Donnerstag, 22. Dezember 2016

Kiera Cass - "Selection Stories 2"



Zwischenband 2 der Quintologie

Über den Autor:
Kiera Cass wird 1981 in South Carolina (USA) geboren und wird weltbekannt mit ihrer Jugendbuch-Reihe Selection, die sogar auf der New-York-Times-Bestseller-Liste erscheint.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Bei diesem ersten Zwischenband handelt es sich um Ausschnitte der Geschichte aus der Sicht von anderen Charakteren. In diesem Fall um die Sicht der Königin (Amberly) und die Sicht von Marlee (Die Favoritin). Da es lediglich kurze Ausschnitte handelt, ist es jeweils nur ein kurzer Zeitabschnitt, der nicht die komplette Sicht der Charaktere widerspiegelt. Man sollte diesen Zwischenband nicht vor den anderen Bänden lesen, weil man sonst zu viel über die Geschehnisse erfährt...

Meinung:

Die Königin
Aus der Sicht von Königin Amberly - ihr eigenes Casting.

Kurzweilige Geschichte mit einem zusammengerafften Casting. Auch gut und überzeugend geschrieben.
Die Ich-Perspektive unterstützt die Intensität, trotz der verkürzten Version. Da muss ich mich doch fragen, warum es für America zwei ganze Bände sein musste und Amberlys Casting auf ca. 100 passt...?

Kritisieren möchte ich hier nur, dass mir Amberly viel zu glatt ist. Da reißt auch ihre Krankheit nichts raus, sie ist einfach zu perfekt.
Das gefällt mir auch schon in der eigentlichen Romanreihe nicht. Ich weiß, dass das von der Autorin gewollt ist, ich finde es aber eher nervig.


Die Favoritin
Marlees Sicht der Dinge ist natürlich noch viel romantischer als die von America. Das ist mir schon fast zu kitschig, wie sie sich ohne mit der Wimper zu zucken für die Liebe "opfert".

Die Konsequenzen wirken auf mich ein wenig zu konstruiert. Es sieht alles ein Bisschen nach Effekthascherei aus.

Was mich aber am meisten nervt ist, dass ich wieder total gespoilert wurde. Ich lese die Bücher hintereinander weg, habe sie mir von meiner Freundin ausgeliehen. Versuche sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Und jetzt weiß ich etwas über den nächsten Band (Die Kronprinzessin), was ich echt noch nicht wissen wollte. Mist!!
Durch das Interview mit Kiera Cass am Ende habe ich zu viel erfahren. Ich hasse sowas...


Fazit:
Besser als der erste Zwischenband. Auch nicht unbedingt nötig. Lediglich ein Lückenfüller.

Zitat:
In diesem Moment wusste ich es. Er fühlte genau das, was ich fühlte. Es hätte nicht passieren dürfen, aber wie sollten wir es jetzt noch verleugnen? Was, wenn Maxon sich für mich entschied? Musste ich dann ja sagen? Was, wenn ich hier festsäße, verheiratet mit dem Prinzen, doch stets umgeben von dem Mann, den ich eigentlich wollte?
Nein.
Das würde ich mir nicht antun.
[...]
(Seite 136, aus "Die Favoritin")

Autor:Kiera Cass
Kategorie:Jugendbuch / Unterhaltung
Erstveröffentl.:2015
Ausgabe von:2015
Seiten:194
Verlag:Fischer
ISBN:978-3-7335-0145-7

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:3
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck: 3-4 

Dienstag, 20. Dezember 2016

Kiera Cass - "Selection Band III - Der Erwählte"



Band 3 der Quintologie
(Letzter Band der Trilogie um America)

Über den Autor:
Kiera Cass wird 1981 in South Carolina (USA) geboren und wird weltbekannt mit ihrer Jugendbuch-Reihe Selection, die sogar auf der New-York-Times-Bestseller-Liste erscheint.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Nur noch vier Kandidatinnen und endlich weiß America was sie will. Doch wird sie das auch bekommen...?

Meinung:
Ein spannendes Trilogie-Ende. Ja, ich weiß, die Geschichte geht weiter.
Aber hier gibt es eindeutig einen Abschluss, was ich sehr gut finde. Zumindest die ursprüngliche Story à la "Bachelor", wird in diesem Band zu ende erzählt. Für mich sehr stimmig, passt der dritte Teil sehr gut zu seinen Beiden Vorgängern.

