Sonntag, 5. Januar 2025

„Windstärke 17“ von Caroline Wahl

Inhalt:

Die Geschichte von Tilda und Ida geht weiter. Dieses Mal aus Idas Sicht, die ein paar Jahre älter ist als im ersten Buch (22 Bahnen). Ida hatte die letzten Jahre allein mit Mama gelebt, bis diese sich umgebracht hat. Jetzt verschlägt es sie nach Rügen.

 

Meinung:

Das Buch lebt von Idas Gedanken, die sich um ihre Mama oder um sich selbst drehen. Manchmal auch um die Beziehung zu ihrer Schwester Tilda.

Innerer Dialog wird von der Autorin gut umgesetzt und wirkt auf mich äußerst authentisch.

Die psychischen Probleme, die Ida hat, lassen sich gut nachvollziehen und wirken nicht gestellt.

Leider muss ich mich gegen Ende aber doch fragen. Was wäre passiert, wenn Ida nicht so viel Glück auf Rügen gehabt hätte? Natürlich handelt es sich hierbei um eine fiktive Erzählung. Zu viele Schwierigkeiten hätten die Intention wahrscheinlich abgelenkt und unnötige Dramatik hervor beschworen. So kann ich die Entscheidung gut nachvollziehen, dass Ida plötzlich so viel Glück im Leben hat. Jetzt kann sie sich voll auf sich selbst konzentrieren, was wir uns glaube ich alle etwas wünschen. Dieses sorgenfreie Leben können wir dem Hauptcharakter gönnen und wünschen uns für sie ein happy end.

Entgegen anderer im Internet kursieren der Meinungen, finde ich das Buch tatsächlich besser als den ersten Band. Das erste Buch war ebenso geprägt von Melancholie und leichter Depression, aber in diesem Buch versteht es, die Autorin realistische Reaktionen zu erzeugen. Als Leser habe ich das Gefühl, dass Ida das schon irgendwie in den Griff bekommt. Das ging mir bei „22 Bahnen“ nicht so.

Fazit: ein nettes, kleines Buch für zwischendurch. Nicht schlechter, aber auch nicht besser. Hat mir gefallen.


Zitat

Erschöpft lasse ich mich in den Sand fallen, decke mich mit meinem Pullover zu und schaue in den grauen Himmel. Meine Arme und Beine kribbeln, kleine Regentropfen laufen über mein Gesicht. Oder ist es der Nebel, der zu Boden fällt?

Die Ostsee ist immer noch still und glatt, weiße Schlieren steigen aus ihr heraus wie Geister. Totenstille, keine einzige Möwe, die kreischt.

(S. 90, Teil 3)

 

ISBN 978-3-8321-6841-4

DuMont, 2024

254 Seiten
 

Freitag, 27. Dezember 2024

„Die Vegetarierin“ von Han Kang

Inhalt:

Yong-Hye hat schreckliche Träume, die sie dazu bringen kein Fleisch mehr essen zu wollen. Sie stößt auf komplettes Unverständnis innerhalb ihrer Familie und verabschiedet sich geistig immer mehr von ihrer Umwelt.

 

Meinung:

Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt, im ersten Abschnitt aus der Sicht des Ehemanns der Vegetarierin, unterbrochen mit kurzen Traumsequenzen/Gedankenfetzen von ihr. Der zweite Abschnitt ist aus der Sicht ihres Ehemanns der Schwester und der dritte Abschnitt aus der Sicht ihrer Schwester.

Alle drei Erzählungen stehen indirekten Zusammenhang zueinander. Die Gabe der Autorin besteht darin, die dünnen Fäden am Ende so zu verwickeln, dass man das Gefühl bekommt, was passiert ist, war unausweichlich. Am Ende dachte ich zu verstehen, dass alle drei Charaktere eine Flucht aus ihrem Leben suchen und es der Schwester am Ende auch klar wird, nur, dass sie den Vorteil hat, die Geschichte besser überblicken zu können, weil sie die anderen beiden erst beobachten konnte. Dennoch verfällt sie am Ende in ein ähnlich schwachen Geisteszustand. Sie fühlt sich machtlos, genau wie ihre Schwester und ihr Ehemann.

Das Buch ist sehr poetisch, lässt vieles unausgesprochen und regt zum nachdenken über die eigene Situation und die eigene Alltagsbewältigung an. Man fragt sich unweigerlich, ob man selbst glücklich ist und ein erfülltes Leben hat. Insgesamt wirkt es sehr melancholisch und macht einen am Ende eher traurig. Dieses Werk schafft es wenig Hoffnung in sich zu tragen. Ich stelle mir die Frage, wie realistisch diese Ansicht ist, die im Buch vermittelt wird. Es wirkt alles sehr ausweglos.

