Donnerstag, 20. Juni 2024

„Dshamilja“ von Tschingis Aitmatow

Inhalt (Achtung Spoiler):

Kirgisien zu Beginn des zweiten Weltkriegs. Dshamiljas Ehemann ist an der der Front und sie soll mit ihrem jüngeren Schwager und dem Heimkehrer Danijar, einem verwundeten Soldaten, täglich die Getreidesäcke zum Bahnhof fahren. Sie verliebt sich in den melancholischen Danijar.

 

Meinung:

Es handelt sich hierbei um eine schöne Liebesgeschichte. Zunächst bin ich auch nicht von einem Happy End ausgegangen und auch beim zweiten Überlegen finde ich nicht, dass es passt oder auch nur realistisch ist.

Zu dieser Zeit und diesen gesellschaftlichen Beziehungen im Dorf, wäre ein junges Mädchen nicht weggegangen und hätte Ehemann und Hof verlassen.

Besonders schön gefallen mir die Landschaftsbeschreibungen und die Stimmung, die das Buch vermitteln.

Insgesamt empfinde ich die Geschichte eher als poetisch. Hier gefällt es mir sehr gut.

Es ist kurzweilig und schön geschrieben.


Zitat:

[..] und dann ertönte sie [die Stimme] mit neuer Kraft. Er sang von Liebe!

Ich war erschüttert. Die ganze Steppe schien zu erblühen, zu wogen, die Dunkelheit wich, und in der unendlichen Weite sah ich die Liebenden. Sie bemerkten mich nicht, sie hatten alles auf der Welt vergessen und wiegten sich im Takt des Liedes. Ich erkannte sie nicht wieder.

(S. 96)

 

ISBN 3-518-38079-6

Suhrkamp, 1988

124 Seiten 

Dienstag, 18. Juni 2024

„Der Ozean am Ende der Straße“ von Neil Gaiman

Inhalt:

Als Kind hat er hier ein magisches, gruseliges Abenteuer erlebt, an das er sich nur dann erinnert, wenn er zum Teich zurück kommt um zu erfahren, ob seine Freundin, Lettie, wieder zurück gekommen ist. Jedes Mal verblassen die Erinnerungen wieder. Als er sieben war, hat sie ihn mit über die Grenze in eine andere Welt genommen. Ohne dass er es wollte, hat er ein Wesen von dort mitgebracht. Nichts ist so, wie es zunächst erscheint. Seine Freundin beschützt und rettet ihn.

 

Meinung:

Nach den ersten paar Seiten habe ich noch gedacht. Die Geschichte entwickelt sich nur schleppend. Als sich die Handlung gewendet hat, ist auch die Spannung enorm angestiegen. Später war ich überrascht von der Grausamkeit, die teilweise widergespiegelt wird. Das Buch ist eindeutig nicht für Kinder oder junge Jugendliche geeignet.

Der Stil gefällt mir sehr gut. Der Autor versteht es, die Welt mit Worten malerisch auszuschmücken. Man fühlt sich beim Lesen, als wäre man in einer anderen Realität. Das macht Spaß.

Auch wenn das happy end voraussehbar war, fühle ich doch am Ende eine gewisse Traurigkeit. Es läuft eben nicht immer wie erwünscht.

So beobachten wir den Hauptcharakter dabei, wie er einen entscheidenden Schritt in seiner Entwicklung tut. Genau das ist möglich durch die Herausforderungen und Überwindung der ungewöhnlichen Ereignisse.

Insgesamt muss ich sagen, dass mich das Buch doch sehr überrascht hat an einigen Stellen. Das mag ich gern.

Dieses Werk jedoch als „poetisches Juwel“ zu bezeichnen (laut Umschlag eine Bewertung von Daniel Kehlmann), finde ich dennoch etwas übertrieben. Das Lesen macht Spaß und ich kann es auch empfehlen, aber es ist nicht eins der besten Bücher, das ich jemals gelesen habe.

Lesenswert, aber mehr auch nicht.