Lediglich an manchen Stellen wird meiner Meinung nach etwas zu dick aufgetragen. Die meiste Zeit macht sich America nur Gedanken über ihr Liebesleben, da passt die "Rebellen-Realität" an manchen Stellen nicht gut rein. Zumindest passiert da immer ganz plötzlich was, so dass ich das manches Mal (eigentlich immer) nicht so gut eingefügt finde.
Natürlich macht das den Roman auch etwas abwechslungsreicher - ohne diese "Szenen" wäre die Geschichte für mich etwas zu langweilig.

Immer noch gefällt mir die Idee die hinter der Zukunftsversion steckt ganz gut. Nach mehreren Kriegen etabliert sich in den USA ein Königreich mit einem Kastensystem - guter Ausgangsstoff, denke ich!

Ich bin jetzt sehr gespannt auf die letzten beiden Bände. Ich erwarte schon irgendwie, dass es jetzt weniger um den Liebeskram gehen wird, sondern mehr um die Politik, die Kasten und die Rebellen.

Noch etwas was mich am Ende irgendwie total gestört hat:

ACHTUNG! RIESEN SPOILER ALARM NICHT WEITERLESEN, WENN DU DIE BÜCHER NOCH LESEN WILLST ACHTUNG! ACHTUNG!
mich nervt total, dass Aspen am Ende der Brautführer ist! Ein paar Seiten vorher will Maxon wegen Aspen mit ihr Schluss machen und dann dieses Ende - unrealistisch!
Naja.

Aber insgesamt haben mir die drei Bücher bisher gut gefallen. Sie waren auf jeden Fall mega gut geschrieben.

Mein größter Kritikpunkt ist das etwas nervige Hin und Her - "liebe ich ihn oder ihn...?"
Alles in Allem aber doch empfehlenswerte Jugendbuchreihe. Am ehesten aber wohl für Mädchen :-)


Fazit:
Schöner Abschluss der Trilogie rund um America.

Zitat:
Ich schaute ihn an und war fast wütend darüber, dass er es noch mal von mir hören wollte. Weißt du denn nicht schon längst, was ich für dich empfinde, hätte ich ihn am liebsten angeschrien. Denkst du denn gar nicht mehr an die Nacht im Schutzraum?
Doch ehrlich gesagt hätte ich selbst gerade ein wenig Bestätigung gebrauchen können. Was war geschehen, was mich so verunsichert hatte?
[...]
(Seite 68)

Autor:Kiera Cass
Kategorie:Jugendbuch / Unterhaltung
Erstveröffentl.:2014
Ausgabe von:2015
Seiten:370
Verlag:Fischer
ISBN:978-3-7373-6498-0

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:3
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck: 3-4 

Montag, 12. Dezember 2016

Kiera Cass - "Selection Stories 1"



Zwischenband 1 der Quintologie

Über den Autor:
Kiera Cass wird 1981 in South Carolina (USA) geboren und wird weltbekannt mit ihrer Jugendbuch-Reihe Selection, die sogar auf der New-York-Times-Bestseller-Liste erscheint.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Bei diesem ersten Zwischenband handelt es sich um Ausschnitte der Geschichte aus der Sicht von anderen Charakteren. In diesem Fall um die Sicht von Maxon (Der Prinz) und die Sicht von Aspen (Der Leibwächter). Da es lediglich kurze Ausschnitte handelt, ist es jeweils nur ein kurzer Zeitabschnitt, der nicht die komplette Sicht der Charaktere widerspiegelt. Man sollte diesen Zwischenband nicht vor den anderen Bänden lesen, weil man sonst zu viel über die Geschehnisse erfährt...

Meinung:

Der Prinz
Was soll das gewesen sein? Das Casting aus Maxons Sicht??

Zunächst muss ich sagen, dass ich von dieser Geschichte schwer enttäuscht bin. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich "Die Königin" zuerst gelesen habe, weil sie zeitlich vor "Der Prinz" einzuordnen ist. Und diese andere Geschichte gefällt mir tausendmal besser.

Hier werden nur ein paar Szenen vom Casting-Beginn nacherzählt und um Maxons Gedanken ergänzt. Langweilig, weil man sich seine Gefühlswelt schon genau so vorgestellt hat.
Cass vermittelt in den eigentlichen Selection Romanen schon ein sehr gutes Bild von dem Prinzen. Da hätte man sich diese Geschichte hier genauso gut sparen können. Schade.