Insgesamt fand ich den Roman sehr interessant, kann mir aber vorstellen, dass er viele Leute eher herunter zieht.

Vielleicht helfen die Geschichten daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist im Leben. Denn so wie es den drei Hauptcharakter Uhren in diesem Buch geht, möchte man wohl nicht enden.


Zitat:

Ich möchte einmal, ein einziges Mal einen großen Schrei ausstoßen können. Ich möchte in die Dunkelheit hinauslaufen, die sich jenseits der Fensterscheibe befindet. Würde das den Knoten auflösen können? Wäre das möglich?

Keiner kann mir helfen.

Keiner kann mich retten.

Keiner kann mir das freie Atmen wiedergeben.

(Seite 53, Abschnitt 1)

 

ISBN 978-3-351-03653-9

Aufbau-Verlag, 2007 (2. Auflage von 2016)

190 Seiten

Sonntag, 22. Dezember 2024

„Weiße Nächte“ von Fjodor M. Dostojewski

mit Illustrationen von Stella Dreis 

und einem Nachwort von Christiane Körner

Inhalt:

Ein namenloser Träumer begegnet eines Macht’s einer weinenden jungen Frau, in die er sich schnell verliebt. Sie wartet jedoch auf die Rückkehr ihrer verflossenen Liebe. Kann der Träumer ihr ein guter Freund sein?

 

Meinung:

Diese Novelle ist eine sehr emotionale Liebesgeschichte, fast schon ein Drama und das erste Werk von Dostojewski, dass ich mir vorgenommen hab.

Die Empfindsamkeit des Träumers hat mich tatsächlich sehr überrascht. Es gab Stellen wo man seine Fantasien regelrecht anfassen konnte. Schöne Beschreibungen, ohne langweilig zu werden.

Obwohl das Werk vor 178 Jahren verfasst wurde, passt das Liebesdrama auch gut auf unsere heutige, kurzlebige Zeit. Der arme Träumer durchlebt in wenigen Tagen alles Hochs und Tiefs der Liebe.

War am Ende alles nur Fantasie?

Diese Frage kommt auf, als zum Schluss klar wird, dass die Erzählung aus einer Sicht 15 Jahre später geschildert wird.

Die Dialoge der Novelle sind unterhaltsam, fast schon beschwingt. Man kann sich gut vorstellen, wer spricht und merkt den unterschiedlichen Charakter der Person. Genau wie heute wird kokettiert und nicht immer danach gehandelt, was man gesagt hat. Noch ein Punkt, warum sich diese Erzählung auch heutzutage gut lesen lässt.

Ich bin gespannt auf weitere Werke Dostojewskis.

Ich mochte Vorurteils frei an Dostojewskis Werk herangehen und distanziere mich von jeglichen rassistischen oder nationalistischen Ansichten, die er wohl vertreten hat.

Nachdem er vier Jahre Zwangsarbeit in Sibirien hinter sich gebracht hat, kam er verändert nach Sankt Petersburg zurück.

Ich möchte mich lediglich auf selben literarisches Werk beziehen.

 

Zitat

Ein Träumer – wenn wir denn eine genaue Definition brauchen – ist kein Mensch, sondern, sagen wir, eine Art Neutrum. Er siedelt meistens irgendwo in einem unzugänglichen Winkel, als scheute er sogar das Tageslicht, und wenn er sich zu Hause verkriecht, wächst er mit seinem Winkel wie eine Schnecke, oder er gleicht in dieser Hinsicht zumindest sehr dem drolligen Tier, dass gleichzeitig ein Tier und sein Haus ist, der Schildkröte.

(Seite 34, Die zweite Nacht)

 

ISBN 978-3-458-19537-5

Insel Verlag, 2024 (c.1848)

122 Seiten

Donnerstag, 19. Dezember 2024

„Feels like Christmas“ von div. Autoren

5 Erzählungen v. G. Santos de Lima, M. Neumaier, K. Groh, A. Flint, C. Wahl

Meinung:

Alle fünf Geschichten kamen mir leider nicht besonders stark vor. Ich werde im Folgenden ein kurzes Fazit für jede einzelne Geschichte für mich abgeben:

Erste Geschichte:

Diese Geschichte hätte ich als einzige gern weiter gelesen. Hier kam Weihnachtsstimmung auf. Die Erzählung. War angenehm süß hat mir Spaß gemacht.