Zitat:

Ich sehne mich nicht nach meiner Kindheit, aber ich sehne mich nach der Freude, die ich früher an kleinen Dingen fand, selbst wenn weit wichtigere Dinge im Argen lagen. Ich hatte keine Macht über die Welt, in der ich lebte, ich konnte nicht vor Dingen oder Menschen oder Augenblicken fliehen, die mir wehtaten; aber ich freute mich über die Dinge, die mich glücklich machten.

(Kap. 13, S. 199)

Illustrationen von Jürgen Speh

 

ISBN 978-3-8479-0579-0

Eichborn,  2014

240 Seiten 

Mittwoch, 12. Juni 2024

„Das Labyrinth des Faun“ von Cornelia Funke

Nacherzählung des Drehbuches zu Pans Labyrinth von Guillermo del Toro

Inhalt:

Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges herrscht in Spanien (Galizien) ein Guerilla-/Bürgerkrieg gegen die spanischen Faschisten. Die kleine Ofelia zieht mit Ihrer hochschwangeren Mutter zu deren neuen Ehemann in eine alte Mühle im Wald. Ihr Stiefvater ist der Capitán Vidal, der die Truppen gegen die Rebellen befehligt. Ofelia flüchtet sich vor den Grausamkeiten in Pans Labyrinth. Dort erfährt sie, dass sie eine verzauberte Prinzessin der Unterwelt ist…

 

Meinung:

In dem Roman verschmelzen auf zauberhafte Weise Fantasie und Realität immer mehr miteinander.

Da ich auch den Film kenne, Pans Labyrinth, habe ich gleichzeitig immer das Titellied im Ohr, das eine sanfte Traurigkeit mit sich trägt und sehr gut zu dem Buch passt.

Funke ist es meiner Meinung nach gelungen, einen grandiosen Roman nach dem Film zu schreiben. Das Buch fühlt sich so an als wäre es vor dem Film da gewesen.

Ihr fantastischer Stil ist wieder herausragend, ich liebe ihre Bücher.

Auch wenn Funke für ihre Jugendliteratur bekannt ist, muss ich bei diesem Buch dennoch sagen, dass es eher von Erwachsenen gelesen werden sollte. Die Grausamkeiten die hier stattfinden sind enorm. Hierbei geht es nicht nur um körperliche Gewalt, sondern auch psychische, beziehungsweise seelische.

Da alles mit der fantastischen Welt des Faun verwoben ist, kommt einem alles immer unwirklich vor. Das lenkt aber immer noch nicht von der Realität ab, die einfach schrecklich ist.

Da am Ende (Achtung Spoiler-Alarm) auch die Hauptfigur stirbt, kann man nicht unbedingt von einem Happy End sprechen. Das ist ein weiterer Grund, warum ich dieses Buch nicht als Jugendroman einstufen würde.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und war auch nicht langweilig, obwohl ich den Film schon kannte. Ich kann das Lesen sehr weiterempfehlen.

Zitat:

Dann verschmolz sein Körper mit der Nacht, als hätte Ofelias Ungehorsam ihn und die Fee in bloße Schatten verwandelt, die der Schein des zunehmenden Mondes auflöste. Und Ofelia saß auf ihrem Bett und füllte die Stille, die sie zurückließen, mit ihrem verzweifelten Schluchzen.

(S. 217, Kap. „Bloß zwei Trauben“)

 

ISBN 978-3-7373-5666-4

Fischer, 2019

320 Seiten

Montag, 10. Juni 2024

„22 Bahnen“ von Caroline Wahl

Inhalt:

Tilda geht jeden Abend nach der Uni (und ihrem morgendlichen Job als Kassiererin) ins Freibad um 22 Bahnen zu schwimmen. Für sie bedeutet das die kleine Flucht aus ihrem schwierigen Alltag, in dem Sie sich um ihre kleine Schwester kümmert, weil die Mutter eine Alkoholikerin ist. Leider denkt sie auch immer noch über die Vergangenheit nach, bis sie Viktor entdeckt, der jetzt auch täglich im Schwimmbad seine Bahnen zieht.

 

Meinung:

Der Roman ist äußerst kurzweilig und vom Stil her sehr gut lesbar.