Ich denke, mit nur wenigen Veränderungen würde alles viel mehr her machen - man hätte noch mehr Momente aufgreifen können, die wir nicht schon durch die Romane kennen. Usw.


Der Leibwächter
Die Geschichte aus Aspens Sicht.

Auf jeden Fall spannender und interessanter, als aus Maxons Sicht. Das liegt vermutlich daran, dass die meisten Szenen unbekannt sind und nicht schon in den anderen Romanen verarbeitet wurden.

Außerdem hilft diese Geschichte um Aspen etwas mehr abzugewinnen. Er wirkt tatsächlich äußerst verliebt und was auch immer er geplant hatte, alles schmilzt am Ende dahin...

Fazit:
Ein Zwischenroman der lediglich als Lückenfüller dient, um die Wartezeit zum nächsten Buch zu verkürzen. Hätte nicht unbedingt sein müssen, und wenn, hätte man mehr draus machen können.

Zitat:
Da ich sie nicht beleidigen wollte, setzte ich weit oben an. "Eine Zwei? Eine Drei?"
"Fünf."
Das war also ein Fünfer-Mädchen. [...] Wieder schmunzelte ich und versuchte den Namen dieser amüsanten jungen Dame herauszufinden. [...]
"Ich bin America."
"Prima", sagte ich mit einem Lächeln. Schon allein wegen ihres Namens konnte ich kaum fassen, dass sie es ins Casting geschafft hatte. Es war der frühere Namen unseres Landes, eines störrischen Landes voller Mängel, das wir in eine starke Nation verwandelt hatten. [...]
(Seite 65)


Autor:Kiera Cass
Kategorie:Jugendbuch / Unterhaltung
Erstveröffentl.:2014
Ausgabe von:2014
Seiten:272
Verlag:Fischer
ISBN:978-3-7335-0043-6

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:2
Charaktere:3
Spannung:2
Humor:3
Fantasie:2
Gesamteindruck: 2 

Dienstag, 6. Dezember 2016

Kiera Cass - "Selection Band II - Die Elite"



Band 2 der Quintologie

Über den Autor:
Kiera Cass wird 1981 in South Carolina (USA) geboren und wird weltbekannt mit ihrer Jugendbuch-Reihe Selection, die sogar auf der New-York-Times-Bestseller-Liste erscheint.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
America ist unter den letzten Sechs. Aber kann sie sich damit abfinden, dass Prinz Maxon sich auch die anderen Bewerberinnen ganz genau anschaut...

Meinung:
Zunächst muss ich sagen, dass ich diesen zweiten Band um ein Vielfaches spannender finde als seinen Vorgänger.
Man fiebert richtig mit, bei allen verbotenen Sachen die America unternimmt. Immer besteht die Gefahr, dass sie erwischt wird. Das ist gut gemacht und passt zu dem intensiven Erzählstil, der mir super gefällt.

Es handelt sich jetzt auch nicht mehr nur alles um die Liebesschnulze, sondern auch teilweise um die politischen Umstände im Land. Das tut dem Buch meiner Meinung nach sehr gut und sorgt für Abwechslung.

Dennoch bin ich etwas genervt von dem ständigen Hin und Her unserer Protagonistin. Ist sie wieder auf Maxon sauer, rennt sie zu Aspen und umgekehrt. Immer wieder das Gleiche. Das mochte ich irgendwann schon gar nicht mehr hören. Schade.

Trotzdem freu ich mich schon sehr auf die nächsten Bände. Wobei ich chronologisch lese und jetzt erstmal bei den Zwischengeschichten/Sichtwechseln weitermache...

Fazit:
Gelungener zweiter Band dieses Fünfteilers. Das Lesen macht Spaß.

