Mittwoch, 19. November 2014

J. D. Salinger - "Der Fänger im Roggen"


Über den Autor:
J. D. Salinger (*1919 in New York; 2010 gestorben in New Hamshire) arbeitet in seinem Leben nicht nur als Kritiker, Autor und Herausgeber, sondern auch als Kaufmann und Soldat. Der Umfang seiner Werke ist zwar überschaubar, jedoch schafft es Salinger einer der bekanntesten zeitgenössischen us-amerikanischen Autoren zu werden. Sein "Der Fänger im Roggen" gilt als Standardwerk und Klassiker der amerikanischen Literatur.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Holden Caulfield ist ein schwieriger Jugendlicher, der eben erfahren hat, dass er wieder vom Internat geflogen ist. Unfähig seinen Eltern die Wahrheit mitzuteilen, vertreibt er sich die Zeit im New York von 1949. So richtig erwachsen ist er noch nicht, versucht das aber zu überspielen und erlebt allerhand seltsame Szenen in den wenigen Tagen, bis er sich entscheiden muss, wie er weitermachen will...


Meinung:
Im ersten Moment weiß ich nicht, was ich von dem Roman überhaupt halten soll... Wen ich mein Wissen darum, dass es sich um einen Klassiker der amerikanischen Gegenwartsliteratur handelt, außer Acht lasse, muss ich leider sagen, dass ich das Buch nicht besonders gut finde. Eigentlich hat es so gut wie keine Handlung und für mein Verständnis auch recht wenig Aussage. Ich gebe zwar zu, dass sowohl die teilweise Oberflächlichkeit der Gesellschaft (wahrscheinlich nicht nur die amerikanische), als auch Ziellosigkeit eines gewöhnlichen Jugendlichen sehr gut beschrieben werden. Aber gleichermaßen wirkt die Handlung auf mich doch sehr künstlich und kreiert. So "mutig" wie Holden, wären glaube ich die Wenigstens - einfach abhauen und allein durch die Großstadt tigern... Letztendlich scheint ihn ja nur seine kleine Schwester und seine akute Krankheit von der vollständigen Flucht aus seinem Leben abzuhalten. So hoffnungslos sind doch nicht alle Jugendlichen.

Was ich allerdings herausragend finde ist der Ich-Erzählstil, der ganz fabelhaft umgesetzt ist. Holden weiß nichts, was er nicht selbst denkt und sieht. Am Ende habe ich sogar kurz gedacht, er wäre in der Zwischenzeit verrückt geworden, was sich ganz echt und realistisch für mich als Leser angefühlt hat.

Fazit:
Insgesamt bin ich froh, das Buch gelesen zu haben. Dieser weitere Einblicke in menschliche Abgründe berührt mich doch auf verschiedenen Ebenen. Es ist sehr gut geschrieben, auch wenn ich die Handlung als äußerst unzureichend empfinde.

Zitat:
"Schon gut, schon gut", sagte ich, "reg dich nicht auf." Offensichtlich war er nicht in der Stimmung, über irgend etwas Ernsthaftes mit mir zu sprechen. Das ist mit diesen Intellektuellen immer so. Sie wollen nur dann über etwas Ernsthaftes reden, wenn sie selbst dazu aufgelegt sind. Ich begnügte mich also mit allgemeinen Themen. "Sag mir im Ernst, was macht dein Liebesleben?" fragte ich. [...]
(Seite 106)

Autor:Jerome David Salinger
Kategorie:Gesellschafts-Roman
Erstveröffentl.:1951
Ausgabe von:1966
Seiten:160
Verlag:Rowohlt
ISBN:3-499-10851-8

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:2
Charaktere:4
Spannung:3
Humor:3
Fantasie:2
Gesamteindruck:3

Sonntag, 16. November 2014

Jennifer Benkau - "Dark Destiny"

Quelle: www.amazon.de

Band 2 von "Joy und Neél"

Über den Autor:
Über Jennifer Benkau ist nur wenig bekannt.
Sie wird 1980 in Solingen geboren und fängt bereits als Kind mit dem Schreiben von Geschichten an. Mittlerweile ist sie verheiratet und hat drei Kinder.
(Quelle: Amazon und wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Ein Krieg zwischen den Menschen und den Percents steht kurz bevor - wie können Joy und Neél da jemals glücklich werden...?