Die Ich-Erzählerin ist erfrischend ehrlich und macht sich nichts vor. Ihr innerer Kampf wird deutlich, als sie sich entscheiden muss sich eventuell bald für eine Stelle in Berlin zu bewerben. Wie sie versucht ihre Schwester mit Hilfe von Filmen über starke Frauen auf ihre Zukunft allein mit ihrer Mutter vorzubereiten, ist süß und wirkt auch nicht zu konstruiert.

In dem Buch geht es um schwierige Themen wie Alkoholsucht, Drogenmissbrauch und dem Verlust eines Freundes. Dies wird gut „verpackt“ und nicht rein für Effekte zur Schau gestellt. Man erfährt die Einzelheiten nur nach und nach, sie dass man das Gefühl bekommt, alles innerlich selbst zu verarbeiten.

Natürlich ist es kein Roman voller Sonnenschein. Insgesamt wirkt die ganze Szenerie eher bedrückend auf mich, was natürlich zu den Themen passt.

Der Hochsommer kommt auf jeden Fall nicht wirklich durch. Deswegen habe ich mir Tilda am Anfang tatsächlich eher im Hallenbad vorgestellt, das Freibad hat mich eher irritiert.

Achtung Spoiler:

Man wartet auf das schreckliche Ende, das dann irgendwie doch nicht eintritt. So schwingt zuletzt doch hauptsächlich Hoffnung mit, was meiner Meinung nach nicht zur düsteren Stimmung des Buches passt.

Ich bin hin und her gerissen, wenn es um eine abschließende Bewertung des Romans geht. Ich finde es ist eine wirklich gut geschriebene, intensive Geschichte. Aber den aktuellen Hype um das Buch kann ich letztendlich doch nicht ganz nachvollziehen.

Es ist auf jeden Fall lesenswert.

Zitat:

Ida beginnt, leise zu weinen, und ich bin geschockt, denn eigentlich meint Ida nicht. Sie hat irgendwann die Entscheidung getroffen, nicht mehr zu weinen. Aber nun scheint sie die Entscheidung widerrufen zu haben und lässt mit diesem Widerruf alle angestauten Tränen der letzten Jahre aus sich herausfließen.

(Seite 80)

 

ISBN 978-3-8321-6803-2

DUMONT, 2023

210 Seiten

Freitag, 7. Juni 2024

„Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet“ (Fall 1) von Alan Bradley

Inhalt:

Flavia ist die Tochter einer altehrwürdigen englischen (Adels?)Familie, die mit ihrem Briefmarken sammelnden Vater, ihren beiden Schwestern (Ophelia und Daphne) und dem alten Gärtner, Dogger, auf dem Herrensitz Buckshaw lebt. Sie ist Spezialistin auf dem Fachgebiet der Chemie, was ihr hilft bei der Aufklärung eines seltsamen Mordes. Im Gurkenbeet von Buckshaw findet sie früh morgen den sterbenden Bekannten ihres Vaters, der noch in der Nacht einen Streit mit eben diesem hatte. Doch was steckt dahinter?

 

Meinung:

Man muss Flavia einfach gern haben. Sie ist überaus schlau, aber dennoch sehr bodenständig. Die logischen Schlussfolgerungen die sie trifft wirken äußerst natürlich und machen beim Lesen richtig Spaß.

Ich bin ehrlich überrascht, wie gut mir das Buch gefallen hat, da ich ja kein Liebhaber von Krimis bin. Wobei die Geschichte am Ende eher Thriller-Elemente annimmt. Immerhin gerät Flavia selbst in große Gefahr und durchlebt auch deutlichen psychischen Stress.

Da sich die Geschichte in den 1950er Jahren abspielt, sind technische Errungenschaften wie Mobiltelefone oder das Internet noch kein Thema. So gelingt es dem Autor klassische Detektivarbeit anzuwenden, die sehr fein und ausgewogen eingesetzt wird.

Der Roman hat sich für mich nach Urlaub in England angefühlt und mir auf gewisse Weise einen freien Kopf beschert. Hat mir sehr gut gefallen.