Zitat:
Er bewegte ganz leicht seine Hand, bis sie auf dem unteren Teil meines Rückens ruhte, und ermutigte mich, ihm nah zu bleiben. Diese Berührung machte mir mit einem Mal so vieles deutlich. [...]
Noch nie war ich mir so sicher gewesen.
Und zum ersten Mal sah ich es im Geiste vor mir - die erwartungsvollen Gäste und Maxon, der an seinem Ende auf mich wartete. Durch diese kleine Berührung bekam plötzlich alles einen Sinn.
[...]
(Seite 102)

Autor:Kiera Cass
Kategorie:Jugendbuch / Unterhaltung
Erstveröffentl.:2013
Ausgabe von:2014
Seiten:386
Verlag:Fischer
ISBN:978-3-7373-6242-9

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:3
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:4
Fantasie:3
Gesamteindruck:3-4

Sonntag, 4. Dezember 2016

Kiera Cass - "Selection Band I"



Band 1 der Quintologie

Über den Autor:
Kiera Cass wird 1981 in South Carolina (USA) geboren und wird weltbekannt mit ihrer Jugendbuch-Reihe Selection, die sogar auf der New-York-Times-Bestseller-Liste erscheint.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Der Bachelor als Roman. Aus der Sicht einer Kandidatin. Und der Bachelor ist ein Prinz.
Damit lässt sich alles beschreiben.

Meinung:
Der Stil gefällt mir ganz gut - es ist sehr unterhaltsam und auch nicht zu kitschig beschrieben. Wobei es gegen Ende dieses ersten Teils doch recht romantisch und auch dramatischer zugeht, als am Anfang.

Schade, dass die politischen Themen etwas kurz kommen. Obwohl die Unterschiede der Kasten (die in diesem "neuen" Amerika der Zukunft nun etabliert sind) oft angesprochen werden.
Insgesamt handelt es sich für mich um eine interessante Darstellung eines Neuanfangs nach einem vierten Weltkrieg.
Ich vermute, dass die Autorin hiermit klar stellen will, dass diese Zukunftsvision in weiter Ferne liegt (deshalb vierter Weltkrieg). Gleichzeitig wirkt die Welt nicht so fremd wie in einer Dystopie, bei der die Menschheit nur knapp ihrem Untergang entronnen ist.

Obwohl mich das Thema und Drumherum nicht besonders ansprechen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das spricht ja schon für sich...

Gut gelungen.
Band 2-5 folgen...

Fazit:
Gut geschriebenes Jugendbuch, dessen Handlung und Hintergrund etwas zu wünschen lassen...

Zitat:
Seine Lippen begannen über meinen Hals zu streifen, und ich sog unwillkürlich die Luft ein. Dann wanderten sie über mein Kinn und verschlossen meinen Mund, brachten mich zum Verstummen. Ich umschlang Aspen, und unsere Haut war schweißnass von der feuchtwarmen Nachtluft und unserer gierigen Hast.
Gestohlene Momente.
[...]
(Seite 57)

Autor:Kiera Cass
Kategorie:Jugendbuch / Unterhaltung
Erstveröffentl.:2012
Ausgabe von:2014
Seiten:370
Verlag:Fischer
ISBN:978-3-7373-6188-0

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:2
Charaktere:3
Spannung:2
Humor:4
Fantasie:2
Gesamteindruck:3

Montag, 28. November 2016

Franz Kafka - "Die Verwandlung"

Bild-Quelle: www.amazon.de


Über den Autor:
Franz Kafka wird 1883 in Prag geboren und stirbt 1924 in einem Wiener Sanatorium an Kehlkopf-Tuberkulose, nach einem wenig erfolgreichem Leben. Kafka, einer der bedeutendste Erzähler des 20. Jahrhunderts, mit seiner formal wie inhaltlich einzigartigen Schreibweise, ist keiner literarischen Strömung zuzuordnen.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Gregor erwacht in seinem Bett und stellt fest, dass er sich in ein riesiges Insekt verwandelt hat.
Die Erzählung handelt von seinen Emotionen, den Aktionen/Reaktionen seiner Familie und deren Entwicklung, bis zu Gregors Tod nach einigen Monaten.

Meinung:
Die Erzählung ist intensiv und überraschend fantasievoll für ein Werk aus dieser Zeit.

Man fühlt sofort mit Gregor mit. Dennoch habe ich mir später gewünscht, er hätte versucht irgendetwas an seiner Lage zu verbessern oder zu ändern.

Aber darum scheint es gar nicht zu gehen. Es kommt mir vor, als wollte er seinem alten Leben auf diese Weise entfliehen. Eine Zeit lang habe ich sogar gedacht, er hätte sich nicht wirklich in ein riesiges Insekt verwandelt, sondern er hätte "lediglich" ein psychisches Problem.