Meinung:
Im Gegensatz zum ersten Band ist dieser Roman gespickt von kitschigen Liebesszenen, die so gar nciht zu den "ursprünglichen" Charakteren passen.
Hinzu kommt, dass die beiden Liebenden dennoch immer besonnen handeln, und immer genau das Handeln der anderen Menschen/Percents vorhersehen. Diese "Über-Intelligenz" wirkt leider etwas unrealistisch. Schade.

Vermutlich ging es Jennifer Benkau insgesamt eher um die Herausbildung des Unterschieds zwischen Liebe und Krieg, was ihr auf diesem Weg recht gut gelungen ist. Leider kommt die Botschaft der Sinnlosigkeit des Krieges nicht so gut zur Geltung, weil die Argumente beider Seiten so verständlich geschildert werden - man versteht den Kampf...

Für meinen Geschmack ergibt sich Benkau aber zu oft in dramatisch-kitschigen Aussagen. Dass die Leute ständig nur tiefsinnige, bedeutungsträchtige Worte finden, wirkt ebenso unrealistisch. Dem hätte mit falschen Entscheidungen entgegengewirkt werden können, aber unsere Charaktere sind wahre Helden und machen immer alles richtig (gefühlsmäßig von mir bewertet).

Da die Liebesgeschichte dieses Mal verkitscht wurde, bin ich als Leser auch vom Ende enttäuscht, dass dazu leider nicht mehr passt.

Insgesamt muss ich sagen, dass der zweite Roman auch sehr unterhaltsam ist, aber weder Überraschungen, noch Genugtuung bringt. Besonders nachdem der Ausgang vorweggenommen wird, was mir besonders missfällt (ich bin keine Person, die die letzte Seite als erstes liest; meistens lese ich nicht einmal den Klappentext!). Ic Das mag ich nicht und frustriert mich von Anfang an, Aussage und Wichtigkeit des Themas hin oder her.

Fazit:
Unterhaltsamer aber für mich schlecht umgesetzter zweiter Teil, zu einem so vielversprechendem Auftakt der hohe Erwartungen geweckt hatte...

Autor:Jennifer Benkau
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2013
Ausgabe von:2013
Seiten:464
Verlag:Kindle Edition
ASIN:B00H9J9WWM  

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:3
Handlung:4
Charaktere:2
Spannung:3
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck:3

Samstag, 15. November 2014

No. 174 - "Donatello"

Wir waren zwar nur eine Woche auf Boavista, hatten aber einen super schönen Urlaub hier. Die Insel ist wirklich große Klasse!

Unser Hotel lag nur einen kleinen Spaziergang von diesem schönen Tradi entfernt. Wir haben es sehr genossen am Strand entlang zu laufen.
An einem anderen tag haben wir auch noch eine Insel-Tour mitgemacht. Boavista (Kapverdische Inseln) hat viel zu bieten, vor Allem aber wunderschöne Sandstrände mit hohen Wellen (zumindest bei uns im Süden) (auf dem Bild keine hohen Wellen, war aber auch der einzige Tag, an dem die Wellen nicht meterhoch waren!). Nicht gut geeignet für kleine Kinder, aber uns großen "Kindern" hat es viel Spaß gemacht...
:-)



GC3AKEJ - "Donatello" - Boavista - Kap

Freitag, 14. November 2014

Jennifer Benkau - "Dark Canopy"

Quelle: www.amazon.de

Band 1 von "Joy und Neél"

Über den Autor:
Über Jennifer Benkau ist nur wenig bekannt.
Sie wird 1980 in Solingen geboren und fängt bereits als Kind mit dem Schreiben von Geschichten an. Mittlerweile ist sie verheiratet und hat drei Kinder.
(Quelle: Amazon und wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Vor den Lesern breitet sich eine düstere Zukunftsvision aus: Die Menschen sind Unfreie, bewacht von der selbst geschaffenen Spezies, den Percents.