Außerdem erwähnenswert, dass ich hier durch Phoebe Bridgers kennen gelernt hab, von der ich vorher noch nichts gehört hab.

Zweite Geschichte:

Dass die Handlung in Venedig spielt, hätte die Autorin schon etwas eher bemerken können. Ich war doch sehr erstaunt, als ich nach einigen Seiten erfahren hab, dass es in der berühmten Lagunenstadt spielte.

Wenigstens kommt auch bei dieser Geschichte etwas Weihnachtsstimmung auf. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass es nicht zu jedem Zeitpunkt nur Friede, Freude Eierkuchen geben würde. Gerade bei so einem vollen Haus können. Konflikte entstehen etwas unrealistisch.

Dritte Geschichte:

Mich stört zunächst einmal, dass es sich hierbei um keine eigenständige Kurzgeschichte oder Erzählung handelt, sondern wie ich vermute, einen Teil eines Romans ist. Zumindest bekommt man einen kurzen Abriss über die Vorgeschichte der Hauptpersonen. Dabei vergeht mir eigentlich die Lust.

Dennoch finde ich es hier gut, dass es auch mal interessante Themen gibt wie zum Beispiel Essstörungen. Insgesamt war die Geschichte auch ganz süß.

Vierte Geschichte:

Die Handlung spielt kurz nach Weihnachten bis Neujahr. Weihnachtsstimmung kommt hier wenig auf.

Bei der ganzen Geschichte geht es nur am Hochzeitsplanung, was ich insgesamt äußerst langweilig fand.

Die book Boyfriends waren nicht nur perfekt, sondern auch all glatt, das einfach total unrealistisch wirkt.

Fünfte Geschichte:

Hier gibt es nun wirklich kaum noch Bezug zu Weihnachten. Es geht um eine Gruppe Freunde, die bald die ihre Wohngemeinschaft verlassen wollen, weil sie mit ihren Partnern zusammenziehen möchten. Die Handlung ist voraussehbare und irgendwie nichts sagen eine echte Enttäuschung, nachdem es sich hierbei um die einzige Autorin gehandelt hat. Von dir schon mal was gehört habe.


Insgesamt fand ich dieses Buch eher enttäuschend. Schade.

 

ISBN 978-3-7432-1674-7

Loewe, 2023

290 Seiten

Freitag, 13. Dezember 2024

„Love is Wild - Uns gehört die Welt“ von Kathinka Engel

Love is, Bd. 3

Inhalt:

Amory und Curtis hatten einige Monate Sex miteinander, waren aber nie zusammen. Amory sehnt sich nach einer festen Bindung, Curtis ist aber unberechenbar und noch nicht reif für eine Beziehung.

 

Meinung:

Wir kennen die beiden Hauptfiguren bereits aus den ersten beiden Bänden. lernen und ihre Verhaltensweisen hier bis ins tiefste verstehen. Curtis traurige Geschichte kommt zu Tage. Amorys Charakter geht bei seiner Entwicklung etwas unter. Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich an der Charakterentwicklung hätte.

Insgesamt finde ich bei allen drei Bänden, die Charaktere gut dargestellt und relativ ausgefeilt. Das, was bei manchen Büchern zu wünschen übrig lässt, hat die Autorin prima umgesetzt: Charakterentwicklung - ohne Realitätsverlust erleben die Figuren einen steten Wandel. Aber alles bleibt bodenständig, was die Romane insgesamt äußerst liebenswert macht .

Die Sex-Szenen sind nicht übertrieben und stehen auch nicht im absoluten Mittelpunkt, was ich gut finde.

Was ich etwas schade finde, ist dass die Geschichte der Band „After Hours“ total in den Hintergrund tritt. Dabei war das ein roter Faden, oder sogar tragendes Element der Trilogie. Hier gibt es kaum noch Entwicklung, die nicht vorhersehbar wäre.

Die Bücher haben mir sehr gut gefallen. Es handelt sich hierbei meiner Meinung nach um drei schöne Liebesgeschichten, die bodenständig aber romantisch sind. Zum Glück entstehen keine Krisen, die nicht zu bewältigen sind. So kann man die Trilogie gut als unterhaltsame, leichte Lektüre für zwischendurch bezeichnen, die einem das Herz etwas aufgehen lässt.