Wirklich erschreckend für mich ist die Reaktion der Familienmitglieder auf Gregors Verwandlung. Die Eltern wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben, geschweige denn Helfen. Das kommt mir sehr scheinheilig und wenig sozial vor.
Die Schwester nutzt die Gelegenheit um selbst in der Familie aufzusteigen. Am Ende hat sie eine tonangebende Stellung innerhalb der Familie. Das wirkt auf mich äußerst verräterisch. In gewisser Hinsicht, hat sie sich mehr verwandelt als Gregor, der zunehmend hilflos wird und langsam eingeht.

Insgesamt macht mich die Geschichte sehr traurig.

Da es sich um das erste Werk von Kafka handelt, dass ich gelesen habe, war ich doch sehr überrascht von dem modernen Stil. Sehr beeindrucken - ich hatte weniger erwartet...

Fazit:
Eine kurzweilige, tragische Erzählung, die vom Stil her ihrer Zeit weit voraus eilt.


Autor:Franz Kafka
Kategorie:Erzählung
Erstveröffentl.:1915
Ausgabe von:2016
Seiten:73
Verlag:Kindle Edition
ASIN:B004UBAIAC

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:3
Charaktere:4
Spannung:3
Humor:2
Fantasie:4
Gesamteindruck:3-4

Dienstag, 22. November 2016

James Dashner - "Maze Runner - Die Auserwählten 3 - In der Todeszone"



Band 3 der Maze Runner-Trilogie

Über den Autor:
James Dashner wird 1972 in Georgie (USA) geboren. Er studiert und arbeitet zunächst im Bereich Rechnungswesen, bevor er beschließt sich gänzlich der Schriftstellerei zu widmen. 2003 bringt er seinen ersten Roman heraus und erhält in den folgenden Jahren zahlreiche Auszeichnungen für seine Werke.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Die Experimente sind vorbei. Zumindest wird das von ANGST behauptet. Thomas und seine Freunde trauen der Organisation aber nicht über den Weg und beschließen zu fliehen. Können sie etwas gegen die Versuche an den Menschen unternehmen?

Meinung:
Thomas wird uns in der gesamten Trilogie als äußerst willensstark präsentiert. Er übersteht die übelsten Situationen und unwegsamsten Wendungen fast ohne Blessuren. Zumindest merkt man ihm nichts davon an und das, obwohl er sogar mehrfach angeschossen wird. Etwas unrealistisch wie viel er als einzelner Mensch, oft sogar auf sich allein gestellt, wegstecken kann.
Dabei nimmt sein Charakter durch immer mehr wiederkehrende Erinnerungen, im Laufe der drei Bücher an Tiefe und Facettenreichtum enorm zu. Das gefällt mir sehr gut.
Von den anderen Charakteren bekommen wir nur sehr wenig mit. Erst am Ende kommt auch hier einiges an Background zu Tage, aber erst nach dem eigentlichen Roman.

Den Abschluss (letzte Teil des dritten Buches) finde ich einerseits durch die Berichte der Wissenschaftler sehr gelungen und atmosphärisch. Andererseits sagt mir die Auflösung wenig zu, weil ich mit etwas Spektakulärerem gerechnet habe. Die ganze Spannung wird bis zum zerreißen aufgebaut. Als Leser überlege ich mir schon verschieden Szenarien für ein mögliches Ende. Und dann geht alles ganz schnell und endet fast schon unwirklich und etwas unrealistisch. (Achtung Spoiler: wo soll dieser paradiesische, sichere Ort sein, wo die Immunen am Ende landen? Warum sind hier nicht schon Menschen? Warum ist dieser Ort von den Sonneneruptionen offensichtlich verschont geblieben? Zu viele Fragen für meinen Geschmack.)

Für mich gibt es gegen End noch ein paar andere Ungereimtheiten. Sowieso hört es sich alles schon ziemlich nach Drehbuch an. Bestimmt war von Anfang an geplant, die drei Bücher verfilmen zu lassen.
Also leider etwas zu konstruiert.

Aber auf jeden Fall gut geschrieben. Obwohl das Buch nicht in der Ich-Perspektive geschrieben ist, kann man sich immer hundertprozentig in Thomas hineinversetzen. Am Ende kann man seine Furchtlosigkeit richtig spüren. Aus meiner Sicht sehr gut gemacht.