Joy ist eine Rebellin, die außerhalb der Stadt wohnt. Als sie eines Tages gefasst wird, ändert sich ihr Leben schlagartig. Sie lernt ihren neuen Herrn, der sie zu einer Soldatin ausbilden muss, kennen. Aber der Percent ist ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat und er hat sogar einen Namen: Neél.

Meinung:
Schnell ist man begeistert von der freiheitsliebenden Joy und bleibt als Leser treu an ihrer Seite, auch, wenn gelegentlich die Erzählperspektive von der Ich-Perspektive in die Personale wechselt.

Der Schreibstil ist äußerst flüssig und die Atmosphäre durchgehend angst einflößend. Obwohl man später kaum noch Angst um Joy empfindet, die alle (Schicksals-)Schläge wegsteckt wie nix. Für meinen Geschmack ist sie tatsächlich etwas zu viel "Superheldin", was leider recht unrealistisch ist. Dennoch ist ihr Charakter irgendwie authentisch beschrieben und versetzt einen selbst in diese dunkele, dystopische Nachkriegszeit.

Es ist erfrischend, dass sich die Liebesgeschichte mal nicht auf romantisch stilisierter Basis aufbaut und daher auch nicht übermäßig kitschig wirkt. Gefällt mir sehr gut!

Auch wenn die Entwicklung der Story doch an vielen Stellen etwas vorhersehbar ist, handelt es sich doch um einen äußerst unterhaltsamen Roman, der Lust auf den zweiten Band macht.

Fazit:
Für Fans von Dystopien ein absolutes Muss.


Autor:Jennifer Benkau
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2012
Ausgabe von:2013
Seiten:528
Verlag:Kindle Edition
ASIN:B00H9J9WJA  

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck:4

Dienstag, 14. Oktober 2014

Marah Woolf - "BookLess. Ewiglich unvergessen"


Dritter Band der BookLessSaga (Trilogie).

Über den Autor:
Marah Woolf (*1971) studierte Geschichte und Politik und lebt heute mit ihrem Familie in Edinburgh (Schottland). Sie ist selbst sehr stolz über sich, weil sie es als berufstätige Mutter von drei Kindern geschafft hat, ihren ersten Roman selbst herauszubringen, ohne Verlag.
Ihre Bücherreihe MondLichtSaga ist ihr erster großer Erfolg, an den sie mit ihrer BookLessSaga direkt anknüpft...
(Quelle: marahwoolf.com und amazon.de)

Achtung: der folgende Text enthält Spoiler!!!

Inhalt/Über das Buch:
Lucy erwacht und kann sich an nichts mehr erinnern. Sie hat alles vergessen, die Flucht vor dem Bund, den Hundebiss an dem sie fast gestorben ist und Nathan, den sie liebt. Wie kann sie jetzt der arrangierten Ehe entfliehen. Und wie kann sie jetzt noch die Bücher retten?

Meinung:
Marah Woolf schreibt in der Danksagung, dass sie das Gefühl hatte, ein Buch über Bücher würde ihren Lesern gefallen. Das kann ich nur bestätigen. Besonders nachdem ich bereits das ein oder andere Buch über Bücher gelesen habe, freue ich mich sagen zu können, dass diese Trilogie eine wunderschöne Geschichte mit und über Bücher ist. Der Stil ist überaus einfühlsam und gefühlvoll. Man kann sich gut mit den Hauptcharakteren identifizieren und fiebert der Auflösung entgegen.

Ein kleiner Schwachpunkt stellt aus meiner Sicht der Schluss dar. Dem Finale fehlt es für meinen Geschmack an Ausgefallenheit. Hier habe ich irgendwie mehr erwartet. Gerade bei der Bekämpfung des Bösewichtes bleibt Lucy sehr passiv. Eigentlich trägt sie überhaupt äußerst wenig zu der Entwicklung in diesem dritten Band bei. Aber das ist nur eine Kleinigkeit und fällt nicht schwer ins Gewicht. Im Großen und Ganzen finde ich die Entwicklung der Charaktere in Ordnung, obwohl es mir am Ende etwas viel "Friede, Freude, Eierkuchen" gibt.

