Sonntag, 3. Juli 2022

„Mistborn (1) - Kinder des Nebels“ von Brandon Sanderson

Bild-Quelle: amazon.de

Reihe: Die Nebelgeborenen

Inhalt:

Vin ist eine Allomantin. Nachdem sie jahrelang nicht wusste welche Kräfte sie aktivieren kann, wird sie jetzt von einer Diebesbande „rekrutiert“. Die geheime Mission: sie wollen das letzte Reich und den tyrannischen Herrscher zu Fall bringen und damit alles Sklaven, die Skaa, befreien. Aber was tun gegen den gottgleichen Obersten Herrscher und seine unbezwingbaren Schergen den Inquisitoren?

 

Meinung:

Rückblickend kann ich für mich nicht sagen, dass das Buch durchgehend spannend ist. Aber die Atmosphäre die beschrieben wird ist sehr intensiv und damit berührt mich der Roman enorm.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Buch vor einigen Jahren schon mal gelesen habe, aber mich an keine Einzelheiten daraus erinnern konnte. Ich weiß nur noch, dass ich es gut fand. Und wage konnte ich mich an das Bild von der Allomantin Vin in meinem Kopf erinnern, die irgendwie von HUs zu Haus springt.

Ein Problem was solche „Superhelden“ leider immer haben ist, dass ihnen ständig alles zu gelingen scheint und ihnen nur selten wahres Elend oder Pech widerfährt. Leider wirkt das immer etwas unrealistisch.

Mir stellt sich außerdem die Frage wie Vin so gut werden konnte? Obwohl sie immer schlecht behandelt wurde und im Dreck unter Dieben gelebt hat, ist ihr Charakter (natürlich) ausgezeichnet und ihr Mut überragend. Naja…

Als nächstes werde ich den zweiten Band lesen. Bin gespannt, ob die Geschichte so fesselnd weitergeht.

 

Zitat:

[…] Oder spielen sie mir nur etwas vor? Die beiden Männer schienen ihr so fähig zu sein. Doch – das Letzte Reich stürzen? Eher konnte man die treibenen Nebel oder den Lauf der Sonne anhalten.

(Pos. 1619)

 

ISBN 978-3-492-99086-8

Piper ebook, 2018 (c.2006)

898 Seiten

Donnerstag, 19. Mai 2022

„Oliver Twist“ von Charles Dickens

Inhalt:

Die berühmte Geschichte des armen Waisenjungen Oliver, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts in London quasi ums Überleben kämpft. Er gerät dabei an eine Diebesbande und versucht mehrfach sich dem Elend zu entziehen. Doch welches große Geheimnis um seine Herkunft liegt im Verborgenen?

 

Meinung:

Auf meinem Weg die großen und bekannten Klassiker der Weltliteratur zu lesen, kam ich um „Oliver Twist“ nicht drum rum. Das Buch erwies sich dann aber zum Glück als sehr leicht zu lesen und auch äußerst spannend.

Im ersten Teil geht es um Olivers Elend und viel Unglück was ihm immer wieder zustößt. Als Leser wird man schockiert von den Missständen und der Brutalität in seinem jungen Leben. Ich habe wirklich mit ihm mit gelitten. Die Geschichte ist sehr bewegend.

Dann kommt ein für mich sehr plötzlicher Wechsel, als quasi Olivers Glückssträhne beginnt. Dies kam etwas abrupt und hat meinen Lesefluss etwas gehemmt. So, als habe ich mich erst mal gewehrt zu glauben, dass Oliver jetzt sicher ist…

Leider muss ich mit anderen Kritiken mitgehen und empfinde Oliver ebenso als äußerst unrealistischen Hauptcharakter. So vereint er alle möglichen klischeehaften Postbotinnen Eigenschaften in seiner Person - er ist gottesfürchtig, edelmütig, sittsam, clever, friedlich und liebenswürdig. Zu gut insgesamt, wenn man bedenkt, dass er weder so erzogen wurde, noch beispielhafte Personen zum Nacheifern vor sich hatte..?!

Naja. Ich könnte mir vorstellen, dass Dickens damit auch einen großen Kontrast abbilden wollte. Olivers Wesen wirkt in riesigem Gegensatz und den Beschreibungen der Missstände.

Soll das außerdem bedeuten, dass jeder sich dazu entscheiden kann „gut“ zu sein, egal welche äußeren Einflüsse auf einen einwirken?

Können Menschen aus sich heraus so sein wie Oliver? Ich weiß es nicht.

Ich bin froh, dass im Abschluss noch geschildert wird was aus allen Beteiligten wird. Das bildet einen schönen Abschluss für den Roman. Es bleibt kein „bitterer Geschmack“ mehr zurück. Vielleicht ist das ein Grund für den Erfolg der Geschichte, bereits als sie erstmals (damals als kleine Fortsetzungsfolge in einer Zeitschrift) erschienen ist.

Mir hat es wirklich gut gefallen.

 

Zitat (AUCHTUNG SPOILER):

„Mein lieber Oliver, wo bist du gewesen? Warum siehst du so traurig aus?“ fragte Mrs. Maylie. „Was fehlt dir?“

Wir leben in einer Welt der Täuschung, wie oft sehen wir unsere liebsten Hoffnungen vereitelt!

Der arme, kleine Dick war tot.

(Seite 236, Kapitel 34)

 

ISBN 3-8000-4607-5

Ueberreuter, 1976 (c.1838)

246 Seiten

Samstag, 26. Februar 2022

„Es war doch nur Regen!? - Protokoll einer Katastrophe“ von Andy Neumann

Inhalt:

Andy Neumann ist zum Glück noch wach, als das Wasser immer höher und höher steigt. Er hätte niemals erwartet in solche Gefahr zu kommen. Niemals erwartet, dass seine Familie auf diese Weise in Gefahr kommt. Zum Glück schlafen die Kinder, kriegen nichts mit von der Katastrophe. Aber die kommenden Wochen werden nicht einfach.

 

Meinung:

Neumann berichtet in dieser Zeit regelmäßig auf Facebook von seinen Erfahrungen und seinem Umgang mit der Katastrophe.

Im Buch wechselt der Autor chronologisch zwischen seinen Facebook Feeds und Erinnerungen, sowie Bemerkungen, die er im Nachhinein zusammenfasst.

Auf diese Weise ist der Bericht äußerst lebensnah und ergreifend.

Tatsächlich habe ich das Buch nur „zufällig“ auf dem Regal der Neuerwerbungen der Bibliothek gefunden. Ich wollte nur mal kurz reinlesen und habe mich dabei erwischt wie ich zwanzig Minuten später immer noch da stand, mit Tränen in den Augen (die anderen Besucher haben mich schon komisch angeguckt).

Das Buch hat mich sehr bewegt. Ich kann es nicht anders sagen. Vielleicht weil es Tatsachen (wenn auch subjektiv) und keine Fiktion war. Alles was da passierte ist quasi „vor unserer Haustür“ passiert. Freunde waren auch betroffen. Alle die konnten sind zum Helfen hingefahren. Und das ist alles erst ein paar Monate her.

Außerdem war ich auch so betroffen, weil Neumann auch zwei kleine Kinder hat.

Seit ich selbst Mutter bin, nimmt mich alles mehr mit wenn es Familien und Kinder betrifft.

So standen mir während des Lesens ab und zu die Tränen in den Augen.

Dabei ist Neumanns Stil an vielen Stellen eher erheiternd, er versteht es die Ironie der Situation herauszuarbeiten. Echt topp.

Vielleicht lese ich auch mal seinen Thriller „Zehn“, den er schon vorher veröffentlich hat.

Das Buch ist äußerst kurzweilig und macht Spaß, auch wenn das Thema sehr ernst ist. Eigentlich schade, dass ich es „nur“ aus der Bibliothek habe, denn der komplette Erlös wird gespendet.

Wir haben auch gespendet und aktuell können wir uns da auch nicht mehr leisten. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Leute im Ahrtal immer noch viel Geld brauchen…

 

Zitat:

Ich gehe über die Sebastianstraße. Einem Freund habe ich damals geraten, sich das Haus dort nicht zu kaufen, weil mir die Straße zu stark befahren ist. Heute Morgen: Grabesstille. Ich sehe Menschen, Anwohner, stumm, die Gesichter bleich und von der Mischung aus Trauer, Mattigkeit und grimmigem Durchhaltewillen geprägt, die auch mir entgegenschlägt, wenn ich in den Spiegel blicke.

(Seite 43)

 

ISBN 978-3-8392-2946-0

Gmeiner, 2021

156 Seiten

Montag, 14. Februar 2022

„Harry Potter (2) und die Kammer des Schreckens“ von J. K. Rowling (REREAD)

mal wieder gelesen :-)

Inhalt:

Harry Potter und seine Freunde sind jetzt in der zweiten Klasse in Hogwarts. Plötzlich die Nachricht, dass die Kammer des Schreckens geöffnet wurde und das Monster freigelassen wurde, dass alle Muggel auslöschen will…

 

Meinung:

Natürlich viel was im Film fehlt, aber insgesamt wird sich ganz gut ans Buch gehalten.

Was im Film nicht so deutlich wird ist, dass Harry über viele Monate von den anderen Schülern verdächtigt wird und ein Außenseiter ist.

Außerdem kommt im Film das Schulische und die Unterrichtsstunden fast gar nicht mehr vor.

Aber auch, wenn es sich hierbei nicht gerade um meinen Lieblingsband der Reihe handelt, ich liebe die Bücher alle. Sie befinden sich für mich außerhalb jeder Bewertung J

 

Zitat:

„Er hat mich nach Gryffindor gesteckt“, sagte Harry mit gedrückter Stimme, „weil ich nicht nach Slytherin wollte…“

„genau“, sagte Dumbledore und strahlte abermals. „Und das heißt, du bist ganz anders als Tom Riddle, Harry. Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, Harry, die zeigen, wer wir wirklich sind.“

(Seite 343)

 

ISBN 3-551-55168-5

Carlsen, 2000 (c.1998)

352 Seiten
 

Samstag, 5. Februar 2022

„Der Ickabog“ von J. K. Rowling

Inhalt:

Die Tragödie beginnt mit dem Tod von Lilli Lerchensporns Mutter. Danach verändert sich schnell das Leben von allen Bewohnern des kleinen Königreiches Schlaraffien. Leider merkt der gutmütige König Fred nichts von den üblen Machenschaften seines Berater Spuckelwert, der im ganzen Land die Geschichte des bösartigen Ickabogs verbreitet…

Wie immer stellt sich hier die Frage, wer das eigentliche Monster ist?

 

Meinung:

Mit dem Anfang der Geschichte habe ich mir sehr schwer getan. Nach einer Weile wird es aber interessanter und später war es sogar recht kurzweilig. Dennoch bleibt der Gesamteindruck für mich etwas getrübt von dem faden Einstieg.

Insgesamt finde ich das Märchen aber schön erzählt. Das Buch ist voll schöner Einfälle. Jedoch manchmal kommt einem das ein oder andere Detail etwas klischeehaft rüber. So gibt es letztendlich auch keinen Charakter, der verschiedene Interessen oder Wesenszüge aufweist. Alles ist sehr linear aufgebaut. Das passten allerdings aber auch sehr gut zu einem modernen Märchen. Archetypen, die geradlinig denken und handeln.

Daher finde ich den eigentlichen Ickabog Teil am besten, der als Idee aus den anderen Klischees deutlich heraussticht.

Alles in allem finde ich, man hätte mehr aus der Geschichte machen können. Die Idee ist sehr gut, die Umsetzung hätte noch spannender sein können. So bleibt es ein Märchen, das doch am besten für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Empfehlenswert für jeden J. K. Rowling Fan, ansonsten leider nur durchschnittlich aus meiner Sicht.

 

Zitat:

In den Schenken und auf den Märkten von Chouxville entspannen sich hitzige Debatten, Skeptiker lachten über die unsinnige Behauptung, der Ickabog existiere wirklich. Andere hielten entgegen, dass Leute, die nie einen Fuß ins ferne Marschland gesetzt hatten, sich besser nicht als Fachleute aufspielen sollten.

(Seite 89, Kapitel 15)

 

ISBN 978-3-551-55920-3

Carlsen, 2020

350 Seiten

Sonntag, 30. Januar 2022

„Harry Potter (1) und der Stein der Weisen“ von J. K. Rowling (REREAD)

mal wieder gelesen :-) 

Inhalt:

Harry Potter wächst als ungeliebter Neffe in einer britischen Kleinstadt in der Nähe von London auf. Eines Tages erfährt er, dass er ein Zauberer ist und bei der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen wurde, wo er bald neue Freunde findet mit denen er aufregende Abenteuer besteht.

 

Was habe ich wiederentdeckt?

·         Die fliegenden Schlüssel haben niemanden verfolgt.

·         Natürlich gibt es auch eine Prüfung von Snape.

·         Ron ist groß und schlaksig.

·         Harry, Neville und Hermine bekommen Strafarbeit, weil sie nachts im Schloss erwischt werden (so wie auch Draco).

·         Überhaupt spielt Neville häufiger mit.

·         Sie beruhigen Fluffy mit Harrys Flöte, die er von Hagrid bekommen hat.

Und wie immer: der Hauspokal ist wichtiger als in den Filmen dargestellt…

Die Reihe hab ich schon mehrmals gelesen und auch noch Jahren sind die Bücher gut gealtert und machen genau so viel Spaß wie Ende der Neunziger. Ich liebe sie.

 

Zitat:

Rons Ohren färbten sich rosa. Offenbar glaubte ex, er habe jetzt zu viel gesagt, denn er sah jetzt wieder aus dem

Fenster.

Harry fand es überhaupt nicht schlimm, wenn jemand sich keine Eule leisten konnte. Schließlich hatte er bis vor einem Monat keinen Penny gehabt, und er erzählte Ron auch, dass er immer Dudleys alte Klamotten tragen musste und nie ein richtiges Geburtstagsgeschenk bekommen hatte. Das schien Ron ein wenig aufzumuntern.

(Seite 111)

 

ISBN 978-3-551-55167-7

Carlsen, 2000 (c. 1997)

338 Seiten

Freitag, 19. November 2021

„Disney Villains (8) – Das Herz so kalt“ von Serena Valentino

Inhalt:

Lady Tremaine ist eine Seite im mittleren Alter und lebt mit ihren beiden kleinen Töchtern gut betucht im alten London. Als sie eine Freundin besucht verliebt sie sich in den geheimnisvollen Sir Richard, ebenfalls Witwer und Vater einer Tochter (Cinderella), aus den Vielen Königreichen. Hals über Kopf entscheidet sie sich für die Hochzeit mit ihm und ihren Umzug in eine aufregende Zukunft. Doch alles kommt anders als erhofft. Wer muss am Ende darunter leiden?

 

Meinung:

Leider muss ich sagen, dass ich das Buch als das Schlechteste der ganzen Reihe empfinde.

Der Beginn gefällt mir eigentlich recht gut, obwohl man sich natürlich fragt, warum sie so schnell alles aufgibt und ins Ungewisse aufbricht. Naja. Künstlerische Freiheit. Aber man hätte man sich eine viel clevere Nebenstory ausdenken können, da der Stoff viel hergibt und alle Möglichkeiten offen sind.

Darüber kann ich aber hinwegsehen l, weil ich mich selbst auf die Geschichte in den Vielen Königreichen gefreut habe.

Schade, dass die Geschichte dann noch oberflächlicher wird. Keine Besserung in Sicht.

Ich habe dann auf eine tolles, spannendes Ende gehofft und muss aber sagen, dass es sich für mich nicht so entwickelt hat. Meiner Meinung nach hat es sich die Autorin hier doch etwas zu einfach gemacht.

Eigentlich ist es nicht mal abgeschlossen, was mich noch mehr frustriert…

Sehr schade. Und weil ich ein Fan der Reihe bin, werde ich auch den nächsten Band kaufen, aber ich hoffe sehr auf Besserung.

 

Zitat:

Sie machte eine Bewegung in seine Richtung, aber er wich zurück.

„Mylady, bitte!“, sagte er steif. „Nicht vor dem Großherzog.“

Lady Tremaine spürte beschämt, wie ihr die Hitze in die Wangen stieg. Sie fragte sich, wie viele Demütigungen sie an diesem Tag wohl noch erdulden musste. Nichts war so, wie sie es sich vorgestellt hatte.

(Seite 152)

 

ISBN 978-3-551-28046-6

Carlsen, 2021

300 Seiten

Sonntag, 19. September 2021

„Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens

Inhalt:

Kya ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter und nach und nach alle Geschwister die kleine Hütte in der Marsch und den gewalttätigen Vater verlassen. Keiner nimmt Kya mit, die immer mehr vereinsamt.

17 Jahre später wird der Leichnam von einem verehrten jungen Mann am alten Leichtturm gefunden. War es ein Unfall oder versucht jemand einen Mord zu vertuschen?

 

Meinung:

Die Verbindung zur Natur wird in diesem Roman eindrucksvoll erzählt. Kya steh für alles Wilde und Echte in dieser besonderen Szenerie.

Die Autorin versteht es ausnahmslos gut den Leser ganz auf die Einsamkeit der Protagonistin einzustellen und ihre charakterliche Entwicklung darzustellen. Am Ende fühlt man ihre Verbundenheit zur Natur und man wünscht Tisch selbst da zu sein „wo die Flusskrebse singen“.

Themen des Romans sind Naturverbundenheit, Liebe und Vorurteile, aber auch Hingabe, Vertrauen und Psychologie.

Auch wenn die Handlung nach außen einfach gestrickt wirkt, erzeugt die Autorin eine solche Atmosphäre, dass es mir vorkommt Kya schon immer zu kennen und an ihrer Seite gewesen zu sein. Mit ihr in ihrer kleinen Bucht, in der Marsch und in ihrem kleinen Boot auf dem Weg zu den Muscheln und allen anderen Marschbewohnern.

Das Buch ist sehr bewegend und melancholisch. Man erwartet manchmal vielleicht noch schrecklicher Dinge die Kya passieren könnten. Aber auch wenn das große Drama ausbleibt, fühlt man doch die Geschichte mit. Ich zumindest.

Ein verdienter Bestseller Titel der sehr lesenswert ist. Vor Allem, wenn man sich nach Natur und Ruhe sehnt.

 

Zitat:

Kya kehrte zurück zu den verlässlichen Phasen der Kaulquappen und dem Ballett der Leuchtkäfer, vergrub sich noch tiefer in der wortlosen Wildnis. Die Natur schien der einzige Stein zu sein, der ihr nicht mitten im Fluss unter den Füßen wegglitt.

(Seite 270, Kapitel 30)

 

ISBN 978-3-446-26419-9

Carl Hanser, 2019 (c.2018)

464 Seiten

Freitag, 10. September 2021

„Dune Saga (3) - Der Prophet (inkl. Anhang)“ von Frank Herbert


(Drittes Buch aus einem Sammelband, der die ersten drei Bände der Reihe umfasst.)

Inhalt (Achtung: Spoileralarm):

Jahre sind vergangen. Paul und seine Mutter gehören jetzt zu den Fremen. Er führt sein Volk in einen großen Befreiungskrieg.

 

Meinung:

Paul hat sich vollständig zum Herrscher entwickelt. Die Religion nimmt in diesem dritten Band einen noch höheren Stellenwert ein als in den beiden Vorgängern. Ich bin mir unschlüssig ob ich das gut oder schlecht finde. Die Entwicklung passt zu dem Roman, aber es wird nicht mehr in die Tiefe gegangen. Auch bei der großen „Erleuchtung“ des Muad‘dib findet keine wirkliche Besprechung seiner Veränderung statt. Wirklich schade, davon hätte ich mehr erwartet.

Auf lange Sicht stören mich die religiösen Aspekte sogar ein wenig. Auch manche Begrifflichkeiten führen bei mir zu Verwirrung. So hat Paul immer Angst vor einem unausweichlichen „Dschihad“, welcher einen heiligen Krieg bezeichnet, sich in meinem Verständnis aber eher auf die muslimische Religion bezieht. Naja. Ich verstehe trotzdem was gemeint ist.

Was ich wirklich loben muss ist die tolle Atmosphäre die geschaffen wird. Viele Erklärungen sind sehr detailliert, ohne langatmig zu sein.

Und natürlich hat bei mir die ganze Geschichte rund um den Wüstenplanet sowieso schon Kultstatus erreicht durch den alten Film und das zahlreiche Erscheinen in der heutigen Popkultur.

Ein gutes Buch für jeden SciFi Fan.

 

ISBN 3-453-30523-X (Sammelband mit drei Bänden)

Heyne, 1980 (c.1965)

215 Seiten

Sonntag, 22. August 2021

„Dune Saga (2) - Der Herr des Wüstenplaneten“ von Frank Herbert


(Zweites Buch aus einem Sammelband, der die ersten drei Bände der Reihe umfasst.)

Inhalt (Achtung: Spoileralarm):

Paul und Jessica sind auf der Flucht. Bis sie in der Wüste einer Gruppe Fremen begegnen. Jetzt beginnt sich ihr Schicksal zu erfüllen. Doch wie geht es mit Arrakis weiter?

 

Meinung:

Augenscheinlich wenig Handlung, dennoch spannender geschrieben als der Vorgänger. Ende kommt recht plötzlich. Lässt vermuten, dass die Handlung ursprünglich direkt weitergehen sollte. Vielleicht wollte der Verlag lieber zwei Bücher aus Band 2-3 machen und der Autor hatte die Geschichte vielleicht schon komplett?

Chani erscheint auf der Bildfläche und plötzlich wird’s auch romantisch.

Paul wirkt aber etwas unsicherer als im ersten Band. Das passt für mich nicht so richtig zusammen. Im ersten Buch wirkt er stets bedächtig, kühl und selbstsicher. Jetzt ist er manchmal unausgeglichen und ängstlich…?! Naja. Mal sehen wie es weitergeht. Den dritten Band werde ich noch lesen und dann malwieder was anderes.

 

Zitat:

In der Art der Bene Gesserit, die seine Mutter ihm beigebracht hatte, reduzierte Paul den hämmernden Schlag seines Herzens. Er fühlte, wie die Ruhe in ihm wieder die Oberhand gewann, wie seine Sinne sich auf Wesentliches konzentrierten und alle Nebensächlichkeiten aus ihm verbannten.

(Seite 61)

 

ISBN 3-453-30523-X (Sammelband mit drei Bänden)

Heyne, 1980 (c.1965)

212 Seiten