Insgesamt kann ich sagen, dass mir die Trilogie super gefällt. Die Idee und das Thema finde ich fesselnd. Später merkt man, dass es nicht nur eine Dystopie ist, sondern auch richtige Zombies unterwegs sind. Diese sind aber nicht wie gewöhnlich hirnlos und blutrünstig. Thomas lernt Cranks in verschiedenen Krankheitsstadien kennen, was viel realistischer ist, als stupide Tötungsbestien.

Das Lesen der Trilogie machst wirklich Spaß und ist auch nicht nur für Jugendliche zu empfehlen.

Als nächstes will ich mir die ersten Beiden Filme mal anschauen. Der dritte Film muss warten, bis sich der Hauptdarsteller von seinen Verletzungen vom Dreh erholt hat und der Film fertig produziert werden kann.
Bin schon gespannt...

Fazit:
Eine gelungene Dystopie für Jugendliche und Erwachsene. Super geschrieben. Am Ende meiner Meinung nach mit kleinen Schwächen in der Story.
Empfehlenswert.

Zitat:
Newt, Brenda und Minho feuerten durch den Türspalt hindurch Granaten in die Dunkelheit. Thomas ging vorsichtig auf seine Position und fing ebenfalls an, in das Gewirr tanzender Stromschläge zu schießen, die hinter der Tür knisterten. Das nachladen dauerte ein paar Sekunden, aber in Kürze hatten sie einen Teppich aus grellem Licht und Explosionen erzeugt. Nirgendwo ein Zeichen von Menschen, niemand erwiderte ihr Feuer.
Thomas ließ die Waffe sinken. "Stopp!", schrie er. "Verschwendet keine Munition mehr!"
[...]
(Seite 95)

Autor:James Dashner
Kategorie:Dystopie / Fantasy / Jugendbuch 
Erstveröffentl.:2011/2013
Ausgabe von:2014
Seiten:530
Verlag:Carlsen
ISBN:978-3-551-52068-5

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:4
Gesamteindruck:4

Donnerstag, 3. November 2016

James Dashner - "Maze Runner - Die Auserwählten 2 - In der Brandwüste"



Band 2 der Maze Runner-Trilogie

Über den Autor:
James Dashner wird 1972 in Georgia (USA) geboren. Er studiert und arbeitet zunächst im Bereich Rechnungswesen, bevor er beschließt sich gänzlich der Schriftstellerei zu widmen. 2003 bringt er seinen ersten Roman heraus und erhält in den folgenden Jahren zahlreiche Auszeichnungen für seine Werke.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Die Lichter realisieren, das man der Organisation ANGST nicht trauen kann. Sie müssen es irgendwie schaffen durch die Brandwüste und die Stadt in den "sicheren Hafen" zu gelangen. Doch die Stadt ist überlaufen von den Cranks.

Meinung:
Als mittlerer Band der Trilogie lebt der Roman davon teilweise Fragen zu beantworten, aber immer wieder Neue aufzuwerfen. An dieser Stelle möchte ich nicht gerne viel Spoilern, deswegen mache ich es kurz:

Das Buch ist actionreicher als sein Vorgänger. Es fühlt sich ein bisschen wie eine Folge von "The Walking Dead" an. Oder wie eine Mischung aus "Mad Max" und "Die Tribute von Panem".
Man fiebert mit dem dem Hauptcharakter mit. Aber es stört mich, dass er so blind und blauäugig durch die Gegend rennt. Wenn ihm jemand was getan hat, ist das nach zwei Seiten wieder vergeben und vergessen. Auch wenn gesagt wird, das Tom am Ende kein Vertrauen mehr zu Teresa hat, merkt man davon nicht viel. Finde ich schlecht umgesetzt.

Mehr kann ich eigentlich erst sagen, wenn ich auch den dritten Band gelesen habe. Man muss die Trilogie glaube ich eher als Ganzes bewerten.

Fazit:
Actionreicher und spannender als sein Vorgänger, lässt aber viele Fragen offen. Mal sehen, wie es weitergeht...

Zitat:
Es war eine Wüste.
Vor ihnen erstreckte sich die flache Einöde aus trockener, lebloser Erde, so weit das Auge reichte. Weit und breit kein Baum. Kein Busch. Keine Hügel oder Täler. Nichts als ein orangegelbes Meer aus Staub und Steinen; heiße Luft schwamm am Horizont und waberte himmelwärts, als ob jedes Leben, das es dort vielleicht geben mochte, in den wolkenlosen, blassblauen Himmel schmelzen würde.
[...]
(Seite 136)

Autor:James Dashner
Kategorie:Dystopie / Fantasy / Jugendbuch 
Erstveröffentl.:2010
Ausgabe von:2014
Seiten:484
Verlag:Carlsen
ISBN:978-3-551-52068-5

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4-5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck:4--

Montag, 31. Oktober 2016

Randall Munroe - "What if? Was wäre wenn?"