Der Spannungsbogen wird durch die anhaltende Gefahr in der Sich die Personen befinden bestehen. Nachdem Lucy und Nathan aber wieder zusammen sind, hat der Leser keine Angst mehr vor einem Scheitern der Beiden. Vielleicht kommt mir das aber auch nur so vor.

Schade, dass das Buch am Schluss so schnell zu ende ist, ich hätte noch ewig weiterlesen können. Die gesamte Trilogie hat mir sehr gut gefallen. Wieder hat Woolf schöne Zitate zwischen den Kapitel gebracht. Das macht alles sehr stimmungsvoll. Tatsächlich lesen Buchliebhaber wohl gerne über Bücher, die sie bereits gelesen haben. Die Vorstellung mit einer Romanfigur sprechen zu können (oder sogar mit einem Buch), gefällt mir irgendwie auch richtig gut. Ein schöne Idee!

Ich kann diese kleine Fantasy-Reihe guten Gewissens weiterempfehlen, aber die Bücher hat zur Zeit ja eh schon fast jeder gelesen
;-)

Fazit:
Ein gelungener, wenn auch schneller Abschluss einer wirklich schönen Trilogie über Bücher-Abenteuer, die Lust auf Lesen macht (noch mehr Lust, als ich sowieso schon habe - fehlt nur noch die Zeit...)

Zitat:
»Aber was ist dann? Wenn der Gang noch existiert und wir auf diesem Weg zum Schloss kommen, müssen wir hoffen, dass die Tür auf der anderen Seite frei ist. Wir müssen durch den Keller, den Ausgang finden und dann Lucy irgendwie da rausholen. Allerdings wird Batiste sie kaum aus den Augen lassen.«
»Darüber, mein Junge, machen wir uns Gedanken, wenn Sam den Eingang gefunden hat. Vorher ist das mehr als müßig. Ein Schritt nach dem anderen, dann kommst du unweigerlich ans Ziel.«
»Wenn das immer so einfach wäre«, murmelte Colin.
»Das ist es«, Molly kippte ihm eine große Portion Rührei mit Speck und Bohnen auf den Teller.
[...]
(14. Kapitel)
Autor:Marah Woolf
Kategorie:Fantasy / Mystery
Erstveröffentl.:2014
Ausgabe von:2014
Seiten:320
Verlag:Kindle Edition
ASIN:B00L006Q7A

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:3
Charaktere:3-
Spannung:3
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck:3

Sonntag, 12. Oktober 2014

No. 173 - "Malberg"

An diesem schönen Oktobertag haben wir diesen Multi gemeistert und auch noch den Earthcache Phonolith "ersammelt". Wir hatten einen tollen Nachmittag und haben uns auch viel Zeit gelassen (tatsächlich hatten wir etwas Probleme den "richtigen" Weg runter zu finden, aber da waren wir einfach ein bisschen verquer)
:-)

Wir hatten viel Spaß mit diesem Multi!


GCMQZZ - "Malberg" - zwischen Leuterod und Moschheim (Westerwald) - D

No. 172 - "Phonolith"

Zu viert haben wir uns aufgemacht und einen schönen Spaziergang rund und auf den Malberg gemacht. Das Wetter war super (zum Glück hat es nicht geregnet) und zu kalt war es auch nicht. Sehr angenehm.

Ausgerüstet mit Papier und Stift, ist es mir auch nicht schwer gefallen, unterwegs die Antworten zu diesem schönen Cache "aufzusammeln". Wir haben diesen Cache in Kombi mit dem Malberg Multi gemacht - hat super gepasst und war ein großer Spaß!

LIEBE auf dem Malberg ;-)

GC2D1PH - "Phonolith" - zwischen Leuterod und Moschheim (Westerwald) - D

Dienstag, 30. September 2014

Marah Woolf - "BookLess. Gesponnen aus Gefühlen"


Zweiter Band der BookLessSaga (Trilogie).