Zitat:

Ich rief mir den Anblick des Fremden ins Gedächtnis zurück, wie er im Morgengrauen im Gurken lag: das stoppelige Kinn, die roten Haarsträhnen, die leise hin und her wehten, die die bleichen Wangen, das ausgestreckte Bein, die bebenden Finger, der letzte, röchelnde Atemzug. Und das Wort, das er mir zuhauchte… „Vale.“

Hach, was für ein Nervenkitzel!

(Kapitel 6, S. 85)

 

ISBN 978-3-442-37624-7

Blanvalet, 2010

384 Seiten

Freitag, 24. Mai 2024

„Bastards“ von J. S. Wonda

Inhalt:

Jade hasst ihre Mutter, die ihr nie Liebe entgegengebracht hat. Wenigstens ist sie eine reiche Upper East Side Göre. Aus Langeweile vertickt sie auch Drogen. Bis sie eines Tages dem FBI Agent Landon Malverey vorgestellt wird. Aber wer ist der mysteriöse Gil-Boy, mit dem Landon dauernd textet?

 

Meinung:

Pluspunkt für das Buch ist, das es gut geschrieben ist und sich daher äußerst geschmeidig lesen lässt.

Manko ist meines Erachtens aber die Story, die kaum vorhanden ist und ab einem bestimmten Punkt auch äußerst vorhersehbar auftritt.

Die Handlung ist wirklich sehr dürftig und ließe sich in wenigen Sätzen komplett beschreiben, weshalb mir sogar die kurz Einleitung oben schwer gefallen ist.

Was dafür aber sehr viel interessanter und aufregender daherkommt sind die Sexszenen, die regelmäßig die Handlung unterbrechen. Diese fügen sich erstaunlich gut ins Geschehen ein und wirken nicht komplett fehlplatziert.

Auch wenn es hier Praktiken gibt, die ich nicht selbst mag, hat es immer Spaß gemacht die Stellen zu lesen.

Ich kann sogar guten Gewissens behaupten, dass mir dieses Buch auf dieser Ebene deutlich besser gefallen hat als „Fifty Shades of Grey“. Wobei ich aber auch sagen muss, dass ich mit Romanen aus diesem Genre (Erotik Thriller für New Adults) sonst keine Erfahrung habe.

Es gibt noch einen Folgeband („Sisters“), den ich aber nicht mehr lesen werde. Ich brauche nicht noch mehr von dieser Dreiecksbeziehung der besonderen Art zu lesen. Liebt was anderes. Der Abschluss hat mir auch absolut ausgereicht.

Fazit: gut lesbarer Erotikroman, mit wenig Handlung.

Mich würde jetzt noch interessieren, ob andere Reihen von J. S. Wonda in Thema Handlung mehr zu bieten haben? Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich z. B. die „Very Bad…“-Reihe mal anfangen möchte. Keine Ahnung.

Zitat:

Er eroberte mich und beherrschte nicht nur meinen Körper, der ihm längst willenlos ausgeliefert war. Durch seinen intensiven Blick, seine ungestüme, aber nicht gewaltsame Art, berührte er mich tiefer, als seine List jemals dringen könnte.

(S. 183)

 

ISBN 978-3-98595-662-3

WondaVersum, 2019

532 Seiten

Montag, 20. Mai 2024

„Die Analphabetin die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson

Inhalt:

Nombeko kommt aus einem Slum in Südafrika, wobei sie aber auffällig schlau ist und eine echte Rechenkünstlerin von klein auf. Als Jugendliche schafft sie es aus dem Slum raus (in der Zwischenzeit hat sie auch lesen gelernt), als sie dann ungerechteres auf einer geheimen Militärbasis landet, wo sie dem blöden Ingenieur über viele Jahre hinweg Tipps rund um den Bau von Atombomben und Politik hilft. Wie sie später in Schweden landet, an der Seite eines offiziell nicht existierenden Holger (?), ist auch eine aufregende Geschichte.

 

Meinung:

Wie bereits „Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand“ glänzt dieser Roman von der unterhaltsamen Verknüpfung von Geschichte, Politik und teilweise einfachen Leuten, die alles irgendwie nebenbei stark beeinflussen.

Klar gibt es hier und da einige Wendungen die äußerst unrealistisch wirken, aber insgesamt fühlt man sich doch nach dem Lesen etwas gebildeter. Und das tut auch mal gut. Zumal die Geschichte gut geschrieben ist und auch am Ende nochmal ein bisschen spannend wird.

Das Lesen hat mir großen Spaß gemacht. Obwohl ich doch bestätigen muss, dass das Buch dem Vorgänger äußerst ähnlich ist in Handlung/Aufbau und Auflösung.

Auf jeden Fall ist der Roman sehr lehrreich und es lohnt sich für mich auch mehr über die schwedische Mentalität zu lernen, sowie über geschichtliche Ereignisse ins Grübeln zu geraten.

Eine klare Empfehlung.

Zitat:

„Das macht also achtzig Rand Netto im Monat. Bis ich alles zurückgezahlt habe, muss ich sieben Jahre, drei Monate und zwanzig Tage beim Herrn Ingenieur arbeiten. Finden euer Ehren nicht, dass das eine etwas strengen Strafe ist für ein, die auf dem Gehweg von jemand überfahren wurde, der aufgrund seines Alkoholkonsums überhaupt nicht hätte fahren dürfen?“

Der Richter war völlig verblüfft. Nicht genug damit, dass das Mädchen sich äußerte. Und sich gut ausdrücken konnte. Und die unter Eid abgegebene Aussage des Ingenieurs anzweifelte. Sie hatte außerdem den Umfang der Strafe ausgerechnet, bevor irgendjemand anders im Saal auch nur annähernd dasselbe hätte tun können.

(S. 50, 1. Teil., 3. Kapitel)

 

ISBN 978-3-570-58512-2

carl's books, 2013

444 Seiten 

Freitag, 3. Mai 2024

„Die Prinzessin und der Wilderer - Vier Erzählungen“ von Roald Dahl

Vier Erzählungen im reinsten Roald Dahl Stil. Davon zwei Märchen (erschienen unter dem Titel „Two Fables“).

  • Die Prinzessin und der Wilderer
  • Prinzessin Busenschön
  • Der Antiquar
  • Der Chirurg

Meinung:

Die Märchen beinhalten wieder diese skurrile Grausamkeit, die man von Dahls Geschichten auch kennt. Zu Märchen passt das sehr gut.

Die etwas ausschweifenderen zwei modernen Erzählungen befassen sich mit Verbrechen. Wobei einmal die Verbrecher selbst beleuchtet werden und das andere Mal wieder glückliche Umstände zur Auflösung der Tat führen.

Die Geschichten sind eindrucksvoll und intensiv. Spannend und keineswegs zu ausladend.

Ich bleibe ein großer Fan von Dahls Werk.


Zitat:

Das war wirkliche Macht, Macht, wie sie ein so junger Mensch bislang noch nie gekannt hatte. Und die Macht ist eine gestrenge Zuchtmeisterin, das merkte die Prinzessin bald. Es ist unmöglich, Macht zu besitzen und sie nicht auszuüben. [..]

(S. 25 aus „Prinzessin Busenschön“)

 

ISBN 978-3-8052-0456-6

Wunderlich (Rowohlt), 1989

115 Seiten

„Die Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling

Bild-Quelle: amazon.de

Inhalt:

Eines Tages steht ein Känguru vor Marc-Uwes Tür und bittet um Eier. Kurze Zeit später wohnen die Beiden zusammen und er (Marc-Uwe) erlebt mit dem Känguru allerhand seltsame Situationen, wobei sich nie jemand dran stört, dass das Känguru sprechen kann.

 

Meinung:

Es handelt sich um kurze, knackige Kapitel voller satirisch komischer Situationen. Meist aus dem Alltagsleben. Wobei sich die Beiden oft um etwas streiten, was das Känguru verbockt hat. Auch sind politische Themen ein häufiger Diskussionspunkt. Hierbei nimmt der Autor oft eine beinah kommunistische Sichtweise an, bei der ich mir nicht sicher bin, wie ernst er das meint.