Bild-Quelle: www.amazon.de


Über den Autor:
Randall Munroe wird 1984 in Pennsylvania geboren und arbeitet nach seinem Uni-Abschluss für die NASA an Robotern. Seit 2006 startet er seine Vollzeit-Karriere als Comic-Zeichner. Er wird bekannt durch seinen Webcomic auf xkcd.com
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Das Sachbuch beschäftigt sich mit allerhand hypothetischen, wissenschaftlichen Fragen an den Autor, bei denen eine extreme Fiktion mitspielt. Zum Beispiel:
"Wie lange könnte ein Atom-U-Boot auf einer Erdumlaufbahn durchhalten?"
"Wie viel MACHT-Energie kann Yoda erzeugen?"
"Wie hoch kann ein Mensch werfen?"
usw.

Meinung:
Das Buch lässt sich flüssig lesen, obwohl es sich um ein gut recherchiertes Sachbuch handelt. Der Autor lockert die wissenschaftlichen Erörterungen immer wieder durch seine lustigen Comics und allerhand einfallsreiche Kommentare und Fußnoten auf. Er macht hierbei auch witzige Bezüge zu den klassischen Fantasy und Science Fiction Geschichten, wie z.B. Star Wars...

Besonders gut gefällt mir sein Kapitel "Selbstbefruchtung", in dem er auch anschaulich die menschliche Genetik/Erblehre erklärt (für mich besonders interessant, weil ich Biologie nach der Zehnten abgewählt habe und deswegen keine Erblehre in der Schule durch genommen habe).

Außerdem finde ich, dass er in dem Kapitel "Lego-Brücke" besonders lustige und gut passende Fußnoten verwendet.
Er nimmt dabei auf geschickte Weise immer wieder Leute auf Korn, ohne dass es sehr angreifend wirkt.

Manche Kapitel sind lehrreicher als andere, aber alle sind irgendwie unterhaltsam. Wobei ich sagen muss, dass mir die zweite Hälfte besser gefallen hat als die Erste.

Meistens werden Physikfragen beantwortet - schade, dass nicht mehr auf die Bio Fragen eingegangen wird. Überhaupt wundere ich mich manchmal warum er einige Fragen in die Rubrik "Seltsame (und beunruhigende) Fragen aus dem "What if?"-Posteingang" abschiebt. Hier lässt er sie meist unbeantwortet und macht sich auch noch in Form eines Comics/einer Karikatur darüber lustig. Denn ich finde "Kann man so viel weinen, dass man davon austrocknet?" und "Wie hoch liegt der gesamte Nährwert eines durchschnittlichen menschlichen Körpers (Kalorien, Fett, Vitamine, Mineralstoffe usw.)?" mindestens genau so interessant, wie (die ausführlich beantwortete Frage) "Was wäre, wenn man eine Gewehrkugel von der Dichte eines Neutronensterns aus einer Handfeuerwaffe (wie auch immer) auf die Erdoberfläche abfeuert - würde die Erde da zerstört werden?".

Insgesamt macht mir das Buch Spaß aber ich kann es nur Leuten empfehlen, die sich auch sehr für wissenschaftliche Themen interessieren. Also ist das Buch aus meiner Sicht nur für Nerds und solche die es werden wollen interessant.

Fazit:
Wirklich nett für Zwischendurch. Super recherchiert. Macht Spaß, wenn man auf Wissenschaft steht...


Autor:Randall Munroe
Kategorie:Sachbuch, Science Fiction, Unterhaltung 
Erstveröffentl.:2014
Ausgabe von:2014
Seiten:368
Verlag:Knaus
ISBN:3-813506-525

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:2
Charaktere:2
Spannung:2
Humor:4
Fantasie:3
Gesamteindruck: 3 

Freitag, 21. Oktober 2016

Susanne Riderer - "In Dir geborgen - Mein Krebs-Tagebuch"



Über den Autor:
Susanne Riderer (geb, 1967) ist Übersetzerin und engagiert sich ehrenamtlich in der Öffentlichkeitsarbeit des Missionswerks Wycliff.
(Quelle: aus dem Buch / Klappentext)

Inhalt/Über das Buch:
Susanne entdeckt einen Tumor und handelt nicht sofort. Sie lässt sich noch etwas Zeit bevor sie zum Arzt geht. Dann nimmt sie aber alles mutig auf sich und fühlt sich stets getröstet von Gott und der Aufmerksamkeit ihrer vielen Freunde.