Über den Autor:
Marah Woolf (*1971) studierte Geschichte und Politik und lebt heute mit ihrem Familie in Edinburgh (Schottland). Sie ist selbst sehr stolz über sich, weil sie es als berufstätige Mutter von drei Kindern geschafft hat, ihren ersten Roman selbst herauszubringen, ohne Verlag.
Ihre Bücherreihe MondLichtSaga ist ihr erster großer Erfolg, an den sie mit ihrer BookLessSaga direkt anknüpft...
(Quelle: marahwoolf.com und amazon.de)

Inhalt/Über das Buch:
Lucy überlebt den Brand im Archiv nur knapp - Nathan hat sie aus den Flammen gerettet. Aber vertrauen kann sie ihm immer noch nicht...

Meinung:
Da es sich um den mittleren Band einer Trilogie handelt, möchte ich nur ungern eine umfassende Einschätzung über dieses Buch vergeben. Es fällt mir schwer, es ohne den Kontext der anderen Teile zu bewerten. Hierzu kann ich aber sagen, dass mir der Spannungsverlauf bei diesem Band noch besser gefallen hat, als bei seinem Vorgänger. Schade nur, dass die Handlung gegen Ende dann doch immer vorhersehbarer wurde. So bin ich insgesamt sehr begeistert von dem zweiten Buch der Reihe, trotz einigen Schwächen in der Handlung.

Wie zu erwarten, bleiben am Ende viele Fragen offen, die hoffentlich alle im letzten Teil beantwortet werden.

Woran ich leider doch noch etwas Kritik äußern muss, ist die Schwäche Lucy gegenüber Nathan. Einerseits soll sie in ihren Entscheidungen sehr taff und mutig wirken, aber mit Nathan zankt sie ständig und läuft dauernd vor ihm davon. Dann gibt sie ihren gesamten Widerstand gegen ihn plötzlich vollständig auf, nach nur einem kurzen "Traum". Das passt meiner Meinung nach nicht zu dem Charakter, wie er bisher präsentiert wurde (leichte Schwäche im Plot).

Was ich aber positiv erwähnen möchte ist, dass die Figuren sehr wohl unabhängig voneinander handeln und augenscheinlich nicht immer wissen was der Andere tut. Dabei liegen sie auch oft daneben, so dass es noch mehr Spaß macht, wenn Woolf zwischen den Charakteren wechselt. Es können aus meiner Sicht gerne noch mehr Stellen kommen, die aus Nathans Sicht erzählt werden.

Die Reihe ist prädestiniert für ein Happy End. Wenn das nicht eintreffen sollte, wäre ich doch sehr enttäuscht. Mal sehen, was noch passieren wird...

Fazit:
Ein gelungener zweiter Band der BookLess-Reihe. Die Beiden haben sich gefunden, nur wie retten sie jetzt die Welt der Bücher...?

Zitat:
Lucy strich über die unversehrten Buchrücken, in der Hoffnung, den Büchern einen Willkommensgruß zu entlocken. Sie schwiegen eisern. Ob sie ihr verzeihen würden?
[...]
(4. Kapitel)
Autor:Marah Woolf
Kategorie:Fantasy / Mystery
Erstveröffentl.:2013
Ausgabe von:2013
Seiten:318
Verlag:Kindle Edition
ASIN:B00HARGYHY

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:2
Gesamteindruck:4

Montag, 22. September 2014

Marah Woolf - "BookLess. Wörter durchfluten die Zeit"


Erster Band der BookLessSaga (Trilogie).

Über den Autor:
Marah Woolf (*1971) studierte Geschichte und Politik und lebt heute mit ihrem Familie in Edinburgh (Schottland). Sie ist selbst sehr stolz über sich, weil sie es als berufstätige Mutter von drei Kindern geschafft hat, ihren ersten Roman selbst herauszubringen, ohne Verlag.
Ihre Bücherreihe MondLichtSaga ist ihr erster großer Erfolg, an den sie mit ihrer BookLessSaga direkt anknüpft...
(Quelle: marahwoolf.com und amazon.de)

Inhalt/Über das Buch:
Lucy, aufgewachsen im Waisenhaus, arbeitet neben dem Studium in der Londoner Stadtbibliothek und wird plötzlich ins Archiv versetzt. Hier geschehen seltsame Dinge und sie lernt, mit den Büchern zu reden. Langsam erfährt sie mehr über ihre eigene Vergangenheit. Nur dass sie sich in den Mysteriösen Nathan verliebt, hat gerade noch gefehlt - irgendetwas ist faul an ihm...

Meinung:
Das Buch beginnt quasi mit dem Ende - Prolog und Epilog sind die gleiche Situation. Der Leser wird also schon darüber informiert, wohin die Handlung läuft. Dadurch entsteht ein gelungener Einstieg, der viele Fragen aufwirft und damit Neugier weckt.

Man fiebert sofort mit Lucy mit, die als sehr sympathische, junge Frau dargestellt wird. Woolf schafft es, dass man eine starke Bindung zu dem leicht zerstreuten Hauptcharakter aufbaut. Umso intensiver kommt einem die Romanze mit Nathan vor, die durch die wechselnde personal Erzählperspektive noch unterstützt wird. Man steigt zwar nicht oft in Nathans "Haut", aber es genügt, damit der Leser nicht ein zu schlechtes Bild von ihm erhält.

Die Geschichte ist sehr gut durchdacht, alles ist logisch und sinnvoll miteinander verwoben. Langsam bekommt der Leser das gesamte Ausmaß von Lucys Begabung mit. Aber auch die dramatischen Situationen spitzen sich zu. Hier wird keine utopische Welt dargestellt - Ünglücke passieren. Hier ein kleiner Kritikpunkt von meiner Seite, denn für mich kommen Lucys Ängste nicht ausreichend zu Geltung. Sie wirkt immer sehr behütet, obwohl sie in großer Gefahr schwebt. Andererseits wieder logisch, weil sie selbst noch nicht viel von dieser neuen "Welt" weiß.

Die ausgewählten Zitate, die jedes Kapitel einleiten sind sehr stimmig ausgewählt und erinnern etwas an die Tintenwelt-Trilogie.

Insgesamt freue ich mich sehr auf den nächsten Teil. Der erste Band hat mich beim Lesen gefesselt und der Anfang wirkte nicht so stolpernd, wie das erste Buch der MondLichtSaga (1, 2, 3). Die BookLessSaga fängt sehr gut an!

Fazit:
Ein vielversprechender, spannender Einstieg in eine weitere Trilogie von Marah Woolf.

Zitat:
Lucy biss sich auf die Lippen, als sein Blick den ihren traf. Verwundert zog er seine Augenbrauen zusammen. Er erkannte sie.
Seine schmale, schlanke Gestalt steckte wieder in einer schwarzen Anzughose und einem weißen Hemd. Eigentlich eine untypische Kleidung für einen Studenten, dachte Lucy. Zielstrebig lief er an den voll besetzten Reihen vorbei. Lucy beugte sich über ihr leeres Blatt Papier. Als er viel zu nah an ihr vorbeiging, hielt sie den Atem an. Beinahe streifte seine Hand ihren Arm.
[...]
(4. Kapitel)
Autor:Marah Woolf
Kategorie:Fantasy / Mystery
Erstveröffentl.:2013
Ausgabe von:2013
Seiten:312
Verlag:Kindle Edition
ASIN:B00EIIANXE

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck:4

Montag, 15. September 2014

Paul Auster - "Die New-York-Trilogie"


Über den Autor:
Paul Auster wird 1947 als Sohn von jüdischen Immigranten in New Jersey geboren. Bereits in seiner Jugend verfasst er die ersten Erzählungen und arbeitet später auch an ersten Romanentwürfen.
Er studiert Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft in den USA, arbeitet aber dann zunächst als Matrose, bevor er anfängt verschiedene Jobs (u. a. Übersetzer) für die New York Times zu erledigen und später einen Lehrauftrag an der Columbia University annimmt.
Sein Durchbruch als Autor gelingt ihm 1987 mit der Veröffentlichung seiner New-York-Trilogie.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Die drei zusammengeführten Erzählungen lassen sich alle als Krimis kategorisieren, obgleich hier ein gänzlich anderer Schwerpunkt gelegt wird, als in "normalen" Kriminalromanen. Bei jedem der drei Bücher wird der Hauptcharakter so manipuliert, dass er einem (scheinbaren) Auftrag folgt und sich dabei immer mehr in sich selbst zurückzieht. "Gefangen" in ihrer Aufgabe beginnen die Charaktere sich immer stärker mit ihrem "Subjekt" zu identifizieren und werden dadurch selbst zu einem "Opfer". Verstärkt wird diese Wirkung von der Einbettung in das Großstadt-Treiben von New York - in diesem "Dschungel" kann jeder schnell vereinsamen.
An dieser Stelle werde ich, im Gegensatz zu sonst, keine kurze inhaltliche Einführung geben, sondern verweise auf die Inhaltsangabe, die Wikipedia hierzu liefert: wiki

Meinung Buch 1 ("Stadt aus Glas", 1985):
Die Handlung stellt sich als etwas verzwickt heraus. Auf mich wirkt es zunächst etwas verwirrend, dass der Autor des Buches das ich gerade lese, selbst als handelnder Charakter in der Geschichte auftaucht. Paul Auster wird Teil einer Entwicklung, bei der man sich des öfteren fragt, ob das alles überhaupt Realität darstellen soll, oder ob es sich um einen kompletten Kunstgriff handelt und die Charaktere am Ende zu einem Einzigen verschmelzen. Zwischendurch dachte ich, es spielt sich alles nur im Kopf des Hauptcharakters ab, der gegen Ende dieses ersten Buches langsam wahnsinnig wird. Diese Veränderung ist klasse dargestellt. Wir Quinn sich schleichend zu einem Bettler entwickelt wirkt so einleuchtend und klar klar beschrieben, dass ich das erste Mal das Gefühl habe, wirklich verstehen zu können, wie jemand so weit abrutschen kann.
Natürlich wird unser Protagonist bereits von Anfang äußerst introvertiert und teilweise manisch dargestellt, dennoch ist er ein Intellektueller und zunächst für den Leser in keinerlei Gefahr. Zum Schluss bin ich schon etwas schockiert über die Abgründe der menschlichen Seele, die Auster hier so passend beschreibt.

Eingepackt in einen Krimi, handelt es sich bei diesem Buch um einen Roman über Psychologie, Religion und sozialkritische Gesellschaftsdarstellung. Es ist schwierig die ganzen Empfindungen beim Lesen sofort zu greifen. So geschickt bettet Auster diese Themen in die Geschichte ein.

Dass alles recht konstruiert wirkt, ist einer meiner wenigen Kritikpunkte. Durch die Implementierung seines eigenen Charakters deutet Auster an, dass es sich hierbei um ein Gedankenkonstrukt handelt.
An einigen wenigen Stellen ist mir die Ausweitung auf die Religion zu umfassend und zu selten unterbrochen von weitertragender Handlung. Daher sind diese Parts etwas langatmig.

Die Einbettung der Stadt New York ist treffend gelungen. Tatsächlich fühl ich mich an meine eigene New York Reise zurück erinnert und schwelge in dem Feeling, dass Auster rüber bringt. Er schafft es die Enge der Großstadt mit der Isolation des Einzelnen unter einen Hut zu bringen. Man fühlt sowohl die Melancholie des Hauptcharakters, als auch die Hektik der 5th Avenue.

Meinung Buch 2 ("Schlagschatten", 1986):
Dieses zweite Buch der Trilogie ist, anders als das erste Buch, sehr linear aufgebaut und damit auch einfacher im Verständnis. Die Handlung baut sich logisch auf, so dass man Blues Rückzug in sich sehr gut nachvollziehen kann. Man kann gut verstehen, dass er sich immer mehr mit Black identifiziert und damit sein eigenes Leben immer mehr an ihn bindet.

Trotzdem dem Leser schon recht früh klar wird, dass Blue keinen "echten" Fall hat und seine Observation unnötig ist, versteht es Auster dadurch eine gewisse Hörigkeit des Menschen darzustellen. Niemand zwingt Blue, die Wohnung auf der anderen Straßenseite weiter zu beobachten. Dennoch gibt er sein bisheriges Leben völlig auf, nur, weil er einen Auftrag hat.

Tatsächlich hat mich dieses Buch sehr bewegt. Man kann alles so gut nachvollziehen. Was am Anfang so normal gestartet hat, lässt sich später nicht so einfach beenden. Die Einsamkeit in die sich Blue begibt ist so treffend beschrieben, dass man selbst das Gefühl hat, einsam in einer New Yorker Wohnung zu sitzen. Das zweite Buch / der zweite Teil hat mir sehr gut gefallen.


Meinung Buch 3 ("Hinter verschlossenen Türen", 1987):
Mit diesem dritten Teil, übertrifft Auster alle meine Erwartungen. Der Roman ist von vorne bis hinten durchdacht und stimmig. Was mich teilweise erschreckt ist der Anschein, dass Auster augenscheinlich seine eigenen Erfahrungen in dieser Geschichte verarbeitet und der Roman daher autobiographisch wirkt, obwohl er es nicht ist. Der Erzähler gibt seinen Namen auch nicht preis und bemerkt an Ende, dass er selbst die beiden Bücher "Stadt aus Glas" und "Schlagschatten" geschrieben hat.

Wieder begibt sich der Hauptcharakter (das erzählende Ich) auf eine Jagd nach jemanden und verliert sich dabei selbst. Als ihm klar wird, dass er sich zunehmend aufgegeben hat, ist er dem Tode schon so nah, dass er aus seiner Trance erwacht.
Die geschickte Manipulation durch den gesuchten Mann (Fanshawe) bewirkt, dass der Erzähler scheinbar jeder eigenen Handlungsmöglichkeit beraubt wird. Paul Auster gelingt es, dies so realistisch wie nur irgendwie denkbar darzustellen. Man kann gut verstehen, warum der Erzähler sich auf diese "Reise" begibt. Die einzelnen Phasen seiner Entwicklung sind so anschaulich erzählt, dass man ihn am liebsten schon warnen würde. Besonders in Zusammenhang mit den ersten beiden Teilen, ahnt man schnell, worauf alles hinauslaufen wird. Aber eine Rettung bleibt unserem Erzähler erstmal versagt - sehr spannend.

Auch wenn der Roman klassische Stilmittel eines Kriminalromans aufweist und der Erzähler selbst zum Detektiv wird, fällt dieser Roman jedoch aus allen Rastern dieser Gattung heraus. Das Buch ist in seinem Aufbau uns Stil einzigartig und meiner Meinung nach eine schriftstellerische Meisterleistung. Es stellt sich für mich als überaus schwierig dar, meine Gefühle beim Lesen des Buches (besonders des letzten Bandes) in Worte zu fassen. Tatsächlich bin ich mir nicht mal mehr sicher, ob ich es überhaupt wagen könnte, Kritikpunkte für dieses buch zusammenzutragen. Die Erzählung hat mich sehr bewegt und ich will mich gar nicht darauf einlassen, das Gelesene noch einmal "durchzukauen". Ich denke, man hat die drei Bücher / die Trilogie selbst schnell durchgelesen (liest ja nicht jeder so langsam wie ich) und kann sich selbst ein Bild von diesem einzigartigen Krimi machen...

Fazit:
Ein einzigartiges Werk, von einem einzigartigen Schriftsteller, der es versteht darzustellen, wie sich Menschen selsbt verlieren können. Erschreckend, wie wenig dafür nötig ist...

Zitat:
Es bleibt noch der letzte Augenblick, und der wird erst kommen, wenn Blue das Zimmer verlassen wird. Das ist der Lauf der Welt: nicht einen Augenblick mehr, nicht einen Augenblick weniger. Wenn Blue von seinem Stuhl aufstehen, den Hut aufsetzen und durch die Tür gehen wird – das wird das Ende sein.
[...]
(Auszug aus Buch 2, "Schlagschatten")
Autor:Paul Benjamin Auster
Kategorie:Kriminalroman
Erstveröffentl.:1987
Ausgabe von:2012
Seiten:416
Verlag:Rowohlt (ebook)
ASIN:B007IDSYHI

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:5
Spannung:4-
Humor:3
Fantasie:4
Gesamteindruck:4-5