Häufig wird der Kapitalismus durch den Kakao gezogen. Aber ab und zu erfährt man auch interessante Kleinigkeiten aus verschiedenen Bereichen.

Insgesamt sind die Kapitel recht amüsant, wirken auf mich aber teilweise etwas künstlich.

Von Anfang an kommt es mir eher so vor, als ob der Autor bei der Erzählung lediglich seine Freundin/Frau durch ein Känguru ersetzt hat, was Allem etwas seltsam Komisches gibt.

Für mich fühlt sich die Beziehung der Beiden an, wie bei einem Pärchen das schon lange zusammenlebt.

Auch wenn ich das Buch nicht schlecht fand, will ich die Folgenden jetzt doch nicht mehr lesen. Ich glaube nicht, dass sich an dem Stil oder der „Handlung“ viel ändert wird.

Meiner Meinung nach sollte man dieses Buch mal gelesen haben um mitreden zu können, aber eigentlich brauche ich es nicht.


Zitat:

„Man ist gezwungen sich kurz zu fassen [..]“

„Was willst du denn schreiben?“, fragt das Känguru.

„Dass die kognitiven Potenzen extraordinäre Relevanz für die Dialektik haben.“

„Ersetz die Fachbegriffe doch einfach durch normale Worte.“

„Das ist aber schwierig. Okay. [..]“

„Was haste jetzt geschrieben?“

„>Denken ist wichtig<“, sage ich. [..]

(Seite 97-98, aus Kap. >Die Essenz des Hegel‘schen Gesamtwerkes<)

 

ISBN 978-3-548-37257-0

Ullstein, 2009

270 Seiten 

Montag, 25. März 2024

“Blue Eyes - Haven Academy” von Franziska Sophia Peters

Inhalt:

Gwens Mutter ist vor wenigen Monaten bei einem Autounfall gestorben. Jetzt soll sie auf ein neues Internat gehen, in der Nähe von London, die Haven Academy. Bald erfährt sie, dass dort auch ihre Mutter zur Schule gegangen ist und dass es keine gewöhnliche Schule ist. Hier werden Element-Bändiger unterrichtet. Und Gwen ist eine von ihnen - sie beherrscht das Wasser.

 

Meinung:

Allem voran stellt das Buch einen Fantasy-Liebesroman dar. Genen verliebt sich und natürlich läuft anfangs nichts nach Plan. Man fühlt sich wieder in seine Jugend versetzt, in Teenager die noch nicht gelernt haben einfach mal alles auszusprechen sondern denken, man müsste ihnen ihre Gefühle doch an der Nasenspitze ablesen können.

Dennoch ist es der Autorin gelungen, dass solche Szenen nicht zu nervig werden. So habe ich vielleicht nur ein oder zwei Mal die Augen verdreht, weil Gwen oder Cole (ihr Flamme) sich wieder total missverstehen.

Insgesamt kommen die Gefühle sehr gut rüber, ohne dass es zu kitschig wird. Aber man merkt doch, dass es schon deutlich sexueller zugeht, Alanis anderen Young Adult Büchern (zumindest gedanklich).

Das Ende ist doch leider sehr wenig überraschend, dafür hat es die „Endschlacht“ doch nochmal mächtig in sich.

Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt und kann das Buch getrost weiterempfehlen.

Ich hatte den Roman auf der Frankfurter Buchmesse direkt bei der Autorin gekauft, die mir auch eine nette Widmung reingeschrieben hat und wirklich super nett war. Echt toll, dass sie es in so jungen Jahren schon geschafft hat ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen!

 

Zitat:

 „Du bist so unglaublich mutig.“ Er legt seinen Kopf leicht schräg, als würde er versuchen ein Rätsel zu lösen, aber einfach nicht die Antwort finden. Mein Herz fängt sofort an schneller zu schlagen, als mir bewusst wird, wie nah er auf einmal vor mir steht. [..]

„Habe ich dir schon gesagt, dass du wunderschön aussiehst.“

„Nein“, hauche ich und halte dann die Luft an.

Zitat (Seite 199, Kapitel 12 Gwen):

 

ISBN 978-3-98503-137-5

SPICA, 2023

600 Seiten