Meinung:
Dieses kleine Büchlein lag bei meinem Vater auf dem Schreibtisch. Seine Frau konnte es leider nicht mehr, sie ist vor zehn Tagen an Krebs gestorben...

Um Krebs geht es auch in diesem Buch. Die Autorin schreibt von ihren Erfahrungen mit Brustkrebs.
In ihren kurzen Tagebucheinträgen fasst sie immer wieder Mut durch ihren Glauben. Sie verlässt sich darauf, dass Gott schon weiß was ER tut, und dass ER auch mit ihrer Krankheit einen höheren Sinn verfolgt. Sie vertraut vollständig auf Gott und hat auch keine Angst vor dem Tod, weil sie aus ihrer Sicht dann das Leben nach dem Tod bei Gott antreten würde.

Es ist eine schöne Vorstellung - vor nichts Angst haben. Alles wird kommen, wie Gott es geplant hat. Sie sagt zwar, man muss trotzdem alles hier versuchen zur Heilung (Operationen, Chemo, usw.), aber letztlich liegt es in Gottes Hand.
Kann ich das auch glauben? Habe ich genug Vertrauen, um mein Leben in SEINE Hände zu legen? Ich denke, ich bin schon so weit. Überhaupt, wenn man schon relativ viel Leid erfahren hat, kann man den Dingen entspannter entgegen blicken. Man kann doch alles irgendwie überstehen und wenn nicht, dann hat es halt nicht sollen sein - so spricht man sich dann immer selbst zu.
Ist das ein Fehler?
Ich meine ja nicht, dass man aufgeben soll. Aber sich nur zu fürchten bringt überhaupt nichts.

Ich finde es schade, dass das Buch nicht weiter in die Tiefe geht. Es handelt sich wirklich nur um kurze Notizen. Man kann sich noch so viele Gedanken dazu machen. Aber das muss man dann allein. Das Buch dient hier nicht als Werkzeug für diese tiefen Gedanken.

Die Bibelstellen sind wirklich schön ausgewählt und überaus passend eingearbeitet. Gefällt mir insgesamt sehr gut.
Dennoch würde ich das Buch niemandem in die Hand drücken, der selbst gerade schlimm erkrankt ist - wirkt das Buch auf mich doch sehr kurzweilig, auch was das schwierige Thema des Umgangs mit so einer Krankheit ist. Es wirkt fast so, als wäre es ein leichtes mit der Krankheit fertig zu werden. Mit Gottes Hilfe möge es das vielleicht auch sein, aber es kann auch ganz anders aussehen. Schwieriges Thema. Zu kurzes Buch dafür.

Fazit:
Nett eingearbeitete Bibelzitate, in eine eher schwierige Situation und dafür leider etwas flach bearbeitet...

Zitat:
Am Abend vor der Computertomografie stoße ich auf Jeremia 17,7-8: "Gesegnet ist der Mensch, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie eine Baum, am Wasser gepflanzt ... Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich nicht ..."
   Am nächsten Morgen komme ich also in diese berühmt-berüchtigte Röhre. Bevor der Arzt mir das Kontrastmittel spritzt, sagt er: "Sie werden wahrscheinlich gleich so eine Hitze fühlen, aber Sie brauchen nicht zu erschrecken, das ist nichts Schlimmes." Ich muss fast grinsen, denke dankbar an den Vers von gestern Abend, und antworte: "Nein, wenn die Hitze kommt, fürchte ich mich nicht."
[...]
(Seite 20, Die Hitze)

Autor:Susanne Riederer
Kategorie:Erfahrungen, Tagebuch, Notizen 
Erstveröffentl.:2010
Ausgabe von:2010
Seiten:116
Verlag:Francke
ISBN:978-3-86827-198-0 

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:3-4
Handlung:2
Charaktere:2
Spannung:3
Humor:2
Fantasie:2
Gesamteindruck: