht.

Wir erleben eine regelrechte Transformation, die so schleichend einvernimmt, dass ich am Ende eine Gänsehaut habe. Jedes Handeln von Coriolanus ist nachvollziehbar. Und das ist das erschreckende daran.

Dadurch ist das Buch genau wie seine Überlegungen zu den Hungerspielen. Wie würde ich handeln, frage ich mich am Ende. Ich bin mir nicht sicher.

Suzanne Collins hat hier eine Welt geschaffen, die uns so fremd und gleichzeitig erschreckend nah ist.

Ich bezweifle zwar, dass dieses politische Konstrukt sich hätte festigen können, aber als Prämisse lasse ich es gelten.

Die Frage in der es in dem Buch geht ist, wie grausam ist der Mensch wenn es ums nackte Überleben geht. Obwohl es bei Snow manchmal nicht wirklich ums unerwünschte, sondern um sein Streben nach Macht geht. Was das Ganze noch schlimmer macht.

Haben wir alle eine Wahl? Ich bleibe bei - ja. Aber hoffentlich muss ich das niemals austesten...

 

ISBN 978-3-789-12002-2

Oetinger, 2020

608 Seiten

Mittwoch, 12. August 2020

„Früchte des Zorns“ von John Steinbeck

Bild-Quelle: ebay.de

Inhalt:

Mittlerer Westen, 1930er Jahre, USA:

Tom kommt gerade aus dem Gefängnis raus, als er seine Familie gerade noch auf der elterlichen Farm antrifft. Sie müssen alle das Land verlassen - nach der letzten Missernte können sie die Pacht nicht mehr zahlen. Handzettel aus Kalifornien locken mit Aufrufen, dass dort dringend Erntehelfer gesucht werden. Sie kaufen einen billigen Truck und ziehen hoffnungsvoll los, so wie Millionen Andere auch...

 

Meinung:

Das Buch hat mich tief beeindruckt. An mehreren Stellen hab ich den Atem angehalten und gehofft, dass alles ein gutes Ende nimmt für die Familie. Steinbeck schafft es seine Leser mit fiebern und mitleiden zu lassen.

Der Roman ist äußerst realistisch und ergreifend. Man regt sich beim Lesen über die sozialen Missstände der Zeit und alle Ungerechtigkeiten die den Menschen passieren auf.

Auf geschickte Weise werden immer wieder Kapitel zwischengefunkt, die erzählen wie es den anderen Menschen ergeht. Dann wird wieder zu den Hauptcharakteren übergegangen mit dem Resultat, dass man natürlich schon ahnt, was ihnen schlimmes bevorsteht.

Einmal war ich so schockiert von der Grausamkeit einer kurzen Szene, dass ich davon Richtiges Herzklopfen bekommen hab. Vermutlich hat mich das mehr berührt, weil ich selbst Kinder habe und mich in die ganzen Ängste rund um die eigene Familie jetzt auch starker rein fühlen kann. Aber es gibt Stellen, die Glaube ich niemanden kalt lassen könnten.

Und trotzdem ist der Roman sehr hoffnungsvoll. Meiner Meinung nach wird auf gewisse Weise ein Vertrauen ins Gute der Menschheit gezeigt, das erstaunlich liebevoll umgesetzt ist. Zumindest Vertrauen in seine nächsten Mitmenschen.

Es gibt noch viel mehr über das Buch zu sagen, aber ich befürchte, ich würde immer pathetischer werden.

Ich finde es grandios.

Ein echtes Muss!

 

Volk und Welt Verlag, 1980 (c.1939)

584 Seiten

Donnerstag, 14. Mai 2020

„Sherlock Holmes‘ Buch der Fälle (Erzählungen V)“ von Sir Arthur Conan Doyle


Letzter Band der Sherlock-Holmes-Reihe.

Inhalt:

Weitere bis dahin unveröffentlichte Fälle des Meisterdetektivs. Laut Doyles eigenen Angaben in der Einleitung, wollte er die Reihe bereits früher absetzen (s. Fall Reichenbachfälle). Jedoch wollte das Publikum Holmes Ende einfach nicht akzeptieren und „schrie“ nach mehr.

Mit diesem Band will er sich nun aber endgültig von dieser Figur verabschieden.

Wobei ich doch dankbar bin, dass er Holmes nicht ein zweites Mal sterben lässt. Es ist lediglich mehrfach von seinem Ruhestand die Sprache.

 

Meinung:

Die Geschichten sind meiner Meinung nach um einiges düsterer und gruseliger als ihre Vorgänger. Was für mich den Lesespaß aber keinerlei mindert.

Ich finde dieses Mal kann man besonders gut miträtseln. Alles ist gut strukturiert und spannend bis zur letzten Seite.

Da es sich um kurze Erzählungen handelt, fällt einem das flotte durchlesen umso leichter.

Für mich ein gelungener Abschluss für eine außergewöhnliche Reihe. Ich bin und bleibe begeistert von Sherlock Holmes.

 

Zitat:

Mit einem einzigen Sprung war Holmes aus dem Sessel der Attrappe geschnellt und hatte das kostbare Juwel an sich gerissen. Nun hielt er es in einer Hand, während er mit der anderen einen Revolver auf den Kopf des Grafen richtete. In höchster Verblüffung taumelten die beiden Schurken zurück.

Noch ehe sie sich wieder gefangen hatten, hatte Holmes die elektrische Klingel betätigt.

»Keine Gewalt, Gentlemen - keine Gewalt, wenn ich bitten darf! Denken Sie an das Mobiliar! Es dürfte Ihnen doch völlig klar sein, daß Ihre Situation aussichtslos ist. Die Polizei wartet bereits unten.«

(Seite 114, Der Mazarin-Stein)

 

Weltbild, 2005 (Originalausgabe: »The Case-Book of Sherlock Holmes«, London und New York 1927)

420 Seiten

Mittwoch, 8. April 2020

„Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann

Bild-Quelle: amazon.de

Inhalt:

Die Lebensgeschichte von Humboldt und Gauß, in Romanform. Humboldt reist um die Welt und misst was das Zeug hält. Gauß wäre gern Mathematiker geworden, damit lässt sich aber nicht genug Geld verdienen, also wird er Beamter und Astrologe.

 

Meinung:

Beide Charaktere werden recht zynisch dargestellt. Für mich ist es fraglich, wie realitätsnah der Roman ist.

Die Geschichten sind schon interessant. Aber am Ende hat mich eigentlich nur noch interessiert, ob die Beiden denn nun glücklich sind/waren und ob alles auf eine große Lebensweisheit hinausläuft.

Eine große Weisheit kann ich aus dem Buch nicht herauslesen. Vielleicht, dass man öfter einfach mal machen sollte und natürlich: den Augenblick genießen.

Wobei oft alles so dargestellt wird, als ob es nichts Besonderes ist. Irgendwie schade, neige ich doch dazu, alles irgendwie interessant und schön zu finden.

Also muss ich leider sagen, dass mir das Buch insgesamt zu pessimistisch und negativ ist.

So richtig lernen kann man auch nichts von dem Roman.

Und weil am Schluss die beiden Leben fast zu einem werden, fand ich es manchmal schwer, die Beiden auseinander zu halten. Das war bestimmt so gewollt. Kam mir aber etwas zu künstlich vor.

Jetzt habe ich eher Lust mal die „richtigen“ Biographien der Beiden nachzulesen. Mich interessieren jetzt mehr die Daten und Fakten. Die konnte der Roman nicht wirklich liefern. Fehlt mir ein bisschen darin.

 

ISBN 978-3-498-03528-0

Rowohlt, 2011 (c.2005)

300 Seiten