Von meiner Seite eine klare Empfehlung - ich muss unbedingt noch mehr Bücher von Kathinka Engel lesen…


Zitat:

„Versteh mich nicht falsch“, sagt Franzi, „aber ich hätte nicht erwartet, dass du Beziehungsmaterial suchst. Du bist so … unabhängig und stark.“

„Ich weiß“, antwortete ich. „Aber das ist kein Widerspruch. Ich kann unabhängig und Teil eines Paares sein. Stark und mich danach sehnen, mich an jemanden anzulehnen. Das ist eins der größten Gender-Missverständnisse unserer heutigen Zeit, wenn ihr mich fragt. [..] Die Leute glauben, man müsste als Frau selbstgenügsam sein, um eine gute Feministin zu sein. Aber das ist absoluter Bullshit. Ich muss mich selbst und andere Frauen mit Respekt behandeln. Alles andere schränkt und doch nur wieder ein, reduziert uns, macht uns klein. [..] Starke Frauen, meine Lieben, sind diejenigen, die sich selbst treu bleiben. Die sich Raum für die eigene Entwicklung geben die springen, wenn sie Bock drauf haben. Und nicht, weil gesellschaftliche Konventionen oder irgendwelche Erwartungen sie dazu drängen.“

(Seite 61/62, Kapitel 7)

 

ISBN 978-3-492-06226

Piper Verlag, 2020

418 Seiten

Sonntag, 8. Dezember 2024

„Love is Bold - Du gibst mir Mut“ von Kathinka Engel

Bild-Quelle: amazon.de

Love is, Bd. 2

Inhalt:

Wir kennen Bonnie und Jasper schon aus dem ersten Band. Bonnie ist seit über 13 Jahren in Jasper verliebt, fühlt sich aber schuldig, weil sie ihn kurz vor Blythes Tod geküsst hat. Jasper merkt, dass er endlich wieder bereit ist, sein Herz zu öffnen.

 

Meinung:

Hierbei handelt es sich um eine zunächst traurige Liebesgeschichte. Bonnie leidet und Liebeskummer der schlimmsten Art, jahrelanger unerwiderter Liebe.

Die Geschichte ist herzergreifend und äußerst intensiv beschrieben. Man kann die Gefühlswelt von Bonnie so extrem nachvollziehen, dass man selbst schon fast Schmerzen fühlt.

Was sonst oft bei anderen Romanen zu kurz kommt, wird hier eindringlich geschildert - die tiefsten innersten Gedanken und Gefühlswelt der Hauptcharaktere, besonders Bonnies. Davon bin ich wirklich begeistert.

Ich hab schon ein Tagesbild im Kopf, worum es im dritten Band gehen könnte und wie sich die Geschichte insgesamt entwickelt. Ich vermute auch hier eine neue Liebesgeschichte, war ich doch zunächst überrascht, dass es nicht mit Link und Franzi weiter ging.

Nachdem ich diese anfängliche Irritation überwunden hatte, merkte ich schnell, dass diese Geschichte mich noch mehr berührt als die Erzählung im ersten Band.

Ich freue mich auf den Abschluss der Trilogie. Bin auch gespannt, was aus der Band wird.

Ein abschließendes Fazit folgt nach dem nächsten Band.

Bisher äußerst empfehlenswerte Reihe. Viele Emotionen, viel Romantik und auch ein bisschen Sex. Dieser steht aber nicht im Mittelpunkt. Perfekt dosiert.

(Ich werde wohl nicht drum rum kommen, auch die erste große Trilogie von Kathinka Engel zu lesen.)


Zitat:

Ich merke, wie sich hinter meinen Augen Tränenstauen. Überall das nachzudenken, an dem Ort, an dem es passiert ist, in der Umarmung des Mannes, mit dem es passiert ist, ist zu viel. Die Tatsache, dass er sich nicht zu erinnern scheint. Aber natürlich nicht. Für ihn war es Sehnsucht nach Trost. Für mich Sehnsucht nach ihm. Das ist wohl der Unterschied.

(Seite 145, Kapitel 19)

 

ISBN 978-3-492-06225-1

PIPER (2020)

418 Seiten

Mittwoch, 4. Dezember 2024

„Das geheime Leben der Bäume“ (Graphic Novel) von Benjamin Flao

Fred Bernard (2. Illustrator)

Nach dem Sachbuch Das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben.

 

Inhalt:

Frühling, Sommer, Herbst, Winter und die Rückkehr des Frühlings sind die großen Kapitel dieser Graphic Novel, die auf Peter Wohllebens Weltbestseller basiert.

 

Meinung:

Wohllebens Buch habe ich bereits vor einigen Jahren gelesen. Seine Beschreibung von deutschen Urwäldern und überhaupt der Art, wie wir Wälder bewirtschaften und wie wir mit unseren Wäldern umgehen, hat mich schon damals fasziniert.

Diese Graphic Novel setzt das Thema in einzigartiger Weise um.

Zunächst war ich mir wegen des Stils nicht sicher, da besonders die Figur Peters für mich einen Neunzigerjahrestil hat, aber schon nach wenigen Seiten war ich tief in der Geschichte drin. Obwohl die Figur auf fast jeder Seite abgebildet ist, wirken die Zeichnung abwechslungsreich und passen perfekt zu der Erzählung.

Einzig die Farbtiefe hätte ich mir noch intensiver vorstellen können, beziehungsweise die Kontraste. Auf wenigen Doppelseiten geht auch hier mein Herz auf.

Insgesamt gefällt mir der Zeichenstil aber überaus gut.

Dieses Werk schafft es, ein Sachbuch auf eine sehr ansprechenden Art darzustellen, ohne langweilig zu sein oder in zu viel Detailverliebtheit unterzugehen.

Ich bin äußerst begeistert von diesem Buch.

Von dieser Grafik Novel bin ich äußerst angetan. Sehr empfehlenswert, auch für Jugendliche.

Als Nächstes werde ich Peter Wohllebens Buch, „Das geheime Leben der Bäume“, in der illustrierten Variante lesen.


Zitat:

„Bei Bäumen überlebt jeweils nur ein einziger Nachkomme.[..] Und das, obwohl eine Buche die mit 80-150 Jahren geschlechtsreif wird, bei jeder Blüte alle fünf Jahre 30.000 Bucheckern produziert, also bei einem Alter von 400 Jahren 1,8 Millionen Samen.“

(Seite 80, Sommer)

 

ISBN 978-3-453-28160-8

Penguin Random House Verlagsgruppe (2023)/ Ludwig Verlag (2015)

240 Seiten 

Mittwoch, 27. November 2024

„Love is Loud - Ich höre nur dich“ von Kathinka Engel

Love is, Bd. 1

Inhalt:

Franziska will für ein Jahr nach New Orleans arbeiten gehen, um noch ein kleines Abenteuer vor ihrem Berufsalltag in Deutschland zu erleben. Sie wird als Gesellschafterin für einen grummeligen Senioren eingestellt, verknallt sich aber bald in den Jazz-Gitarristen, Link, der mit seiner Band „After Hours“ zweimal die Woche einen festen Gig in einer angesagten Kneipe hat.

 

Meinung:

Man fiebert schnell mit den Hauptcharakteren mit. Die Sicht wechselt ständig zwischen Franzi, alias Frenzy, und Link (eigentlich Lincoln).

Franzis anfängliche Schüchternheit wirkt süß und führt dazu, dass man sich gut in sie rein versetzen kann.

Besonders ihr Charakter erfährt innerhalb des Romans eine starke Entwicklung.

Die sich anbauende Liebesgeschichte zwischen den Beiden ist nicht überraschend, aber auffällig, harmonisch. Hier wirkt mir Franzi etwas zu engelhaft. Auch ihr Charakter hätte hier meiner Meinung nach mehr Kanten vertragen können.

Insgesamt fiebert man mit beiden mit. Das Buch ist gut geschrieben und auch die Liebes Szenen sind sowohl einfühlsam als auch ein bisschen anregend.

Ich bin gespannt auf den zweiten Band und werde am Ende der Trilogie noch mal ein Gesamturteil fallen lassen.


Zitat:

„Diese Stadt ist so… so…“ Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, denn den meisten Leuten, mit denen ich Tag für Tag zu tun habe, geht es wie mir. Man muss nicht erklären, warum dieser Ort so magisch ist. „Weißt du, es ist so. Unter der Hitze, unter der Feuchtigkeit spürt man etwas, dass sich anfühlt wie eine Seele. Die Seele dieser Stadt. Eine schwere, bunte, laute Seele, die aus Musik und Farben besteht. Und aus den Menschen, die hier gelebt haben und immer noch hier leben.“

(S. 110, Kapitel 12)

 

ISBN 978-3-492-06224-4

Piper, 2020

418 Seiten

Sonntag, 17. November 2024

„Die Nacht ist zum Träumen da“ Novelle von Mia Sophie Schuth

Inhalt:

Lunas (12) Eltern sind geschieden und Luna verliert sich in ihrer Traumwelt, wohin sie mit einem imaginären Bus kommt. Im Bus lernt sie einen kleinen Jungen kennen. Wer ist der mysteriöse Fünfjährige?

 

Meinung:

Bei dieser Erzählung handelt es sich um ein kurzweiliges Buch voller Phantasie. Man fühlt sich als Leser getragen von einer sanften Welle. Ich wünsche mir geradezu auch in dieses Traumland zu reisen.

Die traurige Wendung des Kurzromans passt zur Atmosphäre und wirkt in keiner Weise aufgesetzt.

Ich frage mich ob das Buch autobiografische Ansätze hat, aber darüber erfahren wir nichts.

Ich kannte die Autorin durch ihren YouTube Kanal und konnte nicht widerstehen das Buch sofort nach Veröffentlichung zu kaufen, was ich auch in keiner Weise bereut habe.

Die Kopien der Linoldrucke werden äußerst stimmungsvoll eingesetzt und erzählen die Geschichte in einer ganz eigenen Sprache. Noch schöner, da man auch ihren Entstehungsprozess mitverfolgen kann.

Ein sehr schönes kleines Buch. Etwas melancholisch, aber wunderschön beschrieben und atmosphärisch.


Zitat:

„In der Welt der Träume sind wir, wer wir sein könnten; Erinnerungen, Einbildungen, verborgene Wünsche, Ängste, Vögel, Geister… eine Nacht Fremde, die andere Bruder und Schwester.“

(S. 54, Kapitel 12)

 

ISBN 978-3-7693-0359-9

BoD, 2024

80 Seiten



Samstag, 16. November 2024

“Night of Shadows and Flames Bd. 2 - Die ewige Nacht” von Laura Labas

Inhalt:

Billie geht die Verbindung mit Jamie ein, aber ihre Gefühle für Tian sind weiterhin stark. Können die drei den Kampf gegen die Sumpfhexe und den geheimnisvollen Herrscher der Hölle wagen?

 

Meinung:

Dieser dritte Band ist von der inneren Zerrissenheit des Charakters geprägt. Ihre Gefühle für beide Männer drohen sie innerlich zu zerreißen. Leider gibt es über einen großen Zeitraum hinweg wenig Handlung, da das Gefühlsleben im Mittelpunkt steht. Aber besonders das letzte Drittel des Buches entschädigt für kurze Flauten vorher.

Insgesamt kommt die Charakterentwicklung der beiden männlichen Hauptcharaktere für meinen Geschmack etwas zu kurz. Mit der Verbindung hat die Autorin die Möglichkeit geschaffen, dass Billie mit beiden nonverbal kommunizieren kann. Das hätte für eine bessere Charakterentwicklung genutzt werden können.

Insgesamt haben mir die beiden Bände sehr gut gefallen und ich kann die Romane getrost weiterempfehlen. Besonders FantasyliebhaberInnen werden die Geschichte mögen. Als besonders spicy kann ich die Bücher nicht bewerten. Aus meiner Sicht hätte es noch mehr Romantik und gewagte Szenen geben können. Das hatte ich eigentlich erwartet .

Die von der Autorin kreierte Welt wird realistisch, zumal Themen weh gleiche Behandlung und Machtmissbrauch aufgegriffen werden. Die fantastische Welt von Wimborne lädt zum Erkunden ein und die magischen Wesen, die der Hölle entweichen steigern die Gefahr.

Ich habe schon lange keinen Roman mehr gelesen, in dem Versklavung behandelt wird. Sehr einfallsreich umgesetzt.

Es handelt sich um ein solides Fantasy Abenteuer aus der Sicht einer couragierten und taffen Hexe.

Der schön gestaltete Buchrand hat den Spaß beim Lesen noch gesteigert.


Zitat

Jamie folgte einen Moment später. Ungewohnt schweigend. Auch er blieb aufrecht. Ein dunkler Zug auf seinem Gesicht, der mir nicht gefiel.

Etwas hatte sich unweigerlich an ihm verändert. In ihm.

Für mich bist du kostbarer als der letzte Stern am Abendhimmel.

Das waren einst seine Worte an mich gewesen. Aber gerade jetzt fühlte es sich an, als gäbe es weder einen Nachthimmel noch einen Stern für Jamie.

(S. 372, Kapitel 31)

 

ISBN 978-3-492-70912-5

Piper, 2024

490 Seiten